DER ISLAM

Der Islam begann mit Adam (der erste Mensch und zugleich der erste Prophet -a.s.-) und entwickelte sich im Laufe der Zeit und sooft ein Prophet kam, immerwährend bis auf seine vollkommenste Stufe. Der Islam, der an Musa (a.s.) übermittelt wurde, war umfangreicher und vollständiger als der, der an Nuh (a.s.) übermittelt wurde. Der an Isa (a.s.) verkündete Islam war noch umfassender und vollkommener als der, der an Musa (a.s.) übermittelt wurde. Mit der Berufung Muhammeds (a.s.) wurde er vervollkommnet und auf seine höchste Stufe erhoben.

Allah der Allhöchste spricht im edlen Qur’an folgendermaßen:

“Heute habe ich euch eure Religion vollendet und Meine Gnade an euch erfüllt und euch den Islam zum Glauben erwählt.” (Ma’ide: 3)

Und nach Islam wird bis zum Jüngsten Tag weder eine neue Religion noch ein neuer Prophet kommen.

Im edlen Qu’ran heißt es:

“Die Religion bei Allah ist der Islam.” (Al-i Imran: 19)

Der Islam besitzt eine Eigenschaft, jahrhundertelang alle materielle und seelische Bedürfnisse der Menschheit zu erfüllen.

Alte Religionen zu befolgen, wo der Islam seine Gültigkeit behält, ist nichts anders, als bei Tage am Himmel Sterne zu suchen.

Allah der Allhöchste spricht im edlen Qur’an wie folgt:

“So richte dein Antlitz in aufrichtiger Weise auf den Glauben; (dies entspricht) der natürlichen Veranlagung, mit der Allah die Menschen geschaffen hat. Es gibt keine Veränderung an Allahs Schöpfung. Das ist der beständige Glaube. Jedoch wissen die meisten Menschen es nicht.” (Rum: 30)

“Verlangen sie etwa eine andere als Allahs Religion? Ihm ergibt sich, was in den Himmeln und in der Erde ist, gehorsam oder wider Willen, Und zu Ihm kehren sie zurück.” (Al-i Imran: 83)

“Und wer eine andere Religion als den Islam begehrt: niemals wird sie von ihm angenommen, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.” (Al-i Imran: 85)

“Wer sich von euch von seinem Glauben abwenden läßt und als Ungläubiger stirbt - das sind diejenigen, deren Taten nutzlos sein werden in dieser Welt und im Jenseits. Sie werden die Bewohner des Feuers sein, und darin werden sie ewig verweilen.” (Baqara: 217)

Allah der Allhöchste wird Seinen Propheten und Seine Religion in verschiedenen Formen, mit verschiedenen Manifestationen immerwährend unterstützen. Der Islam wird bis zum Jüngsten Tag beständig bleiben.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sie wollen Allahs ‘Nur’ (göttliches Licht) mit ihren Mündern auslöschen. Doch Allah wird Sein ‘Nur’ vollenden, auch wenn die Ungläubigen es verwünschen.” (Saf: 8)

“Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung geschickt hat und dem wahren Glauben, auf daß Er ihn über alle anderen Religionen siegen lasse. Mag es den Götzendienern auch zuwider sein.” (Tauba: 33)

Daß der Islam über andere Religionen siegt, bezieht sich nicht nur auf ‘Asr-i Saadet’ (die Lebzeit Muhammeds -a.s.-), sondern diese Bestimmung gilt bis zum Jüngsten Tag.

Auch heute siegt und herrscht die Religion der Wahrheit über andere Religionen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Er ist es, Der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit geschickt hat, auf daß Er sie über jede andere Religion siegen lasse. Und Allah genügt als Zeuge.” (Fetih: 28)

Zu jeder Zeit und allerorts ist die Zukunft des Islam nicht dunkel sondern strahlend, nicht trübe sondern glänzend.

Die Nachtfinsternisse, die von Zeit zu Zeit einsetzen, haben den Zweck, den Islam wieder erstarken zu lassen.

Er spricht in Seinem edlen Vers:

“Verheißen hat Allah denen, die von euch glauben und gute Werke tun, daß Er sie gewiß zu Nachfolgern auf der Erde machen wird, wie Er jene, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte;

und daß Er gewiß für sie ihre Religion befestigen wird, die Er für sie auserwählt hat; und daß Er sie, nachdem Er von ihnen ihre Furcht behoben hat, gewiß in Sicherheit nehmen wird, auf daß sie Mich verehren und Mir nichts zur Seite stellen. Wer aber hernach leugnet und undankbar ist; das sind doch diejenigen, die auf Abwege geraten sind.” (Nur: 55)

 

SCHAHADA

(DAS GLAUBENSBEKENNTNIS)

‘Schahada’ (das Glaubensbekenntnis) ist sowohl die erste von den Säulen des Islam als auch die Tür zum Islam.

Glauben ist die erste Bedingung, um ein Muslim zu werden. Und zum Glauben ist ‘Schahada’ auszusprechen: “Aschhadu an la ilaha illa-llah, wa aschhadu anna Muhammeden abduhu wa-rasuluhu” (Ich bezeuge wahrhaftig, daß es keinen Gott außer Allah gibt, und ich bezeuge, daß Muhammed (a.s.) der Diener und der Gesandte Allahs ist.”

Jemand, der ‘Schahada’ vom Herzen und mit Überzeugung ausspricht, wird sogleich ein Muslim, selbst wenn er ein Ungläubiger ist. Auch wenn er den Zorn Allahs des Allhöchsten verdient, erlangt er Sein Erbarmen und Seine Barmherzigkeit. In den islamischen Kreis tritt man durch diese Tür ein.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- erklärte, daß ‘Schahada’ auf Grund seiner Wichtigkeit die erste Säule des Islam ist.

Nachdem es für die Existenz, Einzigkeit Allahs des Allhöchsten und dafür, daß es keinen Gott außer Ihm gibt, Zeugnis abgelegt worden ist, wird bezeugt, daß Muhammed (a.s.) der Diener und der Gesandte Allahs ist.

Allah der Allhöchste machte, an ihn zu glauben, zu einem von zwei Glaubenspfeilern. Er erwähnte seinen Namen mit Seinem Namen zusammen. Seine ethische Qualität und Überlegenheit, seinen Ruhm und seine Würde, seine Ehre beim Hocherhabenen verkündete Er der Menschheit. Um ihn erhaben werden zu lassen, teilte Er einen Anteil von Seinem Namen ihm zu. Seine eigenen Namen ‘Aziz’, ‘Rauf’, ‘Rahim’ schrieb Er auch ihm zu. Er entsandte ihn als Erbarmen für die Welten. Er ist ein ‘Nur’ (göttliches Licht) der Rechtleitung; das Ziel, das zu Allah dem Erhabenen führt, wird auf seinem Weg erreicht. Allah der Allhöchste machte ihn zu einem Anlaß, damit die Menschen rechtgeleitet werden.

In einem Hadith heißt es:

“Jemand, der Allah als ‘Rabb’ (Schöpfer), den Islam als Religion, Muhammed als Gesandten anerkannt hat, hat den Glauben zu fühlen bekommen.

Ubade bin Samit (r.a.), einer der ‘Sahaba’ (die edlen Gefährten des Propheten Muhammed), nachdem er im Sterbebett zu denjenigen, die bei ihm zu Besuch waren, folgendermaßen gesprochen hatte: ‘Ich schwöre, daß ich alles mitgeteilt habe, was ich von dem edlen Gesandten Allahs (s.a.s.) gehört habe. Aber ich habe eine Überlieferung, die ich lange Zeit bei mir behalten habe. Es besteht ein Risiko, daß sie vielleicht für immer bei mir bleibt. Und diese will ich heute euch übermitteln’ überlieferte er folgenden Hadith:

“Und wer ‘Schahada’ ausspricht, den verbietet Allah der Allhöchste für das Höllenfeuer.” (Muslim)

In einem anderen Hadith heißt es:

“Jeder, der die Einzigkeit Allahs des Erhaben Wahrhaftigen bezeugt, geht ins Paradies ein.” (Munawi)

Selbst wenn er gemäß seiner Sünde eine Zeitlang bestraft wird.

Anas (r.a.), einer der ‘Sahaba’ spricht wie folgt:

“‘Muaz Ibn-i Dschebel’ saß auf dem Kamel hinter dem Gesandten Allahs. Er sprach: ‘O Muaz!’. Muaz erwiderte: ‘Labbayk ya Resulallah’. Dieser Zustand wiederholte sich dreimal. Im weiteren Verlauf sprach er:

‘Es gibt niemanden, der vom Herzen bestätigt bezeugt, daß kein Gott da ist außer Allah, daß Muhammed der Gesandte Allahs ist und für ihn Allah die Hölle nicht verbietet.’

Muaz sprach: ‘O der Gesandte Allahs! Soll ich dies den Menschen mitteilen, damit sie frohe Botschaft überbracht bekommen und sich freuen?’

Er (der Gesandte Allahs) sprach: ‘Nein, sage es nicht! Sonst verlassen sie sich darauf.’ Und Muaz verkündete es kurz vor seinem Tod, um von der Verantwortung befreit zu werden.” (Buhari. Tedschrid-i Sarih: 105)

“Jemand, der ausspricht: ‘Es gibt keinen Gott außer Allah’, und in seinem Herzen sich Gutes befindet, was so viel wiegt wie einzelnes Gerstenkorn, wird aus der Hölle herauskommen

Wer ausspricht: ‘Es gibt keinen Gott außer Allah’, und in seinem Herzen sich Gutes befindet, as so viel wiegt wie einzelnes Weizenkorn, der wird aus der Hölle herauskommen.

Wer ausspricht: ‘Es gibt keinen Gott außer Allah’, und in seinem Herzen sich Gutes (Glaube) befindet, das so viel wiegt wie ein Atom, der wird aus der Hölle herauskommen.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 41)

 

 

SALAH

(DAS GEBET)

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und der Hohe Erhabene spricht im edlen Qur’an:

“Das Gebet ist zu bestimmten Zeiten für die Gläubigen eine Pflicht.” (Nisa: 103)

Und unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums -Allahs Segen und Friede auf ihm- spricht in seinen folgenden Ahadith:

“Es gibt für alles ein Zeichen. Und das Zeichen für den Glauben ist das Gebet.” (Munawi)

“Der entscheidende Punkt ist der Islam, ihn stützt das Gebet (als Säule), und sein Gipfel ist Dschihad (Anstrengen, Streben, Bemühen, Kämpfen auf dem Weg Allahs).” (Tirmizi)

“Was meint ihr? Bleibt es an einem von euch, vor dessen Tür ein Fluß fließt, in dem er sich täglich fünfmal wäscht, irgendein Schmutz hinterlassen?

