DER GLAUBE
UND
DER ISLAM

 

Nach der Überlieferung von Omar (Einer der Gefährten des Propheten und der zweite Kalif) -Allah möge mit ihm zufrieden sein- berichtete er wie folgt:

Eines Tages, wo wir uns in der Gegenwart Muhammeds -Friede sei auf ihm- befanden, tauchte ein Mann plötzlich auf. Seine Kleidung war ganz weiß, seine Haare waren schwarz. An ihm war kein Zeichen eines Reisenden zu sehen. Keiner von uns kannte ihn.

Er kniete sich vor den Propheten (a.s.) nieder, stellte seine Knie an die des Propheten, stützte die Hände auf seine Knie und sprach:

‘O Muhammed, was ist der Islam? Sage es mir!’ Der Gesandte Allahs (a.s.):

‘Der Islam; du bezeugst, daß es keinen Gott außer Allah gibt, daß Muhammed der Gesandte Allahs ist, daß du ‘Salah’ (das rituelle Gebet) aufrichtig verrichtest, daß du ‘Zakah’ (die Pflichtabgabe) zahlst, daß du im Ramadan fastest, und daß du ‘Hadsch’ (die Pilgerfahrt) zur Ka’ba machst, sofern du dazu in der Lage bist’.

Jener Fremde sprach:

‘Du sprichst die Wahrheit!’

Wir waren darüber erstaunt, daß er sowohl fragte als auch bestätigte.

Dann sprach er:

‘Was ist der Glaube? Sage es mir!’

Und der Gesandte Allahs (a.s.) sprach:

‘Der Glaube ist; daß du an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Jüngsten Tag und die göttliche Vorsehung, das heißt, daß Allah Gutes und Böses zuvor festgelegt hat, glaubst.’

Jener Fremde sagte wieder:

‘Du sprichst die Wahrheit!’

Danach fragte er:

‘Was ist Ihsan (Gunstbezeugung)?’

Allahs Gesandter (a.s.) sprach:

‘Ihsan (Gunstbezeugung) ist, daß du Allah anbetest, als ob du Ihn sähest; Er sieht dich, selbst wenn du Ihn nicht sehen kanst’

Er sprach wieder:

‘Du sprichst die Wahrheit!’

Und dann fragte er:

‘Wann wird der Jüngste Tag anbrechen?’

Der Gesandte Allahs (a.s.) sprach:

‘Über diese Sache ist der Gefragte nicht kenntnisreicher als der Fragende.’

Als er dann sagte:

‘Informiere mich dann über seine Zeichen!’

Sprach der Gesandte Allahs (a.s.) wie folgt:

‘Es sind; daß die Sklavin ihren Herrn zeugt, daß die besitzlosen und armen Schäfer um das Bauen der Hochgebäude miteinander wetteifern.’

Dann ging der Fremde fort. Ich blieb noch eine Zeitlang da. Und dann sprach der Gesandte Allahs (a.s.) zu mir:

‘O Omar! weißt du, wer diese Person war, der mir Fragen stellte?’

Ich sagte:

‘Allah und Sein Gesandter wissen es besser.’

Dann sprach er:

‘Er war ‘Dschebrail’ (Gabriel). Er kam, um euch eure Religion zu lehren’ (Muslim)

In einem anderen Hadith heißt es wie folgt:

“Außer dem Mißachten der Rechte der anderen behebt der Islam die Sünden aus der Zeit des Unglaubens.” (Ahmed bin Hanbel)

 

DER GLAUBE

Der Glaube ist die absolute Bestätigung. Der Glaube bedeutet freiwilliges Akzeptieren eines gesprochenen Wortes, die Zustimmung des Herzens, zweifelfreie innerliche Anerkennung, Sich-Ergeben und vertraunswürdiges Verhalten.

Und nach Islam bedeutet es; ohne Zaudern daran fest zu glauben, daß Allah der Allhöchste existiert und Einzig ist, und daß Muhammed -Friede sei auf ihm- Sein Diener und Sein Gesandter ist, und daß die Grundsätze und Bestimmungen, die er von Allah dem Allhöchsten uns übermittelt hat, richtig und wahr sind.

Diese zwei Grundartikel, welche die erste Voraussetzung ist, sich zum Islam zu bekennen, sind im Satz ‘Schahada’ (Glaubensbekenntnis) vereinigt.

Wer den Satz ‘Schahada’ vom Herzen bestätigt und mit dem Munde ausspricht, der wird ‘Mu’min’ (der Glaubende) genannt.

Der Glaube ist ein Zustand des Herzens und des Gewissens. Der aufrichtige Glaube ist die Bestätigung im Herzen.

Allah der Allhöchste spricht im edlen Qur’an über die Heuchler und stellt ausdrücklich klar, daß der Glaube die Bestätigung des Herzens ist:

“O Gesandter! Es sollen dich nicht jene betrüben, die mit dem Munde sprechen: “Wir haben geglaubt’, obwohl ihre Herzen es nicht bestätigen und diejenigen unter den Juden, die im Unglaube hin und her laufen.” (Mai’de: 41)

Und über diejenigen, die mit dem Munde ihren Glauben aussprechen jedoch von Herzen nicht bestätigen, spricht Er:

“Die Wüstenaraber sprachen: Wir haben geglaubt.

Sprich: Ihr habt nicht geglaubt, sagt vielmehr: ‘Wir haben den Islam angenommen’. Der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingedrungen.” (Hudschurat: 14)

Um ein ‘Mu’min’ (Gläubiger) zu sein, muß der Glaube ins Herz eingedrungen sein und derjenige muß in Demut und Ehrfurcht vor Allah leben.

Über diejenigen, mit denen Allah der Allhöchste zufrieden ist, und die selbst mit Allah dem Allhöchsten zufrieden sind, wird im edlen Qur’an wie folgt gesprochen:

“Das sind diejenigen, in deren Herzen Allah den Glauben eingeschrieben hat und die Er mit einer Seele von Sich Selbst gestärkt hat.” (Mudschadele: 22)

“Allah hat euch den Glauben lieb gemacht und sehr begehrenswert in euren Herzen. Und Er hat euch den Unglauben, die Widersetzlichkeit und den Ungehorsam verabscheuenswert gemacht. Doch, das sind jene, die auf dem rechten Weg sind.” (Hudschurat: 7)

Der Glaube im Islam beginnt mit dem Glauben an Allah den Allhöchsten und Seinen Gesandten Muhammed (a.s.), wie es im Satz ‘Schahada’ zum Ausdruck gebracht wird, und findet mit der zweifelsfreien Überzeugung von sechs Glaubensartikeln, die den Glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Jüngsten Tag und die Vorherbestimmung umfassen, seinen vollkommenen Ausdruck.

In den folgenden Ahadith heißt es:

“Der vollkommene Glaube besteht aus der Erkenntnis Allahs durch das Herz, der Anerkennung mit Worten und der körperlichen guten Tat.” (Ibn-i Madsche)

“Der vollkommene Glaube ist von Sünde und Gier weit entfernt.” (Munawi)

“Der Glaube und die Tat sind zwei untrennbare Freunde. Aus diesem Grunde ist der Glaube ohne die Tat und die Tat ohne den Glauben nutzlos.” (Dschamius-Sagir)

“Der Glaube ist das Wort und die Tat, kann vollkommen und unvollkommen; stark und schwach sein.” (Buhari)

“Allah der Allhöchste nimmt den Glauben ohne die Tat und die Tat ohne den Glauben nicht an.” (Munawi)

 

DER GLAUBE AN ALLAH

DEN ALLHÖCHSTEN

Für jeden, der in die Pubertät eintritt und Verstand hat, ist eine Pflicht, die Existenz und die Einzigkeit Allahs des Allhöchsten anzuerkennen. Selbst diejenigen, die von der religiösen Übermittlung nicht gehört haben, sind verpflichtet, Seine Existenz und Seine Einzigkeit mit ihrem Verstand zu erkennen. Denn, Allah der Allhöchste erschuf die Menschen mit der Fähigkeit, mit der sie Ihn erkennen und sich von Seiner Existenz überzeugen können. Dieser Glaube ist dem Menschen angeboren.

Es ist zu sehen, daß sogar diejenigen, die Allah den Allhöchsten leugnen, sich wiederum an Ihn wenden, wenn sie in eine bedrängte Lage geraten.

Darüber heißt es im edlen Qur’an:

“Wenn sie ein Schiff besteigen, dann rufen sie Allah in der völligen Ergebung an. Bringt Er sie aber heil ans Land, dann siehst du doch, wie sie Ihm Götter zur Seite stellen.” (Ankabut: 65)

Der Mensch, der mit der Veranlagung geschaffen worden ist, wodurch er das Schöne und Häßliche, das Gute und Böse, Recht und Unrecht unterscheiden kann, ist auch fähig, diese große Glaubenswahrheit zu finden. Denn, im Schönen, im Guten ist immer Er. Nun, Er (Ihn zu erkennen) ist ja der Sinn und Zweck der Schöpfung.

Der mit der Glaubens-und Anbetungsfähigkeit geschaffene Mensch ist weiterhin aufgrund der Barmherzigkeit Allahs des Allhöchsten durch die Gesandten gestärkt. Um die religiöse Bestimmungen erfahren zu können, ist göttliche Anweisung notwendig.

Alles, was im Universum vorhanden ist, bezeugt die Existenz Allahs des Allhöchsten.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sprich: ‘Schaut doch, was in den Himmeln und auf der Erde ist.’“ (Yunus: 101)

“Schauen sie nicht zum Himmel über ihnen empor, wie Wir ihn erbaut und geschmückt haben? Und er weist keinen Riß auf !

Und, Wir haben die Erde ausgebreitet und feste Berge darauf gesetzt und Wir ließen auf ihr all von der herrlichen Art paarweise hervorsprießen.

Um jeden Diener, der sich zu Allah wendet, aufzuklären und ihm ein warnendes Beispiel zu geben, haben Wir diese gemacht.” (Qaf: 6-8)

Man kann sich an Seinen Geschöpfen nicht sattsehen und zu deren Wahrheit nicht gelangen. Die erstaunlichen Dinge im Universum sind die Werke Seiner Allmacht.

Die Himmel, die Sterne sind auf Seine Anordnung angewiesen, die Winde wehen auf Seinen Befehl, die Meere werden durch Seinen Befehl bewegt, die Jahreszeiten wandeln sich mit Seiner Erlaubnis.

Es ist Allah, Der die Nacht zum Ausruhen dunkel und den Tag zum Arbeiten hell gemacht hat.

Wer hätte die Erde außer Ihm beleuchten können, wenn Er die Nacht bis zum Jüngsten Tag verlängert hätte? Wer hätte uns die Nacht außer Ihm bringen können, wenn Er den Tag bis zum Jüngsten Gericht verlängert hätte?

Während Er uns all diese Gunsten und Gaben gewährte, verlangt Er dafür von uns nichts. Er wollte nur, daß wir Ihn erkennen und Ihm gehorchen.

In Seinem edlen Vers spricht Er:

“Er ist Allah, doch euer Schöpfer. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Er schafft alle Dinge. So betet Ihn an. Er ist der Anwalt für alle Dinge.” (An’am: 102)

Den Glauben im Islam, die Existenz und die Einzigkeit Allahs des Allhöchsten erklärt die würdige Sure ‘Ihlas’ am besten und in der vollkommensten Bedeutung.

“Sprich: ‘Er ist Allah, ein Einziger. Allah ist SAMED: Der Absolute (ewig Unabhängige, von Dem alles abhängt). Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden. Nichts ist Ihm gleich und ähnlich.’” (Ihlas: 1-4)

Das Wort ‘Ehad’, das ‘ein Einziger’ bedeutet, ist eine besondere Eigenschaft Seines göttlichen Wesens und wird sonst niemandem zugeschrieben. Denn, Allah der Allhöchste ist in Seinem Wesen Einzig und Alleinig.

Mit Seinen Eigenschaften ist Er Einzig, und niemand hat eine ähnliche Seiner Eigenschaften. Alle Geschöpfe, insbesondere die Menschen besitzen nicht die ähnlichen sondern die Merkmale Seiner Eigenschaften. An jenen Merkmalen werden die göttlichen Eigenschaften Allahs des Allhöchsten wahrgenommen und wird geglaubt. In Seinen Taten ist Er Einzig. Bei der Erschaffung und Versorgung Seiner Geschöpfe braucht Er keinen Helfer. Mit Seinen Namen ist Er Einzig. Kein Name ist in wahrer Bedeutung einem von Seinen ‘Esma-i Hüsna’ (die schönsten 99 Namen Allahs) ähnlich. Allah der Allhöchste ist der Allwürdige, der Allerhabene, der Allgutmütige, der Allwissende. In jeder Art der Würde und Erhabenheit ist Er Selbst der Vollkommene. Für Niemanden außer Ihm werden diese Eigenschaften benutzt.

Im edlen Vers: ‘Qul huwallahu ahad’ wird auf drei Gruppen der Menschen und auf die Rangstufen dieser Gruppen hingewiesen. ‘Huwa’ bedeutet ‘Nun Er’!. ‘Er’ ist das, was zwischen dem Ansprecher und dem Angesprochenen bekannt ist. Dies ist die Rangstufe derer, die ‘Has ül-has’ sind. Da die Wissenden keinen Beweis für Allahs Erkenntnis benötigen, reicht ihnen ein Zeichen aus.

Dann ist das Wort ‘Allah’ erwähnt, für den Hinweis auf die Rangstufe der Menschen, die ‘Has’ (gehoben) sind. Denn, sie versuchen Allah den Allhöchsten unter Beweis zu stellen. Sie folgern aus der feinen Kunst der Schöpfung Seiner Geschöpfe die Existenz des erhabenen Schöpfers.

Und für den Hinweis auf die Rangstufe des ‘Awam’ (die einfachen Menschen) ist das Wort ‘Ahad’ gebracht. Da ihre Begriffsfähigkeit nicht so wie bei den anderen ist, wird das Wort ‘Ahad’, das auf die Alleinigkeit und die Einzigkeit Allahs des Allhöchsten hinweist, erwähnt, damit sie keine Götter Allah zur Seite stellen.

Bei Seinen Bestimmungen ist Er Einzig. Die Herrschaft steht Ihm zu.

‘Allah ist Samed’. Der mit der Einzigkeitseigenschaft ausgezeichnete Allah der Allhöchste ist die einzige Stelle, an die sich alle Geschöpfe bei ihren Bedürfnissen und Wünschen zu wenden haben.

Er ist Allah;

Er erschuf den Menschen, gewährte ihm unzählige Wohltaten, läßt ihn in Seiner Herrschaft leben, beschützt und versorgt ihn.

Er ist es, Der alle Bitten und Bedürfnisse erfüllt. Die Bedürfnisse werden einzig und allein von Ihm begehrt. Und nur Er erfüllt die Wünsche

Je mehr Wünsche es gibt, um so mehren sich Seine Gunstbezeugung und Sein Großmut. Je mehr Bedürfnisse es gibt, um so mehr nehmen Seine Gnaden- und Ehrerweisungen zu. Seine Wohltaten und Güte erschöpfen sich nicht.

Im edlen Qur’an spricht Er folgendermaßen:

“Er gab euch alles, was ihr von Ihm begehrtet.“ (Ibrahim: 34)

Er ist es, an Den man sich in bedrückender Lage und Not wendet. Er ist das Wesen, das über alles und alle erhaben ist und von dem alles und alle abhängen. Er ist der Gott, Dessen Großzügigkeit und Huld alle Grenzen überschritten hat. Ohne Seine Erlaubnis und Seinen Befehl wird nichts entschieden.

Er ist Allah, “Der nicht gezeugt hat, Der nicht gezeugt worden ist”. Er ist erhaben darüber, daß Er sich ein Kind, einen Vater, eine Frau zugesellt.

Die Juden sagten: ‘Üzeyr (Esra) ist der Sohn Allahs.’ Und die Christen sagten: ‘Isa (Jesus) ist der Sohn Allahs.’ Die arabischen Heiden wiederum sagten: ‘Die Engel sind die Töchter Allahs.’ Somit haben sie die Lehre von ‘Ehadiyet’ (Einzigkeit Allahs) entstellt und haben einen Weg eingeschlagen, der der Lehre von ‘Tauhid’ (die Lehre der Alleinigkeit und Einzigkeit Allahs) zuwiderläuft.

