DIE GÖTTLICHEN
BESTIMMUNGEN

“Sprich: ‘Mein Gebet und meine Anbetungen, mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem ‘Rabb’ (Schöpfer) der Welten.’” (An’am: 162)

Allah erschuf die Menschen mit hohen Eigenschaften in bester Form; doch einzig bei Ihm liegt das Recht, für ihre Lebensordnung Bestimmungen, Gebote und Verbote zu erlassen, auf daß sie die Glückseligkeit im Diesseits und die Befreiung im Jenseits erlangen können.

Und deshalb machte Er den ersten Menschen zum ersten Propheten, nahm Willen und Erziehung der Menschen Selbst auf Sich, mit den göttlichen Bestimmungen, die Er durch Seine Propheten verkündete.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er folgendermaßen:

“Den richtigen Weg zu weisen, liegt allein bei Allah.” (Nahl: 9)

“Die Entscheidung liegt einzig bei Allah. Er hat geboten, Ihm allein zu dienen. Das ist der richtige Glaube.” (Yusuf: 40)

“Dies sind Allahs Gebote; und wer Allahs Gebote übertritt, der hat sich selber Unrecht getan.” (Talaq: 1)

Bei allen Bestimmungen, Geboten und Verboten Allahs des Erhabenen gibt es je einen verborgenen Sinn und Zweck und Vorteil für die Menschen. Dieser verborgene Sinn und Zweck ist entweder ein Unheil abzuwenden oder einen Vorteil zu gewährleisten.

Infolgedessen ist es für uns eine unbedingte Ritualpflicht, Seine Gebote mit Freuden zu befolgen und von Seinen Verboten fern zu bleiben.

In einem Hadith heißt es:

“Befolge Allahs Gebot, so möge Allah dich zu einem Ruhmreichen machen.”

 

GEMÄSS DEN BESTIMMUNGEN

DES EDLEN QUR’AN HANDELN

Um Seine Diener aus der Finsternis der Unwissenheit und des Abirrens herauszuholen, offenbarte Er Muhammed dem Erhabenen -Friede sei auf ihm- während seines Prophetentums zuweilen und aus verschiedenen Anlässen den edlen Qur’an, der ein göttliches Licht, eine göttliche Lehre und eine Moralverordnung ist.

In Seinem edlen Vers spricht Er folgendermaßen:

“Dieser Qur’an, den Wir niedersandten, ist ein Buch - die Quelle des Segens. So folgt ihm, haltet an seinen Geboten fest und fürchtet Allah, auf daß ihr Barmherzigkeit finden möget.” (An’am: 155)

Wie Allah der Allhöchste ein einziger Gott ist, Dem nichts gleicht und Der keinen Teilhaber hat, so ist auch Sein edler Qur’an im Vergleich zu den anderen Worten und Büchern ohnegleichen und ohneähnlichen.

Seit 1400 Jahren wurde dem edlen Qur’an nicht einen Seinesgleichen vorgebracht, und bis zum Jüngsten Tag wird die Menschheit nicht dazu imstande sein.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- spricht in seinen würdigen Ahadith folgendermaßen:

“Haltet an dem Qur’an fest, habt ihn zum Führer und zum Leitfaden. Denn, er ist das gesegnete Wort Allahs, des ‘Rabb’ (Schöpfer) der Welten. Von Ihm ist er gekommen und zu Ihm wird er wieder zurückkehren.” (Dschamiu-s sagir)

“Haltet an Allahs Buch fest. Erkennt es als erlaubt, was in ihm erlaubt ist und handelt danach, erkennt es aber als verboten, was darin verboten ist und laßt es ab.” (Taberani)

Der edle Qur’an enthält die Glaubensangelegenheiten über die Existenz Allahs des Allhöchsten, Seine Einzigkeit, Seine Eigenschaften, Seine Engel, Seine Gesandten, die Bedeutung der göttlichen Fügung und göttlichen Vorsehung, das jenseitige Leben nach dem Tod und klärt sie in bester Art und Weise auf.

Er verkündet die Bestimmungen der Glaubensdiensten wie Gebet, Fasten, Wallfahrt und Pflichtabgabe, die die Muslime zu erfüllen haben.

Er enthält die Bestimmungen wie Handel, Erbschaft, Ehevertrag, welche die Beziehungen zwischen den Menschen ordnen.

In ihm gibt es Urteile bezüglich der Strafen, die über diejenigen verhängt werden sollen, die Menschen töten, Raub verüben, Ehebruch begehen.

Er bringt die moralischen Bestimmungen vor: Die Pflege des guten Umgangs mit anderen Menschen, Ehrerweisung gegenüber Eltern, gebieten das, was Rechtens ist und verbieten das Unrecht...

Darin befinden sich Ermahnungen und Empfehlungen zur Erlangung der Glückseligkeit im Diesseits und Befreiung im Jenseits.

Darin sind edle Verse vorhanden, die von den lehrreichen Geschichten der Propheten, -Friede sei auf ihnen allen-, von der Entwicklung und dem Zugrundegehen der vergangenen Völker berichten und aus denen wir eine Lehre ziehen können.

Seine Gültigkeit wird bis zum Tage der Auferstehung fortbestehen, und er wird jeglichen Bedarf der Menschheit decken.

 

REUE FÜR DIE SÜNDEN

Reue bedeutet, wie beim Sterben, die Trennung von allen Wünschen außer von Allah, dem Allgerechten, die im Herzen eine Zweiheit verursachen, das Sich-Richten an Allah, den Wahrhaftigen Freund, Unterlassen aller Sünden, Tilgung des Wunsches zur Sündigung aus dem Herzen und die Umkehr zu guten Werken und Taten.

Allah der Allhöchste spricht in Seinem edlen Qur’an folgendermaßen:

“Erfleht von eurem ‘Rabb’ (Schöpfer) Vergebung und bekehrt euch dann reumütig zu Ihm.” (Hud: 3)

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- spricht in seinen Ahadith folgendermaßen:

“Wer seine Sünde bereut, der ist, als ob er gar keine Sünde begangen hätte. Wer einerseits Allah um Vergebung bittet und andererseits auf seine Sünden beharrt, der ist, als ob er sich über Allah, den Erhaben Wahrhaftigen lustig gemacht hätte. Bei Allah suchen wir Zuflucht.” (Abu Dawud)

“Wenn jemand lachend eine Sünde begeht, der tritt weinend in die Hölle ein.” (Münawi)

Reue ist das Zurückfinden eines Menschen zum richtigen Weg, nachdem er sich verirrt hat, ist der Schlüssel des Tores des Ankommens (der Vereinigung), ist der erste Schritt der Reisenden auf dem Wege Allahs.

Allah der Allhöchste berichtet in Seinem edlen Vers, daß Er die reumütige Bekehrung derjenigen annehmen wird, die unwissentlich Böses tun und hierauf beizeiten (bevor sie größte Bedrängnis auszustehen haben) umkehren.:

“Die bei Allah angenommene Reue ist die derjenigen, die nur in Unwissenheit Böses tun und hierauf beizeiten umkehren. Doch Allah wendet Sich diesen gnädig wieder zu. Allah ist der Allwissende, der Allweise.” (Nisa: 17)

Es gibt eine äußerliche und eine innerliche Reue.

Die äußerliche Reue; der Mensch soll all die schlechten Gewohnheiten und die üblen Taten zu vermeiden suchen; außer daß er zu den bösen Taten nicht zurückkehrt, soll er sich nicht mehr daran erinnern.

Und die innerliche Reue; die schlechten Taten sollen in Gute verwandelt werden, bei guten Taten soll er Geduld und Ausdauer haben.

Die Menschen, die in das Innere nicht eingehen können, können sich nicht trotz ihrer Reue davon abhalten, mit der Zeit gleiche üble Tat wieder zu begehen. Ihre Bereuung blieb jedoch im Worte.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) sprach in seinem folgenden Hadith:

“Die Reue mit Worten ist die der Lügner.” (Munawi)

Eine Pflanze, auch wenn sie nahe an der Wurzel gefällt wird, wächst wieder an, treiben sogar noch mehr Äste und Zweige. Wenn sie mit Stumpf und Stiel ausgerottet wird, wächst sie nie mehr.

So wie ein Mensch, dem die innerliche Reue gelingt, sich vor Schlechtigkeit hütet, entwurzelt auch die Neigung dazu aus dem Herzen. In Zukunft kann er an so etwas bestimmt nicht mehr denken.

Die innerliche Reue verwirklicht sich in Bekehrung zu Allah. Durch den göttlichen Segen, der von Allah dem Wahrhaftigen kommt, werden im Herzen die Pflanzen der ‘Masiwa’ (alles außer Allah) ausgerottet, und es wird zu einem Feld, das zu bestellen bereit ist. Fällt das Samenkorn der ‘Tauhid’ (die Lehre der Einzigkeit Allahs) durch eine Hand der Vollkommenheit ins Herz, so keimt es gleich auf und wird zu einem Baum. Und es schlägt Wurzel in die Tiefe der Erde, und seine Äste gelangen in die Himmel. Dieses Korn ist unbedingt von einer vollkommenen Hand zu erhalten.