- Nein, es hinterläßt keinen Schmutz.

- Und so ist das Gebet fünfmal am Tag. Allah vergibt dadurch die Sünden.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 319)

“Nacht- und Tagesengel kommen zu euch nacheinander, sie treffen sich bei Morgen- und Nachmittagsgebet zusammen. Dann steigen die Nachtengel auf. Allah fragt, obwohl Er ihren Zustand kennt: ‘In welchem Zustand habt ihr Meine Diener verlassen?’ Die Engel sagen: ‘Wir haben sie betend gefunden und betend verlassen.’” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 332)

Nach dem Glauben an Allah ist das Gebet für jeden Muslim die wichtigste Pflicht. Nicht nur die Glaubensgemeinschaft Muhammeds, sondern auch alle vorhergehenden Völker waren damit verpflichtet.

Das Gebet ist eine Glaubenspflicht, die wir mit unseren Herzen, Worten und Körpern vollbringen, um unserem ‘Rabb’ (Schöpfer), dem Allhöchsten Erhabenen gegenüber Seinen sichtbaren sowie verborgenen, unendlichen und unerschöpflichen Gunsten und Gaben unsere Dankbarkeit und Verehrung entgegenzubringen.

Nach den Ahadith ist das Gebet die Pflicht im Islam, der tragende Pfeiler und das Fundament des Glaubens, der Leitfaden der Gebete und der Schlüssel des Paradieses. Es ist ‘Miradsch’ (der Aufstieg; Himmelsreise des Propheten Muhammed, auf die der edle Qur’an hinweist) des Gläubigen, ‘Nur’ (göttliches Licht) in seinem Herzen und die Stärkung seiner Seele. Es ist den Allahsfürchtigen die Erleuchtung für die Augen.

Mit der Verrichtung des Gebetes wird das eigentliche und große Fundament des Islam gebaut, und der Mensch hält an dem Rettungsseil fest.

Die beste der Taten ist das Gebet, das zu dem rechten Zeitpunkt verrichtet wird.

Wie fest der Mensch an dem Gebet hält, dermaßen befestigt er seinen Glauben.

Solange man sich vor den Großsünden hütet, stehen die Ritualgebete zwischen den bestimmten Gebetszeiten für die sonstigen Sünden ein.

Es ist eine vor den üblen Taten errichtete Sperre. Das Gebet schützt, wenn es aufrichtig verrichtet wird, vor allen Schlechtigkeiten.

Das Gebet ist die Tat, die den Menschen zu seinem wahren Freund Allah am meisten nähert. Bei ‘Sadschda’ (die Haltung der Niederwerfung im Gebet. Dabei berühren Stirn, Nase, Handflächen, Knie und Zehenspitzen den Boden) ist der Mensch seinem ‘Rabb’ (Schöpfer) am nahesten. Beim Gebet kommt über den Gläubigen der göttliche Segen hernieder.

Das Gebet ist die wichtigste und am meisten Gesellschaft betreffende der Taten. Im Gebet sind Verehrungen allerart vorhanden. Manche Engel beten Allah bei ‘Qiyam’ (die stehende Haltung im Gebet. Hände in Nabelhöhe verschränkt, rechte über linker Hand), manche bei ‘Ruku’ (die stehend gebeugte Haltung im Gebet. Verneigen, Hände auf den Knien) und manche bei ‘Sadschda’, und manch einige sitzend auf Knien und Füßen. All diese Gebetsformen, welche die Engel jeweils für sich verrichten, vereinigen sich im Gebet. Es ist ein Geschenk des ‘Miradsch’ für ‘Ümmet-i Muhammed’ (Glaubensgemeinschaft Muhammeds).

Die Beziehung zwischen dem Gebet und dem Glauben gleicht der Verbindung zwischen dem Kopf und dem Rumpf.

Die Unterlassung des Gebetes ist von den Zeichen des Unglaubens.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinen Ahadith folgendermaßen:

“Zwischen dem Menschen und dem Unglauben ist allein das Unterlassen des Gebetes.” (Muslim)

“Zwischen dem Menschen und dem ‘Schirk’ (Beigesellung; Allah etwas beigesellen, die einzige Sünde, die Allah nach dem edlen Qur'an nicht vergibt) ist die Unterlassung des Gebetes.” (Muslim)

Das heißt, wenn das Gebet unterlassen wird, ist der Mensch so gut wie ein Polytheist, der Allah etwas beigesellt.

“Einer, der das Gebet nicht verrichtet, ist so, als wenn er keinen Glauben wählte.” (Munawi)

Wenn ein Mensch das Gebet nicht verrichtet, besteht zwischen ihm und dem ‘Schirk’ kein Hindernis mehr. Das Gebet schützt den Menschen davor, daß er ungläubig wird.

 

GEBETSZEITEN

Die Zeit des Morgengebets beginnt nach dem Morgengrauen und dem Erhellen der Dunkelheit und dauert bis kurz vor dem Sonnenaufgang. Es ist empfohlen, das Morgengebet nach dem Erhellen der Dunkelheit zu verrichten.

Die Zeit des Mittagsgebets beginnt, wenn die Sonne den höchsten Punkt am Himmel erreicht hat und dauert, bis der Schatten eines aufgerichteten Objektes doppelt so groß ist wie es selbst.

Es ist besser, das Mittagsgebet im Sommer etwas später und im Winter rechtzeitig zu verrichten.

Die Zeit des Nachmittagsgebets dauert vom Ende der Mittagszeit bis zum Sonnenuntergang.

Es ist empfohlen, das Nachmittagsgebet nicht gleich beim Anbruch der Zeit sondern etwas später zu verrichten und ist unerwünscht, es solange aufzuschieben, bis das Auge von dem Sonnenlicht nicht mehr geblendet wird.

Die Zeit des Abendgebets beginnt, nachdem die Sonne untergegangen ist und dauert, bis die Abendröte verschwindet.

Es ist empfohlen, das Abendgebet stets vor dem Sichtbarwerden des Gestirns zu verrichten.

Die Zeit des Nachtgebets ist die Zeit, die nach dem Ende der Abendszeit beginnt und bis zum Zeitanbruch des Morgengebets dauert.

ADHAN (DER GEBETSRUF) UND

IQAMA (DER RUF ZUM GEBETSANFANG)

‘Adhan’ (der Gebetsruf) ist der Leitspruch des Islam, eine unerläßliche ‘Sunna’ und gilt als Aufruf. Er wird nach dem Anbruch der Gebetszeit laut gesprochen.

‘Adhan’ (der Gebetsruf) lautet folgendermaßen:

Allah-u Akber Allah-u Akber, Allah-u Akber Allah-u Akber.

Aschhadu anla ilaha illallah, Aschhadu anla ilaha illallah.

Aschhadu anna Muhammaden Resulullah, Aschhadu anna Muhammaden Resulullah.

Hayyaalessalah, Hayyaalessalah.

Hayyaalel-felah, Hayyaalel-felah.

Allah-u Akber Allah-u Akber, La ilaha illallah.

‘Iqama’ (der Ruf zum Gebetsanfang) entspricht im Wortlaut dem ‘Adhan’.

Bei ‘Adhan’ zum Morgengebet werden nach ‘Hayyaalel-felah’ zwei mal ‘Essalatu hayrun min’en-naum’ und bei ‘Iqama’ zwei mal ‘Qad qametisselah’ zusätzlich gerufen.

Bestimmungen über ‘Adhan’ und ‘Iqama’:

Für Jemanden, der ‘Adhan’ hört, ist besser, selbst wenn er edlen Qur’an rezitiert, sich zu unterbrechen und es zuzuhören.

Einer, der ‘Adhan’ und ‘Iqama’ hört, wiederholt es, was der ‘Muezzin’ (der Rufer des Adhan und Iqama) ausspricht. Jedoch bei ‘Hayyaalessalah’ und ‘Hayyaalel-felah’ wird ‘La hawle wela kuwwete illa billah’ gesagt. Bei ‘Adhan’ zum Morgengebet (während ‘Essalatu hayrun min’en naum’ gerufen wird) wird ‘Sadakte we berarte’ gesagt. Das bedeutet ‘Du bist aufrichtig und sagst die Wahrheit.’

Nach dem ‘Adhan’ sprechen sowohl der ‘Muezzin’ als auch die Hörenden das Anlaß-Bittgebet.

Da ‘Adhan’ und ‘Iqama’ für die Männer von Sunna des Gebets sind, werden sie sowohl bei der Verrichtung der täglichen ‘Fardh-gebeten’(die eigentlichen Pflichtgebete) als auch beim Nachholen der versäumten Gebete gerufen. Möchte jemand einige versäumten Gebete auf ein Mal nachholen, so ruft er zu Beginn einmal ‘Adhan’, und zu jedem versäumten Gebet jeweils für sich ‘Iqama’.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinen Ahadith folgendermaßen:

“Wenn ‘Adhan’ gerufen wird, läuft der Satan hüpfend und furzend so weit weg, bis er ‘Adhan’ nicht mehr hören kann; ist ‘Adhan’ zu Ende gerufen, so kommt er wieder zurück. Und wenn ‘Iqama’ gerufen wird, dreht er sich um und läuft er wiederum weg. Wenn es beendet, so greift er erneut an, um zwischen dem Betenden und seinem Herzen Unfrieden zu stiften. Er spricht zu ihm: ‘Erinnere dich an das, erinnere dich an dies!’ Er erinnert den Betenden an unmögliche Sachen und bringt ihn in einen Zustand, worin er nicht mehr weiß, wieviel “Rak’a” (Bezeichnung für einen Abschnitt des Gebets) er verrichtet hat.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 360)

“Hätten die Menschen den Lohn Allahs für die Aufgaben des Muezzin und die erste Reihe beim Gemeinschaftsgebet gewußt, so hätte niemand ohne Auslosung ‘Adhan’ rufen und in der ersten Reihe einen Platz finden können.

Hätten sie den Lohn Allahs gewußt, vorzeitig in die Moschee zu gehen, so wären sie laufend hingegangen.

Hätten sie für Nachtgebet und Morgengebet den Lohn Allahs gewußt, so wären sie, auch wenn sie hinken würden, zu diesen Gebeten gekommen.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 366)

DAS GEBET FÜNFMAL AM TAG

Bevor wir uns mit Rak’a (Bezeichnung für einen Abschnitt des rituellen Gebets) des fünfmaligen täglichen Gebets und seiner Verrichtung befassen, sehen wir uns ein Gebet mit zwei Rak’a an:

• Im Aufrechtstehen in Richtung Mekka; ‘Audhu-Basmala’ (Name der islamischen Einleitungsformel) und die Intention werden gesprochen. (Wie zum Beispiel: Ich habe mir vorgenommen um Allahswillen, die Sunna des Morgengebets zu verrichten.)