Wegen dieser Verleumdungen sind sie der Strafe Allahs des Allhöchsten ausgesetzt worden.

Demgemäß heißt es im edlen Qur’an:

“Weil sie Allah, Dem Allerbarmer, ein Kind zugeschrieben haben, wären beinahe die Himmel zerrissen, wäre die Erde auseinandergeborsten und wären die Berge in Trümmern zusammengestürzt. Doch, es geziemt sich nicht, Allah, Dem Allerbarmer, ein Kind zuzuschreiben.” (Maryam: 90-92)

Jedoch, aufgrund des Verses ‘Lem yelid welem yuled’ (hat nicht gezeugt, ist nicht gezeugt worden) haben sich die Muslime von solchen falschen Glaubensvorstellungen befreit.

Allah der Allhöchste erklärt durch sein Gebot ‘Nichts ist Seinesgleichen und Seinesähnlichen’ am Ende dieser Sure das Resultat der sämtlichen göttlichen Eigenschaften.

Allah der Allhöchste ist der Ewige, ohne Anfang und Ende. So wie Sein Wesen keinen Anfang und kein Ende, nicht Seinesgleichen und Seinesähnlichen hat, haben auch Seine Eigenschaften keinen Anfang und kein Ende.

Daß Er Einzig und ‘Samed’ (der Absolute, ewig Unabhängige, von Dem alles abhängt) ist, erklärt , daß Er nicht gezeugt hat, nicht gezeugt worden ist und daß es nichts Seinesgleichen und Seinesähnlichen gibt.

Infolgedessen beinhaltet die Sure ‘Ihlas’ das Wesentliche der ‘Tauhid-Lehre’. Wegen ihrer besonderen Bedeutung im Islam spricht unser Gebieter, der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Friede auf ihm- in seinem Hadith:

“Bei Allah, in Dessen Hand der Allmacht mein Selbst sich befindet! Die Sure ‘Ihlas’ entspricht dem Drittel des Qur’an.” (Buhari)

Diese Sura hat viele verschiedenen Namen.

Da derjenige, der ihre übermittelten Wahrheiten akzeptiert und an sie glaubt, in seinem Glauben Aufrichtigkeit besitzt, und weil sie denjenigen, der in diesem Glauben stirbt, von der Hölle befreit, wurde sie ‘Sure-i ihlas’ genannt.

‘Sure-i Tauhid’: Sie erklärt die Existenz, die Einzigkeit Allahs des Allhöchsten, und daß es Seinesgleichen, Seinesähnlichen nicht gibt und Er keinen Teilhaber hat.

‘Sure-i Tedschrid’: Sie unterscheidet Allah den Allhöchsten von allen mangelhaften Eigenschaften, die Seinem erhabenen Wesen nicht geziemen, und schreibt Ihm vollkommenen Eigenschaften zu.

‘Sure-i Marifet’: Allahs Erkenntnis wird durch das Vertrautsein der Bedeutung dieser Sure beschrieben.

‘Sure-i Velayet’: Wer diese Sure im vollkommenen Anstand liest und in ihre übermittelte Bedeutungen eindringt, wird auf die Rangstufe der Freunde Allahs erhoben.

‘Sure-i Nur’: Sie erleuchtet die Herzen der Menschen.

‘Sure-i Muhzar’: Wenn diese Sure rezitiert wird, so machen sich die edlen Engel zu hören bereit und hören dann im vollkommenen Anstand zu.

‘Sure-i Esas’: Die Bedeutung dieser Sure stellt das Wesentliche der Religion dar. Die Himmel und die Erde sind auf das Fundament dieser Sure erbaut worden.

‘Sure-i Nedschat’: Sie veranlaßt den Leser zur Befreiung von Beigesellung und Unglauben im Diesseits und der Hölle im Jenseits.

‘Sure-i Samed’: Diese Sure verdeutlicht, daß Allah der Allhöchste der wahre, absolut Reiche ist, daß alles und jeder Seines, Er jedoch niemandes bedarf.

‘Sure-i Beraet’: Über jemanden, der diese Sure rezitierte, bemerkte Muhammed (a.s.): ‘Fürwahr, dieser Mensch ist von Polytheismus und Beigesellung gerettet.’

Durch die Äußerung ‘Euch euer Glaube und mir mein Glaube’ in der Sure ‘Kafirun’ wurde jegliche Beziehung zwischen ‘Tauhid’ (die Einzigkeit Allahs des Allhöchsten) und ‘Schirq’ (Beigesellung; Allah etwas beigesellen) durch Ziehen eines Strichs abrupt abgebrochen.

So wird auch in dieser Sure ‘Ihlas’ die ‘Tauhid- Lehre’, die der Islam mit sich brachte, mit aller Deutlichkeit in die Gedächtnisse eingeprägt.

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs, Muhammed - Allahs Segen und Friede auf auf ihm - rezitierte jeden Tag diese beiden Suren bei der Verrichtung der Sunna des Morgengebets.

DIE EIGENSCHAFTEN ALLAHS

DES ALLHÖCHSTEN

Das Wesen des allerhabenen Schöpfers zu begreifen, liegt außerhalb des Verfassungsvermögens eines Geschöpfes. Wir können Allah den Allhöchsten nur an Seinen Eigenschaften erkennen. Seine erhabenen Eigenschaften beschreiben Seine Vollkommenheit, Stärke und Allmacht, Majestät und Erhabenheit, Huld und Gnade. Diese göttlichen Eigenschaften lassen sich von den edlen Versen und den Ahadith erfahren.

Da sich ein Teil dieser Eigenschaften auf Sein hochheiliges Wesen bezieht und auf erschaffene Geschöpfe nicht übertragbar ist, werden sie die ‘Wesenseigenschaften’ genannt. Diese Eigenschaften werden auch ‘Selbi’ (negierend) und ‘Tenzihi’ (für fehlerfrei erklärend) genannt, weil sie Allah den Allhöchsten über jegliche Unvollkommenheit für erhaben und heilig erklären.

Die Eigenschaften dagegen, die sich auf die Geschöpfe beziehen, dem Wesen Allahs des Allhöchsten divergierend, werden ‘Sübuti’ (inhärent) genannt. Diese Eigenschaften stehen im Zusammenhang mit dem Universum und werden Allah dem Allhöchsten zugeschrieben.

Als Beispiel: ‘Existieren’ ist eine von Seinen Wesenseigenschaften. Er existiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Diese Eigenschaft bezieht sich keineswegs auf die Geschöpfe. ‘Wissen’ ist eine ‘Sübuti’ Eigenschaft, denn sie bezieht sich auf andere Geschöpfe. Das Wissen der Menschen ist demgemäß sehr geringfügig, partiell und beschränkt.

Es ist unvorstellbar, daß ein Mensch, bevor er sich in einem Gebiet beschäftigt hat, eine hierzu gehörende Eigenschaft wie ‘Fachmann’ erwirbt. Die Eigenschaften Allahs des Allhöchsten sind nicht derart. Keine Seiner Eigenschaften ist im nachhinein erworben. Er war auch Schöpfer, bevor Er Seine Geschöpfe erschuf, und war Versorger, bevor Er versorgte. Keine Seiner Eigenschaften lassen sich mit den Eigenschaften der Geschöpfe vergleichen.

A. WESENSEIGENSCHAFTEN

1. Wüdschud (Existenz)

Dies ist die Existenz Allahs des Allhöchsten. Seine Existenz besteht nicht aufgrund anderer, wie es bei den Geschöpfen der Fall ist, sondern durch Sein Selbst.

Im edlen Qur’an spricht Er wie folgt:

“Wahrlich, Ich bin Allah.” (Ta-ha: 14)

 

2. Kidem (Präexistenz)

Die Existenz Allahs des Allhöchsten ist von Ewigkeit her, hat keine Vorherigkeit und keinen Anfang.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Er ist der Erste und der Letzte.” (Hadid: 3)

Wieweit man auch in die Vergangenheit zurückgeht, ist kein Augenblick ohne Ihn vorstellbar.

3. Beka (Ewigkeit)

Die Existenz Allahs des Allhöchsten ist ewig, ohne Ende. Er ist erhaben darüber, daß Er ferner nicht mehr existiert. In Seiner Existenz kann keine Veränderung erfolgen.

Im edlen Qur’an spricht Er wie folgt:

“Alle Dinge sind vergänglich, bis auf Sein Wesen.” (Qasas: 88)

“Alles, was auf der Erde ist, wird vergehen. Aber es bleibt das Angesicht deines Schöpfers voll Majestät und Ehre.” (Rahman: 26-27)

4. Wahdaniyet (Einzigkeit)

Dies bedeutet die Einzigkeit Allahs des Allhöchsten, Er ist in jeder Hinsicht Einzig.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sprich: Er ist Allah, ein Einziger.” (Ihlas: 1)

Er ist der Einzige, in dessen Wesen, Eigenschaften und Taten Er keinen Teilhaber, Ebenbürtigen und Seinesähnlichen besitzt.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Gäbe es auf der Erde und im Himmel Götter außer Allah, so wäre die Erde und der Himmel auseinandergefallen” (Anbiya: 22)

5. Muhalefetun lil-hawadis

In Seinem Wesen, Seinen Eigenschaften und Handlungen ähnelt Allah der Allhöchste keinem Seiner Geschöpfen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Es gibt nichts Seinesähnlichen.” (Schura: 11)

So wie Er keinem Geschöpf gleicht, so läßt sich auch kein Geschöpf mit Ihm vergleichen.

6. K›yam bi-nefsihi (K›yam bi-zatihi)

Die Existenz Allahs des Allhöchsten und ihre Fortdauer rührt von Seinem eigenen Wesen her. Zu Seiner Existenz bedarf Er nichts anderes. Von Ewigkeit zu Ewigkeit bleibt Er in Seinem Wesen so, wie Er ist.

Im edlen Qur’an spricht Er:

“Fürwahr, Allah bedarf nicht aller Welten” (Ankabut: 6)

B. SÜBUTI (INHÄRENTE)-EIGENSCHAFTEN

1. Hayat (das Leben)

Allah der Allhöchste ist lebendig durch ein wirklich wahrhaftiges Leben. Er besitzt solch ein Leben, daß Er niemals stirbt.

Im edlen Qur’an spricht Er wie folgt:

“Vertraue auf den unsterblichen Allah, Der durch ein Leben von Ewigkeit zu Ewigkeit immerwährend beständig ist.” (Furqan: 58)

Er ist es, Der allen Lebewesen Leben verleiht. Er ist die Quelle jeglichen Lebens.

In Seinem edlen Qur’an sagt Er folgendermaßen :

“Allah, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen. Er ist beständig mit einem von Ewigkeit zu Ewigkeit immerwährenden Leben. Mit Seinem Wesen und Seinen vollkommenen Eigenschaften beherrscht Er alles, und alles Existierende besteht durch Ihn.” (Baqara: 255)

2. Ilim (das Wissen)

Allah der Allhöchste ist Besitzer des Wissens, ist Allwissend.

Es gibt nichts, was Er nicht weiß und nicht wissen würde.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er:

“Ist der Schöpfer etwa nicht wissend?” (Mulk: 14)

Er kennt die Meere Tropfen für Tropfen, die Sände Korn für Korn. In Seinem Wissen ist das Verborgene gleich dem Offenkundigen. In Seinem Wissen erfolgt weder Zunahme noch Abnahme.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er:

“Bei Ihm befinden sich die Schlüssel zum Verborgenen. Keiner außer Ihm kennt sie. Und Er weiß alles, was auf dem Lande und im Meer ist. Und nicht ein Blatt fällt nieder, ohne daß Er es weiß; und kein Körnchen ist in der Finsternis der Erde und nichts Feuchtes, nichts Trockenes, alles ist in Seinem Wissen.” (An’am: 59)

3. Semi (Hören)

Allah der Allhöchste ist Allhörend.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er:

“Ich erhöre den Ruf des Rufenden sofort, wenn er Mich ruft.” (Baqara: 186)

Im selben Augenblick hört Er gleichzeitig jegliche Töne. Daß Er einen Ton hört, ist für Ihn kein Hindernis, einen anderen zu hören. Zum Hören braucht Er keinen Ton, keine Luft und kein Ohr.

4. Basar (Sehen)

Allah der Allhöchste ist Allsehend.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er:

“Wahrlich, Er kennt und sieht jeden Zustand Seiner Diener.” (Isra: 30)

Seine Sehkraft hat keine Grenze. Daß Er etwas sieht, bedingt nicht, etwas anders nicht zu sehen. Zum Sehen benötigt Er kein Auge, kein Licht und keine Entfernung.

5. Irade (der Wille)

Allah der Allhöchste macht, was und wie Er will.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er:

“Allah schafft, was Er will. Wenn Er etwas beschlossen hat, Spricht Er nur zu ihm ‘Sei’ und es ist.” (Al-i Imran: 47)

Es ist kein Wille vorstellbar, der imstande wäre, sich Seinem Willen entgegenzustellen und ihn zu zwingen, sich zu ändern. Niemand kann Seinen Beschluß aufheben. Es geschieht, was Er will. Wenn Er nicht will, geschieht nichts.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er:

“Ihr könnt nicht wollen, wenn Allah nicht will.” (Insan: 30)

6. Qudret (die Allmacht)

Allah der Allhöchste ist Allmächtig.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er:

“Weder in den Himmeln noch auf der Erde gibt es eine Kraft, die Allah entmachten würde. Er ist Allwissend, Allmächtig.” (Fatir: 44)

Es gibt keine Kraft und Macht, die Seiner Allmacht widerstünden.

Um Seinen Willen und Seine Allmacht zu zeigen, erschuf Er alles im nachhinein und aus dem Nichts.

7. Kelam (das Wort)

Allah der Allhöchste ist Sprechend.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Allah hatte mit Moses auch gesprochen.” (Nisa: 164)

Der edle Qur’an und die anderen herabgesandten Bücher sind die Worte Allahs. Er verkündete den Menschen Seine Gebote und Verbote, verhieß frohe Botschaft und ermahnte sie gleichzeitig zu fürchten.

Seine Rede ist Seinem Wesen zu eigen. Zum Reden braucht Er keine Sprache, keine Töne, keine Luft, keine Buchstaben und keine Wörter.

Und im edlen Qur’an heißt es folgendermaßen:

“Das Wort deines Schöpfers ist in Hinsicht der Wahrheit und Gerechtigkeit vollendet worden, in höchster Vollkommenheit. Niemand vermag Seine Worte zu ändern.” (An’am: 115)

8. Teqwin (Erschaffer)

Allah der Allhöchste ist Erschaffend. Es gibt keinen Schöpfer außer Ihm.

In Seinem edlen Qur’an spricht Er:

“Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der bewahrende Walter aller Dinge.” (Zümer: 62)

Wenn Er etwas erschaffen will, braucht Er dazu keinen Plan, keine Zeit, keinen Ort und kein Modell. Sein Wunsch bedingt zugleich ihre Entstehung.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Das ist für Ihn sehr leicht.” (Rum: 27)

 

HAZRET-I ALLAH (ALLAH DER ERHABENE)

Unendliches Lob und Preis sei Allah dem Allhöchsten, dem Schöpfer der Welten, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen.

Friede und unendlicher Segen sei auf unserem Gebieter Muhammed Mustafa, Seinem hohen Gesandten, einzigem Geliebten, der im Diesseits und im Jenseits unser größter Führer ist, dem zu ehren alles Existierende erschaffen ist, der Auserwählte der Geschöpfe ist; und Friede sei auf den sämtlichen Propheten und ihren Verwandten und ihren Gefährten; Friede sei auf ‘Etbain’ (dies sind diejenigen Gläubigen, die ‘Sahabei-Qiram’ - die edlen Gefährten Muhammeds - gesehen und sich mit ihnen unterhalten haben) und Friede sei auf denjenigen, die bis zum Jüngsten Tag in Ergebenheit ihnen folgen.

Allah, Der mit Seinem unveränderlichen Wesen wahrhaftig Existierende, der Allmächtige, der Ruhmreiche, der Erhabene erschuf das Diesseits und Jenseits für den Menschen. Die Menschen erschuf Er, damit sie Ihn erkennen.