Ein unreifer Samen, auch wenn er gesät zu sein scheint, geht nicht auf. Der Mensch geht voran im Rahmen seiner Bemühung. Er kann bis zu einem bestimmten Punkt gelangen, kann jedoch diesen Punkt nicht übergehen.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinen folgenden Ahadith über die Vortrefflichkeit derjenigen Jugendlichen, die ihre Sünden bereut haben und auf den Weg der Tugend zurückgekehrt sind:

“Wahrlich, Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und der Hohe Erhabene liebt die jungen reuig (von ihren Sünden) Umkehrenden.” (Tirmizi)

“Allah der Allhöchste und der Allheilige liebt gewiß diesen Jungen, der seine Jugend in Ehrfurcht vor Allah und gehorsam auf dem Weg Allahs verlebt hat.” (Tirmizi)

“Die Vorzüglichkeit derjenigen Jugendlichen, die in ihrer Jugend religiöse Pflichten erfüllt haben, über diejenigen, die erst später im Greisenalter ihre religiöse Pflichten zu erfüllen begonnen haben, gleicht der Vorzüglichkeit der Propheten über die anderen Menschen.” (Dschamiu-s sagir)

“Fürwahr, Allah der Erhabene zeigt den edlen Engeln die Jugendlichen, die ihre Glaubensdiensten beharrlich erfüllen, wobei ihr Zustand Ihm gefällt und Er sie rühmend vor den Engeln erwähnt.” (Münawi)

 

BITTGEBET

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und Erhabene spricht in Seinem edlen Qur’an wie folgt:

“Bittet Mich, Ich will eure Bitte erhören.” (Mu’min: 60)

“Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft.” (Baqara: 186)

“Sprich: ‘Was kümmerte Sich mein ‘Rabb’ (Schöpfer) um euch, wenn eure Bitten und eure Zufluchtsuchen nicht wären.’” (Furqan: 77)

Das Bittgebet bedeutet, daß der Mensch seine Hilflosigkeit bekennt, seine Abhängigkeit von Allah dem Erhabenen weiß, daß er flehend und demütig von Seiner Gunst und Gnade um Gutes und Erbarmen bittet, sich zu Ihm wendet und seine Bedürfnisse nur bei Ihm vorlegt. Es ist im Wert dem rituellen Gebet, Fasten und anderen Gebeten gleichgesetzt. Es ist sogar der Kern der Gebete. Die Bittgebete veranlassen, das göttliche Erbarmen auf sich zu ziehen und das Unheil abzuwenden.

Der Mensch soll genau denken, worum er bittet, wen und vor wem er bittet, und er soll stets im Gedächtnis behalten, vor Allah, dem Wahrhaftigen zu sein, und er soll alles tun, was erforderlich ist, um seine Hilflosigkeit zum Ausdruck zu bringen; es ist an Seine Allmacht und Erhabenheit denkend und in Beschämung, Demut anzurufen.

Der Ruf zu Allah bedeutet das Klopfen an die Tür des Wahrhaftigen, doch nicht etwa das Aussprechen mancher Worte, die aus Gewohnheit immer wieder im Munde wiederholt werden. Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) liebte inständige Bittgebete.

Es ist während des Bittgebets keinem außer Allah zu vertrauen und in völliger Hingabe, Aufrichtigkeit und Ergebenheit eine demütige Haltung einzunehmen.

Das Bittgebet verwehrt nicht die Maßnahme. Es ist erforderlich, in jeder Hinsicht Maßnahmen zu ergreifen, dennoch ist es wiederum an Allah zu rufen. Maßnahme ohne Bittgebet bringt keinen Nutzen

Jedes Bittgebet wird bei Allah dem Erhaben Wahrhaftigen aufbewahrt. Wer für sein jenseitiges Leben betet, der bekommt seine Belohnung gewiß im Jenseits. Das gute des Bittgebets ist, Allah den Erhabenen um Vergebung zu bitten.

Das Bittgebet und andächtig beten ist der Weg der Propheten, der Freunde Allahs und der vollkommenen Menschen.

Zur Annahme des Bittgebets sind seine Regeln und Voraussetzungen einzuhalten. Die wichtigste Voraussetzung ist, nur ‘halal’ (nach islamischem Recht erlaubt) zu sich zu nehmen und sich völlig Allah hinzugeben.

Es ist für die Annahme des Bittgebets notwendig, den Rechtsinhabern, falls es gibt, ihre Rechte zurückzuzahlen und sich gegenseitig zu verzeihen, und vor dem Bittgebet Almosen zu geben.

Es ist erforderlich, vor dem Bittgebet rituelle Waschung vorzunehmen, zu ‘Qibla’ (Gebetsrichtung) gewandt niederzuknien, beharrlich entschlossen Allah den Erhabenen inständig zu bitten, vor und nach dem Bittgebet ‘salat-u salam’ (an Muhammed -a.s.- gerichtete Stoßgebete) auszusprechen, die Propheten und Allahs Freunde zum Anlaß zu nehmen.

Für das Bittgebet sind würdevolle Zeiten abzupassen. Sehr wertvoll sind die demütigen Bittgebete im Ramadan, am Vortag eines Festtages, an Festtagen (nach dem Fasten im Monat Ramadan und Opferfest), Freitags und besonders in der Morgendämmerung. (Es ist anzunehmen, daß besonders geeignete Zeit für Bittgebet Freitag zwischen Nachmittag und Abend ist.) Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) verkündet uns, daß die Bittgebete nicht abgelehnt werden zwischen ‘Adhan’ (Gebetsruf) und ‘Iqama’ (Ruf zum Gebetsanfang), und bei ‘Sadschda’ (die Haltung der Niederwerfung im Gebet), und während des Fastens, und nach Sonnenuntergang (beim Brechen des Fastens), und in Zeiten, wo die Herzen Mitleid empfinden, wo sich die Haare sträuben, und in bedrückenden Momenten, und an Tagen, wo man krank ist, und wenn man vor Allahs Ehrfurcht weint, und wenn es regnet, der Wind weht, und bei Begegnung des Feindes, und beim heftigen Krieg, und wenn man die Heilige Ka’ba sieht, und wenn man zum Gebet auf Beinen steht, und nach den Gebeten, und wenn man von zu Hause und Familie entfernt ist, und mittwochs zwischen Mittag und Nachmittag, und die Bittgebete nach der Gesamtverlesung des edlen Qur’an, und wenn Gast für Gastgeber betet, und wenn der Vater für sein Kind betet, und wenn die Glaubensbrüder füreinander beten; weiterhin werden die Bittgebete nicht abgelehnt der Kriegsveteranen, der Unterdrückten, der Gelehrten und Rechtschaffenen, der Waisenkinder, der Kranken, derjenigen Kinder, die ihre Eltern zufriedenstellen, jener rechtschaffenen Frauen, die ihren Männern gehorchen, und derjenigen, die von der Wallfahrt erst zurückgekommen sind.

In den folgenden Ahadith heißt es:

“Allah liebt diejenigen, die bei ihrem Bittgebet und Anruf zu Allah beharrlich und beständig sind.” (Dschamiu’s - sagir)

“Wenn ein Diener Allah den Erhaben Wahrhaftigen um etwas ergebenst bittet, und wenn sein Wunsch nicht erfüllt wird, so läßt Allah, der Erhabene ihm einen Lohn im Jenseits zuteil werden.” (Dschamius - sagir)

“Allah der Erhaben Wahrhaftige spricht: Wenn ein Diener seine Hände nicht hochhebt und Mich nicht bittet, so erzürne Ich Mich über ihn. (Denn dieser Zustand entsteht entweder aus seiner Unachtsamkeit oder durch seinen Hochmut.)” (Munawi)

“Daß man zu vermeiden sucht, entfernt die göttliche Vorsehung nicht. Aber, der Bittruf der rechtschaffenen Diener veranlaßt, ein Unheil abzuwenden. Ruft also, o ihr die Diener Allahs zu Allah!” (Ahmed bin Hanbel)

 

ISLAM IST DIE RELIGION

DER BRUDERSCHAFT

Der Islam ist die Religion der Bruderschaft. Uns ist ein ‘Nur’ (göttliches Licht) von Allah, dem Wahrhaftigen gekommen. Dieses ‘Nur’ ist der edle Qur’an. Er gebietet uns die Brüderlichkeit, die Solidarität:

“Die Gläubigen sind ja Brüder.” (Hudschurat: 10)

“Seid nicht wie jene, die gespalten und uneins sind, nachdem die deutlichen Zeichen zu ihnen kamen. Eine hohe Strafe gibt es für sie am Tage der Auferstehung.” (Al-i Imran: 105)

“Haltet insgesamt an Allahs Seil fest und spaltet euch nicht.” (Al-i Imran: 103)

“Gehorcht Allah und Seinem Gesandten. Hadert nicht miteinander. Sonst werdet ihr aus Angst schwach und verläßt euch die Kampfkraft.” (Anfal: 46)

Angesichts dieser offenen Gebote muß ein Muslim die Heuchelei unbedingt zu vermeiden suchen. Hader, Heuchelei im Islam sind unbegreiflich. Die Muslime sind wie die Brüder gleicher Eltern. Die Brüderlichkeit zwischen ihnen ist ewig und dauert auch im Jenseits fort. Infolgedessen müssen wir die Pflichten der Brüderlichkeit erfüllen.

Wenn wir sagen ‘Die Religion der Brüderschaft und das nur bei Namen bleibt, so wären wir in seine Bedeutung nicht eingedrungen. Diese Uneinigkeiten ergeben sich daraus, daß unser eigenes Selbst unausgebildet ist, daß wir uns nicht vervollkommnen und die Aufrichtigkeit nicht erlangen konnten. Aus diesem Grund merken wir gar nicht, wie viele Verluste wir erlitten.

Allah bringt Wohlwollen denjenigen entgegen, die ihre Glaubensbrüder um Allahs Willen lieben und sich um ihre Angelegenheiten kümmern. Ihnen verleiht Er unvorstellbare Ränge.

Nach der Überlieferung von Omar (r.a.) spricht der Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) in einem seiner Ahadith folgendermaßen:

“Allah hat solche Diener, die, obwohl sie weder Propheten noch ‘Schuhada’ (Märtyrer: die um Allahs Willen gefallene sind) sind, Propheten und ‘Schuhada’ um ihre Rangstufen bei Allah beneiden. Das sind jene, die einander nur um Allahs Willen lieben, obwohl zwischen ihnen weder eine Verwandtschaft noch ein materieller Vorteil besteht.