• Man sage ‘Allah-u Akber’, dabei werden beide Hände in Höhe der Ohren gehoben und dann unter dem Nabel verschränkt, rechte über linker Hand.

• Man spreche das Bittgebet ‘Subhaneke’ und ‘Audhu-basmala’, rezitiere die ‘Sure’ (Bezeichnung für Kapitel im edlen Qur’an) ‘Fatiha’, sage ‘Amin’ (wird üblicherweise nach der Lesung der Sure ‘Fatiha’ und nach Bittgebeten gesprochen) und rezitiere eine Sure.

• Man sage ‘Allah-u Akber’ und verneige sich dabei zu ‘Ruku’, sage dreimal ‘Subhane Rabbiyel Azim’. Man sage ‘Semiallahu Limen Hamideh’ und richte sich dabei auf und sage ‘Rabbena lakal Hamd’.

• Man sage ‘Allah-u Akber’ und werfe sich dabei zu ‘Sadschda’, man sage dreimal ‘Subhane Rabbiyel A’la’. Man sage ‘Allah-u Akber’ und setze sich dabei auf Knien und Füßen. Man sage wieder ‘Allah-u Akber’ und werfe sich zu ‘Sadschda’. Man sage dreimal ‘Subhane Rabbiyel A’la’.

• Man sage ‘Allah-u Akber’ und stehe dabei aufrecht. Man spreche nur ‘Basmala’ und rezitiere dann die Sure ‘Fatiha’. Man sage ‘Amin’ und rezitiere eine Sure.

• Man beuge sich genau so wie bei der ersten Ra’ka zu ‘Ruku’, werfe sich zu ‘Sadschda’ und setze sich ‘Allah-u Akber’ sagend auf den Knien und Füßen.

• Man spreche das Bittgebet ‘Attahiyyatu’, die würdigen Stoßgebete ‘Allahumma Salli’ und ‘Allahumma Barik’ sowie die Bittgebete ‘Rabbena atina...’ und ‘Rabbenagfirli...’. Man wende den Kopf nach rechts und spreche dabei ‘Salam’ (die Begrüßungsformel: Assalamu Alaikum wa Rahmatu-llah), dann wende den Kopf nach links und spreche dabei ‘Salam’.

• Nach ‘Salam’ spreche man ‘Allahumma antassalam, wa minkassalam, tabarakta ya dsaldschalali wal-ikram’.

• Die ersten zwei Ra’ka aller Gebete, die Sunna und ‘Fardh’ (das eigentliche Pflichtgebet) des Morgengebets, ‘Fardh’ des Freitagsgebets, die ‘Sunna’ des Abendsgebets, die letzten Sunna des Mittags- und Nachtsgebets werden auf diese Weise verrichtet. Nur die Formulierung ihrer Intentionen ist unterschiedlich.

DAS MORGENGEBET

• Es sind vier Ra’ka: Zwei ‘Sunna-Gebet’ und zwei ‘Fardh-Gebet’

• Und beide zwei Ra’ka werden wie oben erklärt verrichtet.

DAS MITTAGSGEBET

• Es sind zehn Ra’ka: Vier ‘Sunna-Gebet’, vier ‘Fardh-Gebet’ und zwei nach ‘Sunna-Gebet’.

Die Verrichtung des ‘Sunna-Gebets’: Verrichte man erste zwei Ra’ka und sitze, so spreche man nur ‘Attahiyyatu’, man sage ‘Allah-u Akber’ und stehe dabei aufrecht. Man spreche ‘Basmala’ und setze fort, man verrichte dann noch zwei Ra’ka und spreche ‘Salam’ (die Begrüßungsformel: Assalamu Alaikum ve Rahmatullah).

Die Verrichtung des ‘Fardh-Gebets’: Wie die Verrichtung der Sunna. Nur bei der dritten und vierten Ra’ka wird nach ‘Fatiha’ keine Sure rezitiert.

Die Verrichtung des ‘letzten Sunna-Gebets’: Man verrichte es wie die ‘Sunna’ des Morgengebets.

 

DAS NACHMITTAGSGEBET

• Es sind acht Ra’ka: Vier ‘Sunna-Gebets’ und vier ‘Fardh-Gebets’.

Die Verrichtung des ‘Sunna-Gebets’: Verrichte man erste zwei Ra’ka und sitze, so spreche man zusammen mit ‘Attahiyyatu’ auch die Bittgebete ‘Salli-Barik’. Man sage ‘Allahu Ekber’ und stehe dabei aufrecht. Man spreche das Bittgebet ‘Subhaneke’, anschließend ‘Audhu-Basmala’ und setze fort und verrichte noch zwei Rak’a, spreche dann ‘Salam’.

Die Verrichtung des ‘Fardh-Gebets’: Man verrichte es wie das ‘Fardh-Gebet’ des Mittags.

DAS ABENDGEBET

• Es sind fünf Ra’ka: Drei ‘Fardh-Gebet’ und zwei ‘Sunna-Gebet’.

Die Verrichtung des ‘Fardh-Gebets’: Verrichte man erste zwei Ra’ka und sitze, so spreche man nur ‘Attahiyyatu’. Man sage ‘Allah-u Akber’ und stehe dabei aufrecht. Man spreche ‘Basmala’ und anschließend ‘Fatiha’. Und dann verneige man sich zu ‘Rüku’, ohne eine Sure auszusprechen; man verrichte dann noch eine Ra’ka und spreche ‘Salam’.

Die Verrichtung des ‘Sunna-Gebets’: Man verrichte es wie die ‘Sunna’ des Morgengebets.

DAS NACHTGEBET

Es sind dreizehn Ra’ka: Vier ‘Sunna-Gebet’, vier ‘Fardh-Gebet’, zwei ‘letztes Sunna-Gebet’, drei ‘Witir-Gebet’.

Die Verrichtung des ‘Sunna-Gebets’: Man verrichte es wie die ‘Sunna’ des Nachmittagsgebets.

Die Verrichtung des ‘Fardh-Gebets’: Man verrichte es wie das ‘Fardh-Gebet’ des Mittags und Nachmittags.

Die Verrichtung des ‘letzten Sunna-Gebets’: Man verrichte es wie die ‘Sunna’ des Morgengebets.

Die Verrichtung des ‘Witr-Gebets’: Verrichte man erste zwei Ra’ka und sitze, so spreche man nur ‘Attahiyyatu’. Man sage ‘Allahu Akber’ und stehe dabei aufrecht. Man spreche ‘Basmala’ und ‘Fatiha’ und anschließend eine Sure. Man sage ‘Allah-u Akber’, beide Hände in Höhe der Ohren hebend Handflächen nach vorn und verschränke sie unter dem Nabel, rechte über linker Hand. Man spreche die sogenannten “Kunut-Bittgebete: Allahumma inna nestainuka und Allahumma iyyakena’budu...” Man sage ‘Allah-u Akber’ und verneige sich dabei zu ‘Ruku’. So verrichte man noch eine Ra’ka und spreche zum Schluß ‘Salam’ (die Begrüßungsformel: Assalamu Alaikum wa Rahmatullah).

Diejenigen, die ‘Kunut-Bittgebete’ nicht auswendig sprechen können, können den edlen Vers ‘Rabbena atina...’ sprechen. Dreimal ‘Allahummagfirli’ können sie auch sagen.

DIE ÄUßERLICHE UND

INNERLICHE DEMUT IM GEBET

Allah der Allhöchste spricht im edlen Qur’an folgendermaßen:

“Das Gebet hält den Menschen von jeglichen Schändlichkeiten und Abscheulichem ab.” (Ankebut: 45)

Während die Gläubigen jede Schlechtigkeit und alles Verbotene vermeiden müssen, ist es zu sehen, daß sehr viele Menschen, die das Gebet verrichten, sich dennoch von den verbotenen Handlungen nicht fernhalten können, weil im Gebet auf innere Ruhe und Demut nicht geachtet wird.

Allah der Allhöchste spricht im edlen Qur’an wie folg:

“Die Gläubigen, die in ihren Gebeten voller Demut sind, sind von Höllenqual gerettet.” (Mu’minun: 1-2)

Und unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinem folgenden Hadith :

“Das Gebet dessen, der in seinem Gebet nicht voller Demut ist, kann keine Annahme verdienen, und sein verheißenen Nutzen ist nicht zu erwarten.” (Munawi)

Leute wie diese verrichten höchstens ‘Fardh’ (das unbedingte Pflichtgebet) und erfüllen ihre Pflicht und retten sich somit von der religionsgesetzlichen Strafe, die für diejenigen bestimmt worden ist, die das Gebet unterlassen haben.

Die innere Ruhe und der Demut im Gebet sind zu beachten.

Allah der Allhöchste spricht im edlen Qur’an folgendermaßen:

“Verrichte das Gebet zu Meinem Gedenken!” (Ta-ha: 14)

Der Zweck der Gebetsverrichtung, wie aus diesem edlen Vers hervorgeht, ist Allahs des Allhöchsten zu gedenken. Jemand, der während seines Gebetes, unachtsam ist, ist nicht von denjenigen, die zu Allahs Gedenken das Gebet verrichtet haben.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sei nicht einer der Unachtsamen!” (A’raf: 205)

Wird das Gebet in Unachtsamkeit verrichtet, so hält dieses Gebet den Betenden von Ausschweifung und Verwerflichem nicht ab, entfernt ihn aber von Allah dem Erhabenen.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinen Ahadith folgendermaßen:

“Wenn einer das Gebet verrichtet und sein Gebet ihn von den Schlechtigkeiten nicht abhält, dem nützt es nichts anderes, als daß er sich vom Erbarmen Allahs des Allhöchsten entfernt.” (Ahmed bin Hanbel)

“Das Gebet mit zwei Ra’ka dessen, der immer gute Werke tut, ist besser als das Gebet mit tausend Ra’ka deren, die gute und schlechte Werke verwechselt haben.” (Munawi)

“Es gibt welche unter den Betenden, die durch ihre Gebete nur Ermüdung erreichen.” (Nesai)

Volle Demut im Gebet besteht aus zwei Teilen; davon ist der eine äußerlich und der andere innerlich.

DIE INNERLICHE DEMUT

• Jemand, der zu beten beginnt, soll wissen, daß er sich von ‘Iftitah Takbir’ (Eröffnendes Takbir) an, bis er ‘Salam’ spricht, selbst in der Gegenwart Allahs des Erhaben Wahrhaftigen befindet.