In einem ‘Hadith-i Qudsi’ (heiliger Bericht, ein Hadith, in dem ein Wort von Allah durch den Mund des Propheten Muhammed mitgeteilt wird, was aber nicht Teil der qur’anischen Offenbarung ist) heißt es:

“Ich war ein verborgener Schatz, wollte erkannt werden, deshalb erschuf Ich die Schöpfung.” (Keschf-ül-Hafa)

Dies ist nicht nur als eine Kenntnisnahme, eine Mitteilung, sondern auch als ein Gebot anzunehmen. Denn alle erste Pflicht des Menschen ist es, Allah den Erhabenen zu erkennen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Elif lam mim. Allah - Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen. Er ist beständig mit einem von Ewigkeit zu Ewigkeit immerwährenden Leben. Mit Seinem Wesen und vollkommenen Eigenschaften beherrscht Er alles, und alles Existierende besteht durch Ihn.” (Al-i Imran: 1-2)

“Er ist Allah, es gibt keinen Gott außer Ihm. Er kennt das Verborgene und auch das Offenkundige.

Er ist Rahman (der Allerbarmer). (Im Diesseits gewährt Er all Seinen Geschöpfen unzählige Gnadengaben und beschützt sie, ohne daß Er einen Unterschied macht, zwischen denen, die sich Ihm unterwerfen und nicht unterwerfen, die Er liebt und nicht liebt.)

Er ist Rahim (der Allbarmherzige). (Im Jenseits jedoch erbarmt Er Sich nur über die Gläubigen, Er belohnt sie, indem Er ihnen noch größere und unendliche Gnadengaben schenkt.)

Er ist Allah, es gibt keinen Gott außer Ihm.

Er ist Melik (der Herrscher). (Er ist der einzige Besitzer der Herrschaft der sichtbaren und unsichtbaren Welten, ihr wahrer Verfüger, ihr absoluter Souverän.)

Er ist Quddüs (der Heilige). (Er ist erhaben über jegliche Mangelhaftigkeit und Unzulänglichkeit.)

Er ist Salam (der Friede und Friedensstifter). (Seinen Geschöpfen fügt Er kein Unrecht zu. Er rettet sie von Gefahren.)

Er ist Mu’min (der Verleiher der Sicherheit). (Er ist es, Der den Glauben huldvoll gewährt und die Sicherheit verleiht. Wer bei Ihm Zuflucht sucht, den stellt Er unter Seinen Sonderschutz, und Er läßt ihn zu Seiner Gegenwart gelangen.)

Er ist Muheymin (der Überwacher und der Beschützer). (Er überwacht alle Geschöpfe und beschützt sie. Kein Atom ist keinen Augenblick lang frei von Seiner Huld und Gunstbezeugung.)

Er ist Aziz (der Allmächtige). (Er ist der Einzig Obsiegende, Der nicht zu besiegen ist. Es gibt keinen Allmächtigen außer Ihm.)

Er ist Dschebbar (der Allgewaltige). (Er regelt jegliche Unordnung und Verwirrung und berichtigt sie. Sein Wesen ist hoch erhaben. Er ist mächtig zu dem, was Ihm beliebt.

Er ist Mütekebbir (der Hocherhabene). (Majestät und Erhabenheit gebühren nur Ihm. Er zeigt Seine Größe bei jeder Sache und jeder Handlung.)

Gepriesen sei Allah über all das, was Ihm die Götzendiener beigesellen.

Er ist Halik (der Schöpfer). (Er ist es, Der die Existenz jedes Dinges und die Ereignisse, die ihnen im Laufe ihres Daseins zuteil werden, bestimmt und festlegt und dementsprechend sie erschafft.

Er ist Bari (Der Erschaffer). (Er erschuf die Geschöpfe, in völliger Harmonie zueinander.)

Er ist Musawwir (Der Former). Er ist der Former, der jedem Ding eine Form und Eigentümlichkeit verleiht.

Ihm stehen die schönsten Namen zu.

Alles, was in den Himmeln und auf Erde ist, preist Ihn und erklärt Ihn für erhaben.

Er ist Aziz (der absolut Allmächtige).

Er ist Hakim (Der Allweise). (All Seine Gebote und Taten sind voller Weisheit und Verborgenheit. Er ist der Besitzer des unerforschlichen Ratschlusses in Seinen Bestimmungen.” (Haschr: 22-24)

“Bei Ihm befinden sich die Schlüssel zum Verborgenen. Keiner außer Ihm kennt sie. Und Er weiß alles, was auf dem Lande und im Meer ist. Und nicht ein Blatt fällt nieder, ohne daß Er es weiß; und kein Körnchen ist in der Finsternis der Erde und nichts Feuchtes, nichts Trockenes, alles ist in Seinem Wissen.” (An’am: 59)

Er ist Allah, Der keinen Teilhaber und keinen Seinesähnlichen hat. Er ähnelt keinem Geschöpf, kein Geschöpf ähnelt Ihm. Er ist allem näher als alles andere, dem Menschen ist Er näher als seine Halsschlagader.

Wie Sein Wesen der Materie nicht ähnelt, so ähnelt Seine Nähe nicht der Nähe der Materie.

Wie Sein Wesen den Geschöpfen, die Er erschuf, nicht ähnelt, so ähneln auch Seine Eigenschaften nicht denen Seiner Geschöpfe.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Ihm stehen die erhabenen Eigenschaften zu.” (Nahl: 60)

“Hocherhaben ist der Ruhm Allahs, des Schöpfers der Welten.” (A’raf: 54)

In jeder Hinsicht ist Er der Einzige. Seine Existenz hat keinen Anfang. Seine Existenz ist immerwährend, neigt sich nicht dem Ende.

Um Seinen Willen einzulegen und Seine Allmacht zu zeigen, erschuf Er alles im nachhinein und aus dem Nichts. Doch nicht etwa, weil Er es nötig hätte. Er ist ‘Samed’ (der Absolute, ewig Unabhängige, von Dem alles abhängt).

Wie die Zeit Ihn nicht begrenzen kann, so kann auch der Raum Ihn nicht einschließen. Er nimmt keinen Raum ein, vielmehr nehmen alle Räume bei Ihm Raum ein. Er ist überall Allgegenwärtig und sieht jeden Zustand Seiner Diener.

Bevor Er die Zeit und den Raum erschuf, existierte Er. Wie Er vor deren Erschaffung war, so ist Er nach deren Erschaffung.

Er ist der Erste, ohne Beginn, der Letzte, ohne Ende, der Offenkundige, der Verborgene...

In Seinen herrlichen und vollkommenen Eigenschaften ist Er immerwährend. Er ist erhaben über jegliche mangelhaften und vergänglichen Eigenschaften.

Da jede Vollkommenheit aus Ihm entspringt, braucht Er Seine Vollkommenheit nicht zu vermehren. Die schönsten Namen stehen Ihm zu.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sprich: Ruft Ihn Allah an oder ruft Ihn Barmherzigen an. Bei welchem Namen ihr Ihn auch immer anruft, Ihm stehen die schönsten Namen zu.” (Isra: 110)

In Seinen Taten besitzt Er Weisheit und in Seinen Ratschlüssen Gerechtigkeit. Er führt jeden Seiner Befehle aus. In Seinen Ratschlüssen ist Er der Obsiegende. Über Seine Herrschaft verfügt Er, wie es Ihm beliebt. Zeuge Seiner Existenz ist wiederum Seine eigene Existenz. Jedes Geschöpf ist das Werk Seiner Allmacht. Alles, was existiert, entstand durch Ihn. Alles Existierende besteht durch Ihn.

Kraft und Macht stehen Ihm zu. Erhabenheit und Majestät stehen Ihm zu. Unterwerfung und Sieg stehen Ihm zu. Erschaffen und Befehlen gebühren Ihm. Er hat die Macht über alles.

Im edlen Qur’an spricht Er folgendermaßen:

“O Geliebter! Wenn dich Meine Diener über Mich befragen, so teile mit, Ich bin ihnen nahe.” (Baqara: 186)

Er ist uns näher als wir uns selbst, da wir aber Geschöpfe sind, besitzen wir kein Wissen über Seine Einzigkeit.

Als Beispiel: Ein Handwerksmeister fertigt Tische und dergleichen an, die mit den Augen zu sehen sind. Sie lassen erkennen, daß sie aus den Händen eines Handwerksmeisters entstammen. Der Handwerksmeister kennt seine angefertigten Gegenstände. Könnten etwa die angefertigten Gegenstände ihren Anfertiger kennen?

Er ist es, Der uns erschuf. Wir weisen eine außerordentliche Kunst auf. Es ist offenkundig, daß wir den Händen eines vollkommenen Meisters entstammen. Jedoch verfügen wir über Ihn kein Wissen. Allah der Erhabene gab uns keinerlei Kenntnis über Sein Wesen. Die Menschen können Seine Einzigkeit, Seine Alleinigkeit niemals erfassen. Mit Wahrnehmungsvermögen wie Verstand, Annahme, Auffassung, Sinnesempfindungen und Analogieschlüsse befinden sie sich in einem groben Zustand. Er jedoch ist ‘Latif’ (Subtil). Ein grobes Wesen vermag die Einzigkeit Allahs des Subtilen nicht wahrnehmen. Nur Er kennt Sich Selbst. Er erschuf den Menschen, gewährte ihm unzählig verschiedene Gnadengaben. Er läßt ihn in Seinem Reich leben, erledigt seine Angelegenheiten und erfüllt seine Bedürfnisse.

Er ist Allah, Dessen Gunstbezeugung und Großmut sich so mehren, je mehr Wünsche es gibt und Dessen Gnaden- und Ehrerweisungen so zunehmen, je mehr die Bedürfnisse wachsen. Seine Wohltaten und Güte erschöpfen sich nicht.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wenn ihr Allahs Gnadengaben aufzählen wolltet, so würdet ihr sie nicht berechnen können.” (Nahl: 18)

Die Herzen neigen sich liebevoll zu denjenigen, deren Großzügigkeit sie erfahren haben. Dies ist eine Eigentümlichkeit verborgen in ihrer natürlichen Veranlagung. Der Mensch hegt unvermeidlich Liebe denjenigen, deren Wohltaten er erfahren hat.

Wer Allah den Erhabenen kennt, weiß wohl, daß alle Wohltaten und Güte Ihm gehören und von Ihm entstammen. Wer Ihn kennt, der liebt Ihn sehr. Liebe ist die Frucht der Erkenntnis Allahs, und kommt nach ihr. Ist die Erkenntnis Allahs schwach, so ist es auch die Liebe.

Die Erkenntnis Allahs ist die höchste Stufe des Tasawwuf (Sufismus, Mystik).

Ihn zu erkennen, nur Ihn zu lieben und Seine Gebote mit Freude zu befolgen, sind der höchste Rang und der größte Verdienst, die ein Mensch erreichen könnte.

Er ist der Absolut Existierende, Der einzig und allein Würdige, Dessen Freundschaft und Liebe zu gewinnen ist.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Allein ist Allah der wahre Freund.” (Schura: 9)

“Allah liebt sie, und sie lieben Allah.” (Ma’ide: 54)

“Eure Freunde sind Allah, Sein Gesandter und die Gläubigen, die den Geboten Allahs sich beugend ihre Ritualgebete verrichten und den Zakah zahlen. Und wer Allah, Seinen Gesandten und die Gläubigen zu Freunden nimmt, so soll er wissen, daß die Obsiegenden jene sind, die zur Seite Allahs gehören.” (Ma’ide: 55- 56)

“Die Frevler sind Freunde einander. Allah aber ist der Freund derer, die Ihn fürchten.” (Dschasiye: 19)

“Allah kennt eure Feinde am besten. Und Allah genügt euch als wahrer Freund, und Allah genügt euch als wahrer Helfer.” (Nisa: 45)

 

ALLAH DSCHALLA DSCHALALUHU (ALLAH, DER ALLMÄCHTIGE,

DER ERHABENE)

Die erste Pflicht des Menschen ist es, Allah, Der ihm das Leben gewährt hat, zu erkennen und sich mit ganzem Herzen an Ihn zu binden.

Was könnte erfreulicher sein als die Erkenntnis Allahs des Allhöchsten, die sich auf Sein Wesen und Seine Eigenschaften, Sein Geheimnis und Seine Weisheit, Seine Werke und Seine Kunst, Seine Erhabenheit und Seine Majestät bezieht? Was könnte bedeutender sein als die Ehre und Glückseligkeit, Ihm nahe zu stehen und Ihn zu erkennen?

Er ist der Absolut Existierende, Der einzig und allein Würdige, Dessen Freundschaft und Liebe zu gewinnen ist. Jede Liebe erreicht ihre Vollkommenheit durch Allahs Liebe.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Die Menschen haben keinen Freund außer Ihm.” (Kehf: 26)

“Wisse, daß es keinen Gott außer Allah gibt.” (Muhammed -Friede sei auf ihm-: 19)

“Segensreich ist Er, Der die Herrschaft hat über die Himmel und die Erde und alles was dazwischen ist.” (Zuhruf: 85)

“Kein Staubkörnchen auf der Erde und im Himmel ist vor deinem Schöpfer verborgen.” (Yunus: 61)

“Er ist es, Der reich macht und Besitz verleiht.” (Nedschm: 48)

“Er gab euch alles, was ihr von Ihm begehrtet. Wenn ihr Allahs Gnadengaben aufzählen wolltet, so würdet ihr sie nicht berechnen können.” (Ibrahim: 34)

“Er ist Allah, euer Schöpfer. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Er erschafft alle Dinge. So betet Ihn an. Er ist der bewahrende Walter aller Dinge.” (An’am: 102)

“Nicht ein Blatt fällt nieder, ohne daß Er es weiß.” (An’am: 59)

“Keine Frucht kommt aus ihrer Hülle hervor und kein weibliches Wesen empfängt oder gebärt, ohne daß Er es weiß.” (Fussilet: 47)

“Allahs ist, was in den Himmeln und was auf der Erde ist.” (Al-i Imran: 109)

Er ist der Besitzer der Herrschaft. Und Sein ist die Herrschaft über das, was die Menschen in ihren Händen haben und auch selbst über den Menschen. Er ist sowohl der Besitzer der Herrschaft, als auch deren Verfüger. Er verfügt über Seine Herrschaft, wie es Ihm beliebt.

 

HIDAYET (RECHTLEITUNG) UND

DALALET (IRRELEITUNG)

Rechtleitung ist der Erfolg, den Allah der Allhöchste durch Seine Huld und Seinen Großmut bei Seinen Dienern hervorbringt, damit sie Sein Wesen erkennen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wen Allah rechtleitet, der hat den rechten Weg gefunden.” (A’raf: 178)

Durch Seine Offenbarungsschriften und Seine Gesandten zeigte Allah der Allhöchste die Wege des Guten und des Bösen, und Er gab Seinen Dienern die Fähigkeit, zwischen Gutem und Bösem zu unterscheiden.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und Wir haben ihm zwei Wege gezeigt.” (Beled: 10)

“Und was das Volk Semud anbelangt, so wiesen Wir ihnen den rechten Weg, sie aber zogen die Blindheit der Rechtleitung vor.” (Fussilet: 17)

“Sie haben die Irreführung für die Rechtleitung, die Strafe für die Vergebung erkauft.” (Baqara: 175)

Auch wenn die Augen offen sind, stellen die Gründe, welche die Blindheit des Herzen verursachen, ein Hindernis für die Rechtleitung dar.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Es werden nicht nur die Augen blind, die Herzen in der Brust werden auch blind.” (Hadsch: 46)

Allah der Erhabene unterstützt Seine Diener entsprechend ihrer Entschlossenheit, erweitert ihre Rechtleitung, vermehrt ihr Vermögen, öffnet ihre Wege und leuchtet ihnen auf den Weg. Dies ist das Ergebnis des Anstrengens.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Denjenigen, die sich um Unsertwillen anstrengen, zeigen Wir gewiß unsere Wege.” (Ankabut: 69)

Nachdem die Anstrengung in den Zustand ihrer Vollkommenheit gelangt ist, wird die Rechtleitung zum ‘Nur’ (göttliches Licht), das in der Welt der Allahs Gesandten und Heiligen schimmert.