Wahrlich, am Tage der Auferstehung werden ihre Gesichter ‘Nur’ (göttliches Licht) ausstrahlen, und ihre Körper werden völlig mit ‘Nur’ beleuchtet sein. Wenn jeder in Angst geriet, werden diese keine Angst spüren, und wenn jeder traurig wird, werden ihre Herzen nicht betrübt sein.” (Abu Dawud)

Im Heidentum vor Islam verbreiteten sich Grausamkeit, Haß, Groll und Feindschaft immer mehr und erreichten ihren Höhepunkt. Als der Islam kam, wurde diese Barbarei zwischen ihnen abgeschafft. Dafür kamen Einigkeit, Liebe und Verbundenheit. Es herrschte eine unvergleichliche Brüderlichkeit. Und eine große Vereinigung kam zustande. Mit der Begeisterung jenes Glaubens, jener Vereinigung und Solidarität verbreiteten sie den Islam in kurzer Zeit bis in die weitesten Entfernungen. Wo sie hingingen, brachten sie auch Frieden, Glückseligkeit und Gerechtigkeit hin. Die ganze Menschheit sehnt sich heute noch immer nach jener echten vornehmen und himmlischen Brüderschaft.

Daß die Muslime von ihrem heutigen Schicksal befreit werden können, daß sie wieder ihre alte Würde erreichen können, wird möglich sein, wenn sie sich den Geboten und Verboten Allahs des Erhabenen unterwerfen und sich an der Sunna unseres Gebieters, des erhaben Ruhmreichen des Universums (s.a.s.) festhalten.

Denn, Staat bildet sich aus Einigkeit, und Staatlosigkeit aus Uneinigkeit...

Das sich die Muslime einander annähern, sich vereinigen, und daß sich zwischen ihnen eine Solidarität gründet, ist unser größter Wunsch.

Ich erflehe mir von Allah dem Wahrhaftig Ruhmreichen und dem Hohen Erhabenen, Er möge diese Wünsche meiner Wenigkeit unseren scharfsinnigen Glaubensbrüdern hören lassen und möge ihnen Seinen Segen huldvoll gewähren.

Heute sind die seelischen Kräfte der Muslime völlig auseinandergerissen. Wirkliche Ursache dieser Krankheit ist:

Die Plagiatoren stützen sich auf keine Wahrheit. Mit Vermutung handeln sie. Sie sagen: ‘Der Weg ist mein Weg; so folge ihm!’...

Die, die nach der Vollkommenheit streben, kennen den edlen Vers “Die Gläubigen sind ja Brüder.” Sie wünschen, daß die Muslime sich vereinigen, daß die Brüderlichkeit geleistet wird. Sie meinen aber, daß die Bruderschaft nur dann gegründet wird, wenn man sich an ihre Gruppe anschließt. Dieser Gedanke ist abwegig.

Denn, unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) spricht in seinem folgenden Hadith:

“Jemand, solange er gutes Werk und Allahs Lohn, die er für sich wünscht, auch für seinen Glaubensbruder nicht wünscht, kann zur Vollkommenheit des Glaubens nicht gelangen.” (Buhari)

Und im edlen Qur’an heißt es:

“Helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit; doch helft einander nicht in Sünde und Übertretung.” (Ma’ide: 2)

Und was diejenigen anbelangt, welche zur Vollkommenheit gelangt haben, so haben sie die Manifestation des folgenden ‘Qudsi Hadith’ erlangt:

“Ich bin bei dem, der Meiner gedenkt.” (Keschfül-Hafa)

Sie wollen weder jemanden an sich ziehen, noch würden sie in die engen Formen hineinpassen. Sie würden niemals dieses Ziel verfolgen. Sie handeln im Namen Allahs, sie bemühen sich nur in Allahs Sachen. Sie sind stets mit Allah dem Wahrhaftigen, nicht mit den Leuten.

 

DIE EIGENSCHAFTEN

DER GLÄUBIGEN

Allah der Allhöchste erwählte Seinen edlen Geliebten -Allahs Segen und Friede auf ihm- zum Erhabensten und Angesehensten der Menschen und machte seine würdige Glaubensgemeinschaft zum Besten und Vorzüglichsten der Glaubensgemeinschaften.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er folgendermaßen:

“Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr gebietet das, was Rechtens ist, und ihr versucht von Unrecht abzubringen, und ihr glaubt an Allah.” (Al-i Imran: 110)

Die Vorzüglichkeit dieser Glaubensgemeinschaft gegenüber anderen kommt daher, weil der edle Prophet, dem sie folgen, gesegneter als alle anderen Propheten ist.

In einem Hadith heißt es wie folgt:

“Meine Glaubensgemeinschaft wurde zum besten der Gemeinschaften gemacht.” (Ahmed bin Hanbel)

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) erklärt in seinen folgenden Ahadith die Eigenschaften der Gläubigen:

“Diejenigen, die gläubig sind, schließen mit den Gottergebenen Freundschaft. Von denen, die mit Gläubigen keine Freundschaftsbindung mehr haben, ist nichts Gutes zu erwarten.” (Ahmed bin Hanbel)

“Der Gläubige bereitet den Menschen wenig Mühe und Kosten.” (Dschamiu-s sagir)

“Die Gelehrten und Frommen, die sich zu predigen und zu ermahnen unter die Menschen mischen und deren Belästigungen und ungerechte Behandlungen geduldig ertragen, sind besser als die Rechtschaffenen, welche die Zurückgezogenheit vorziehen und niemandem nützlich sein.” (Tirmizi)

“Diejenigen, die vollkommen gläubig sind, sind bei Allah besser als manche Engel.” (Ibn-i Madsche)

“Der vollkommene Gläubige ist würdig, seine Angelegenheiten sind unkompliziert und unschwer.” (Dschamius sagir)

“Jemand, solange er gutes Werk und Allahs Lohn, die er für sich wünscht, auch für seinen Glaubensbruder nicht wünscht, kann kein vollkommener Gläubiger werden.” (Buhari)

“Der Gläubige ist auf Grund des Glaubens sympathisch. Infolgedessen ist er zur Sympathie geneigt.” (Munawi)

“Der Gläubige ist so sanftmütig, daß, wenn du ihn siehst, du denkst, er wäre dumm.” (Munavi)

 

BARMHERZIGKEIT ALLAHS

DES ALLHÖCHSTEN

NICHT VERZWEIFELN

So wie es Unglaube ist, von Zorn Allahs des Allhöchsten sicher zu sein, ist es auch Unglaube, an Seiner endlosen Barmherzigkeit und Vergebung zu zweifeln.

In Seinen edlen Qur’an spricht Er folgendermaßen:

“Und Meine Barmherzigkeit umfaßt alle Dinge.” (A’raf: 156)

Und deshalb gibt ein Muslim die Hoffnung auch in seinem bedrängtesten Moment nicht auf.

Allah der Allhöchste ist Allverzeihend, liebt die Vergebung, Er vergibt denen, die ihre Sünden bereuen.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er wie folgt:

“Und doch gewähre Ich dem Verzeihung, der bereut und glaubt und das Gute tut und dann auf dem Wege Allahs bis zum Tode beharrt.” (Ta-ha: 82)

Obwohl wir diejenigen sind, die Sünden begehen, ruft Allah der Allhöchste uns auf, um Vergebung zu bitten und verkündet, daß Er uns vergeben wird:

“O der Gesandter! Sprich: ‘O meine Diener, die ihr euch vergangen und es zu weit getrieben habt! Verzweifelt nicht Allahs Barmherzigkeit. Allah vergibt alle Sünden. Denn Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige.

Und kehrt euch zu eurem ‘Rabb’ (Schöpfer), und ergebt euch Ihm, bevor die Strafe über euch kommt. Denn dann wird euch nicht geholfen.’” (Zümer: 53-54)

Es ist sehr vorteilhaft, sich immer wieder zwischen Angst und Hoffnung zu befinden. Angst rüttelt aus Unachtsamkeit auf, wendet von üblen Taten ab; die Hoffnung jedoch gewährt dem Menschen seelische Unterstützung.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinem folgenden Hadith:

“Jemand, in dessen Herzen auch nur ein Staubkörnchen Glaube ist, bleibt im Höllenfeuer nicht auf ewig.” (Buhari)

 

ALLAH DEM ALLHÖCHSTEN

FÜR GNADENGABEN DANKEN

Danksagung hat die Bedeutung, die sämtlichen Gnadengaben, die Allah der Allhöchste den Menschen in Huld gewährte, gemäß dem Zweck der Erschaffung zu verwenden und zu gebrauchen.

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und der Hohe Erhabene spricht im edlen Qur’an folgendermaßen:

“Danket Mir und seid nicht undankbar.” (Baqara: 152)

“Wenn ihr dankbar seid, so will Ich Meine Gnadengaben an euch mehren.” (Ibrahim: 7)

Der Dank ist dreierlei Art:

1- Der Dank in Worten: Dies ist der Dank mit der Zunge. Es ist die Besinnung, daß alle Gnadengaben Allah dem Allhöchsten gehören und dies eingestehen.

2- Der Dank in Handlungen und Taten: Dies ist Nachgehen jener Handlungen, derer Sich Allah der Allhöchste erfreut, an ihnen Gefallen findet und mit ihnen zufrieden ist und das Begehen jener Handlungen, die ein Anlaß für Seine huldige Zufriedenheit sind.

3- Der Dank im geistigen Zustand: Über die Gnadengaben Allahs des Allhöchsten wird nachgedacht; was immer man auch tut, ist es klar und ersichtlich, daß man nicht gebührend zu danken vermag. Dies ist die höchste Art des Dankens.