• Er soll nachdenken, wie unbedeutend und arm er gegenüber Seiner Majestät und Erhabenheit ist, und daß er ein sündiger Mensch ist, der Barmherzigkeit und Vergebung braucht.

• Er soll in Ehrfurcht nachdenken, daß er durch das Gebet, das Allah der Erhaben Wahrhaftige von den Gebeten am meisten liebt, mit seinen Worten und Haltungen um Vergebung und Barmherzigkeit erbittet, und daß er sich in einer hohen Stellung befindet, die ihm Allahs Gnade und Huld zukommen läßt.

• Das Gebet, das wir auf diese Weise verrichten, ist das verdienstvollste der anderen Glaubensdienste und die beste Veranlassung zur Vergebung und Barmherzigkeit Allahs, weil es verschiedene Anbetungen der edlen Engel in sich schließt,.

Es sind manche der Engel im Stehen und manche sitzend, manche mit ‘Ruku’ und ‘Sadschda’ beschäftigt. Und manche der anderen sind mit ‘Takbir: Allah-u Akber’, ‘Tahmid: Elhamdülillah’ und ‘Tasbih: Subhanallah’ verpflichtet. Und die betenden Muslime werden, auch wenn es teilweise ist, durch all diese vorzüglichen Anbetungen am Segen gestärkt.

DIE ÄUßERLICHE DEMUT

Sobald ein Mensch zu beten anfängt, soll er seine Körperglieder in voller Gelassenheit, ohne umherzublicken, vor den unnötigen Bewegungen bewahren, sich völlig Allah dem Allhöchsten ergeben und über die Bedeutung der Worte, die er spricht, nachdenken.

Denn, Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinen folgenden Ahadith:

“Das Umherblicken beim Gebet ist eine Sache nach Diebesart, die der Betende aus seinem Gebet heimlich entwendet.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 420)

“Der Mensch kann nur soviel beten, wieviel er von seinem Gebet versteht.”

ANSTANDSREGELN DES GEBETS

• Denken, daß man sich im Gebet in der Gegenwart Allahs befindet, sich äußerlich und innerlich in Ruhe und voller Demut befinden.

• Die Blicke im Aufrechtstehen auf die ‘Sadschda-Stelle’ (die Stelle, auf die bei der Niederwerfung Stirn, Nase und Handflächen berühren müssen) im ‘Ruku’ auf die Füße, in der ‘Sadschda’ auf beide Nasenflügel, im Sitzen auf den Schoß, beim Sprechen des ‘Salam’ auf die Schulter richten.

• In den Rüku- und Sadschdahaltungen ‘Tasbih’ (Verehrungsformel für Allah) jeweils mehr als drei sprechen (fünf, sieben, neun wären möglich)

• Husten, Aufstoßen, Gähnen... vermeiden, soweit man es kann.

‘Imam’ (der Vorbeter) und die zum Gebet versammelte Gemeinde müssen aufstehen, wenn der ‘Muezzin’ (der Gebetsrufer) ‘Hayyaalelfelah’ ruft.

• Anfangen zu beten, wenn ‘Kad kamatissalah’ gerufen wird.

 

 

GEBETSSUREN

IN

DEUTSCHER SPRACHE

 

SURA AL FÂTIHA

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Al-hamdu li’llâhi Rabbil âlamîn. Ar-Rahmânir’râhim. Mâliki yaw mi’ddîn. Iyyâ ka na’budu wa iyyâ ka nasta’în. Ihdina-s’sirâ ta’lmustaqîm. Sirâ tal’ladhîna an’amta alaihim. ghai-ril magh-dûbi alaihim wa laddâllîn.”

Alles Lob gebührt Allah, dem ‘Rabb’ (Schöpfer, Herr) der Welten, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, dem Herrscher am Tage des Gerichts! Dir (allein) dienen wir, und Dich (allein) bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht (den Weg) der Irregehenden.

 

SURA AL - FIL

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Alam tara kaifa fa’ala Rabbuka bi-ashâbi’l fîl. Alam yadsch’al kaidahum fî tadlîl. Wa arsala alaihim tairan abâbîl. Tarmîhim bihidschâratin min sidschîl. Fadscha’alahum ka’asfin ma’kul.”

O Gesandter! Hast du nicht gesehen, wie Allah, dein ‘Rabb’ mit den Leuten des Elefanten verfahren ist? Hat Er nicht ihre List mißlingen lassen? Er hat Vögel in Scharen über sie gesandt, die sie mit Steinen aus gebranntem Ton bewarfen, und sie da (durch) wie abgefressene Saat werden lassen.

 

SURA QURAISCH

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Liîlâfi Quraischin, îlâfihim rihlata’sch schitâi wa’s-saif. Falya’budû rabba hâdha’l-bait. Alladhî at’amahum min dschû’in wa âmanahum min khaif.”

Für die Vereinigung von Quraisch, (für) ihre Vereinigung zur Reise in der Karawane des Winters und des Sommers. So sollen sie denn dem ‘Rabb’ dieses Hauses, (der Kaaba) dienen, Der ihren Hunger gestillt und sie vor Furcht sicher gemacht hat.

 

SURA AL - MÂ’ÛN

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Ara’aitalladhî yuka’dh-dhi bu bi’d-dîn. Fadhâlikalladhî yadu’ul yatîm. Wa lâ yahuddu alâ ta’âmil-miskîn. Fawailun li’l-musallîn. Alladhîna hum an salâtihim sâhûn. Alladhîna hum yurâûn. Wa yamna’ûnal-mâ’ûn.”

O Gesandter! Hast du den gesehen, der die Religion leugnet? Das ist der, der die Waise wegstößt und nicht zur Speisung des Armen anspornt.

Wehe denjenigen Betenden, die (bei der Verrichtung) ihres Gebetes nachlässig sind, die (nur dabei) gesehen werden wollen und die Hilfeleistung verweigern

 

SURA AL - KAUTHAR

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Innâ a’tainâka’l-kauthar. Fasalli li Rabbika wa’nhar. Inna schâniaka huwa’l-abtar.”

O Gesandter! Wahrlich, Wir haben dir die Überfülle gegeben. Darum bete zu deinem ‘Rabb’ und opfere. Wahrlich, der dich haßt ist es, der abgeschnitten (ohne Nachkommenschaft) ist

 

SURA AL - KÂF‹RÛN

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Qul yâ ayyuha’l-kâffirûn. Lâ a’budu mâ ta’budûn. Wa lâ antum âbidûna mâ a’bud. Wa lâ ana âbidûn mâ’abadtum. Wa lâ antum âbidûna mâ a’bud. Lakum dînukum wa liya dîn .”

O Gesandter! Sprich: “O ihr Ungläubigen! Ich verehre nicht, was ihr verehrt, und ihr seid nicht die Verehrer dessen, was ich verehre. Und ich bin nicht der Verehrer dessen, was ihr verehrt habt, und ihr seid nicht die Verehrer dessen, was ich verehre. Ihr habt eure Religion und ich habe die meine”

 

SURA AL - NASR

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Idhâ dschâa nasrullâhi wa’l-fath. Wa ra’aitannâsa yadkhulûne fî dînillâhi afwâdschâ. Fasabbih bihamdi Rabbika Wastaghfirhu innahû kâna tawwâbâ.”

O Gesandter! Wenn die Hilfe Allahs kommt und der Sieg und du die Menschen zur Religion Allahs in Scharen übertreten siehst, dann lobpreise deinen ‘Rabb’ und bitte Ihn um Vergebung! Er ist ja bereit zu verzeihen.

 

SURA AL - MASAD

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Tabbat yadâ abî Lahabin wa tabb. Mâ aghnâ anhu mâluhû wa mâ kasab. Sayaslâ nâran dhâta Lahab. Wamra’atuhû hammâlata’l-hatab. Fî dschîdihâ hablun min masad.”

Zugrunde gehen sollen die Hände Abu Lahabs! Und (auch er selbst) soll zugrunde gehen! Nichts soll ihm sein Vermögen nützen, noch das, was er erworben hat; er wird in einem lodernden Feuer brennen, und seine Frau wird das Brennholz tragen. Mit einem Strick aus Palmfasern um ihren Hals

 

SURA AL - IHLÂS

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Qul huwallâhu ahad. Allâhu’s-Samad. Lam yalid wa lam yûlad. Wa lam yakun lahû kufuwan ahad.”

O Gesandter! Sprich: “Er ist Allah, ein Einziger, Allah, der Samed: der Absolute (ewig Unabhängige, von Dem alles abhängt), Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden. Nichts ist ihm gleich und ähnlich.”

 

SURA AL - FALAQ

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Qul a’ûdhu bi-Rabbi’l-falaq. Min scharri mâ khalaq. Wa min scharri ghâsiqin idhâ waqab. Wa min scharrin-naffâthâti fi’l-uqâd. Wa min scharri hâsidin idhâ hasad.”

O Gesandter! Sprich: “Ich nehme meine Zuflucht zum ‘Rabb’ (Schöpfer, Herr) der Morgenröte vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat, und vor dem Übel der Dunkelheit, wenn sie hereinbricht, und vor dem Übel der Knotenbläser(innen), und vor dem Übel eines (jeden) Neiders, wenn er neidet.”

 

SURA AL - NÂS

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Qul a’udhu bi-Rabbi’n-nâs. Maliki’nnâs. Ilâhi’n-nâs. Minscharri’l-waswâsi’lkhannâs. Alladhî yuwaswisu fî sudûri’nnâs. Mina’l-dschinnati wa’n-nâs.”

O Gesandter! Sprich: “Ich nehme meine Zuflucht beim ‘Rabb’ (Schöpfer, Herr) der Menschen, dem König der Menschen, dem Gott der Menschen, vor dem Übel des Einflüsterers, der entweicht und wiederkehrt, der in die Herzen der Menschen einflüstert, seien es Dschinn oder Menschen.”

 

 

BITTGEBETE IM GEBET (salah)

 

SUBHÂNAKA

“Subhânakal’lâhümma wa bi hamdika wa tabâraka’smuka wa taâlâ dschadduka (wa dschalla sanâuka) walâ ilâha ghairuk.”

“wa dschalla sanâuka” wird bei den Totengebeten gesprochen.

O Allah! Preis sei Dir, und Lob sei Dir, und gesegnet ist Dein Name, und hoch erhaben ist Deine Herrschaft, und es gibt keinen Gott außer Dir.