Das ist die absolute und wahrhaftige Rechtleitung, die Allah, der Erhaben Wahrhaftige, dem Menschen erteilt und ihn dadurch Ehre erweist.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Die Rechtleitung Allahs ist gewiß die wahre Rechtleitung.” (Baqara: 120)

“Ist wohl einer, der tot war und dem Wir dann Leben verliehen und ihm unter den Menschen ein ‘Nur’ (göttliches Licht) gaben, gleich dem, der in Finsternissen ist und nicht daraus herauszukommen vermag?” (An’am: 122)

Das Gegenteil von ‘Rechtleitung’ ist ‘Irreleitung’. Die Irreleitung ist das Abkommen vom rechten Weg. Das Resultat der Rechtleitung ist der Glaube, das Resultat der Irreleitung jedoch der Unglaube.

Sowohl die Rechtleitung als auch die Irreleitung bringt nur Allah hervor. Rechtleitung beziehungsweise Irreleitung läßt Er unter den Menschen, wem Er will, zuteil werden. Wen Allah die Rechtleitung erlangen ließ, kann keiner verleiten, und wen Allah in Irreleitung geraten ließ, kann keiner mehr rechtleiten und zum rechten Weg führen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Allah läßt in Irreleitung, wen Er will, und läßt Rechtleitung erlangen, wen Er will.” (Ibrahim: 4)

“Wen Allah in Irreleitung läßt, für den gibt es keinen, der ihn rechtleiten könnte. Und wen Allah die Rechtleitung erlangen ließ, für den gibt es keinen, der ihn verleiten könnte.” (Zumar: 36-37)

Daß Allah der Erhaben Wahrhaftige bei einem Menschen die Irreleitung hervorbringt, erfolgt deswegen, weil dieser selbst nach eigenem Gutdünken den Abweg vorzog. Doch, solange der Mensch seinen Willen nicht der Irreleitung zuwendet, läßt ihn Allah der Erhabene nicht mit Zwang auf Abwege geraten. Denn, die Rechtleitung und der Glaube liegen in der Veranlagung des Menschen, in seiner Erschaffung. Die Irreleitung und der Unglaube sind im nachhinein entstanden, weil der Mensch seinen freien Willen zum schlechten mißbraucht hat.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Nachdem ihm der rechte Weg klar geworden ist, und er einen anderen Weg befolgt hat als den der Gläubigen und sich dem Propheten widersetzt, den lassen Wir verfolgen, was er verfolgt hat, und führen ihn im Jenseits in die Hölle ab. Wie schlimm ist das Ende, wohin er gelangt.” (Nisa: 115)

“Allah gewährt den Ungläubigen keine Rechtleitung.” (Baqara: 264)

Alle Herzen liegen in der Hand der Allmacht Allahs des Erhabenen. Wen Er will, den leitet Er recht. Kein Mensch kann einen anderen rechtleiten, dient höchstens als Anregung beziehungsweise Vermittler.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Ihre Rechtleitung obliegt nicht dir (was dich angeht, ist die Aufforderung zur Rechtleitung). Doch, Allah leitet recht, wen Er will.” (Baqara: 272)

“Hätten Wir gewollt, so hätten Wir jedem Rechtleitung gewährt.” (Sadschda: 13)

Die Glückseligkeit im Diesseits und die Rettung im Jenseits werden nur durch die Rechtleitung erlangt. Solange der Diener seinen Willen dem Glauben widmet, und die Rechtleitung erbietet und auf diesem Weg fortschreitet, so bestärkt sich die Rechtleitung Allahs des Allhöchsten fortwährend.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Was diejenigen anbelangt, die die Rechtleitung angenommen haben, so hat Allah ihre Rechtleitung bestärkt und ihnen die Wege der Gottesfürchtigkeit eingegeben.” (Muhammed -Friede sei auf ihm-: 17)

“Und gedenkt Seiner, wie Er euch rechtleitete.” (Baqara: 198)

‘Zikrullah’ (das Gedenken Allahs) ist ein Dankausdruck für das Erlangen der Rechtleitung.

Für einen glaubenden Gläubigen, der die Rechtleitung erlangt hat, ist keine größere Huld als die Glückseligkeit im Diesseits und die Rettung im Jenseits vorstellbar.

Demzufolge ist zur Bewahrung und Beständigkeit der gewährten göttlichen Rechtleitung inständig beim Schöpfer der Welten Zuflucht zu suchen.

Im edlen Qur’an heißt es wie folgt:

“O unser Schöpfer! laß unsere Herzen sich nicht (von Dir) abkehren, nachdem Du uns rechtgeleitet hast. Schenke uns von Dir Barmherzigkeit. Wahrlich, Du bist es mit der größten Vergebung.” (Al-i Imran: 8)

 

DER GLAUBE AN

DIE ENGEL ALLAHS

Die Engel sind die geistigen Diener Allahs des Allhöchsten aus ‘Nur’ (göttliches Licht), die Er als gläubig geehrt, sündenfrei, erschaffen hat.

Unter den Glaubenssätzen nimmt der Glaube an die Engel eine bedeutende Stellung ein.

Da die religiösen Bestimmungen allen Propheten durch göttliche Offenbarung und die Vermittlung der Engel übermittelt worden sind, bedeutet das Nicht-Glauben an die Engel zugleich die Verleugnung der Propheten, ihrer überbrachten Bücher und verkündeten Religion.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wer Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag leugnet, der ist wahrlich weit irregegangen.” (Nisa: 136)

Im edlen Qur’an gibt es Verse, die zeigen, daß der Glaube an die Engel eine unbedingte Ritualpflicht ist:

“Die Gläubigen glauben alle an Allah, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten.” (Baqara: 285)

“Das eigentliche gute Werk ist vielmehr dessen, der an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher, die Propheten glaubt.” (Baqara: 177)

Das genaueste Wissen über die Engel und ihre Eigenschaften läßt sich aus dem edlen Qur’an und den Ahadith entnehmen. Über die Engel sind etwa neunzig edle Verse vorhanden.

DIE EIGENSCHAFTEN DER ENGEL

Sie sind vor den Menschen erschaffen worden. Denn, Allah der Allhöchste ließ sie erfahren, daß Er den Menschen erschaffen und ihn an Seine Statt einsetzen wird.

Niemals verweigern sie Allah dem Allhöchsten den Gehorsam, lassen von Seinem Befehl nicht ab. Sie erfüllen unermüdlich die Aufgaben, wofür sie erschaffen worden sind. Da sie sich stets mit Anbetung und Verehrung beschäftigen, sind sie von einer Art geistigen Freude eingenommen und hegen zugleich Ehrfurcht und Angst.

So heißt es im edlen Qur’an:

“Sie sind Allah nicht ungehorsam in dem, was Er ihnen befiehlt und sie vollbringen alles, was ihnen befohlen wird.” (Tahrim: 6)

“Sie, die bei Ihm sind, sind nicht zu stolz, Ihm zu dienen noch werden sie überdrüssig. Sie preisen Ihn unablässig bei Nacht und Tag.” (Anbiya: 19-20)

“Sie fürchten ihren Schöpfer über sich.” (Nahl: 50)

Sie haben keine Neigung zum Bösen. Ihrer Schöpfung liegt Gehorsam zugrunde.

Wenn auch im edlen Qur’an mitgeteilt wird, daß die Menschen aus Erde, die Dschinn und der Satan dagegen aus Feuer erschaffen wurden, wird jedoch nicht eindeutig erklärt, woraus die Engel wirklich erschaffen wurden; so wird im Hadith berichtet, daß sie aus ‘Nur’ (göttliches Licht) erschaffen wurden.

Sie haben kein Gewicht, nehmen dort, wo sie sich befinden, keinen Raum ein.

Da sie aus ‘Nur’ sind, sind sie mit bloßem Auge nicht zu sehen. Wären sie sichtbar, so hielten es die Menschen nicht aus.

So heißt es im edlen Qur’an:

“Hätten Wir die Propheten von den Engeln entsandt, so hätten Wir sie doch in der Gestalt des Menschen entsandt.” (An’am: 9)

Nur die Propheten können sie in jener Gestalt sehen, aus der sie tatsächlich erschaffen sind. Wandeln sie sich aus ihrer eigentlichen Gestalt in die Menschengestalt um, so ist es möglich, daß sie anderen Menschen sichtbar werden.

Daß ‘Dschebrail’ (Gabriel -a.s.-) in der Menschengestalt zur ‘Masdschid Nabi’ (die Moschee des Propheten Muhammed (a.s.) kam und daß der Glaube, der Islam und ‘Ihsan’ (Gunstbezeugung) vor Omar und den anderen Gefährten des Propheten - Allah möge mit ihnen allen zufrieden sein -, die sich dort befanden, beschrieben wurden, ist der Beweis dafür.

Die Engel können durch den Befehl und mit der Erlaubnis Allahs des Allhöchsten verschiedene Formen und Gestalten annehmen. Die Gesandten Allahs sahen die Engel teils in ihren eigentlichen Gestalten, teils in anderen.

Dschebrail (a.s.) erschien zu unserem Gebieter, Muhammed (s.a.s.) manchmal in der Gestalt Dihyetül-Kelbis (einer der Gefährten des Propheten -a.s.-) und manchmal in der Gestalt eines anderen Menschen, den keiner kannte. Ab und an erschien er auch derart, so daß er den Horizont überzog.

Die Engel, die zu Ibrahim (Abraham -a.s.-) kamen, um die Geburt seines Sohnes zu verkünden, hatten Menschengestalt. Er hatte ihnen sogar Essen zubereitet, weil er sie für Gäste hielt.

Und zu Lut (Lot -a.s.-) kamen sie in der Gestalt von schönen Jünglingen.

Dschebrail (a.s.) erschien zu ‘Maryam’ (Maria) in der Gestalt eines Menschen.

Die Engel sind äußerst schnelle, mächtige und kräftige Wesen. Sie können in einem Augenblick die Erden und Himmel bereisen und in sehr kurzer Zeit große Entfernungen zurücklegen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Die Engel und der Geist (Dschebrail) steigen dorthin auf in einem Tage, dessen Ausmaß fünfzigtausend Welt-Jahre beträgt.” (Mearidsch: 4)

Ihr Kommen und Gehen, Auf- und Absteigen gleichen nicht denen der Menschen. Allah der Allhöchste läßt sie bereisen, wann und wie Er will.

‘Arsh-i Azam’ wird von vier Engeln getragen. Am Jüngsten Tag wird ihre Anzahl acht sein.

Im edlen Qur’an heißt es:

“An Jenem Tage tragen acht Engel außer ihnen Arsh deines ‘Rabb’ (Schöpfer) über sich.” (Haqqa: 17)

‘Arsh-i Azam’ ist das Größte, was Allah der Allhöchste erschaffen hat. Es umschließt auch ‘Kursi’ (Kursi wiederum umschließt die Erden und Himmel).

Und eine Anzahl der Engel umkreisen ‘Arsh-i Azam’.

Im edlen Qur’an heißt es wie folgt:

“Du siehst die Engel auf allen Seiten ‘Arsh’ umgeben, indem sie das Lob ihres ‘Rabb’ (Schöpfer) preisen.” (Zumar: 75)

Die Engel haben ‘Flügel’. Sowohl ihr Bestand als auch ihre ‘Flügel’ sind geistiger Natur und von einer Besonderheit, die nur ihnen zu eigen ist. Die Zahl der ‘Flügel’ ändert sich je nach ihren Pflichten und Handlungen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Alles Lob gebührt Allah, dem Schöpfer der Himmel und der Erde, Der die Engel, mit je zwei, drei und vier ‘Flügeln’, zu Gesandten gemacht hat.” (Fatir: 1)

Die Beschaffenheit dieser ‘Flügel’ können nur Allah der Allhöchste und die Propheten, die sie gesehen haben, kennen. Dies liegt außerhalb unserer geistigen Vorstellung.

Die Engel sind unzählig viel. Der Himmel knistert aufgrund dieser Vielheit. In den Himmeln gibt es keine Stelle, wo sich nicht ein Engel im Zustand der ‘Sadschda’ (Niederwerfen; die Haltung der Niederwerfung im Gebet. Dabei berühren Stirn, Nase, Handflächen, Knie und Zehenspitzen den Boden) oder der ‘Ruku’ (die stehend gebeugte Haltung im Gebet) befindet.

Die Engel essen nicht, trinken nicht, schlafen nicht, sind weder männlich noch weiblich. Bis zum Jüngsten Tag bleiben sie mit der Erlaubnis Allahs des Allhöchsten am Leben. Mit dem Anbrechen des Jüngsten Tages sterben auch sie wie die Menschen. Nach dem zweiten Stoß in die Posaune werden sie wieder zum Leben erweckt, um ihre Aufgaben zu erfüllen.

 

DIE AUFGABEN DER ENGEL

Auf der Erde und im Himmel, bei den Lebewesen und übrigen Existenzformen, bei jedem Ding, vom Atom bis zum Kosmos, haben alle Engel spezielle Aufgaben und nach ihren Aufgaben angemessene Namen.

Je nach ihren Aufgaben befinden sie sich auf der Erde, im Himmel und zwischen beiden. Die Engel auf der Erde nennt man ‘Erdengel’ und die im Himmel ‘Himmelsengel’.

Dies sind die Engel, die im folgenden edlen Vers erwähnt sind:

“Wir kommen nur auf den Befehl deines ‘Rabb’ (Schöpfer) hernieder.” (Maryam: 64)

Die Anzahl der größten und mächtigsten Engel ist vier. Den übrigen Engeln werden die Befehle Allahs des Allhöchsten durch diese Engel übermittelt und ihnen sind unzählige Engel unterstellt.

DSCHEBRAIL -FRIEDE SEI AUF IHM-

Da er die göttlichen Geheimnisse und anvertrauten Gaben trägt, ist er jener Engel, der Allah am nahesten steht. Er überbringt den Propheten die göttliche Offenbarung.

MIKAIL -FRIEDE SEI AUF IHM-

Er hat die Aufgaben zu erfüllen wie die Überbringung des Lebensunterhaltes an ihre Besitzer und die Notwendigkeiten bezüglich der Vorgänge in der Natur, beispielsweise Herabfallen des Regens, Wehen des Windes...

ISRAFIL -FRIEDE SEI AUF IHM-

Seine Aufgabe ist in den ‘Sur’ (die Posaune) zu stoßen. Der Jüngste Tag bricht an, wenn er in den ‘Sur’ stößt. Nach seinem zweiten Stoß wird wiederum die Auferstehung bewirkt.

AZRAIL -FRIEDE SEI AUF IHM-

Allah der Allhöchste hat ihn damit beauftragt, die Seelen der Menschen, deren Todeszeit herangerückt ist, zu entziehen.

Die ‘Hamele-i Arsh’ genannten und ‘Arsh’ über sich tragenden Engel werden im edlen Qur’an folgenderweise erwähnt:

“Die, die Arsh tragen und die, die ihn umringen, preisen das Lob ihres ‘Rabb’ (Schöpfer).” (Mu’min: 7)

KIRAMEN KATIBIN

Diese Engel befinden sich auf der rechten und der linken Seite jedes Menschen. Der auf der rechten Seite stellt die guten Werke fest und der auf der linken die schlechten Werke. Jedes Wort aus den Mündern der Menschen und alles, was sie getan haben, ob Gutes oder Schlechtes, schreiben sie nieder. Diese beschriebenen Hefte werden am Jüngsten Gericht ihren Besitzern überreicht, und die Abrechnung erfolgt nach diesen Heften.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wahrlich, die edlen Schreibende, die wissen, was ihr tut, beobachten euch.” (Infitar: 10-12)

Überdies bezeugen diese Engel während der Abrechnung am ‘Machscher’ (der Versammlungsort der am Jüngsten Tag Auferstandenen) die vollbrachten Taten.

SCHUTZENGEL

Diese Engel haben spezielle Aufgaben. Sie beschützen die Menschen vor künftigen Gefahren, indem sie sich vor und hinter den Menschen befinden.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Er sendet über euch schützende Engel.” (An’am: 61)

“Er hat Begleiter (Engel) vor und hinter sich, die auf Allahs Geheiß ihn behüten.” (Rad: 11)

MÜNKER UND NEKIR (GRABENGEL)

Diese Engel stellen im Grab jedem Verstorbenen die folgenden Fragen: “Wer ist dein ‘Rabb’ (Schöpfer)? Wer ist dein Prophet? Was ist deine Religion?”