Um Seinen Gnadengaben zu danken, ist es erforderlich, über jede Gnadengabe einzeln nachzudenken. Dieses Nachdenken wird ein Anlaß zum Dank und der Mensch steigert seinen Dank noch mehr. Er begreift es genau, daß jede Gnadengabe Seine ist und von Ihm herrührt. Mit der Steigerung des Dankes mehrt Allah der Allhöchste Seine Gnadengaben und bewahrt sie.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in einem seiner Ahadith folgendermaßen:

“Die Lobpreisung für die Gnadengaben ist eine Garantie gegen die Abnahme der Gnadengaben.” (C. Sagir)

Als Musa (Moses) -Friede sei auf ihm- fragte: “O ‘Rabb’ (Schöpfer)! Den Menschen erschufst Du mit der Hand deiner Allmacht und gabst ihm unzählige Gnadengaben. Wie kann er den Dank dafür zurückzahlen?” sprach Allah der Allhöchste: “Er dankt, wenn er weiß, daß all dies von Mir herrührt.”

 

DSCHIHAD

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und der Hohe Erhabene spricht in Seinem edlen Qur’an folgendermaßen:

“O die ihr Gläubigen! Eifert in Allahs Sache, wie dafür geeifert werden soll!” (Hadsch: 78)

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums -Allahs Segen und Friede auf ihm- spricht in seinem Hadith wie folgt:

“‘Dschihad’ (der Kampf auf dem Wege Allahs) ist euch als eine Pflicht auferlegt worden.” (Ebu Dawud)

Aus diesem und ähnlichen Geboten ist es ersichtlich, daß es für jeden Muslim eine rituelle unbedingte Pflicht ist, Dschihad durchzuführen.

Der Zweck des Dschihads ist der, daß der Islam, die wahre Religion in alle Entfernungen der Welt verbreitet wird. Es ist eine rituelle Pflicht, daß alle Muslime zu diesem Zweck mit aller äußersten Mühe, mit größtem Eifer, mit Eigentum und Wissen eifern, damit die Menschen aus Finsternissen des Unglaubens zum göttlichen Licht des Glaubens gelangen, die Entscheidung sowie die Religion Allahs bestehen bleiben; die Menschheit Gerechtigkeit, Frieden und Glückseligkeit erlangt; diejenigen, die der Religion Allahs widerstehen und Sein ‘Nur’ (göttliches Licht) auslöschen wollen, abgewehrt und die Götzen sowie die Systeme des Unglaubens beseitigt werden und die Menschen zur Wahrheit gelangen.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinen Ahadith folgendermaßen:

“Allah, der Erhaben Wahrhaftige bringt diejenigen ins Paradies ein, die fisebilillah (um Allahslohn) Mudschahiden sind.” (Munawi)

“Die wirksamste Glaubenstat, um das Erbarmen Allahs des Erhabenen auf sich zu ziehen, ist Dschihad auf dem Weg Allahs, dem etwas bezüglich der Vorzüglichkeit nicht gleichkommen kann.” (Dschamius-sagir)

“Ein Schreiten vom Morgen bis zum späten Vormittag oder vom Mittag bis zum Abend dessen, der auf dem Weg Allahs Dschihad durchführt, besser als die Welt und das, was in der Welt ist.” (Buhari. Tedschrid-i Sarih: 1180)

“Verboten hat Allah der Hölle diejenigen, deren Füße auf dem Weg Allahs staubig werden.” (Buhari. Tedschrid-i Sarih: 493)

Dschihad, wie manche meinen, bedeutet nicht, das Schwert in die Hand zu nehmen und damit die Menschen hinzurichten, ihr Hab und Gut zu plündern, vielmehr ist Dschihad, die Menschen, indem sie zur wahren Religion ermahnt werden, zu einem unsterblichen Leben und einer unerschöpflichen Glückseligkeit gelangen zu lassen. Beim Dschihad wird niemand tyrannisiert und niemandem Unrecht angetan. Es wird keinen Anlaß gegeben zum Begehren und Verlangen des eigenen Ichs wie Stelle, Vermögen, Ruf und Rassismus. Der Zweck ist, nur um Allahs Willen, die Menschen aus dem Sumpf des Unglauben zu retten und zur endlosen Glückseligkeit gelangen zu lassen.

Allah der Erhabene spricht in Seinem edlen Qur’an folgendermaßen:

“Ganz gewiß hat Allah das Leben und das Gut der Gläubigen, die auf dem Weg Allahs kämpfen, die töten und getötet werden, für das Paradies erkauft. Das ihnen verheißene Paradies ist wahr und bindend für sie in der Thora und im Evangelium und im Qur’an. Und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah? So freut euch eures Handels, den ihr mit Ihm abgeschlossen habt; denn dies ist fürwahr die große Glückseligkeit.” (Tauba: 111)

Alle Muslime sind unter Umständen mit Dschihad vier verschiedener Art beauftragt:

1. Dschihad gegen eigenes Ich

Die islamischen Gelehrten teilten mit, daß der Mensch zuerst gegen eigenes Ich kämpfen soll, und sie benannten dies ‘Dschihad-i Akber’ (größter Dschihad).

Allah der Erhabene spricht in Seinem edlen Qur’an wie folgt:

“O die ihr glaubt! Wacht über euch selbst. Solange ihr euch auf dem rechten Wege befindet, können euch diejenigen nicht schaden, die irregehen.” (Ma’ide: 105)

“Über die, die da glauben und sich bessern, soll keine Furcht kommen, noch sollen sie traurig sein.” (An’am: 48)

Und in einem Hadith heißt es:

“Der wahrer Müdschahid ist der, der gegen sein eigenes Selbst (Ich) kämpft.” (Munawi)

2. Dschihad mit Hab und Gut

Im edlen Qur’an heißt es:

“O die ihr glaubt! Soll Ich euch den Weg zu einem Handel weisen, der euch vor qualvoller Strafe retten wird? Ihr sollt im Glauben an Allah und an Seinen Gesandten beharren und sollt für Allahs Sache mit eurem Gut und eurem Blut kämpfen. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüßtet.” (Saf: 11-12)

3. Dschihad mit körperlichem Einsatz

Im folgenden edlen Vers heißt es:

“Oder meint ihr, ihr würdet in das Paradies eingehen, ohne daß Allah diejenigen erkennt, die unter euch gekämpft haben, und ohne daß Er die Standhaften erkennt?” (Al-i Imran: 142)

4. Dschihad mit Worte

Im edlen Qur’an heißt es:

“Rufe die Menschen zum Weg deines ‘Rabb’ (Schöpfer) mit Weisheit und schöner Ermahnung auf, und streite mit ihnen auf die beste Art.” (Nahl: 125)

SCHAHADE (MÄRTYRERTUM)

Märtyrertum ist, falls erforderlich, sein Leben auf dem Weg Allahs zu opfern.

Allah der Allhöchste spricht in Seinem edlen Qur’an über ‘Schuhada’ (Märtyrer) folgendermaßen:

“Betrachtet ja nicht diejenigen, die auf Allahs Weg gefallen sind, als tot, doch sie leben bei ihrem ‘Rabb’ (Schöpfer) und sie werden bei Ihm versorgt. Sie sind erfüllt von Freude über das, was Allah von Seiner Huld gab. Und sie würden gute Nachricht denjenigen überbringen, die ihnen noch nicht gefolgt sind, so daß keine Furcht über sie kommen wird und sie nicht trauern werden.

Von Freude erfüllt sind sie über die Gnade von Allah und über Seine Huld und darüber, daß Allah den Lohn der Gläubigen nicht verlorengehen läßt.” (Al-i Imran: 169-171)

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) wünschte sich bei jedem Anlaß diesen Rang und regte immer wieder seine geschätzte Glaubensgemeinschaft an, danach zu streben:

“Bei Allah, Der die Seele (das Selbst) Muhammeds in Seiner allmächtigen Hand erhält; wenn ihr nur wüßtet, wie sehr er sich wünschte, auf dem Weg Allahs zu kämpfen und getötet zu werden, dann wieder zu kämpfen und getötet zu werden, und dann wiederum zu kämpfen und getötet zu werden.” (Buhari - Muslim)

“Es gibt keinen Diener, der bei Allah einen hohen Rang hat und sich freut, wenn die Welt und deren Inhalt ihm gewährt werden, wieder auf die Welt zu kommen. Aber, der Mensch, der die Überlegenheit des ‘Schahada’ (Märtyrertum) erfährt, wünscht sich, wieder auf die Welt zu kommen und getötet zu werden.” (Buhari)

“Dem Schahid werden während seines ersten vergossenen Blutes sechs gute Eigenschaften zugeschrieben:

1. Ihm werden die Sünden vergeben.

2. Er sieht seine hohe Stellung im Paradies.

3. Er wird mit Huri (Jungfrau im Paradies) getraut.

4. Gegen furchtbare Angst am (Jüngsten Tag) wird er gesichert.

5. Er wird gegen die Bestrafung im Grab geschützt.

6. Er wird mit Glaubensbekleidung verschönert.” (Buhari)

“Kein Tropfen ist bei Allah beliebter als ein Tropfen Blut, der auf dem Weg Allahs vergossen wird.” (Tirmizi)

“Jeder Schahid ist berechtigt, für siebzig Personen seiner Hausangehörigen Fürsprache einzulegen.” (Abu Dawud)

Und es gibt Jenseits-Schuhada auch. Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinen folgenden Ahadith:

“Der in grausamer Weise mit schneidenden Waffen getötet wird, Pest, Zusammensturz der Häuser, Raubtiere, Ersticken oder Ertrinken, Durchfall, Brust-, Rippenfellentzündung, dies alles veranlasst, als Schahid zu sterben.” (Buhari)

“Diejenigen, die im Ausland sterben, sind Schuhada.” (Ibn-i Madsche)