 

ATTAHIYYÂTU

“Attahiyyâtu li’llâhi wa’s-salawâtu wa’t-tayyibât. As-salâmu alaika ayyuha’n-nabiyyu wa rahmatu’llâhi wa barakâtuh. As-salâmu alainâ wa alâ ibâdi’llâhi’s-sâlihîn. Aschhadu an lâ ilâha illâ’llah wa aschhadu anna Muhammadan abduhû wa rasûluh.”

Ehre sei Allah und Anbetung und Heiligkeit. Friede sei mit Dir, o Prophet, und die Barmherzigkeit Allahs und Seine Segnungen. Friede sei mit uns und den aufrichtigen Dienern Allahs. Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, daß Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.

 

SALÂWÂT-I SCHARIFA

(Würdige Stoßgebete)

“Allâhumma salli alâ Muhammadin wa alâ âl-i Muhammad. Kamâ sallaita alâ Ibrâhîma wa alâ âl-i Ibrâhîm, innaka Hamîdun Madschîd.”

O Allah! Gib Deinen Segen Muhammad und seinen Nachfolgern wie Du Deinen Segen Ibrahim und seinen Nachfolgern gegeben hast. Wahrlich, Du bist der zu Lobende, der Ruhmreiche.

“Allahumma bârik alâ Muhammadin wa alâ âl-i Muhammad. Kamâ bârakta alâ Ibrâhîma wa alâ âl-i Ibrâhîm, innaka Hamîdun Madschîd.”

O Allah! Segne Muhammad und seine Nachfolger wie Du Ibrahim und seine Nachfolger gesegnet hast. Wahrlich, Du bist der zu Lobende, der Ruhmreiche.

 

QUNÛT BITTGEBETE

“Allâhumma innâ nastaînuka wa nastaghfiruka wa nasta’hdîka wa nu’minubika wa natûbu ilaika wa natawakkalu alaika wa nusnî alaika’l-khayra kullahû naschkuruka wa lâ nakfuruka wa na’hlau wa natruku man yafdschuruk.”

O Allah! Allein von Dir erflehen wir Hilfe und Vergebung, allein Dich bitten wir um Rechtleitung. An Dich glauben wir, zu Dir bekehren wir uns reumütig und Dir vertrauen wir. Deines gedenken wir in Ehrfurcht bei jeder Angelegenheit und Dich lobpreisen wir jederzeit.

“Allâhumma iyyâka na’budu wa laka nusallî wa nasdschudu wa ilaîka nas’a wa nah’fidu nardschû rahmataka wa nah’schâ adhâbaka inna adhâbaka bi’l-kuffâri mulhik.”

O Allah! Nur Dich beten wir an, um Deines Willen verrichten wir unser Gebet und vor Dir werfen wir uns nieder. Dein Wohlgefallen erstreben wir. Deine Gnade erhoffen wir. Deine Strafe fürchten wir. Wahrlich, Deine Strafe ergreift die Ungläubigen, ja sie kommt von allen Seiten zu ihnen.

 

TASBÎH (Allah den Allhöchsten lobpreisen) NACH DEM GEBET (Salah)

* Nach jedem ‘Salam’ (Friedensgruß zum Abschluß des Gebets)

Salam: ‘Assalamu Alaikum wa Rahmatu-llah’ (Der Frieden sei auf euch und Allahs Gnade)

“Allâhumma anta’s-salâmu wa minka’s-salâm, tabârakta yâ dha’l dschalâl-i wa’l-ikrâm.”

O Allah, Du bist der Friede und der Friede ist von Dir.

Gesegnet bist Du, o Herr von Erhabenheit und Ehre

* Und es ist ‘Sunna’, daß der Imam und die Mitbetenden nach ‘Fardh-Gebeten’ um Sündenvergebung bitten.

“Astaghfirullâh. Astaghfirullâh. Astaghfirullâh. Al’adzîm al-Karîm alladhî lâ ilâha illâ Hûwa’l-Hayyûl-Kayyûm wa atûbu ilaih.”

Um Sündenvergebung bitte ich Allah, den Erhabenen, den Barmherzigen. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen. Zu Ihm bekehre ich mich reumütig.

* Es wird ‘Alâ Rasulinâ salâwat’ gesagt und werden danach ‘Salâwat’ und folgende ‘Tasbih’ gesprochen:

“Subhânallâhi wa’l-hamdu lillâhi wa lâ ilâha illallâhu w’Allâhu Akbar. Walâ hawla walâ quwwata illâ billâhi’l-Aliyyi’l-Adzîm.”

Ich lobpreise Allah, das Lob gebührt Allah. Es gibt keinen Gott außer Allah. Allmacht und Macht gebührt Allah, dem Erhabenen, dem Majestätischen.

* Nach ’Audhu basmala’ wird ‘Âyat-al kursî’ rezitiert:

 

ÂYAT-AL KURSÎ

Bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm

“Allâhu lâ ilâha illâ Huwa’l-Hayyu’l-Kayyûm. Lâ ta’khudhuhû sinatun walâ-naum. Lahû mâ-fi’s-samâwâti wamâ fi’l-ard. Man dhalladhî yashfa’u indahû illâ biidhnih. Ya’lamu mâ-baina aidîhim wamâ khalfahum walâ yuhîtûna bishai’in min ilmihî illâ bimâshâ. Wasia’ kursiyyu hu’s-samâwâti wa’l-ard. Walâ yaûduhû hifzuhumâ wa Huwa’l-Aliyyul-Adzîm.”

Allah, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen. Er ist beständig mit einem von Ewigkeit zu Ewigkeit immerwährenden Leben. Mit Seinem Wesen und vollkommenen Eigenschaften beherscht Er alles, und alles Existierende besteht durch Ihn. (Baqara: 255)

Und, es werden gesprochen: 33 mal ‘subhan-allah’ (Preis sei Allah), 33 mal ‘al-hamdu-lillah’ (Lob sei Allah), 33 mal ‘Allahu akbar’ (Allah ist Allergrößte)

und einmal “Lâ ilâha illallâhu wahdahû lâ scharîka lah. Lahu’l-mulku wa lahu’l-hamdu wa huwa a’lâ kulli schai’in qadîr.”

“Es gibt keinen Gott außer Allah. Und Er hat keinen Teilhaber, Nichts ist Ihm gleich. Sein ist das Königreich, das Lob gebührt Ihm. Er ist Allmächtig.” (Muslim)

* Man spricht hier: ‘Subhâna Rabbiya’l-Aliyyi’l-a’la’l-Wahhâb.’ (Erhaben sei Allah, Preis sei Allah, mein ‘Rabb’ (Schöpfer) - der Allerhabene, Allheilge, Allerbarmer.), hebt dabei beide Hände in Schulterhöhe - Handflächen nach oben - und spricht ‘Bittgebet’.

 

 

SAUM

(DAS FASTEN)

Eines der Grundelemente, die das Gebäude des Islam bilden und einer von den wichtigsten Grundpfeilern ist das Fasten im Ramadan.

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und der Hohe Erhabene spricht im edlen Qur’an folgendermaßen:

“O die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr euch schützt.” (Baqara: 183)

Das Fasten bedeutet, daß man die Absicht faßt und von Beginn der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang sich von Sachen wie Essen, Trinken und geschlechtlicher Beziehung fernhält.

Das Fasten ist ein im geheimen erfüllter und sehr verdienstvoller Glaubensdienst. Der Lohn des Fastens übertrifft das Maß jeder Art.

Allah der Allhöchste spricht in einem ‘Hadith-i Qudsi’ folgendermaßen:

“Jede Tat, die der Mensch vollbringt, ist für ihn selbst. Das Fasten jedoch ist für Mich. Den Lohn dafür werde Ich Selbst bestimmen.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 903)

“Das Paradies hat ein Tor, das ‘reyyan’ genannt wird. Am Jüngsten Tag dürfen durch dieses Tor nur diejenigen eintreten, die das Fasten eingehalten haben, sonst kein anderer. Es wird gerufen: ‘Wo sind die, die gefastet haben?’ Alle Genannten erheben sich und treten ein, und dann wird dieses Tor verschlossen, passieren kann es doch keiner mehr.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 898)

Einem, der das Fastensgebot einhält, wird als Belohnung die Erlangung der Barmherzigkeit Allahs des Allhöchsten verheißen.

In den folgenden Ahadith heißt es:

“Der Fastende, bis er das Fasten bricht (nach dem Sonnenuntergang), ist bei der Erfüllung seines Glaubensdienstes, solange er einen Gläubigen nicht durchhechelt oder nicht mißhandelt und belästigt.” (Dschamiu’s sagir)

“Der, der das Fastensgebot einhält, hat zwei Freuden: Er hat die Freude, wenn er nach dem Sonnenuntergang das Fasten bricht, und er hat die Freude, wenn er zu seinem ‘Rabb’ (Schöpfer) zurückkehrt.” (Muslim)

“Beim Fasten läßt sich keine Hinterhältigkeit vorstellen.” (Munawi)

Daß die Vorzüglichkeit und Wichtigkeit des Fastens in den edlen Versen und würdigen Ahadith dargelegt worden sind, daß diejenigen, die aus bestimmten Gründen im Monat Ramadan nicht fasten können, die versäumten Tage später nachholen müssen, jene aber bestraft werden, die das Fasten absichtlich abbrechen, indem sie doppelt so viel fasten müssen, und diejenigen, die wegen des Alters und der Krankheit nicht fasten können, für jeden versäumten Tag für den Unterhalt eines notleidenden Menschen aufzukommen haben, zeigt alles die Bedeutung des Fastens unter den Glaubensdiensten.

Das Fasten gibt Anlaß dazu, daß auch die anderen Glaubensdienste angenommen werden. Das Fasten wird zum Gedenken des Körpers an Allah, bricht den Hochmut und die Arroganz, stärkt die Demut, läßt das Herz und den Verstand erstrahlen. Nach den Ahadith hat jedes Ding eine Tür, doch die Tür der Glaubensdienste ist das Fasten. Jedes Ding hat seine ‘Zakah’ (Pflichtabgabe), die Zakah des Körpers ist Fasten.

Im Fasten liegt die Gesundheit. Das Fasten ist ein Schild (Schutzwaffe). Das Fasten ist schon die Hälfte der Geduld. Beim Fasten läßt sich keine Hinterlistigkeit vorstellen.

Der Mundgeruch dessen, der fastet, ist bei Allah liebenswerter als der Moschusduft.

Der Schlaf des Fastenden zählt als Gebet und sein Schweigen als Lobpreis. Sein gutes Werk wird zum mehrfachen, sein Bittruf verdient gute Annahme.