Diese Engel werden auch Grabengel genannt. Ohne die Begegnung mit diesen beiden Engeln erfolgt der Übergang ins Jenseits nicht.

MUKARREBUN

Die ‘Mukarrebun’ genannten Engel sind stets mit ‘Tenzih’ (die Erklärung dafür, daß Allah der Allhöchste über alles erhaben ist), ‘Tehlil’ (das Aussprechen von Tauhid, der Einzigkeit Allahs) und ‘Tasbih’ (Allah den Allhöchsten lobpreisen) beschäftigt. Von der Größe und Vollkommenheit Allahs des Allhöchsten sind sie völlig außer sich, befinden sich im Zustand der Hingabe und Versunkenheit. Nichts vermag ihr Interesse zu erwecken. Diese auch ‘Müheyyemun’ genannten Engel wissen sogar nicht, daß das Universum erschaffen wurde.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Der Messias und auch Mukarreb (die Allah nahestehenden) Engel verschmähen niemals, Diener Allahs zu sein.” (Nisa: 172)

HAZENE-I PARADIES- UND HÖLLENENGEL

Sie haben die Stellung der Wärter des Paradieses und der Hölle inne.

Die Paradiesengel dienen im Paradies den Gläubigen und schließen mit ihnen Freundschaft. Ihr Oberhaupt heißt ‘Ridvan’.

Die Höllenengel oder die Höllenwärter jedoch fügen den Höllenbewohnern Qual zu. Und ihr Oberhaupt heißt ‘Malik’.

ERBARMENSENGEL

Sie befinden sich immer bei den Gläubigen, entfernen sich sogar nicht in ihren Häusern von ihnen.

DIE HELFENDEN ENGEL

Sie helfen den Gläubigen in Not, insbesondere im Kampf an ihrer Seite in Reih und Glied. Sie stärken die seelische Verfassung der Gläubigen. So halfen sie den Muslimen im ‘Bedir-Kampf’ in menschlicher Gestalt und im ‘Hendek-Kampf’ in unsichtbarer Weise.

Im edlen Qur’an heißt es folgendermaßen:

“Da ihr euren ‘Rabb’ (Schöpfer) um Hilfe anriefet, und Er euch erhörte und versprach: Ich stehe euch mit eintausend Engeln nacheinander bei “ (Anfal: 9)

“Wir hatten gegen sie einen Wind und Heerscharen, die ihr nicht gesehen hattet, gesandt.” (Ahzab: 9)

Dieser Beistand dauert bis zum Jüngsten Tag an.

Außer diesen aufgezählten, gibt es viele andere Engel, die mit verschiedenen Aufgaben beauftragt sind:

Es gibt jene,

die das ausgesprochene Salâwât (Segnungen) an den Gesandten Allahs, Muhammed (s.a.s.) überbringen,

die in allen Gassen und Wegen umhergehen und nach Ansammlungen von Menschen suchen, die sich mit ‘Zikrullah’ (Allahs Gedenken) beschäftigen und sich ihnen beigesellen,

die sich den Gesellschaften der Wissenschaft anschließen,

die in die Herzen der Gläubigen die Richtigkeit und Wahrheit eingeben,

die täglich beim Morgen- und Nachmittagsgebet mit den Gläubigen zusammen sind,

die jeden Freitag diejenigen feststellen, die zum Freitagsgebet kommen, und während der ‘Hutbe’ (mit Gebet verbundene Predigt vor dem Freitagsgebet) hineingehen und zuhören.

‘MELE-I A’LA’ (DER RAT DER ENGEL)

Jene Versammlung, welche den obersten Rat der Engel bildet, wird Mele-i A’la genannt. Diesen Namen gab Allah der Allhöchste:

“(Sprich:) Ich hatte keine Kunde darüber, worüber sie untereinander in ‘Mele-i A’la’ stritten.” (Sad: 69)

Unser Gebieter, Muhammed (s.a.s.) erklärte, daß er während ‘Miradsch’ (der Aufstieg; Himmelsreise des Propheten Muhammed, auf die der edle Qur’an hinweist) ‘Mele-i A’la’ besuchte, und dabei ‘Dschebrail’ (a.s.) sah, in einem Zustand eines alten Fetzens, aus Ehrfurcht an Allah.

Der Großteil der ‘Mele-i A’la’ besteht aus Engel, der Rest dagegen aus Seelen jener Menschen, die ‘Mele-i A’la’ nahestehen. Nachdem Allah der Allhöchste sie aus ihrem Käfig, dem Leib entbunden hat, beteiligen sich ihre Seelen an ‘Mele-i A’la’ und zählen zu ihnen.

Die ‘Dschinn’ und Satane, die heimlich die Sitzungen dieses obersten Rates, an der auch die Seelen jener hohen Menschen teilnehmen, belauschen wollen, um über ihre Geheimnisse Informationen zu erlangen, greifen die Wächter der Himmel an und vernichten sie.

So heißt es im edlen Qur’an:

“Sie können nichts bei ‘Mele-i A’la’ erlauschen. Versuchen sie es, so werden sie von allen Seiten beworfen als Ausgestoßene. Für sie ist eine dauernde Strafe vorgesehen. Wenn einer auch nur ein einziges Wort schnappen sollte, ihn verfolgt doch eine durchbohrende Feuerflamme.” (Saffat: 8-10)

 

DIE DSCHINN

Außer den Engeln, den geistigen Lebewesen aus ‘Nur’ (göttliches Licht), gibt es andere subtile Lebewesen, die Allah der Allhöchste erschuf und die ‘Dschinn’ heißen. Sie leben auf der Erde zusammen mit den Menschen. Sie wurden aus Feuer erschaffen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und die Dschinn schuf Er aus einer rauchloser Feuerflamme.” (Rahman: 15)

Der Satan ist auch einer von den Dschinn.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Er war einer der Dschinn” (Kehf: 50)

Auch bei ihnen gibt es bestimmte Gemeinschaften wie Gesellschaftsgruppen, Völker, Geschlechter analog zu denen der Menschen. Sie heiraten und vermehren sich, essen und trinken, es gibt Junge und Alte von ihnen. Nur weiß man nicht, wo sie leben. Und sie haben auch die Fähigkeit, außerhalb der Erde auf den Planeten zu leben. Sie sehen die Menschen, können sie sprechen hören und ihre Sprache verstehen. Die Menschen jedoch können sie nicht sehen.

Die ‘Dschinn’ eifern beim Ritualgebet den Muslimen nach. Ihre Nahrung sind Knochen, und getrockneter Kuhmist ist die Nahrung ihrer Tiere.

Unser Gebieter, Muhammed (s.a.s.) spricht in einem Hadith folgendermaßen:

“Zu mir kam eine Schar der Dschinn aus der Ortschaft Nasibin. Wie gut waren doch diese ‘Dschinn’. Sie verlangten von mir Nahrung. Und ich rief zu Allah zu ihrem Gunsten wie folgt: ‘Mögen sich die ‘Dschinn’ von Knochen und getrockneten Kuhmist ernähren, wenn sie ihnen begegnen.’ (Buhari)

Sie besitzen Eigenschaften wie Lang- und Kurzsein und Sichbefinden in einer bestimmten Dimension. Und sie haben ihr eigenes Wissen. Sie besitzen auch Fähigkeiten, sich in verschiedene Gestalten umzuwandeln. Es wird berichtet, daß sie oft in der Gestalt einer Schlange gesehen wurden.

Sie wurden mit der Begabung erschaffen, den Weg der Rechtleitung beziehungsweise Irreleitung wählen zu können.

Die gläubigen ‘Dschinn’ werden zusammen mit den gläubigen Menschen im Paradies sein, und ihre ungläubigen mit den ungläubigen Menschen in der Hölle.

Vor dem Prophetentum unseres Gebieters, Muhammed (s.a.s.) pflegten die ‘Dschinn’ unter den Menschen Zwietracht und Unruhe zu stiften, indem sie zum Himmel aufstiegen und dann Wahrsagern einflüsterten, was sie von den Engeln abhörten. Nachdem ‘Nur-i Muhammedi’ (das göttliche Licht Muhammed) aufging und die Wege der Rechtleitung geebnet wurden, wurden die ‘Dschinn’ aus dem Himmel vertrieben. Somit wurde verhindert, daß sie vom Himmel Informationen empfangen.

Als sie dann zurückkehrten, besprachen sie diese Angelegenheit unter sich. Um nach Gründen dafür zu suchen, fingen sie an, alle Himmelsrichtungen durchzuforschen. Als eine Gruppe dieser ‘Dschinn’ in der Gegend um ‘Hedschas’ und ‘Tihame’ an einem Ort, mit dem Namen ‘Nahle’, zu unserem Gebieter Muhammed (s.a.s.) kamen, während er mit seinen ‘Ashab’ (die Gefährten des Gesandten Allahs) das Morgengebet verrichtete. Als sie die Rezitation von Qur’an hörten, sprachen sie untereinander: ‘Fürwahr, das ist der Grund, warum wir vom Himmel vertrieben wurden.’ In vollem Anstand und Demut hörten sie zu und wurden dann Gläubige. Alles, was sie sahen und hörten, teilten sie ihren Völkern mit. Wie manche von ihnen daran glaubten, so gab es auch welche, die daran nicht glaubten.

Darüber spricht Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und Erhabene in der Sure ‘Dschinn’ folgendermaßen:

“O Geliebter! Sprich: ‘Es wurde mir offenbart, daß eine Schar der Dschinn den Qur’an zuhörte.” Daraufhin sprachen sie folgendes:

“Fürwahr, wir haben einen wunderbaren Qur’an gehört, der zur Rechtschaffenheit leitet; so haben wir an ihn geglaubt. Wir werden unserem ‘Rabb’ (Schöpfer) nichts zur Seite stellen.”

“Wahrlich, der Ruhm unseres ‘Rabb’ (Schöpfer) ist Hocherhaben. Er hat sich weder Gattin noch Kind zugesellt.”

“Jener dumme ‘Iblis’ (der Satan) unter uns hatte jedoch abscheuliche Lügen über Allah erzählt. Wir nahmen nicht an, daß die Menschen und Dschinn je eine Lüge über Allah sprechen würden”,

“und daß freilich einige Leute von den Menschen bei einigen Leuten der Dschinn Schutz zu suchen pflegten, so daß sie den Hochmut und die Aufsässigkeit jener Dschinn bestärkten.”

“Und sie dachten, ebenso wie ihr denkt, Allah würde niemanden wieder zum Leben erwecken.”

“Wir suchten den Himmel ab, doch wir fanden ihn mit sehr starken Wächtern und Feuerflammen erfüllt.”

“Wir pflegten davor auf einigen seiner Sitze zu sitzen, um zu lauschen. Wer aber jetzt lauscht, der findet eine Feuerflamme, die auf ihn lauert.”

“Wir können nicht wissen, ob etwas Böses für diejenigen beabsichtigt ist, die auf der Erde sind, oder ob ihnen ihr ‘Rabb’ (Schöpfer) etwas Gutes zukommen lassen wollte.”

“Unter uns gibt es solche, die rechtschaffene Gläubige sind, und solch, die weit davon entfernt. Wir waren Sekten, die verschiedene Wege gingen.”

“Nun haben wir deutlich begriffen, daß wir auf keine Weise Allah auf der Erde schwächen könnten, noch könnten wir ihn durch Flucht schwächen.”

“Und als wir den Qur’an, der Führer zur Rechtleitung ist, vernahmen, da glaubten wir an ihn. und wer an seinen ‘Rabb’ (Schöpfer) glaubt, der fürchtet weder Einbuße noch Unrecht.”

“Und manche unter uns sind gottergebene Muslime. Und manche unter uns sind vom rechten Weg abgewichene Frevler. Die ergebenen Muslime; doch sie sind diejenigen, die nach dem Weg der Rechtleitung suchen und seiner würdig sind.”

“Und was jene Frevler anbelangt, die wider sich selbst Unrecht taten, so wurden sie Brennhölzer der Hölle.”

O Geliebter! Wenn sie den rechten Weg eingehalten hätten, hätten Wir dann ihnen reichlich Wasser zu trinken gegeben, um sie dadurch zu prüfen.

Wer sich dann von der Ermahnung seines ‘Rabb’ (Schöpfer) abwendet, Er stößt ihn in eine zunehmende Strafe.” (Dschinn: 1-17)

Abdullah ibn-i Mas’ud (r.a.) berichtet:

Ich hörte, wie einer der ‘Dschinn’ dem Gesandten Allahs (s.a.s.) folgende Frage stellte: ‘Wer bezeugt, daß du der Gesandte Allahs bist?’ In unserer nahen Umgebung gab es eine Mastixpistazie. Der Gesandte Allahs (s.a.s.) fragte die ‘Dschinn’, indem er auf sie zeigte: ‘Habt ihr diesen Baum gesehen? Glaubt ihr, wenn er bezeugt?’ Sie entgegneten: ‘Ja, wir glauben.’ Daraufhin rief der Gesandte Allahs (s.a.s.) diesen Baum herbei. Und der Baum kam nach. Ich sah ihn kommen, seine Äste und Zweige mit sich schleppend.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) fragte den Baum: ‘Bezeugst du, daß ich der Gesandte Allahs bin?’

Der Baum entgegnete: ‘Ich bezeuge, daß du der Gesandte Allahs bist.’

Zu unserem Gebieter, dem Gesandten Allahs (s.a.s.) kamen des öfteren Gesandtschaften von ‘Dschinn’. Jene, die in Mekka, außerhalb Medina, in Baki und in Hadschun kamen, waren von ihnen. Bei all diesen vier war ‘Abdullah ibni Mesud’ (r.a.) persönlich dabei.

Einem Bericht von Abdullah ibni Mas’ud (r.a.) zufolge, besaß der Gesandte Allahs über das erste keine Kenntnis. Er sah sie nicht. Er wußte nicht, daß sie Qur’an hörten. Dies wurde durch ‘Wahiy’ (göttliche Offenbarung) mitgeteilt. Nachdem die Sure ‘Dschinn’ herabgesandt worden war, traf der Gesandte Allahs aufgrund des göttlichen Befehls mit den ‘Dschinn’ zusammen.

Wie im edlen Vers erklärt wird: “Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen sollen.” (Zariyat: 56), sind wie die Menschen auch die ‘Dschinn’ für die Bestimmungen des edlen Qur’an verpflichtet. Wie unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) unter den Menschen ‘Ashab’ hatte, so hatte er sie auch unter den ‘Dschinn’.

Allah der Erhaben Wahrhaftige spricht:

“Und da Wir dir eine Schar Dschinn zuwandten, so daß sie den Qur’an zuhören sollten. Und als sie bei ihm zugegen waren, sprachen sie: ‘Schweigt’. Und als der Qur’an zu Ende gelesen wurde, kehrte jeder von ihnen zu seinem Volk als ein Warner zurück.

Sie sprachen: ‘O unser Volk, wir haben ein Buch gehört, das nach Moses herabgesandt worden ist und welches das bestätigt, was schon vor ihm da gewesen ist, das zur Wahrheit und auf den rechten Weg leitet.

O unser Volk, hört auf Allahs Rufer Muhammed und glaubt an ihn, sodaß Allah eure Sünden vergebe und euch vor einer qualvollen Strafe schütze.’

Und der, der nicht auf Allahs Rufer Muhammed hört, soll wissen, daß er auf der Erde Allah nicht schwächen kann. Und er hat außer Ihm keine Freunde. Doch, jene sind in offenkundigem Irrtum.” (Ahkaf: 29-32)

Allah der Allhöchste hatte eine Schar der ‘Dschinn’ dem Befehl des Propheten Suleyman (a.s.) unterstellt. Suleyman (a.s.) ließ sie ‘Beyt-ül Mukaddes’ bauen. Als sein Tod nahte, stellte er sich auf einen Stock stützend zum Gebet auf, und er starb in dieser Haltung. Die ‘Dschinn’ pflegten jedoch nach wie vor die ihnen auferlegten schweren Arbeiten zu verrichten. Sie bemerkten nicht, daß er gestorben war. Und dann, als ein Holzwurm den Stock zerfraß, fiel Suleyman (a.s.) zu Boden. Erst dann erfuhren die Dschinn, daß er gestorben ist.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Mit der Erlaubnis seines ‘Rabb’ (Schöpfer) arbeiteten einige von den Dschinn vor ihm. Und wer von ihnen von Unserem Befehl abwich, den ließen Wir von der Strafe des flammenden Feuers kosten.