“ Die an Humma (Krankheiten, die von Fieber begleitet werden) Verstorbenen sind Schuhada.” (Munawi)

“Der, der beim Schützen seines Hab und Gut stirbt, ist ein Schahid.” (Buhari)

 

HALAL UND HARAM

Allah der Allhöchste machte für alle Menschen zum ‘mubah’ (wünschenswert), von Seinen Gunsten und Gaben, die ‘halal’ (nach islamischem Recht erlaubt) und sauber sind, zu speisen.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er folgendermaßen:

“O ihr Menschen, eßt von dem, was es auf der Erde an Erlaubtem und Sauberem gibt. Folgt nicht den Fußstapfen des Satans. Denn der Satan ist euer offenkundiger Feind.” (Baqara: 168)

In einem Hadith heißt es:

“Wie schön ist das erlaubte Hab und Gut für den, der rechtschaffen ist.” (Ahmed bin Hanbel)

Alles, was Allah der Erhabene im edlen Qur’an und unser Gebieter, der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- in seinen Ahadith mit einem festen Befehl zu essen, zu trinken, zu machen und zu benutzen verboten haben, ist ‘haram’ (nach islamischem Recht verboten)

Allah der Allhöchste hat alles, was schädlich ist, als ein Werk Seines Erbarmens und Seiner Barmherzigkeit, verboten und dafür alles, was schön, sauber und nützlich ist, erlaubt:

“Dieser Prophet gebietet ihnen das Gute und verbietet das Böse. Und er erlaubt ihnen die sauberen Dinge und verwehrt ihnen die schlechten.” (A’raf: 157)

“O die ihr glaubt! Bringt euch nicht untereinander in betrügerischer Weise um euer Vermögen!” (Nisa: 29)

Diejenigen, die diese Verbote nicht einhalten, verdienen im Diesseits die Strafen nach islamischem Recht und im Jenseits göttliche Bestrafung.

So heißt es im edlen Vers:

“Wer dies in Übertretung und in frevelhafter Weise tut, den werden Wir in die Hölle hineinstoßen.” (Nisa: 30)

‘Haram’ (das Verbotene) gliedert sich in zwei Gruppen:

1- Die Dinge, die selbst und hinsichtlich ihrer Materie verboten sind: Schweinefleisch, alkoholisches Getränk,...

Aus solchen Dingen, die absolut verboten sind, in welcher Weise auch immer sein mag, Nutzen zu ziehen, herstellen, transportieren, Handel treiben und schenken... ist auch verboten.

2- Die Dinge, die hinsichtlich ihrer Materie erlaubt aber aus irgendeinem Grund verboten sind: Gestohlene Sache, absichtlich ohne ‘Basmala’ (Name der islamischer Einleitungsformel vor Beginn einer Arbeit) geschlachtetes Tier,...

Zum Beispiel, Traube und Traubensaft sind erlaubt. Aber, läßt man sie gären und in Alkohol umwandeln, so sind sie verboten, doch deshalb, weil sie für die Menschen schädlich geworden sind.

Nur bei Todesgefahr ist es zugelassen, von diesen Verbotenen nicht reichlich, sondern nur so viel zu gebrauchen, daß man nicht stirbt. Denn die Zwangslagen lassen von Unerlaubten Gebrauch zu machen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Allah hat euch das natürlich Verendete, Blut, Schweinefleisch und das, worüber etwas anderes als Allah angerufen worden ist, verboten. Wenn aber jemand dazu gezwungen ist, ohne jemanden anzugreifen und ohne das Maß zu überschreiten, so trifft ihn keine Schuld. Wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig.” (Baqara: 173)

Verbotenes speisen bedeutet, dem Fußstapfen des Satans zu folgen und in die Hölle hinabgestoßen zu werden.

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) spricht in einem Hadith wie folgt:

“Der Körper, der von Verbotenem entstanden ist, verdient das Feuer um so mehr.” (Tirmizi)

Das Verbotene zerstört das Innere, die seelische Verfassung des Gläubigen, reizt ihn auf, anderes Verbotene zu tun und reizt auch seine Mitmenschen zu Verbotenem an.

Das Verbotene ist etwa wie eine Rolltreppe. Wenn du einmal deinen Fuß aufsetzt, so kannst du dich nie mehr davon freimachen. Es nimmt dich und führt hin bis auf den Grund der Hölle.

Wer Verbotenes zu sich nimmt, dem wird vor seine Augen eine Sperre gezogen, und er kann das Erlaubte und das Verbotene nicht mehr unterscheiden. Wie ein Wagen ohne Schaltanlage kann man nicht voraussehen, an wen oder an was er stoßen wird.

Das Verbotene verdunkelt dem Menschen das Innere. Von jemandem, der Verbotenes speist, gute Taten zu erwarten, ist sinnlos. Denn, aus dem Tonkrug rinnt das, was darin ist.

Und was diejenigen anbelangt, die Erlaubtes speisen, so wird ihnen das Innere mit ‘Nur’ (göttliches Licht) erstrahlt. Und aus diesem ‘Nur’ kommt Weisheit zustande. Bei dem, der Weisheit besitzt, treten gute Taten und Leistungen auf.

Als Omar (r.a.) mit Unwissenheit die Milch von ‘Zakah-Kamelen’ (die Kamele, die zur Pflichtabgabe an die Armen gegeben werden) trank, steckte er den Finger in seinen Mund und erbrach sich. Wie bemerkenswert ist sein folgendes Wort: ‘Wir unterließen neun Zehntel des Erlaubten, da wir etwas Verbotenes zu speisen fürchteten.’

Und als Abu Bakr (r.a.) die Milch von islamisch unrechtmäßig erworbenem Verdienst seines Dieners trank, steckte er den Finger in seinen Hals und fing an zu erbrechen, beinahe wäre er gestorben. Und dann rief er zu Allah: ‘O Allah! Ich nehme meine Zuflucht bei Dir von dem, was in meinem Magen zurückgeblieben und in meine Adern eingedrungen ist.’

Islam hat alle Wege gesperrt, die sichtbar und unsichtbar zu Verbotenem führen.

Alles, was zu Verbotenem führt und das Verbotene unterstützt, ist verboten.

Zwischen den absolut Erlaubten und absolut Verbotenen, wobei kein Zweifel entsteht, gibt es noch einen zweifelhaften Bereich. Islam hat das Vermeiden in solche zweifelhaften Sachen zu geraten als ‘Taqwa’ (Gottesfürchtigkeit) angenommen.

TÖTEN

Allah der Wahrhaftig Erhabene spricht in Seinen edlen Qur’an folgendermaßen:

“Wer einen Menschen tötet, ohne daß dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne daß er ein Unheil auf der Welt gestiftet hätte, so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet.” (Ma’ide: 32)

“Wer einen Gläubigen vorsätzlich tötet, dessen Lohn ist die Hölle, worin er auf ewig bleibt. Allah hat ihm gezürnt, ihn von Sich gewiesen und ihm eine schwere Strafe bereitet.” (Nisa: 93)

Und eine von wichtigsten Aufgaben des Menschen ist, sich zu bemühen, damit das Leben, eine große Gnade weiterexistiert. Weil das Lebensrecht heilig ist, hat der Islam über die Bewahrung dieses Rechtes jegliche Maßnahmen getroffen.

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums -Allahs Segen und Friede auf ihm- spricht wie folgt:

“Daß die ganze Welt vernichtet wird, ist bei Allah weniger bedeutend, als ein Muslim getötet wird.” (Tirmizi)

Der Rang des Menschen bei Allah ist sehr hoch. Nach Verleugnen Allahs ist Töten die größte Sünde. Wer dieses Verbrechen begeht, über den wird im Diesseits Wiedervergeltung verhängt und dem wird im Jenseits eine schmerzliche Strafe zuteil.

Nach islamischen Gelehrten verdient der Mörder die Strafe, ewig in der Hölle zu bleiben, deshalb, weil er seine Sünde nicht bereut hat. Ob seine reumütige Bekehrung angenommen wird oder nicht, liegt jedoch im Allahs Willen.

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) spricht in seinem Hadith wie folgt:

“Solange der Gläubige keinen Mord begeht, was verboten ist, bleibt er im breiten Bereich seiner Religion.” (Buhari)

Wenn ein Gläubiger große Sünden begeht und dann seine Sünden bereut und Menschenrechte, die er sich angemaßt hat, zurückgibt, der könnte die Vergebung Allahs des Allhöchsten erfahren, und so bleibt er im breiten Bereich seiner Religion. Aber jemandem, der seinen Glaubensbruder tötet, werden seine Religion und sein Leben eine Last, da er hoffnungslos auf göttliche Vergebung lebt. In Frieden kann er nicht leben.

So wie es verboten ist, jemanden zu töten, ist es ebenfalls verboten, Selbstmord zu begehen.

Wie lästig und unerträglich das Leben für den Menschen auch sein mag, läßt es keinen berechtigten Grund darstellen, sich umzubringen. Die Seele ist ein Geheiß Allahs des Erhabenen. Und das Recht, sie zu erhalten, gehört allein Ihm.

 

DIEBSTAHL

Wie es verboten ist, einen Menschen zu töten oder zu schlagen, einem seiner Körperglieder Schmerzen zu fügen, ist es ebenso verboten, dessen Eigentum widerrechtlich an sich zu bringen.