Wer im Monat Ramadan fastet, wobei er an seine Vorzüglichkeit glaubt und den Lohn dafür von Allah dem Erhaben Wahrhaftigen erwartet, dem werden all seine vergangenen Sünden vergeben. Der Lohn für das Fasten füllt ‘Mizan’ (Die Gerechtigkeitswaage des Jüngsten Gerichtes).

 

ZAKAH

(DIE PFLICHTABGABE)

‘Zakah’ (die religiöse Pflichtabgabe) wird in recht vielen edlen Versen gemeinsam mit dem täglichen Gebet erwähnt:

“Verrichtet das Gebet und gebt die ‘Zakah’!” (Baqara: 110)

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums -Allahs Segen und Friede auf ihm- hat die ‘Zakah’ einer zu den fünf Säulen des Islam gezählt.

In seinen Ahadith spricht er folgendermaßen:

“Weder der Glaube noch das Ritualgebet dessen, der die ‘Zakah’ nicht gibt, verdient bei Allah dem Erhabenen eine Annahme.” (Munawi)

“Wer die ‘Zakah’ seines Vermögens nicht gibt, ist am Tage der Auferstehung im Höllenfeuer.” (Dschamiu’s-sagir)

“Verkünde das Höllenfeuer denjenigen, die Zinsen verschlingen und die ‘Zakah’ nicht geben!” (Munawi)

“Euer vollkommener Islam (Ergebenheit) hängt davon ab, daß ihr eure ‘Zakah’ gebt.” (Munawi)

“Daß die ‘Zakah’ von dem Vermögen abgezogen und abgegeben wird, vermindert den Reichtum nicht.” (Muslim)

Entrichtet jemand die Zakah seines Vermögens, so verstärkt er seinen Segen.

“Das Kamel kommt (am Jüngsten Tag) zu seinem Besitzer noch stärker und kräftiger, als es jetzt ist. Wenn seine ‘Zakah’ nicht abgegeben worden ist, so belästigt es seinen Besitzer und tritt ihn mit seinen Füßen.

Auch das Schaf, dessen ‘Zakah’ nicht gegeben worden ist, kommt gemästet und kräftig und läßt seinen Besitzer nicht in Ruhe, tritt ihn mit seinen Klauen und stößt mit seinen Hörnern.

Jemand von euch, indem er am Jüngsten Tag das Schaf, dessen ‘Zakah’ er nicht gegeben hat, auf seine Schulter nimmt und es brüllen läßt, soll ja nicht zu mir kommen und um Hilfe bitten. Ich gebe ihm folgende Antwort: ‘Heute besitze ich kein Recht, dich zu retten, ich habe dir auf der Welt die göttlichen Gebote vermittelt.’

Doch niemand soll ja kommen, indem er das Kamel auf den Rücken packt und aufschreit: ‘O Muhammed!’ Ich gebe ihm dann die folgende Antwort: ‘Heute kann ich dich nicht retten, ich hatte dir die göttlichen Beschlüsse vermittelt.’” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 690)

Nach der Überlieferung von Abu Hurayra (r.a.) sprach unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) wie folgt:

“Wenn Allah jemandem Vermögen gibt und derjenige die ‘Zakah’ seines Vermögens nicht abgibt, so wird das Vermögen, dessen ‘Zakah’ nicht abgegeben wird, am Jüngsten Tag zu einem matt giftigen zwei gehörnten Drachen mit rosinenähnlichen Augen und wickelt sich um den Hals seines Besitzers, greift seine Backen mit dem Maul und spricht dann: ‘Ich bin dein Vermögen, ich bin deine Schätze’. Im weiteren Verlauf seines Hadith rezitierte er folgenden edlen Vers:

“Und diejenigen, die mit dem geizen, was Allah ihnen von Seiner Huld gegeben hat, sollen ja nicht meinen, das sei so besser für sie. Nein, dies ist für sie Nachteil. Als Halsband sollen sie am Tage der Auferstehung das tragen, womit sie geizig waren. Und Allahs ist das Erbe der Himmel und der Erde. Allah kennt alles, was ihr tut.” (Al-i Imran: 180)” (Buhari)

Mit der Abgabe der ‘Zakah’ werden im Diesseits Schulden bezahlt und wird man im Jenseits von der Strafe befreit.

Da die ‘Zakah’ den Besitz und das Hab und Gut reinigt, bekam sie diesen Namen. Sooft man aus dem Brunnen Wasser heraufzieht, kommt wieder Wasser; wenn die Reben beschnitten werden, bringen sie noch mehr Trauben hervor, so reinigt die ‘Zakah’ das Vermögen und läßt es auch segensreich werden. Das wichtigste dabei ist, daß göttliches Gebot befolgt wird.

Diejenigen, die ‘Zakah’ abgeben, werden im edlen Qur’an gelobt:

“Sie geben für Gutes von dem aus, was wir ihnen beschert haben.” (Baqara: 3)

Allah der Erhabene hat uns gegeben, und wir sollen auch geben. Trotz der geleisteten Abgaben vermindern sich der Besitz und das Hab und Gut des Menschen nicht. Wir sind unwissende Menschen, wir meinen, es würde sich mit Abgeben verringern.

Ein Mensch, der ‘Zakah’ abgibt, soll außerdem seinen Dank ausdrücken, indem er sagt: ‘O Allah! Du läßt mich abgeben, hättest Du gewollt, so hättest Du wegnehmen lassen.’

Die ‘Zakah’ ist, daß jeder Muslim, Mann und Frau, der in islamischer Gemeinschaft zu den Reichen rechnet, einen bestimmten Teil seines Vermögens einmal im Jahr nur um Allahs Willen an diejenigen Muslime entrichtet, die auf ‘Zakah’ Anspruch haben.

Für die Verpflichtung zur Zahlung der Zakah ist es vorgeschrieben, daß das Vermögen im dinglichen Besitz zu ‘Nisab’ (festgesetztes Mindestmaß) reicht. Für das Vermögen kleiner als ‘Nisab’ bestimmte Summe steht keine Zakahabgabe zu.

NISAB

Nisab ist die Summe des Vermögens, die der Islam für die Verpflichtung zur Zakahabgabe anerkennt. Wenn sich die Art des Vermögens ändert, dessen ‘Zakah’ zu zahlen ist, so ändert sich auch die Art von ‘Nisab’.

Wenn sich das Vermögen, das Allah der Allhöchste Seinem Diener huldvoll gewährt hat, abgesehen von seinen Schulden und Grundbedürfnissen, zu ‘Nisab’ der Zakahabgabe steigert, so zählen die Menschen wie dieser im Islam zu den Reichen.

Wenn zum Beispiel die Zahl der Schafe vierzig, der Rinder dreißig, der Kamele fünf erreicht; das Silber auf zweihundert ‘Dirhem’ (die Drachme) und das Gold auf zwanzig ‘Miskal’ (älteres Gewicht für Edelsteine) steigt oder es von deren Wert Handelswaren vorhanden ist, dann wird die Abgabe der ‘Zakah’ eine Pflicht.

HADSCHET-I ASLIYE

(GRUNDBEDÜRFNISSE)

‘Hadschet-i Asliye’ sind die Dinge, derer der Mensch bedarf, solange er lebt. Lebensnotwendige Güter, die den Unterhalt des Menschen sichern, gehen allem anderen vor.

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) spricht in seinem Hadith folgendermaßen:

“Jeder Eigentümer hat mehr Recht über sein Eigentum zu verfügen.” (Beyhaki)

Die Grundbedürfnisse sind Haus-Appartement, Laden-Kaufhaus, Weinberg-Garten, Herberge-Badehaus-Hotel, Hauseinrichtung, Möbel, Sachen wie Küchengeräte, die nicht aus Silber und Gold sind, Hausrat, Waffen, Bücher des Wissenschaftlers, Handwerkszeuge jeder Art, Reittiere, Auto, Sommer- und Winterkleider, auch wenn sie mehr als Bedarf sind, Bett-Bettdecke, leibeigene Dienerin, einjährige Unterhaltskosten derjenigen, für deren Lebensunterhalt jemand andere sorgen muß .

DIE GÜTER, FÜR DIE ‘ZAKAH’

ABGEGEBEN WERDEN MUß

Gold, Silber, Bargeld:

Die Zakahabgabe von Gold und Silber der Nisabmenge, ob man Handel treiben will oder nicht, ist eine unbedingte Pflicht.

Die Zakah-Nisab von Gold sind 20 miskal (80.18)g.

Die Zakah-Nisab von Silber sind 200 dirhem (561.2)g.

Bei Gold, Silber und Geld ist das Zakah-Verhältnis 1/40, d.h. 2.5 v.H.

Der Antiquitätswert des Golds und Silbers wird nicht berücksichtigt, sondern sie werden nach ihren Gewichten bewertet. Die Berücksichtigung betrifft nicht den Wert sondern das Gewicht.

Die ‘Zakah’ wird abgegeben über den Wert der Banknoten, die beim Handelsgeschäft verwendet werden und die in Umlauf sind. Denn, heute sind Gold- und Silbermünzen aus dem Verkehr gezogen.

DIE HANDELSWAREN

Eine Ware, damit sie zu den Handelswaren gezählt werden kann, soll die Eigenschaften besitzen, Gewinn zu erzielen und effektiv zum Verkauf anzubieten.

Allen Handelswaren steht ‘Zakah’ zu.

Für die Handelswaren sind keine gesonderte ‘Nisab’ (festgesetztes Mindestmaß) bestimmt. Damit einer Handelsware ‘Zakah’ zusteht, wird der Wert dieser Ware, von welcher Art sie auch immer sein mag, nach der ‘Nisab’ des Golds und Silbers mit umlaufendem Geld bestimmt und danach ‘Zakah’ entrichtet.

Wenn über die Handelswaren dieses Wertes ein Jahr vergeht, so wird die ‘Zakah’ nach ihren Jahresabschlußwerten entrichtet.

Zur Abgabe der ‘Zakah’ wird das Mondjahr (354 Tage) zugrundegelegt.

DIE ‘ZAKAH’ DER HAUSTIERE

Die Tiere, die zum größten Teil des Jahres im Stall verbringen, werden ‘Alufe’ genannt. Für die Tiere, die sechs Monate oder außerhalb der Zeit weniger als sechs Monate weiden, gibt es keine ‘Zakah’.