Sie machten für Suleyman, was er begehrte; Paläste und Bildwerke, Becken wie Teiche und feststehende Töpfe. ‘O ihr vom Hause Dawuds, wirkt in Dankbarkeit!’ Nur wenige von Meinen Dienern sind dankbar.

Und als Wir dann über ihn den Tod verhängt hatten, da zeigte ihnen seinen Tod nur ein Wurm an, der seinen Stock zerfraß. Da er hinstützte, wurde klar, daß, wenn die Dschinn das Verborgene gekannt hätten, sie nicht in ihrer schändenden Strafe zu verweilen gebraucht hätten.” (Saba: 12-14)

Und in den edlen Versen der Sure ‘Naml’ heißt es:

“Die von den Dschinn und Menschen und Vögeln gebildeten Heerscharen Suleymans wurden versammelt, und sie standen in Reih und Glied geordnet.

Bis dann, als sie zum Tale der Ameisen kamen, eine Ameise darunter sprach: ‘O ihr Ameisen, geht in eure Wohnungen hinein, damit euch Suleyman und sein Heer nicht zertreten, ohne daß sie es merken.’

Suleyman lächelte heiter über ihre Worte und sprach: ‘O mein ‘Rabb’ (Schöpfer), gib mir ein, dankbar für die Gnade zu sein, die du mir und meinen Eltern gewährt hast, und gib mir ein, gute Werke zu tun, die Dir wohlgefällig seien, und nimm mich in Deiner Barmherzigkeit unter Deine rechtschaffenen Dienern auf.’

Und er musterte die Vögel und sprach: ‘Wie kommt es, daß ich den Wiedehopf nicht sehe? Ist er denn abwesend ? Entweder bringt er mir einen triftigen Grund vor oder ich werde ihn gewiß mit strenger Strafe bestrafen oder ich werde ihn schlachten.’

Und der Wiedehopf säumte nicht lange, dann sprach er: ‘Ich habe eine Erfahrung gemacht, die du nicht gemacht hast; und ich habe dir aus Saba eine sichere Nachricht gebracht.

Dort fand ich eine Frau, die über das Volk herrscht. Ihr ist alles reichlich beschert worden, und sie besitzt einen großartigen Thron. Ich fand sie und ihr Volk die Sonne statt Allah anbeten. Der Satan hat ihnen ihre Werke ausgeschmückt und hat sie vom Weg Allahs abgehalten, so daß sie dem rechten Weg nicht folgen können.’

Damit sie nicht Allah verehren, Der ans Licht bringt, was in den Himmeln und auf der Erde verborgen ist, und Der weiß, was ihr verhehlt und was ihr offenbart!

Allah! Es ist kein Gott außer Ihm, dem ‘Rabb’ (Schöpfer) des Gewaltigen ‘Arsh’.

Und Suleyman sprach: ‘Wir werden sehen, ob du die Wahrheit gesprochen hast oder ob du einer der Lügner bist.

Bringe diesen Brief und wirf ihn vor sie hin, sodann zieh dich von ihnen zurück und schau, was sie erwidern werden.’

Die Königin von Saba sprach zu ihrem Volk:

‘O ihr Vornehmen, mir ist ein sehr wichtiger Brief überbracht worden. Er ist von Suleyman, und er lautet: ‘Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Seid nicht überheblich gegen mich, sondern kommt zu mir als Muslime.’

Sie sprach: ‘O ihr Vornehmen, ratet mir darin, was ich zu tun brauche. Ich habe keine Angelegenheit entschieden, solange ihr nicht zugegen seid.’

Sie sprachen:

‘Wir besitzen Kraft und eine starke Kriegsmacht, aber dir obliegt der Befehl, sieh nun zu, was du befehlen willst.’

Die Königin sprach: ‘Fürwahr, wenn Könige in ein Land eindringen, verwüsten sie es und machen die höchsten seiner Bewohner zu den niedrigsten. So verfahren sie doch.

Ich aber will ihnen ein Geschenk schicken und will abwarten, womit die Boten zurückkommen.’

Als die Überbringer zu Suleyman kamen, sprach er: ‘Schüttet ihr Reichtümer über mich aus? Jedoch was Allah mir gegeben hat, ist besser als das, was Er euch gegeben hat. Ihr sollt euch mit eurem Geschenk erfreuen.

Bringe es zu ihnen zurück. Ich komme ganz gewiß mit meinen Heerscharen zu ihnen, gegen die sie keine Macht haben werden, ich treibe sie von dort in Schmach fort, und sie fühlen sich gedemütigt.’

Er sprach: ‘O ihr Vornehmen, wer von euch bringt mir ihren Thron, bevor sie als Muslime zu mir kommen?’

Ein kraftvoller Riese von den Dschinn sprach: ‘Ehe du dich von deinem Feldlager erhebst, bringe ich dir diesen Thron. Wahrlich, ich besitze dazu eine vertraenswürdige Stärke.’

Da sprach einer, der Kenntnis vom Buch besaß: ‘Ich bringe ihn dir innerhalb eines Augenzwinkerns von dir.’

Und da Suleyman ihn vor sich stehen sah, sprach er: ‘Dies geschieht durch die Gnade meines Schöpfers, um mich zu prüfen, ob ich dankbar oder undankbar bin. Und wer dankbar ist, der ist dankbar für sich selbst. Wer aber undankbar ist, der soll wissen; mein Schöpfer ist Sich Selbst Genügend, Freigebig.’

Er sprach: ‘Macht ihr ihren Thron unkenntlich; wir wollen sehen, ob sie ihn kennen wird oder nicht.’

Als die Königin kam, da wurde gesprochen: ‘War dein Thron wie dieser?’ Und sie sprach: ‘Es ist, als wäre er ein und derselbe. Und uns wurde davon schon früher Kenntnis verliehen, und wir wurden Muslime.’

Und was die Königin bis dahin davon abhielt, eine Muslime zu werden, waren Dinge, die sie statt Allah verehrte; denn sie gehörte zu einem ungläubigen Volk.

Es wurde zu ihr gesprochen: ‘Tritt ein in den Palast.Als sie den Salon sah, hielt sie ihn für ein tiefes Wasser und entblößte ihre Beine. Suleyman sprach: ‘Es ist fürwahr ein Salon, getäfelt und gepflastert mit geglättetem Glas.’

Die Königin sprach: ‘Mein ‘Rabb’ (Schöpfer)!, ich hatte fürwahr gegen mich selbst Unrecht getan; nun ergebe ich mich mit Suleyman Allah, dem ‘Rabb’ (Schöpfer) der Welten.’” (Naml: 17-44)

 

 

SCHAITAN (DER SATAN)

Der Satan hatte lange Zeit Allah dem Allhöchsten angebetet, ohne sich aufzulehnen. Als auch ihm die Verpflichtung auferlegt wurde, sich mit den Engeln vor Adam -Friede sei auf ihm- niederzuwerfen, widersetzte er sich dessen; und erklärte, daß er selbst aus Feuer, Adam jedoch aus Lehm erschaffen wurde und er deshalb besser als Adam (a.s.) sei.

Da er das Gebot Allahs des Allhöchsten sinnlos empfand und sich widersetzte; und behauptete, er hätte bessere Entscheidung getroffen als die von Allah, wurde er deshalb auf ewig von der göttlichen Barmherzigkeit ausgeschlossen.

Der Satan bat Allah den Allhöchsten um die Aufschubsgewährung bis zum Jüngsten Tag; und als sein Wunsch angenommen wurde, erklärte er, er werde mit allen Mitteln versuchen, die Menschen vom rechten Weg abzubringen.

Als erstes veranlasste er, daß Adem (a.s.) und seine Gattin Hawwa (Eva) aus dem Paradies ausgewiesen wurden.

Über die Diener Allahs des Allhöchsten, die an Ihn vom Herzen glauben und ihre Glaubensdienste ausführen, hat der Satan keine Macht.

Über dies sprach Allah der Allhöchste in Seinem edlen Vers folgendermaßen:

“Wahrlich, der Satan hat kein Befugnis über die, die glauben und auf ihren Schöpfer vertrauen.” (Nahl: 99)

 

DIE FEINDSCHAFT DES SATANS

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und der Erhabene berichtet in Seinem folgenden edlen Vers, daß der Satan ein großer Feind ist.

“Laßt euch ja nicht vom Satan abwenden. Gewiß, er ist euer offenkundiger Feind.” (Zuhruf: 62)

Um den Gläubigen ihren von Allah dem Erhaben Wahrhaftigen als Kapital huldvoll gewährten Glauben zu berauben und sie irrezuleiten, bemüht sich der Satan mit seiner ganzen Kraft. Nun greift er mit seiner Heer an. Als erstes fängt er damit an, die Verleugnung Allahs zu bewirken. Hat er dabei keinen Erfolg, so geht er zum Propheten Muhammed -Friede sei auf ihm- über, und versucht von dieser Seite zu verführen. Wenn er auch hierbei keinen Erfolg hat, so stellte er sich ihm entgegen mit den Einflüsterungen auf wie: ‘Der edle Qur’an ist kein Wort Allahs.’ Sollte er bei einem dieser Punkte Erfolg haben, so betrachtet er jene Person als seinen Kämpfer. Denn, ein Mensch kann in seinen Handlungen Fehler begehen. Wird aber seine Überzeugung erschüttert und sein Glaube beeinträchtigt, so ist nichts Gutes von ihm zu erwarten. Daher ist es sehr wichtig, daß man bei Allah dem Erhabenen Zuflucht sucht und die Festung des Glaubens vor Satan solide hält.

“O mein ‘Rabb’ (Schöpfer)! ich nehme meine Zuflucht zu Dir vor den Einflüsterungen der Satane.

O mein Schöpfer! und ich nehme meine Zuflucht zu Dir, damit sie sich mir nicht nähern.” (Mu’minun: 97-98)

DER GLAUBE AN

DIE BÜCHER (DIE SCHRIFTEN) ALLAHS DES ALLHÖCHSTEN

Allah der Allhöchste offenbarte manchen Seiner Gesandten ‘Bücher’ und manchen ‘Seiten’, um den Menschen den Weg der Rechtleitung zu zeigen, sie vor Irreleitung zu retten, sie die Glückseligkeit im Diesseits und das Wohlergehen im Jenseits erlangen zu lassen.

Im edlen Qur’an heßt es:

“Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Und dann entsandte Allah die Propheten als Bringer froher Botschaft und als Warner. Und Er sandte mit ihnen die Bücher mit der Wahrheit herab, um zwischen den Menschen über das, worüber sie uneins waren, zu entscheiden. Keiner war uneins mit den anderen über das herabgesandte Buch, den gesandten Propheten und Seine Religion. Aber uneins waren jene, denen das Buch gegeben war, nachdem klare Beweise zu ihnen gekommen waren, nur aus Mißgunst und Gier untereinander. Dann leitete Allah mit Seiner Erlaubnis diejenigen, die gläubig sind, zur Wahrheit, über die sie uneins waren. Allah zeigt, wem Er will, den geraden Weg.” (Baqara: 213)

Und die Propheten, denen kein eigenes Buch herabgesandt wurde, folgten einem zuvor offenbarten göttlichen Buch und wurden damit beauftragt, die Völker zu lehren.

Aus diesem Grund hat Allah der Allhöchste befohlen, nicht nur an den edlen Qur’an, sondern auch an alle zuvor herabgesandten göttlichen Bücher zu glauben.

Im edlen Qur’an heißt es:

“O ihr, die ihr gläubig geworden seid, glaubt an Allah und Seinen Gesandten und an das Buch, das Er auf Seinen Gesandten herabgesandt hat, und an die Schrift, die Er zuvor herabsandte.” (Nisa: 136)

Auch wenn im edlen Qur’an mitgeteilt wird, daß auf jedes Volk ein Prophet und jedem Propheten ein ‘Buch’ oder ‘Seiten’ gesandt wurde, wurden jedoch die Namen der all den Propheten offenbarten Bücher nicht einzeln genannt.

Aus diesem Grund ist es für jeden Muslim eine ‘Fardh’ (rituelle Pflicht) daran zu glauben, daß alle im edlen Qur’an erwähnten heiligen Bücher Worte Allahs sind. Ein Mensch kann kein Muslim sein, solange er nicht an die göttlichen Bücher glaubt, die Allah der Allhöchste herabgesandt hat.

Jedoch kamen manche dieser Bücher, außer dem Qur’an, abhanden und jene, die bis zu unserer heutigen Zeit gelangt sind, wurden verfälscht und haben somit ihren Charakter als göttliches Buch verloren. Wir glauben an die Originalfassungen dieser verfälschten Bücher, wie sie von Allah gekommen sind.

SUHUF (DIE SEITEN)

Die ersten herabgesandten Bücher bestanden aus solchen Seiten, die den Bedürfnissen kleinerer Gemeinschaften entsprachen.

Es wurden an Adam (a.s.) 10 Seiten, Schit (a.s.) 50 Seiten, Idris (a.s.) 30 Seiten, Ibrahim (a.s.) 10 Seiten herabgesandt. Heute ist keine dieser Seiten vorhanden.

Die Aussagen dieser ‘Suhuf’ genannten Schriften sind in unserem edlen Qur’an noch detaillierter mitgeteilt:

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wahrlich, diese Bestimmungen standen in den ersten Schriften, und auch in den Schriften Ibrahims (Abrahams) und Musas(Moses)” (A’la: 18-19)

DIE BÜCHER

An die Propheten der großen Gemeinschaften wurden große Bücher herabgesandt. Es wurden an

Musa (Moses -a.s.-) - Taurat (die Thora),

Dawud (David -a.s.-) - Zebur (der Psalter),

Isa (Jesus -a.s.-) - Indschil (das Evangelium) und

Muhammmed der edle Qur’an gegeben.

DER EDLE QUR’AN

Der edle Qur’an ist das zuletzt gesandte und größte Buch Allahs. Er wurde durch Dschebrail (a.s.) dem Propheten Muhammed (a.s.) herabgesandt. Er gelangte von ihm bis zu uns durch übereinstimmende Überlieferung, die mit Gewißheit niemand anfechten vermag. Da er für die ganze Menschheit herabgesandt wurde, ist es somit sichergestellt, daß er unverfälscht gehütet wird.

Im edlen Qur’an heißt es folgendermaßen:

“Den Qur’an, der eine Ermahnung ist, haben Wir Selbst hinabgesandt und sein Hüter sicherlich sind Wir.” (Hidschr: 9)

Der Name des Qur’an wurde Selbst von Allah dem Allhöchsten gegeben:

“Er ist wahrlich der Qur’an, der sicherlich edel ist.” (Wakia: 77)

Außer diesem hat der edle Qur’an noch etwa fünfzig Namen und Eigenschaften. Die bekanntesten von ihnen sind: Kitab (das Buch), Furqan (die Unterscheidung), Tenzil (die Herabsendung), Zikir (das Gedenken), Haqq (die Wahrheit), Nur (das göttliche Licht), Mubin (das Offenkundige), Burhan (der Beweis), Kelamullah (das Wort Allahs), Hablullah (das Seil Allahs).

Im Jahr, in dem unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) das vierzigste Lebensjahr erreichte, begann der edle Qur’an zum ersten Mal in der Nacht ‘Qadr’ des Monats ‘Ramadan’ gegen Morgen offenbart zu werden. Über den Zeitraum seines Prophetentums wurde er aus verschiedenen Anlässen Vers für Vers, Sure für Sure herabgesandt und in dreiundzwanzig Jahren vervollständigt.

Recht viele der edlen Verse wurden entweder auf ein Geschehnis bezüglich des jeweiligen Verses oder als Antwort auf eine gestellte Frage offenbart. Diese werden ‘Offenbarungsgründe’ genannt.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) ließ die ‘Schreiber’ jede Offenbarung aufschreiben und gab für jeden Vers jeweils die Sure an, in welche sie eingegliedert werden sollte. So wie die auf Ledern, Schulterblättern, Steinen, Baumrinden aufgeschriebenen Offenbarungen sorgfältig aufbewahrt wurden, lernten unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) und viele von ‘Ashab’ (die edlen Gefährten des Propheten Muhammed) sie auswendig. Durch häufige Rezitation während und außerhalb ‘Salah’ (das Ritualgebet) wurde verhindert, daß sie vergessen wurden und gleichzeitig sichergestellt, daß sie fehlerfrei in die Gedächtnisse eingeprägt wurden.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) lernte die Offenbarung, die zu ihm herabgesandt wurde, sogleich auswendig und vergaß sie nie wieder.