Allah der Allhöchste erklärt in Seinem edlen Qur’an, daß jene, die dieses ‘haram’ (was nach islamischem Recht verboten ist) begehen, im Diesseits und im Jenseits die Strafe verdienen:

“Dem Dieb und der Diebin schneidet ihr die Hände ab, als Vergeltung für das, was sie begangen haben, und als abschreckende Strafe von Allah. Allah ist Allmächtig, Allweise.” (Ma’ide: 38)

Allah der Allhöchste, so wie Er mit dem edlen Vers der Wiedervergeltung den Menschenkörper vor jeglichem Angriff geschützt hat, hat mit diesem edlen Vers auch das Eigentum des Menschen vor einem möglichen Verbrechen bewahrt. Denn, wie jemand, der sich vorstellt, daß, wenn sein Verbrechen gegen Körper und Leben feststeht, über ihn Wiedervergeltung verhängt wird, einen Menschen zu töten nicht wagen kann, so kann auch jemand, der sich vorstellt, daß ihm die Hände abgeschnitten werden, Diebstahl zu begehen nicht wagen. So wird jeder von Angst ein bißchen befreit, daß sein Eigentum gestohlen wird.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- sprach in einem seiner Ahadith folgendermaßen:

“Allah möge den Dieb verfluchen.” (Buhari)

Nach der Überlieferung unserer Mutter, Aischa (die Tochter des Abu Bakr und eine der Frauen des Propheten) - Allah möge mit ihr zufrieden sein - sollte einer Frau der Kinder ‘Mahzum’ die Hand abgeschnitten werden, da sie einen Diebstahl beging. Bei unserem Gebieter, dem Gesandten Allahs (s.a.s.) baten sie um ihre Begnadigung zu vermitteln. Keiner konnte es wagen. Als Uthama (einer der edlen Gefährten des Propheten -r.a.-) dies ausführte, sprach er:

“Die Kinder Israels; als einer von ihren Einflußreichen Diebstahl beging, den ließen sie frei, und als einer, der schwach war, Diebstahl beging, dem schnitten sie aber die Hand ab. Selbst wenn meine Tochter Fatima gestohlen hätte, hätte ich auch ihr die Hand abgeschnitten.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 1507)

Und dann ordnete er an, die Hand dieser Diebin abzuschneiden.

Wie es verboten ist, jemandes Hab und Gut zu stehlen, so ist es auch verboten, aus dessen Hand etwas gewaltsam wegzunehmen, das heißt zu rauben.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinem Hadith wie folgt:

“Jene, die Plünderung begehen, die widerrechtlich Menschen ausrauben oder dazu Befehl und Zeichen geben, sind nicht von uns. (das heißt, sie gehören nicht zu unserer Glaubensgemeinschaft.)” (Dschamius-sagir)

Verwehrt ist es auch, daß ein Muslim etwas wissentlich kauft, was geraubt oder gestohlen oder auch in ungerechter Weise angeeignet ist.

 

‘ZINA’ (EHEBRUCH)

VERMEIDEN SUCHEN

Unsere Religion hat jeglichen außerehelichen Geschlechtsverkehr verboten.

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und der Hohe Erhabene spricht in Seinem edlen Qur’an folgendermaßen:

“Nähert euch nicht dem Ehebruch! Denn das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg.” (Isra: 32)

Es wird im edlen Vers nicht gesprochen: ‘Begeht keinen Ehebruch!’, befohlen wird es vielmehr in der Art und Weise: ‘Nähert euch nicht dem Ehebruch!’ Denn, die Beschützung vor dem Wollustgefühl, das den Menschen aufreizt und zum Ehebruch verleitet und vor den Gefahren, ist nur dann möglich, wenn man sich dem Ehebruch nicht nähert. Kommt man näher, so wird es schwierig, diese Sicherheit zu gewährleisten.

Und deshalb hat der Islam, während er den Ehebruch verbietet, alle Verhalten und Handlungen streng verboten, die dazu verleiten und die Tür zu Ehebruch verschlossen. Die göttlichen Urteile über diejenigen, die in diese verschlossene Tür eindringen, sind äußerst schwer.

Denn Ehebruch ist so eine Obszönität, in deren Folge die Herkunft verdorben wird, Generationen werden degeneriert, Tugend und Ehre verschwinden, etliche gesellschaftlichen und moralischen Uneinigkeiten und Feindseligkeiten treten auf, Verbindung der Familie sowie der näheren und entfernten Verwandten brechen ab. Jemand, der heiratet, könnte nicht wissen, wen er heiratet. Recht viele Krankheiten vernichten die Massen an der Seuche.

 

VERBOT DES ALKOHOLISCHEN GETRÄNKES

Der Islam hat dem Bewahren des Verstands große Bedeutung beigemessen. Er hat alkoholisches Getränk und andere berauchenden Mittel verboten, die hinsichtlich der Ausschaltung des Verstands und der Abstellung ihrer Funktion den Menschen erhebliche Schaden zufügen. Denn, diese schaden nicht nur dem Verstand und Körper des Menschen; sie schaden auch seiner Nachkommenschaft, seinem Hab und Gut, seiner Ehre und Würde.

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und Erhabene spricht in Seinem edlen Qur’an folgendermaßen:

“O die ihr glaubt! Berauschendes, Glücksspiel, Götzen und Lospfeile sind ein Greuel, das Werk des Satans. So meidet sie, auf daß ihr die Glückseligkeit erreicht.

Der Satan will durch das Berauschende und das Glücksspiel Feindschaft und Haß zwischen euch auslösen, um euch vom Gedenken an Allah und vom Gebet abzuhalten. Wollt ihr deshalb nicht davon ablassen?” (Ma’ide: 90-91)

Infolgedessen sind alle berauschenden alkoholischen Getränke verboten, wie sie auch immer unter den Menschen heißen und woraus sie auch immer hergestellt sein mögen.

 

ERLEICHTERUNG IM ISLAM

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und Erhabene hat Seinen Dienern das geboten, was sie leisten können und das empfohlen, was in ihrem Leistungsvermögen liegt.

In Seinen edlen Qur’an heißt es:

“Allah will eure Bürde erleichtern; denn der Mensch ist schwach erschaffen.” (Nisa: 28)

“Allah verpflichtet einen nur zu dem, was Er ihm gegeben hat. Allah wird nach einer Bedrängnis Erleichterung schaffen.” (Talaq: 7)

“Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen.” (Baqara: 185)

Aus der endlosen Manifestation Seines Erbarmens und Seiner Barmherzigkeit hat Allah der Allhöchste dieser Glaubensgemeinschaft zwei gute Eigenschaften gegeben, die Er keinem außer ihnen gegeben hat. Er hat sie über die ganze Menschheit zu Zeugen erwählt und ihnen in ihren Glaubenssachen nichts erschwert.

“Nach der Überlieferung von unserer Mutter, Aischa -Allah möge mit ihr zufrieden sein-: Unser Gebieter, der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- bevorzugte immer das leichteste, solange es keine Sünde war, als es ihm frei stand, zwischen zwei Sachen zu wählen.” (Buhari)

In seinen Ahadith spricht er folgendermaßen:

“Erleichtert, erschwert es nicht!. verkündet frohe Botschaft, ruft keinen Widerwillen hervor!” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 63)

“Diese Religion ist gewiß sehr einfach. Wer die Religion erschwert, der kann es nicht überwinden; geht ihr also den Mittelweg!” (Buhari Tedschrid-i sarih: 36)

Werden die Darlegungen der edlen Verse und der Ahadith, die Erleichterung besagen, eingehend geprüft, so läßt sich herausstellen, daß ihre Gebote und Verbote für die Muslime nur aus Erleichterungen bestehen.

Zum Beispiel ist die Verrichtung des rituellen Gebets für jeden sehr leicht. Fasten im Monat Ramadan und ‘Zakah’ (rituelle Pflichtabgabe) ebenso. Allah der Allhöchste, damit es Seinen Dienern nicht schwerfällt, gebietet nicht das ganze Eigentum, oder auch nicht die Hälfte, sondern nur eins von vierzig (1/40) abzugeben. Und ‘Hadsch’ (Wallfahrt) ist einmal im Leben. Zu den Zeiten, wo es keine Reisesicherheit besteht, läßt sich ihre Durchführung aufheben.

Im Falle, daß es kein Wasser gibt oder es gesundheitsschädlich ist, wird statt ‘wudhu’ (rituelle Waschung mit Wasser) ‘tayammum’ (rituelle Waschung mit Sand oder Erde) vorgenommen.

Es ist erlaubt denjenigen, die im Stehen nicht beten können, sitzend zu beten und denjenigen, die sitzend nicht beten können, liegend zu beten.

Und es gibt recht viele ähnliche Erleichterungen, die man feststellen kann, wenn man sie aufmerksam prüft und sich daran ein warnendes Beispiel nimmt.

Und ein Zeuge der Erleichterungen Seiner Gebote ist, daß sich viele Leute wünschen, ihre Glaubensdienste wie das Ritualgebet und das Fasten im Ramadan sollen zunehmen.

Es gibt jedoch solche Leute, denen es nicht leicht ist, Glaubensdienste zu erfüllen. Diese Schwierigkeit entsteht aus ‘Nafs-i Emmare’ (die das Böse befehlende Seele).

So wie die Krankheiten die Erfüllung des Glaubensdienstes erschweren, erschwert auch das seelisch kranke Herz die Glaubensdienste.

Im edlen Vers heißt es:

“Das Gebet ist sicherlich schwer, außer für Demütige, welche es ahnen, daß sie ihrem ‘Rabb’ (Schöpfer) begegnen und daß sie zu Ihm heimkehren werden.” (Baqara: 45-46)

 

AMR-I BIL-MA’RUF

NEHY-I ANIL-MUNKER

hat die Bedeutung, das zu gebieten, was in unserem Glauben gemacht werden muß und zu verbieten, was nicht gemacht werden darf.