Wenn diese Tiere als Handelsware zur Verfügung gehalten werden, gehören zur ‘Zakah’ der Handelsware. Ihre ‘Zakah’ wird angesichts ihrer Werte abgegeben.

a) Die Zakah-Nisab des Schafs und der Ziege:

Bei Schaf und Ziege ist die ‘Nisab’ vierzig, für weniger als vierzig Schafe oder Ziegen gibt es keine ‘Zakah’. Für vierzig Schafe ist ein Schaf als ‘Zakah’ abzugeben.

b) Die Zakah-Nisab des Rinds und Büffels:

Bei Rind ist die ‘Nisab’ dreißig, für weniger als dies steht keine ‘Zakah’ zu. Für dreißig bis vierzig Rinder ist ein männliches oder weibliches Milchkalb, das ein Lebensjahr vollendet hat, als ‘Zakah’ abzugeben.

c) Die Zakah-Nisab der Kamele:

Die ‘Nisab’ der Kamele ist fünf. Es sind für fünf bis neun Kamele ein Schaf, für Zehn zwei, für fünfzehn drei, für zwanzig vier Schafe zu geben.

Die ‘Zakah’ der Getreide und der Früchte (Uschr):

Allah der Erhaben Wahrhaftige spricht in Seinem edlen Qur’an:

“Und Allah ist es, Der Gärten wachsen läßt, mit und ohne Pfahlwerk, und die Dattelpalme und die Getreidefelder, deren Früchte von verschiedener Art sind, und die Olive und den Granatapfel, einander ähnlich und unähnlich.

Esset von ihren Früchten, wenn sie Früchte tragen. Doch gebet davon am Tage der Ernte seinen Anteil. Seid nicht verschwenderisch! Wahrlich, Allah liebt die Maßlosen nicht.” (An’am: 141)

Wie der Mensch, dessen Vermögen sich zur ‘Zakah-Nisab’ steigert, die ‘Zakah’ seines Vermögens zu entrichten verpflichtet ist, so ist er auch ‘Uschr-i Scher’ der aus der Erde geernteten Getreide jeder Art und der von den Bäumen gepflückten Früchte aller Art abzugeben verpflichtet.

Bei der Abgabe der ‘Uschr’ wird der Boden berücksichtigt, doch nicht der Eigentümer. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet wird keine Klugheits- und Pubertätsbedingung gefordert, Pflicht ist es auch für die Ernte des Geisteskranken und des Altersschwachen.

Bei ‘Uschr’ gibt es keine Nisab-Bedingung, und ein Jahr muß auch nicht vergehen. Auch wenn einige Male im Jahr geerntet wird, ist jedesmal die ‘Zakah’ an die armen Muslime zu entrichten.

Wenn der ‘Uschr’ betreffende Boden durch Regenwasser oder Flußwasser bewässert wird, gehört er im Verhältnis ein Zehntel (1/10), wenn er aber durch gekauftes Wasser oder den Motoren bewässert wird, so gehört er im Verhältnis ein Zwanzigstel (1/20) zu ‘Uschr’.

AN WELCHE LEUTE WIRD ZAKAH ENTRICHTET?

Acht Gruppen, an die ‘Zakah’ abzugeben ist, sind im 60. edlen Vers der Sure Al-Tauba festgelegt.

Die Armen: Das sind diejenigen Bedürftigen, deren Hab und Geld in der Hand nicht die Nisabsumme erreicht. An solche Leute kann ‘Zakah’ abgegeben werden, auch wenn sie berufstätig sind.

Die Armseligen: sind die Bedürftigen in höchstem Maße, die täglich nichts zu essen haben.

Die mit der Verwaltung der ‘Zakah’ Beauftragten.

Die, deren Herzen zum Islam gewonnen werden sollen. (Muellefe-i Kulub)

Verwendung zur Befreiung von Sklaven.

Die Verschuldeten, die nicht imstande sind, ihre Schulden zu bezahlen.

Die auf dem Wege Allahs an einem Kampf teilnehmen wollen.

Die Reisenden, deren ganzes Geld unterwegs verbraucht worden ist, und die nicht in der Lage sind, nach Hause zu fahren.

AN WELCHE LEUTE WIRD ‘ZAKAH’

NICHT ENTRICHTET?

Die ‘Zakah’ wird nicht entrichtet an die Mütter-Väter, Großväter und Großmütter, Söhne, Töchter und Enkelkinder, - Ehefrau an Ehemann oder Ehemann an Ehefrau -, diejenigen, die mit der Zakahabgabe verpflichtet sind, die nichtmuslimischen Armen.

Wissentliche Zakahentrichtung an diejenigen, an die keine Entrichtung der Zakah erlaubt ist, gilt als unentrichtet.

DIE ENTRICHTUNG DER ‘ZAKAH’

Derjenige, der zur Zakahabgabe verpflichtet ist, kann die ‘Zakah’ einiger kommenden Jahre zahlen, so wie er seine ‘Zakah’ vor dem Jahresende zahlen kann.

EINIGE ANGELEGENHEITEN

ZUR ZAKAHABGABE

Die ‘Zakah’ ist mit dem Guthaben bei dem bedürftigen Verschuldeten nicht abzugelten.

Jemand, der bei einem anderen gut hat, entrichtet für die vergangenen Jahre die ‘Zakah’ seines Guthabens, nachdem er es bekommen hat.

Bei der Rechnung der ‘Zakah’ ist das Eigentum der Ehefrau zu dem des Ehemannes nicht hinzufügen.

Den Armen ist die ‘Zakah’ erlaubt. Daß der Reiche ‘Zakah’ erhält, ist jedoch verboten.

FITR-ALMOSEN (FITRE) UND OPFER

Dies ist ein Almosen, das jeder Muslim abzugeben hat, der außer Grundbedürfnissen ein Vermögen von Nisabsumme besitzt, und das mit Lebensmitteln bestimmt wird. Vor dem Ramadanfest ist es abzugeben.

Und die ‘Nisab’ (festgesetztes Mindestmaß) des Opfers ist wie die ‘Nisab’ des Fitr-Almosens. Diejenigen, die diese ‘Nisab’ besitzen, sind verpflichtet, Vieh zu opfern.

Um ein Opfervieh zu schlachten, muß ein Mensch nicht jeder Zeit reich sein. Zur Pflicht des Opfers genügt es, wenn er zu Anfang oder Ende der Opferfesttage reich ist.

 

HADSCH

(DIE PILGERFAHRT)

Die Pilgerfahrtpflicht, die eine der fünf Säulen des Islam bildet, ist der Glaubensdienst des Lebens und das Ganze der Religion. Die Religion findet ihre Vollkommenheit in ihr.

Daß die Pilgerfahrt eine unbedingte Ritualpflicht ist, ist mit ‘Kitab’ (Qur’an), ‘Sunna’ und ‘Idschma’ (Übereinstimmung der Rechtsgelehrten zu einer bestimmten Frage) erwiesen. Wer leugnet, der verläßt den Glauben.

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und der Hohe Erhabene spricht im edlen Qur’an:

“Der Menschen Pflicht gegen Allah ist die Pilgerfahrt zum Hause (Ka’ba), wer da den Weg zu ihm machen kann. Wer aber ungläubig ist - siehe, Allah ist reich ohne die Welten.” (Al-i Imran: 97)

“Rufe die Menschen zur Pilgerfahrt auf. Sie sollen zu Fuß und mit Fortbewegungsmitteln (Reittiere, Transportmittel) aus allen fernen Gegenden zu dir kommen.” (Hadsch: 27)

Und unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- spricht in seinen Ahadith folgendermaßen:

“O ihr die Menschen! Allah hat euch die Pilgerfahrt zur Pflicht gemacht. Erfüllt also den Glaubensdienst der Pilgerfahrt!” (Muslim)

“Macht Pilgerfahrt! Wie das Wasser äußerlichen Schmutz reinigt, so reinigt auch die Pilgerfahrt Sünden,.” (Dschamiu’s-sagir)

Über die Würdigkeit der heiligen Stätte spricht Allah der Allhöchste im edlen Qur’an wie folgt:

“Allah hat die Ka’ba, das unverletzliche Haus, zu einer Ordnung für die Menschen gemacht.” (Ma’ide: 97)

“(O der Gesandte! Sprich:) ‘Wahrlich, mir ist nur befohlen worden, dem ‘Rabb’ (Schöpfer) dieser Stadt zu dienen, die Er geheiligt hat, und Sein sind alle Dinge.’” (Naml: 91)

Und Über die Würdigkeit der heiligen Ka’ba heißt es im edlen Qur’an:

“Wahrlich, das erste Haus, das für die Menschen gegründet wurde, ist das (die Ka’ba) in Mekka - ein gesegnetes und eine Leitung für die Welten. In ihm sind deutliche Zeichen - die Stätte Abrahams. Und wer es betritt, ist in Sicherheit.” (Al-i Imran: 96-97)

“Wir hatten die Ka’ba zu einem Ort der Einkehr für die Menschen Gemacht sowie zu einer Sicherheit.” (Baqara: 125)

Allah der Allhöchste hat jeden reichen Muslim (Mann und Frau), der finanziell und gesundheitlich in der Lage ist, Verstand hat und sich im Pflichtalter befindet, verpflichtet, zumindest einmal in seinem Leben an einer Pilgerfahrt teilzunehmen.

• Sind die Voraussetzungen zur Pilgerfahrt bei einem Menschen erfüllt, so ist er verpflichtet, gleich in dem genannten Jahr die Pilgerfahrt zu machen. Wegen der Verschiebung seiner Wallfahrt auf die nächsten Jahre sündigt er gegen Allah.

• Jemand, der trotz alledem vor seinem Tod diese Wallfahrt gemacht hat, wird aus der Verantwortung entlassen, weil er die rituelle Pflicht der Pilgerfahrt erfüllt hat. Aber, wenn er stirbt, bevor er an einer Wallfahrt teilgenommen hat, so wird er ein Sündiger, selbst wenn er in seinem Testament die Erfüllung der Pilgerfahrt verfügt. Sein Testament wird von dem Drittel seines Vermögens vollstreckt.

• Der Erbe (der Sohn oder die Tochter) dessen, der ohne Testament starb, kann, wenn er will, aus sich selbst heraus für ihn einen Vertreter schicken und Pilgerfahrt machen lassen.

• Wenn ein Muslim reich ist, jedoch nicht bei guter Gesundheit, und wenn er von einer Krankheit befallen wird, so daß es keine Hoffnung besteht, lebenslänglich von dieser Krankheit genesen zu werden, läßt er in diesem Falle jemanden als seinen Vertreter an einer Wallfahrt teilnehmen. Es ist nicht erlaubt, daß jemand für denjenigen Pilgerfahrt macht, der reich und bei guter Gesundheit ist.

• Wenn einer, der finanziell in der Lage ist und für ihn die Pilgerfahrt eine Pflicht ist, nicht pilgert und der später in Armut gerät, so bleibt die Pilgerfahrt über ihn eine unerfüllte Pflicht.