Im edlen Qur’an heißt es:

“O Gesandter! Wir werden dich lesen lehren, und du wirst es nicht mehr vergessen!” (A‘la: 6)

In jedem Ramadan trug der Gesandte Allahs (s.a.s.) die in dem letzten Jahr offenbarten Verse des edlen Qur’an ‘Dschebrail’ (Gabriel) vor und stellte mit ihm Vergleiche an. Diese Rezitation und dieser Vergleich wurden im Ramadan vor seinem Ableben mehrmals wiederholt.

Schließlich bekam der edle Qur’an mit dem zuletzt offenbarten Vers seine endgültige Gliederung. Aber, weil zu Lebzeiten unseres Gebieters, des Gesandten Allahs (s.a.s.) andauernd Offenbarungen kamen, war es nicht möglich gewesen, ihn in eine Buchform zu bringen, obwohl er vollständig aufgeschrieben war. Und etwa neun Tage später nach der zuletzt herabgesandten Offenbarung trat unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) ins Jenseits ein.

Zu der Zeit des ersten Kalifen Abu Bakr (der erste Kalif -r.a.-), auf die Initiative von Omar (der zweite Kalif -r.a.-) brachte ein unter der Führung Zeyd Bin Sabits (einer der edlen Gefährten des Gesandten Allahs -r.a.-) gebildetes Komitee den edlen Qur’an in eine Buchform.

In ‘Masdschid Nabi’ (die Moschee des Propheten in Medina) begann man mit den Arbeiten. Obwohl man alle Verse auswendig wußte, wurde es zur Bedingung gemacht, daß die in der Gegenwart des Propheten niedergeschriebenen Verse schriftlich mit zwei Zeugen gebracht werden, die das Aufschreiben selbst gesehen haben. So wurde der edle Qur’an zu einem Buch zusammengebunden, wie es der Gesandte Allahs lehrte, auswendig lernen und aufschreiben ließ. Dieses Originalexemplar nannte man ‘Mushaf’.

Zu der Zeit Osmans (der dritte Kalif -r.a.-) wurde dieses Urexemplar wieder von einem unter der Führung Zeyd bin Sabits (r.a.) gebildeten Komitee vervielfältigt. Eines davon wurde in Medine gelassen, und die anderen wurden zu den wichtigen islamischen Zentren wie Basra, Kufa, Ägypten, Bahreyn, Jemen, Mekka... geschickt.

Von damals bis heute wurde kein Vers, kein Wort, kein Buchstabe, nicht einmal ein Punkt in ihm entstellt. So wird er auch bis zum Jüngsten Tag unverändert fortbestehen. Wie nichts Seinesgleichen hervorgebracht wurde, so wird die Menschheit auch nicht in Zukunft dazu imstande sein.

Es ist das einzige Buch, das diese Eigenschaft besitzt.

Die anderen göttlichen Bücher wurden nicht aufgeschrieben, als sie offenbart wurden. Sie wurden erst lange Zeit später nach Ableben jener Propheten hervorgebracht, zu denen sie herabgesandt wurden. Heute existieren drei Thoren und vier Evangelien. Jedes von ihnen wird in seiner Geltung anerkannt. Sie stimmen nicht miteinander überein, und enthalten recht viele Abschnitte, die untereinander keinen Zusammenhang haben. Sogar die Aussage des einen wird durch die Aussage des anderen dementiert. Jedoch hatte Allah der Allhöchste eine Thora und ein Evangelium herabgesandt.

Der edle Qur’an ist sowohl hinsichtlich seiner Ausdrucksweise als auch seines Sinngehalts einzigartig. Er ist das größte Wunder unseres Gebieters, Muhammed (s.a.s.) Die Wunder anderer Propheten gingen mit ihren Ableben zu Ende. Jene Wunder erlebte keiner außer denjenigen, die damals zugegen waren. Jedoch der edle Qur’an als Wunder wird bis zum Jüngsten Tag weiterbestehen. Bis heute konnte weder eine von seinen kleinsten Suren nachgeahmt werden, noch konnte ein Wort Seinesgleichen vorgebracht werden.

 

DER GLAUBE AN DIE PROPHETEN ALLAHS DES ALLHÖCHSTEN

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und Erhabene erschuf die Menschen, damit sie Seine Existenz und Einzigkeit erkennen, Ihn anbeten und Ihm Gehorsam leisten.

Infolgedessen fühlt ein Mensch mittels seiner Erwägungen die Existenz eines Schöpfers, sofern er seinen Verstand und Gedanken richtig benutzt. Er kann begreifen, daß dieses großartige Universum, das den menschlichen Verstand verwirrt, einen großen Schöpfer hat.

Jedoch, die Art und Weise der Glaubensbezeugung, die von Ihm angenommen wird, wie Seine Befehle und Anordnungen ergehen und welche Glaubensdienste es sind, die Seinen Wohlgefallen finden, kann der Mensch von sich aus nicht wissen. Er führt ein seiner natürlichen Veranlagung völlig entgegengesetztes Leben und merkt nichts davon.

So informierte Allah der Wahrhaftig Erhabene aus Seiner Gunst und Gnade die Menschen über Seine Existenz, auf daß sie die Wahrheit finden, im Diesseits friedlich nebeneinander leben und im Jenseits die Rettung erlangen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wir haben die Propheten als Überbringerfroher Botschaften und als Warner entsandt, so daß die Menschen nach den Gesandten keine Rechtfertigung gegen Allah haben. Allah ist Allmächtig, Allweise.” (Nisa: 165)

Die Menschen gehörten zu der wahren Religion. Nachdem sie in Konflikt und Zwist geraten waren, kamen sie vom rechten Weg ab. Daraufhin entsandte Allah der Allhöchste die Propheten, die sie vor Seiner Strafe warnten und ihnen Seine Barmherzigkeit verhießen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Dann entsandte Allah die Propheten als Überbringer froher Botschaft und als Warner.” (Baqara: 213)

Solange Allah der Erhabene keinen Propheten entsendet und somit Seine Gebote und Verbote verkündet, bestraft Er keinen Menschen und keine Gemeinschaft. Hätte Er das getan, so hätten sie folgendes sagen können.

“O unser ‘Rabb’ (Schöpfer), hättest Du doch uns einen Propheten herabgeschickt, so hätten wir Deine Gebote befolgt, ehe wir gedemütigt und beschämt wurden.” (Ta-ha: 134)

Demzufolge wird es nicht möglich sein, daß jemand am Jüngsten Tag eine Entschuldigung vorbringt und sich damit von seiner jenseitigen Verantwortung und seinem jenseitigen Verhängnis befreit.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Es gab kein Volk, in dem es nicht einmal einen Propheten als Warner gegeben hätte.“ (Fatir: 24)

“Wir strafen niemanden, ohne zuvor einen Propheten geschickt zu haben.” (Isra: 15)

Der Mensch, der selbst bei den einfachsten und leichtesten Tätigkeiten einen Unterweiser benötigt, braucht auch bei einer der verborgenen Welt gehörigen wichtigsten Angelegenheit, die sich auf sein ewiges Leben bezieht, unbedingt einen Führer.

Das Prophetentum ist eine Gunst Allahs des Allhöchsten, eine Gewährung Seiner Gnadenbezeugung, kann nicht durch eigenes Bestreben erlangt werden. Er betraute Seine Diener nach Eigenem Belieben mit der Aufgabe, den rechten Weg aufzuzeigen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Allah weiß besser, wen Er zu Seinem Gesandten berufen wird.” (An’am: 124)

Sie sind die auserwählten und außergewöhnlichen Menschen, die die höchste Moral und Eigenschaften besitzen. Jeder von ihnen ist ein Vorbild.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sie gehörten vor Uns zu den Auserwählten und den Guten.” (Sad: 47)

“Sie alle gehörten zu den Rechtschaffenen.” (An’am: 85)

Sie sind die Besten und Auserwählten der Menschen. Allah der Allhöchste erwählte und erzog sie Selbst. Sie sind die ersten Erzieher der Menschheit.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Jedem von ihnen gewährten Wir über die Welten erhabene Fähigkeiten.” (An’am: 86)

Sie sind in jeder Hinsicht aufrichtig, lügen niemals. Sie sind vertrauenswürdig und weichen vom rechten Weg nicht ab. Sie sind frei von Schuld, begehen keine Sünde. Sie besitzen im höchsten Maße Anstand und Reinheit. Sie sind die Intelligentesten und die Klügsten der Menschen. Sie besitzen einen starken Willen. Die Gebote und Verbote, die sie von Allah offenbart bekommen haben, übermitteln sie den Menschen unverändert weiter.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wir machten sie zu Vorbildern, die auf unser Geheiß den Menschen den rechten Weg zeigen.” (Anbiya: 73)

Durch ‘Mudschise’ (Wunder) unterstützte Allah der Erhabene Seine diese erwählten Diener, die Er als Propheten berief, um deren Prophetentum den Mitmenschen zu beweisen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Unser folgendes Wort war an Unsere gesandten Diener ergangen. Ihnen wird sicherlich geholfen.” (Saffat: 171-172)

‘Mudschise’ (Prophetenwunder) sind außergewöhnliche Geschehnisse, die von den Propheten -Friede sei auf ihnen allen- vollbracht werden. Es ereignet sich bei niemandem außer ihnen.

Es gibt zwei Arten von ihnen: Das eine sind die Wunder, die Allah der Allhöchste Seinen Propheten gewährte, um deren Prophetentum zu beweisen. Und das andere sind die, welche die Menschen auf eigene Wünsche von den Propheten verlangten, um den Glauben anzunehmen.

Die Strafe für das Nichtglauben an die Wunder erster Art wurde nicht gleich verhängt. Jedoch diejenigen, obwohl sie nach ihrem eigenen Wunsch Wunder verlangten und daran nicht glaubten, gingen in kurzer Zeit zugrunde. Das Kamel des Propheten Salih (a.s.) gehört zu den Wundern der zweiten Art.

Was der Zusammenhang der Wunder mit den Propheten ist, so ereignen sie sich in ihren Händen (durch sie). In Wirklichkeit besteht es daraus, daß von Ewigkeit zu Ewigkeit immerwährende Allmacht Allahs des Allhöchsten zu jenem Augenblick in Erscheinung tritt.

Diese auserwählten Menschen fühlten sich nicht im geringsten ermüdet, um Wunder zu wirken.

Daß unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) mit seinem Finger ein Zeichen gab, damit der Mond sich in zwei Teile zerlegt; daß er zu Seinem ‘Rabb’(Schöpfer) anrief, damit es regnet; und daß aus seinen gesegneten Fingern Wasser hervorsprudelte... Daß Musa (a.s.) mit seinem Stock berührte, damit das Meer sich teilt... Daß Suleyman (a.s.) die Vogelsprache verstand... Daß Isa (a.s.) mit Erlaubnis Allahs des Erhabenen die Verstorbenen zum Leben erweckte, sind die bekannten großen Wunder.

Und daß die außergewöhnlichen Ereignisse mit Erlaubnis und Willen Allahs des Erhabenen von den ‘Ewliya’ (Allahs Freunde) ausgeht, nennt man jedoch ‘Keramet’ (Wundertat) eines ‘Ewliya’ (Allahs Freund).

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in einem Hadith:

“Fürchtet den Scharfsinn des Gläubigen. Denn, er blickt durch ‘Nur’ (göttliches Licht) Allahs, des Allmächtigen, des Erhabenen.” (Munawi)

‘Keramet’ eines Heiligen zählt auch zu den Wundern für den Propheten, dem jener Heilige folgt. Denn, dieses ‘Keramet’ wurde ihm als Belohnung gewährt, weil er dem Propheten folgte.

‘Keramet’ ist keine Bedingung dafür, um ein Heiliger zu sein. Wie den Propheten ein Wunder zu wirken unerläßliche Bedingung ist, so obliegt es den Heiligen ihre ‘Keramet’ zu verbergen.

Es ist nicht richtig, diese Heiligen, die Allahs Freunde sind, nach ihren ‘Keramet’ und ‘Keschf’ (Enthüllungen aus dem Übersinnlichen und Verborgenen) zu würdigen. Es kann auch vorkommen, daß bei einem Heiligen gar kein Wunder gesehen wird.

Und ‘Istidradsch’ ist ähnlich wie ‘Keramet’. Es ereignet sich entsprechend dem Wunsch eines Frevlers oder eines Ungläubigen. Durch etliche Askeseübungen wird ‘Ruh’ (der Geist) gestärkt, gewinnt über ‘Nafs’ die Oberhand und bekommt dermaßen die Kraft, über die Materie zu herschen.

Solche Ereignisse beweisen aber nicht, daß sie sich auf dem rechten Weg befinden. Wie sie bedeutungslos und wertlos sind, so haben sie mit der Religion und dem Glauben nicht im geringsten zu tun. Sie machen sich selbst und ihre Mitmenschen zunichte.

In einem Hadith heißt es:

“Wenn du siehst, daß Allah einem Menschen alles irdische gibt, was er begehrt, obwohl er weiter Sünden begeht und davon nicht abläßt, so wisse, daß dies für ihn ‘Istidradsch’ von Allah ist.” (Ahmed bin Hanbel)

Dieser Zustand ist ‘Mekr’ (eine Falle) von Allah dem Erhabenen für denjenigen, der es begehrt hat. Er hat es gewollt, und Allah der Erhabene hat es ihm gegeben, ohne jedoch Sein Wohlgefallen.

Der erste Prophet ist Adem (a.s.), Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) ist jedoch hinsichtlich der Erschaffung der erste und in der Reihenfolge der Propheten der letzte.

In seinem Hadith sprach er:

“Als Adam zwischen Seele und Leib war, war ich schon Prophet.” (Ahmed bin Hanbel)

Dazwischen wurden viele Propheten entsandt. Außer den Propheten, deren Namen im edlen Qur’an auftreten und von deren lehrreichen Geschichten berichtet werden, gibt es noch Propheten, deren Namen nicht auftreten und von denen keine lehrreichen Geschichten berichtet werden.

Im edlen Qur’an heißt es:

“O Mein Gesandter! Wir entsandten sicher schon Gesandte vor dir. Darunter sind manche, von denen Wir dir berichtet haben, und es sind darunter manche, von denen Wir dir nicht berichtet haben.” (Mu’min: 78)

Diese auserwählten Führer und Wegweiser, deren Anzahl sich auf 124 tausend beläuft, sind jeder für sich Manifestationen des göttlichen Erbarmens. Sie sind diejenigen, die den erhaben ruhmreichen Schöpfer am besten kennen.

Im Grunde genommen gibt es keinen Unterschied zwischen ihnen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten.” (Baqara: 285)

Jedoch am Grad ihrer Rangstufen und hinsichtlich ihrer Nähe zu Allah dem Allhöchsten haben sie unterschiedliche Stellungen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wir haben einigen von jenen Propheten den Vorrang über andere gegeben.” (Baqara: 253)

Während alle Propheten - Friede sei auf ihnen allen - zu einer bestimmten Gemeinschaft oder den Bewohnern mancher Städte entsandt wurden, wurde unser Gebieter, der Siegel der Propheten (s.a.s.) zur gesamten Menschheit und den ‘Dschinn’ entsandt. Die Menschen allesamt, die bis zum Jüngsten Tag kommen werden, sind in dem Bereich, welcher seiner Führung unterliegt.

Allah der Allhöchste spricht in Seinem edlen Vers:

“O Mein Gesandter! Wir haben dich nur als Bringer froher Botschaft und Warner für die ganzen Menschen entsandt. Jedoch die meisten Menschen wissen es nicht.” (Saba: 28)

Jemand, der nicht an die Propheten glaubt, glaubt zugleich nicht an Allah den Allhöchsten. Und der Unglaube an einen Gesandten ist wie das Leugnen aller anderen.

Diese Propheten, die ihre Machtlosigkeit stets zugaben, die göttliche Erhabenheit fürchteten und vor ihr zitterten, forderten die Menschen auf zur Einzigkeit Allahs und Sein Diener zu sein.