Dies ist eine Glaubenspflicht, die einen der größten Grundsätze des Glaubens bildet und ein wichtiger Auftrag, mit dem Allah der Allhöchste alle Propheten betraute, um ihn zu erfüllen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Aus euch soll eine Gemeinde werden, welche die Menschen zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet. Und diese sind jene, die richtige Rettung erlangt haben.” (Al-i Imran: 104)

Und über die Vorzüglichkeit des Gebietens, was Rechtens ist und des Verbietens, was Unrecht ist, spricht Allah der Allhöchste folgendermaßen:

“Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr gebietet das, was Rechtens ist, und ihr versucht von Unrecht abzubringen, und ihr glaubt an Allah.” (Al-i Imran: 110)

Es ist zu bemühen, diejenigen, die über den Wahrhaftigen und die Wahrheit völlig unwissend sind und an die Reise ins Jenseits nicht denken können, zur Besinnung zu bringen und zu rufen und Herzen mit ‘Nur’ (göttliches Licht) erstrahlen zu lassen. Denn, wenn diese Pflicht erfüllt ist, so halten sich die Menschen von Unrecht zurück und gehen sie den Weg der Rechtleitung.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinen Ahadith wie folgt:

“Der Auserwählte der Menschen ist der, der die Menschen zur Gottesverehrung und zur frommen Tat anhält, und der sich Mühe gibt, sie dann ihrem Gott beliebt zu machen.” (Dschamius-sagir)

“Macht Allah, den Erhabenen Seinen Dienern beliebt, so möge Allah euch lieben.” (Munawi)

“Fürwahr, diejenigen, die Allah der Erhaben Wahrhaftige unter Seinen Dienern am meisten liebt, sind die, welche die Menschen ermahnen.” (Munawi)

“Wenn Allah der Erhabene durch dich jemanden rechtleitet, ist die Belohnung für dich, die sich daraus ergibt, so groß, daß es besser als alle Sachen ist, über die die Sonne aufgeht.” (Buhari)

 

HEIMSUCHUNGEN

GEDULDIG ERTRAGEN

Allah der Allhöchste spricht in Seinem edlen Qur’an folgendermaßen:

“Seid standhaft und geduldig! Denn Allah ist mit den Standhaften und Geduldigen.” (Anfal: 46)

Geduld ist das sich nicht Beklagen in Not, Drangsal, Verhängnis, Unglück und deren schweigende Ertragung.

Im edlen Vers heißt es:

“Und wenn dich Allah mit einem Übel trifft, so ist Er, Der es hinwegnimmt. Und wenn Er dir etwas Gutes erweisen will, so kann niemand Seine Huld (Gnade) verhindern. Er läßt sie unter Seinen Dienern zukommen, wem Er will. Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige.” (Yunus: 107)

Denn Aufrichtigkeit und Ergebenheit sind in einer Prüfung evident. In unbeschwerten Zeiten ist jeder von edler Natur, jedoch in Prüfungen und Heimsuchungen kommt heraus, was tief in einem drin ist.

Die Prüfung wird mit Geduld abgelegt, die Heimsuchungen werden durch die Geduld kleiner. Die Geduld ist der Haupt und Schlüssel aller guten Taten. Der Gläubige steigt im Rahmen seiner Geduld zu einer Rangstufe auf und erzielt Fortschritte. Der Rang der Zufriedenheit Allahs wird mit der Geduld erlangt, und das Herz wird gereinigt.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinem Hadith:

“In der Heimsuchung und im Unglück Geduld ausüben und sie ertragen und das Unterlassen der Reden und Handlungen, die der Erhaben Wahrhaftige verboten hat, sind Glaubensdienste.” (Ibn-i Madsche)

“Die Geduld ist eine Schatztruhe aus den Schatztruhen des Paradieses.” (Münawi)

 

HANDEL TREIBEN

Allah der Allhöchste hat diese Welt zu einem Ort der Arbeit und Anstrengung für den Lebensunterhalt, der Not und Strapaze, der Prüfung und bitterer Erfahrungen; das Jenseits jedoch zur Belohnung und Bestrafung erschaffen.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er wie folgt:

“Dem Menschen wird gewiß nichts anders zuteil als das, wonach er strebt, und sein Streben wird später sichtbar.” (Nedschm: 39-40)

Jedem Muslim ist es eine Ritualpflicht, von ‘halal’ (was nach islamischem Recht erlaubt ist) so viel zu verdienen, was er für sich selbst, seine Familie, die Zahlung seiner Schulden nötig hat. Denn ein Muslim kann seine Pflichten durch den Verdienst erfüllen. Und wenn er dabei Gutes beabsichtigt, so verdient er auch den Lohn für Jenseits.

Allah der Allhöchste spricht in Seinem edlen Qur’an wie folgt:

“Wir haben euch den Schlaf zur Ruhe gemacht, und die Nacht zu einer Hülle und den Tag zum Erwerb des Unterhalts.” (Nebe: 9-10-11)

“Wir schufen auf der Erde Mittel zu eurem Unterhalt.” (Hidschr: 20)

Und unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums -Allahs Segen und Friede auf ihm- spricht in seinen folgenden Ahadith:

“Jeder Muslim hat eine Pflicht, Wege zu suchen, indem er arbeitet und verdient.”

“Arbeite für Diesseits, als würdest du niemals sterben, und arbeite für Jenseits, als würdest morgen sterben!” (Ibn-i Asakir)

Islam ist nicht eine Religion, die vorschreibt, sich mit einem Bissen und einem Wams zu begnügen. Gleichgültigkeit und Trägheit, Betteln, jemandem zur Last zu fallen... hat er streng verboten.

Die an Rang Höherstehenden, wobei unsere Gebieter, die Propheten -Friede sei auf ihnen allen- die Ersten sind, haben alle das Arbeiten nicht vernachlässigt.

Adam (a.s.) baute Weizen an, ernte ihn, drosch auf dem Felde, mahlte zu Mehl und backte Brot. Idris (a.s.) war Schneider, Nuh (Noah -a.s.-) und Zekeriyya (Zacharias -a.s.-) waren Tischler, Dawud (David -a.s.-) war Schmied und unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) war Kaufmann.

Jeder von ‘Ashab-i Kiram’ (die edlen Gefährten des Gesandten Allahs) -Allah möge mit ihnen allen zufrieden sein- hat sich mit einer Tätigkeit beschäftigt. Denn das sauberste, was der Mensch ißt, ist von seinem eigenen Verdienst.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) liebte fleißige Menschen, mochte die Trägheit nicht und liebte das Betteln nicht.

Einmal saßen er und seine ‘Ashab-i Kiram’. Da sahen sie um die frühen Stunden morgens einen kräftigen jungen Mann vorbeigehen.

‘Ashab’ (die Gefährten des Gesandten Allahs) sagten: ‘Wehe ihm! Wie schön wäre es, wenn er seine Kraft und seine Jugend auf dem Wege Allahs verbrauchte.’

Daraufhin sprach unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) wie folgt:

“Sagt so etwas nicht! Falls er um den Lebensunterhalt seiner Kinder zu verdienen unterwegs ist, ist er auf dem Weg Allahs. Wenn er sich vom Erlaubten zu ernähren unterwegs ist, ist er wieder auf dem Weg Allahs. Aber wenn er ein heuchlerisches Verhalten an den Tag zu legen und sich selbst zu rühmen außer Haus ist, so dann ist er gewiß auf dem Weg Satans.” (Taberani)

Zu seiner glückseligen Gegenwart kam eines Tages eine Gemeinde. Während der Unterhaltung sagten sie: ‘O der Gesandte Allahs! In unserem Lande ist jemand, der sich tags mit Fasten, nachts mit Gebet und Gedenken Allahs beschäftigt.’ Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) fragte: ‘Wer gibt ihm was zu essen und zu trinken?’ Als sie erwiderten ‘Wir alle...’, sprach er: ‘Wenn es so ist, seid ihr alle ihm überlegen.’

In einem seiner Ahadith spricht er wie folgt:

“Der Gute unter euch ist derjenige, der für Diesseits nicht auf Jenseits und für Jenseits nicht auf Diesseits verzichtet, sondern vielmehr beides anstrebt und den Menschen nicht zur Last fällt.” (Dschamius-sagir)

Und es ist erwünscht, neben dem Pflichtverdienst, den wir erwähnt haben, mehr als dieser zu verdienen, damit die Bedürftigen unterstützt und die Verwandten bewirtet werden.

Mehr Verdienst, um ein schönes Leben zu führen und von Gottesgaben noch mehr zu haben, ist wünschenswert.

 

EHRLICHKEIT BEI HANDEL

Im Islam sind Ehrlichkeit und Güte das Fundament des Handels. Daß der Käufer und Verkäufer miteinander zufrieden sind, und daß sie bezüglich des Preises Einsicht und Mäßigkeit bewahren, und daß kein Schwarzhandel getrieben wird, und daß die Grenze des Verbotenen und Erlaubten nicht übertreten wird; und daß man Wucher und listiges Vorgehen bei Ausmessen und das Auswägen, Betrügen, Lügen, Schwören und übermäßig teuer Verkaufen,... zu vermeiden sucht, sind die Grundregeln, die von wichtigen Vorschriften des Handelsleben sind.

Diejenigen, die diese wichtigen Vorschriften einhalten, sind von unserem Gebieter, dem erhaben Ruhmreichen des Universums (s.a.s.) gelobt.

In seinen Ahadith spricht er folgendermaßen:

“Das Wertvollste von dem, was der Mensch verdient hat, ist sein gut erzogenes Kind und sein Handel, den er in Ehrlichkeit getrieben hat.” (Ahmed bin Hanbel)

“Ein ehrlicher und zuverlässiger Händler wird am Jüngsten Tag mit Propheten, Rechtschaffenen und ‘Schuhada’ (Märtyrern) zusammen auferweckt werden.” (Tirmizi)

“Die Schwarzhändler, die, um ihrem Land zu helfen und selbst Handel zu treiben, von anderen Ländern Lebensmittel bringen und diese aufspeichern, auf daß sie es später viel und zu erhöhten Preisen verkaufen, sind verflucht.” (Ibn Madsche)

So wie das Arbeiten und Verdienen eine rituelle Pflicht ist, um ‘halal’ (nach islamischem Recht erlaubt) Verdienst zu erwerben, ist es auch für jeden mit Handel beschäftigten Muslim eine Pflicht, bezüglich der Handelsgeschäfte Kenntnisse zu erwerben.