• Einer Frau, für die die Wallfahrt eine Pflicht ist, kann ihr Mann nicht verbieten, an einer Wallfahrt teilzunehmen, wenn sie einen Begleiter hat, der ‘mahram’ (wer als naher Verwandter mit ihr keine Heirat eingehen darf) ist. Aber, zu einer freiwillig als Mehrleistung übernommenen Wallfahrt muß sie die Zustimmung ihres Mannes einholen.

Die Pilgerfahrt ist ein wunderbarer Glaubensdienst, der solche Unterschiede wie die Stellung jeder Art, den Rang, die Rasse, Hautfarbe und Sprache abschafft, der die Gläubigen einheitlich verbindet, der Dankausdruck körperlicher Gesundheit und des finanziellen Vermögens ist.

Es ist eine göttliche Zusammenkunft, ein himmlisches Zentrum, in dem sich das Wohlgefallen Allahs des Erhabenen befindet, das das unendliche Meer des göttlichen Erbarmens verborgen hält. Dort gibt es die Quelle der Segensmeere. Der Mensch vervollkommnet sich durch das Geheimnis seiner Anwesenheit in jenem Meer der Gunst.

Der Zustand dieses Zuges ist ganz anders; dieser Zug ist solch ein Zug, daß er sich ins Zentrum bewegt. Dieses Zentrum ist eine Region des ‘Nur’ (göttliches Licht), ein Meer ohne Ende. Ein dort geschöpfter Atem läßt den Menschen große Strecken zurücklegen, veranlaßt sehr große jenseitige Glückseligkeiten und Vorteile. Sich diesem Zug anzuschließen, sich in dieser göttlichen Gesellschaft zu befinden und an dieser Parade teilzunehmen ist nun eine sehr große Glückseligkeit.

In dem Hadith heißt es:

“‘Hadsch’ (Pilgerfahrt, Wallfahrt) ist der Weg zu Allah.” (Abu Dawud)

Allahs Segen, Gunst und Gnade dank dem Besuch dieser gesegneten Ortschaften, an denen sich viele heilige Begebenheiten ereigneten, übertreffen alle geistigen Vorstellungen.

Während der Pilgerfahrt begegnet der Mensch sehr vielen Anstrengungen und Schwierigkeiten. Diesen Schwierigkeiten wirkt nur die Liebe entgegen. Wäre diese Liebe nicht da, so könnte der Mensch alle Segen, Gunsten und Gnaden entbehren müssen, falls er auf eine Schwierigkeit stößt und Satans Verführung folgt, schon allein auf den Gedanken kommt ‘Wozu bin ich hierher gekommen?’.

Wie hoch die Anstrengung auch sein mag, diese übertrifft die Gnade Allahs. Der Mensch soll diese Anstrengung als Erbarmen anerkennen, und er soll die Strapaze jeder Art mit Freuden auf sich nehmen.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinem Hadith folgendermaßen:

“Die beste der Taten ist die, die am schwierigsten ist.”

Dem Schein nach ist es Staub und Erde, Anstrengung und Mühe, aber bei jeder Ein- und Ausatmung gibt es ein jenseitiges Leben. Wir hier sehnen uns nach jedem Tropfen (Segen Allahs), dort schwimmen sie im Segensmeer. Es ist so, es gäbe hier alles, tatsächlich aber gibt es nichts. Im Gegensatz zu hier gäbe es dort nichts, in Wirklichkeit jedoch gibt es alles. Im innerlichen Blick Paradies, im äußerlichen Blick Segensmeer. Von oben wird es überschüttet, von unten sprudelt es hervor.

Dort soll der Mensch bei seiner innerlichen Welt sein. Er soll, wenn er im ehrenreichen Mekka ist, stets in heiliger Ka’ba und wenn er im erleuchteten Medina ist, stets bei ‘Rawza-i Mutahhara’ (der Heilige Grab des Propheten Muhammed -a.s.-) sein.

An diesen gesegneten Stätten soll der Mensch auf keinen Fall die Geduld und Aufrichtigkeit aufgeben. Er soll mit jedem Nachsicht üben, sich bescheiden benehmen, mit niemandem streiten, sich mit niemandem auseinandersetzen. Es ist nämlich im edlen Qur’an verwehrt. Und er soll seine Zeit mit essen - trinken, Kauf - Verkauf usw. nicht totschlagen. Denn jede Sekunde, die dort vergehen wird, sehr kostbar. Und er soll nicht viel an Schlaf denken, soll wenig essen und wenig schlafen. Die Kleidungen sollen immer sauber sein. Und er soll recht häufig baden. Und er soll sich jederzeit mit Bitte um Sündenvergebung beschäftigen. Und er soll versuchen, dort überall aus den Bewirtungen mit Glaubensdienst Nutzen zu ziehen. So läßt Allah der Erhabene, wenn Er will, ihn im Meer der Gunst und Gnaden befinden. Siehe, wie bedauerlich es ist, daß man sich an diesem Meer befindet und nicht mal aus seinem einzigen Tropfen Vorteil ziehen kann!

Unser Gebieter, der wahrhaftig Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) spricht in seinen Ahadith folgendermaßen:

“Die Pilgerfahrt gemäß der islamischen Vorschrift zählt auch zu Dschihad (Anstrengen, Streben, Bemühen, Kämpfen).” (Buhari)

“Denjenigen, die mit rechtmäßig verdientem Geld, ohne Scheinheiligkeit und um Allahs Willen pilgern und zurückkehren, ohne daß sie schlechtes gesagt und schlechtes getan haben, werden ihre kleinen und großen Sünden vergeben. Wie neugeboren kommen sie nach Hause zurück.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 756)

PILGERFAHRT UNTERNEHMEN

• Wer eine Pilgerfahrt unternimmt, der soll zunächst aufrichtig sein und aufrichtiges Bestreben haben. Er soll die Bedeutung der Pilgerfahrt im Islam erfaßt haben und dann mit Begeisterung und Entschlossenheit abreisen. Er soll keinen Wunsch und Gedanken außer Allah dem Wahrhaftigen in sich haben, vielmehr nur das Wohlgefallen Allahs.

Ist sein Bestreben aufrichtig, so befiehlt Allah der Allhöchste Seinen Engeln, und sie nehmen ihn unter ihre geistigen Fittiche. Unter diesem geistigen Schutz geht er hin und kommt er zurück.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- spricht in seinem folgenden Hadith:

“Die Hadschis sind auf der Pilgerfahrt unter der Beschützung Allahs des Allmächtigen.” (Munawi)

Ist die Absicht nicht aufrichtig, und pilgert er doch etwa für Berühmtheit, Ruf und Angeben, so hat er nichts anders als eine Anstrengung.

In einem Hadith heißt es:

“Wenn jemand Glaubensdienst erfüllt und Taten vollbringt, um dies vor den Menschen zu zeigen, bleibt ihm tatsächlich die erhabene Barmherzigkeit des Allmächtigen Allahs versagt.” (Dschamiu’s-sagir)

• Er soll vom islamisch Erlaubten essen, mit rechtmäßig verdientem Geld abreisen, niemandem etwas schuldig sein, das Hab und Gut, das er sich angeeignet hat, seinen Besitzern zurückgeben, unbegründet mit niemandem in Mißmut stehen, Zustimmung seiner Eltern unbedingt erlangen, nicht von denen sein, die im Namen der Religion den Islam zerstören, sich nicht mit Zinsen beschäftigen. Wie würde das Bittgebet dessen, der sich jemandes Recht anmaßt und es nicht zurückgibt, das göttliche Gebot mißachtet und trotzdem dorthin reist, gute Annahme finden?

• Man soll möglichst mit einem vollkommenen und gesegneten Freund abreisen. Denn, wenn er etwas vergessen sollte, läßt der rechtschaffene Freund daran erinnern, und selbst wenn er sich an etwas erinnert, hilft er seinem Freund mit Rat und Tat. Und er lehrt den Anstand, die Geduld und schöne Moral.

• Steht er mit jemandem in Geschäftsbeziehung, so schreibt er diese auf und hinterläßt sie seinen Familienangehörigen testamentarisch festgelegt.

• Die unerforschlichen Geheimnisse der Pilgerfahrt kann kein Mensch verstehen und begreifen. Von dem Verlassen des Hauses an bis zum Zurückkehren haben jede heilige Stätte, jedes Gebot und Verbot eigene Absichtbefassungen, Lehren und Erkennungszeichen.

• Eine Reise zu den heiligen Stätten ist ähnlich wie eine ins Jenseits. Während der Vorbereitung für diese Reise sollte man auch die Reise ins Jenseits im Auge behalten.

Für eine Reise, die etwa einen Monat lang dauern wird, werden so viele Maßnahmen und Vorbereitungen getroffen. In Wirklichkeit jedoch ist die Todesreise ihm selbst vielleicht sogar viel näher als diese Reise. Und deshalb sollte man gemäß dem edlen Vers: ‘Jeder Mensch wird den Tod kosten’ (Al-i Imran:185) daran denken, daß man in die erbarmungslose Kralle des feststehenden Todes stürzt und sich von seinem ganzen Hab und Gut, seinen Kindern trennt, und daß man nur in einem Leichentuch ins Jenseits abreist.

Und in einem anderen edlen Vers heißt es folgendermaßen:

“An dem Tage, da weder Besitz noch Söhne etwas nützen... Es sei denn, daß sie gerettet und mit reinem Herzen zu Allah kommen.” (Schuara: 88-89)

• Wenn er ‘Ihram-Kleidung’ (ungenähte Gewänder der Pilger) nimmt und sie in seinen Koffer einpackt, sollte er sich vorstellen, daß dies das Leichentuch ist, in das er nach dem Tod eingehüllt wird. Dort (an den heiligen Orten) wirst du deinen Koffer auspacken, im Jenseits wirst du den Koffer deiner Taten auspacken.

Die Pilger in ‘Ihram-Kleidung’ bedeuten, daß sie ihre weltlichen Kleidungen ausgezogen und sich ins jenseitigen Leichentuch eingehüllt haben; sie nehmen an, daß sie sich nicht im geringsten von einem Toten unterscheiden, und daß sie die Beziehungen der irdischen Beschäftigungen abgebrochen haben.

Der Tod ist dem eigenen Ich unbedingt bestätigen zu lassen. Denn, zwischen dem Gehenden und Bleibenden ist einen Tag Unterschied. Die gesamten Pflichten des Glaubensdienstes der Wallfahrt erinnern die Menschen eindringlich an die Endziele im Jenseits.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Auf daß sie allerlei Vorteile mit Gewißheit wahrnehmen mögen.” (Hadsch: 28)


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