Omar (einer der engsten Vertrauten des Propheten und der zweite Kalif -r.a.-) sprach:

“Jemand, der religiöse Vorschriften über Handel nicht kennt, kann auf unseren Märkten nicht handeln.” (Tirmizi)

 

WISSEN ERWERBEN

Allah der Allhöchste erklärt in Seinem edlen Qur’an die Vorzüglichkeit und Überlegenheit des Wissens und der Gelehrten; und unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- erklärt in seinen Ahadith sehr kurz und treffend die Vorzüglichkeit und Überlegenheit der Gelehrten, und daß das Wissen eine große Gunst und Gabe von Allah ist.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Allah läßt die unter euch, die gläubig sind, zur Erhabenheit gelangen. Und Er erhöht von diesen die, denen Wissen gegeben wurde, um Rangstufen.” (Mudschadele: 11)

“Sprich: Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?” (Zumar: 9)

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) ermuntert die Muslime, Wissen zu erwerben:

“Wissen erwerben ist für jeden Muslim eine Glaubenspflicht.” (Ibn-i Madsche)

“Die Alten, die sich nicht genieren, zu essen, sollen sich auch nicht genieren, Wissen zu erwerben.” (Munawi)

“Der Gelehrte hat eine Sünde, der Unwissende jedoch zwei. Denn Unwissenheit zählt auch zu den Sünden.” (Munawi)

 

ZUFRIEDENSEIN MIT

DER FÜGUNG ALLAHS

DES ALLHÖCHSTEN

Mit jeder Bestimmung Allahs des Allhöchsten zufrieden zu sein, ist die verdienstvollste der Taten und die schönste der Moral.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Allahs Wohlgefallen ist aber noch größer.” (Tauba: 72)

Er läßt Seine Diener zur Manifestation Seines folgenden Verses gelangen:

“Allah ist wohl zufrieden mit ihnen, und sie sind wohl zufrieden mit Ihm. Sie sind es, die von Allahs Seite sind.” (Mudschadele: 22)

Allah der Allhöchste spricht in Seinem folgenden edlen Vers, gerichtet an Seinen edlen Geliebten -Allahs Segen und Friede auf ihm-:

“O Gesandter! Warte geduldig auf den Befehl deines ‘Rabb’ (Schöpfer)!” (Qalam: 48)

Wir sind auf die Welt gekommen, um geprüft zu werden. Wir werden recht vielen Entbehrungen ausgesetzt werden. Allah der Allhöchste wußte in Seinem anfangslosen Wissen, was wir tun werden. Und damit wir es auch wissen sollen, schickte Er uns auf das Prüfungsfeld. Wir werden unsere Taten verwirklichen und wieder gehen.

Es manifestiert sich nur das, was Allah der Allhöchste an ‘Lewh-i Mahfuz’ (die Tafel der göttlichen Beschlüsse, die für den Jüngsten Tag aufbewahrt ist) verzeichnet hat. Ist ein Papier imstande, die Schrift auf sich selbst auszuradieren? Es ist nicht. Das Universum ist ein Papier, und der Mensch ist auch ein Papier, sie können die Schriften auf sich selbst nicht ausradieren.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er folgendermaßen:

“Es geschieht kein Unheil auf Erde oder an euch, das nicht in einem Buch verzeichnet wäre, bevor Wir es ins Dasein rufen. Fürwahr, das ist für Allah ein Leichtes.

Das ist, auf daß ihr euch nicht deswegen betrüben möget, was euch entging, noch euch deswegen freuen möget, was Er euch gegeben hat.” (Hadid: 22-23)

Es ist für den Menschen, hinsichtlich der Abwehr des aus einem Fügungsbogen abgeschossenen Pfeil, kein Panzerhemd und keine Burg gleich der Zufriedenheit zu finden.

Jemand, der die Glückseligkeit im Diesseits und die Befreiung im Jenseits begehrt, soll sich Allah dem Allhöchst Erhabenen, Der weder von einem Teilhaber noch einem Helfer abhängig ist, zuwenden und allein Ihn erbitten, auf daß Er die Anlässe dazu schaffen möge.

In einem Hadith heißt es:

“Wehe dem, der mit Worten an Allah gedenkt, ist aber nicht von seinem Herzen zufrieden mit dem, was der Erhaben Wahrhaftige macht!” (Munawi)

 

VORKEHRUNGEN

FÜR DEN TOD

Der Tod ist der Zeitpunkt für den Beginn des ewigen Lebens in der ewigen Welt nach dem Ende der Lebensreise in dieser vergänglichen Welt. Jeder Geborene stirbt, jeder Angekommene geht.

Der Zusammenbruch der Welt ist der große Jüngster Tag, der Tod eines Menschen jedoch ist der kleine Jüngster Tag.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Jeder Mensch wird den Tod kosten.” (Al-i Imran: 185)

Wir müssen uns anstrengen, auf den Tod, dem sicheren Ereignis bereitet zu sein, solange die Gelegenheit in der Hand ist und die Erlaubnis auf der Zunge.

Allah der Allhöchste spricht in Seinem edlen Qur’an folgendermaßen:

“Er ist es, Der den Tod und das Leben erschaffen hat, um euch zu prüfen, wer von euch die besseren Taten verrichten wird:” (Mulk: 2)

Und unser Gebieter, der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- spricht in seinem Hadith wie folgt:

“Bevor du in die Hand des Todes fällst, bereite dich auf sie mit Vorkehrungen wie Reue, Bitte um Sündenvergebung und das Ausbügeln der Verfehlungen.” (Dschamiu’s-sagir)

Damit wir dort nicht stöhnen, müssen wir schon jetzt darüber nachsinnen, weshalb wir auf die Welt kamen, wo wir hingehen, weshalb wir erschaffen wurden und was wir auf dieser Welt zu tun haben. Falls wir es vermögen, so haben wir ein ewiges Leben errungen.

Solange wir den Taten und Werken für das Jenseits nicht mehr Bedeutung beimessen als für die Taten und Werke des Diesseits, so können wir den Geschmack unseres Glaubens und unserer Glaubensdienste nicht spüren.

Für die Grabstätte muß man vorbereitet sein.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinem Hadith folgendermaßen:

“Drei Sachen gehen dem Toten nach bis zu dessen Grab. Seine Angehörigen, sein Besitz und seine Taten. Zwei davon kehren um, eine bleibt. Die Umkehrenden sind seine Angehörigen und sein Besitz, was jedoch bei ihm bleibt, sind seine Taten.” (Buhari)

Das irdische Leben ist wahrlich kein wertvolles Leben, es ist temporär. Es lohnt sich nicht Wurzeln zu schlagen.

Wenn unser Zeitpunkt kommt, werden wir uns alle niederlegen, wir stehen Schlange. Der Unterschied zwischen dem Kommenden und Gehenden ist nur ein Tag. Eben kamen wir, nun gehen wir. Heute sind wir darüber, morgen darunter. Heute sind wir im Bett, morgen in der Erde. Heute Abend sind wir hier, morgen Abend dort.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wo auch immer ihr seid, auch wenn ihr euch in hohen Burgen befändet, der Tod ereilt euch doch.” (Nisa: 78)

Die Vorbereitungen müssen wir schon treffen, gemäß unserer Kenntnis für das Kommen in diese Welt. Nicht zu sterben, liegt nicht in unserer Hand, wohl jedoch die Vorkehrungen. Sowie unser Herr nicht fragte, als Er uns schickte, wird Er uns auch nicht fragen, wenn Er uns nimmt. Jeder Atemzug zieht uns zum Grab hinein. Den Koffer müssen wir in unsere Hand nehmen, wohl wissend, daß wir Reisende sind. Er soll in unserer Hand bereit sein. Wann die Einladung kommt, ist nicht bekannt. Das Leben schwindet dahin. Es ist eine Reise. Mit dem Tod rechnen wir nie. Wir agieren so, als ob jeder andere sterben würde, wir jedoch bleiben würden.

Das wichtigste Kapital ist das Leben. Daß sich der Mensch auch nur einen Augenblick der Sorglosigkeit hingibt, ist schon ein großes Vergehen. Jedoch vergeht unser Leben in Sorglosigkeit. Unaufhörlich haben wir zu arbeiten. Denn das Leben vergeht ununterbrochen.

In einem Hadith heißt es:

“Zwei wichtige Gnadengaben gibt es, über die sich viele Menschen täuschen; die Gesundheit und die Freizeit.” (Buhari)

Seien wir tagsüber mit Werken beschäftigt, derer sich das Volk erfreut und nachtsüber mit Werken, derer Sich Allah der Wahrhaftige erfreut. Wir brauchen nur Allah. Morgen liegen wir im Grab, von niemandem wird Nutzen kommen. Und noch einmal werden wir nicht zurückkehren.

Und Allah der Allhöchste spricht in Seinem edlen Qur’an folgendermaßen:

“Und sie schreien darin: ‘O Unser ‘Rabb’ (Schöpfer)! Bringe uns heraus. Wir wollen rechtschaffene Werke tun, anders als wir zuvor zu tun pflegten.’ Dann sprechen Wir zu ihnen so: ‘Gaben Wir euch nicht ein genügend langes Leben, so daß ein jeder, der sich besinnen wollte, sich darin hätte besinnen können? Und überdies kam der Warner zu euch.’” (Fatir: 37)


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