Im edlen Qur’an heißt es:

“O Mein Gesandter! Wir offenbarten jedem Propheten, den Wir vor dir beauftragt hatten: ‘Es gibt keinen Gott außer Mir, dient nur Mir!’” (Anbiya: 25)

Und als sie diese Pflicht erfüllten, verlangten sie dafür keinen Lohn und keine Gegenleistung.

Sie sprachen zu den Gemeinschaften, denen sie die Wahrheit übermittelten:

“Ich verlange von euch keinen Lohn dafür. Mein Lohn ist allein beim ‘Rabb’ (Schöpfer) der Welten.” (Schuara: 109)

Im edlen Qur’an wird von ihren lehrreichen Geschichten, vorbildlichen Verhalten berichtet und wird dargelegt, daß wir ihnen auf dem rechten Weg nacheifern und sie uns zum Vorbild nehmen sollen:

“Jene Propheten sind von Allah rechtgeleitete Menschen. So folge ihrer Rechtleitung und eifere ihnen auf dem rechten Weg nach.” (An’am: 90)

“Alles, was Wir von den Propheten dir berichtet haben, ist um dein Herz zu festigen.” (Hud: 120)

“Friede sei mit allen Propheten.” (Saffat: 181)

 

Die im edlen Qur’an namentlich erwähnten Propheten:

Adem (Adam) Aleyhissalam, Idris Aleyhissalam,

Nuh (Noah) Aleyhissalam, Hud Aleyhissalam,

Salih Aleyhissalam, Ibrahim (Abraham) Aleyhissalam,

Lut (Lot) Aleyhissalam, Ismail (Ismael) Aleyhissalam,

Ishak (Isaak) Aleyhissalam,

Ya’kub (Jakob) Aleyhissalam,

Yusuf (Josef) Aleyhissalam, Eyyub (Hiob) Aleyhissalam,

Schuayib Aleyhissalam, Musa (Moses) Aleyhissalam,

Harun (Aaron) Aleyhissalam, Ilyas (Elisas) Aleyhissalam,

Elyesa (Elisa) Aleyhissalam, Zulkifl Aleyhissalam,

Yunus (Jonas) Aleyhissalam,

Davud (Dawid) Aleyhissalam,

Suleyman (Salomo) Aleyhissalam,

Loqman Aleyhissalam,

Zekeriyya (Zacharias) Aleyhissalam,

Yahya (Johannes) Aleyhissalam, Uzeyir Aleyhissalam,

Zulkarneyn Aleyhissalam, Isa (Jesus) Aleyhissalam,

und Muhammed Aleyhissalam,

Friede sei auf ihnen allen.

DER GLAUBE AN

DEN JÜNGSTEN TAG

Der Glaube an die Auferstehung nach dem Tod und zu glauben daran, daß die Menschen für ihre diesseitigen Taten zur Rechenschaft gezogen werden und letzten Endes belohnt oder bestraft werden, ist einer von den Glaubensgrundsätzen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und Gutes tut, diese haben ihren Lohn bei ihrem ‘Rabb’ (Schöpfer). Und sie werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein.” (Baqara: 62)

Allah der Allhöchste erschuf diese Welt, auf der wir leben und alle Geschöpfe für eine bestimmte Zeit.

Wie jedes Lebewesen ein Lebensende hat, so hat auch die Welt eine begrenzte Lebensdauer.

Nachdem Er Seine Geschöpfe bis zu einem von Ihm bereits festgelegten Tag am Leben erhalten hat, wird Er sie sterben lassen. Alles, was existiert, wird eines Tages mit dem Weltuntergang zu Ende gehen und das ewige Leben im Jenseits beginnen.

Daß der Jüngste Tag nahe ist, bezeugen mehrere edlen Verse und Ahadith.

So heißt es im edlen Qur’an:

“Der Jüngste Tag naht.” (Nedschm: 57)

“Die Zeichen dafür sind schon eingetroffen.” (Muhammad: 18)

“Die Stunde des Jüngsten Tages wird gewiß kommen, darüber herrscht kein Zweifel; doch die meisten Menschen glauben es nicht.” (Mu’min: 59)

“Sie befragen dich nach der Stunde, wann sie wohl eintreten werde. Sprich: ‘Das weiß nur mein ‘Rabb’ (Schöpfer). Keiner als Er kann sie (die Stunde) zu ihrer Zeit bekannt geben. Die Stunde, derer Last die Himmel und die Erde nicht tragen werden, soll über euch nur plötzlich hereinbrechen.’

Sie befragen dich, als ob du von ihr genaue Kenntnis besäßest. Sprich: ‘Das Wissen darum ist nur bei Allah.’ Doch die meisten Menschen wissen es nicht.” (A’raf: 187)

“Wahrlich, der Jüngste Tag, dessen Zeit Ich fest verborgen halte, auf daß jeder die Belohnung seiner Taten erfährt, wird bestimmt kommen. Laß dich nicht von dem, der hieran nicht glaubt und seinen Gelüsten folgt, davon abhalten, damit du nicht untergehest.” (Ta-ha: 15-16)

“Wie kannst du es wissen, vielleicht steht die Stunde nahe bevor? Diejenigen, die nicht an sie glauben, wünschen sie zu beschleunigen; diejenigen aber, die an sie glauben, haben Furcht vor ihr und wissen, daß es die Wahrheit ist. Wahrlich, diejenigen, die an der Stunde zweifeln, sind weit in der deutlich sichtbaren Irre.” (Schura: 17-18)

Unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) sprach, indem er den Zeigerfinger und Mittelfinger nebeneinander zeigte:

“Ich bin entsandt worden, während der Jüngste Tag so nahe bevor steht.” (Buhari-Muslim)

Wann der Jüngste Tag kommt und diese schreckliche Stunde hereinbricht, weiß keiner außer Allah. Es steht jedoch fest, daß sie nicht hereinbrechen wird, bevor die Zeichen dafür eintreffen. Tritt eines dieser Zeichen auf, so folgen ihm die anderen nacheinander.

Zuerst werden die kleinen Zeichen auftreten.

Huzeyfe’tül-Gifari (einer der Gefährten des Gesandten Allahs -r.a.-) teilte mit:

“Eines Tages, als wir uns unterhielten, kam der Gesandte Allahs (s.a.s.) zu uns. Er fragte ‘Wovon habt ihr gerade geredet?’. Die Freunde erwiderten: ‘Wir sprachen vom Jüngsten Tag’. Daraufhin sprach er (der Gesandte Allahs): Der Jüngste Tag wird nicht hereinbrechen, bevor ihr die zehn Zeichen dafür gesehen habt.” (Muslim)

Die zehn großen Zeichen, die im weiteren Verlauf dieses Hadith erwähnt sind:

1. Duhan

Bedeutet ein großer Rauch. Vor dem Jüngsten Tag wird er tatsächlich ausbrechen und die ganze Erde überziehen. Dieser Zustand wird vierzig Tage andauern. Die Gläubigen werden so sein, als hätten sie Schnupfen und die Ungläubigen, als wären sie betrunken.

2. Dadschal

Eine Person namens ‘Dadschal’ wird auftauchen, wird sich zum Gott erheben und eine Zeitlang die Menschen irreführen.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) sprach in seinem Hadith wie folgt:

“Zwischen der Erschaffung Adams und dem Hereinbrechen des Jüngsten Tages gibt es keine größere Zwietracht als ‘Dadschal.’” (Muslim)

Und in einem anderen Hadith berichtet er, daß jene, die die ersten zehn und letzten zehn edlen Verse der Sure Kehf beharrlich rezitieren, von seinem Übel gerettet werden.

Übermittlung von Abdullah ibn-i Omar (r.a.):

Bei seiner Abschiedswallfahrt rief der Gesandte Allahs (s.a.s.) einmal: ‘Die Menschen sollen schweigen und zuhören.’ Und dann lobpreiste er Allah und sprach danach über Messias (Der Gesalbte; im edlen Qur’an genannter Beiname des Propheten Isa) und ‘Dadschal’:

“Jeder Gesandte Allahs warnte sein Volk vor ihm. Nuh (Noah -a.s.-) warnte sein Volk vor ihm, und die Propheten, die nach ihm kamen, warnten auch vor ihm.

‘Dadschal’ wird aus eurer Mitte kommen. Sein Zustand wird euch nicht geheim bleiben. Es ist euch nicht verborgen, daß euer Schöpfer nicht einäugig ist. Er jedoch ist jemand, dessen rechte Auge blind ist. Sein Auge ist wie eine heraushängende Weintraube.” (Buhari-Muslim)

Nach der Überlieferung von Anas bin Malik sprach unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) öfter das folgende Bittgebet aus.

“O Allah! Ich suche Zuflucht bei Dir vor Geiz, Gier, Faulheit, einem langen Leben, das in Not und Elend, in Altersschwäche vergeht, vor der Strafe im Grab, vor der Zwietracht ‘Dadschals’ und anderen Übel, während des Lebens und des Todes.” (Buhari)

3. Isa (Jesus) -Friede sei auf ihm-

Isa (a.s.) ist nicht gestorben, sondern zum Himmel emporgehoben. Mit seinem Körper lebt er im Himmel. In der Zeit, in der die Muslime von der Zwietracht ‘Dadschals’ erdrückt werden, wird er auf die Erde herabkommen und seine Taten verwirklichen. Diese Angelegenheit ist durch übereinstimmende Überlieferung bekannt. Dies steht durch Qur’an, ‘Sunna’ und ‘Idschma’ fest.

Allah der Allhöchste spricht im edlen Qur’an folgendermaßen:

“Wahrlich, er (Isa) ist ein Erkennungszeichen des Jüngsten Tages.” (Zuhruf: 61)

“Jeder unter den Leuten der Schrift wird gewiß vor seinem Tod an Isa glauben. Und er wird am Tage der Auferstehung ein Zeuge von ihnen (ein Zeuge für den Glauben derer, die wahrhaftig glauben) sein.” (Nisa: 159)

Darüber, daß Isa (a.s.) in der Zeit kurz vor dem Jüngsten Tag herabkommen wird, berichtet unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) in seinen Ahadith wie folgt:

“Bei Allah, Der mein Leben in Seiner Allmacht hält! Isa (Jesus), der Sohn der Maryam (Maria) wird bald als gerechter Richter kommen, das Kreuz zerbrechen, das Schwein töten, ‘Dschizye-Steuer’ (Die Steuer, die von Nichtmuslimen erhoben wird) abschaffen; und die Ware wird an Bestand so zunehmen, daß es keinen geben wird, der sie annimmt.” (Buhari. Tedschrid-i Sarih: 1018)

“Eine Gemeinde unter meiner Glaubensgemeinschaft wird bis zum Jüngsten Tag für die Wahrheit siegreich weiter kämpfen.

Und dann kommt Isa, der Sohn der Maryam herab. Der Gebieter der Muslime spricht zu ihm: ‘Komm, werde unser Vorbeter beim ‘Salah’ (Ritualgebet)!’ Er jedoch spricht: ‘Nein! Aus der Gnade Allahs des Allhöchsten seid ihr Gebieter untereinander.’” (Muslim)

“Ich bin derjenige unter den Menschen, der Isa (Jesus), dem Sohn der Maryam im Diesseits und im Jenseits am nahesten steht. Alle Propheten sind Brüder, wie die Kinder eines Vaters, die von seinen verschiedenen Frauen geboren sind. Doch ihre Religion ist eine.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 1403)

“Eines Nachts in meinem Traum fand ich mich neben der Ka’ba. Da sah ich einen dunkelbraunen Mann, er war der schönste der Dunkelbraunen, die ich gesehen hatte. Er hatte solche Haare über die Ohren, daß sie die schönsten der langen Haare waren, die ich je gesehen hatte. Er kämmte sich das Haar, und das Wasser tropfte von seinen Haaren herab. Er umkreiste die Ka’ba, wobei er sich auf zwei Personen (oder auf die Schulter von zwei Personen) stützte. Ich fragte: ‘Wer ist das?’ Man antwortete mir: ‘Das ist Mesih (der Messias), der Sohn der Maryam.’ Darauf begegnete ich einem äußerst lockighaarigen Kerl mit schielendem rechten Auge. Es sah so aus, als wäre sein Auge wie eine heraushängende Weintraube. Ich fragte: ‘Und wer ist das?’ Man antwortete mir: ‘Das ist ‘Mesih-Dadschal’ (der falsche Messias)’” (Muslim)

Die vordersten Gelehrten der Glaubensgemeinschaft Muhammeds in jedem Zeitalter waren darüber in Übereinstimmung, daß Isa (a.s.) in der Zeit kurz vor dem Jüngsten Tag herabkommen wird. Dies wurde niemals bestritten. Lediglich einige Philosophen haben es abgeleugnet.

Wir empfinden für ihn große Zuneigung und warten auf sein Kommen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Isa (Jesus) sprach: ‘O ihr Kinder Israels! Wahrlich, ich bin ein Gesandter Allahs bei euch, der Bestätiger der Thora, die vor mir gekommen ist, und Bringer der frohen Botschaft eines Gesandten, der nach mir kommen wird. Sein Name wird Ahmed sein.” (Saf: 6)

Gemäß dem edlen Vers kündigte Isa (a.s.) das Kommen unseres Gebieters, des Gesandten Allahs (s.a.s.) an, und unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) gab das Kommen Isa (a.s.) bekannt.

Und wir versuchen, euch über dies alles zu benachrichtigen und empfehlen euch, ihm zu folgen.

4. Gog und Magog

Zwei Völker unbestimmter Abstammung werden die Sperrmauer, die vor ihnen errichtet wurde, übersteigen und sich von dort aus auf die Erde verbreiten. Sie werden eine Zeitlang versuchen, in ihrer Umgebung Unheil anzurichten. Dann aber werden sie auf Isa (a.s.) Bittruf vernichtet.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und dann, wenn die Mauer geöffnet wird und Gog und Magog freigelassen werden, eilen sie von allen Höhen herbei.” (Anbiya: 96)

5. Dabbetül-arz

Dabbetül-arz ist ein Tier, das in der Zeit vor dem Jüngsten Tag auftauchen wird, wenn die Gebote Allahs des Erhabenen unterlassen werden und die Menschen die wahre Religion entstellt haben. Es wird so schnell sein, daß keiner es einholen und keiner ihm entrinnen könnte.

Gemäß den Ahadith wird es mit dem Stock von Musa (a.s.) und dem Siegel von Suleyman (a.s.) auftreten. Mit dem Siegel wird es das Antlitz der Gläubigen erleuchten, mit dem Stock wird es die Nase der Ungläubigen brechen. Es wird sagen: “Hey, du da! Du bist für das Paradies bestimmt! Hey, du da! Du bist für die Hölle bestimmt!” Somit werden die Gläubigen und die Ungläubigen erkenntlich.

Im edlen Qur’an heißt es folgendermaßen:

“Wenn die Verwirklichungszeit jenes Wortes (über das Hereinbrechen des Jüngsten Tages) naht, dann werden wir für sie ein Tier aus der Erde hervorbringen, das zu ihnen spricht, daß die Menschen mit Sicherheit nicht an unsere Zeichen glaubten.” (Naml: 82)

6. Der Aufgang der Sonne im Westen

Und eines der großen Zeichen für den Jüngsten Tag ist, daß die Sonne auf Allahs Befehl und Erlaubnis nur für einmal an einem Freitag aufgehen wird, wo sie untergegangen ist.

In einem Hadith heißt es folgendermaßen:

“Solange die Sonne nicht dort aufgeht, wo sie untergegangen ist, wird der Jüngste Tag nicht hereinbrechen. Geht sie dort auf, wo sie untergegangen ist, so werden alle Menschen glauben; aber demjenigen, der vor diesem Tag nicht geglaubt hat oder mit seinem Glauben nichts Gutes tun konnte, wird sein Glaube nicht nützlich sein.” (Muslim)

7. Der Ausbruch eines großen Feuers in der Gegend Hedschas

Als Abdullah bin Salam (r.a.), der einst der größte Gelehrte der Juden in Medina war, dann aber den Islam annahm, den Propheten fragte: ‘Was ist das erste Zeichen des Jüngsten Tages?’ erwiderte unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.):

“Das erste Zeichen des Jüngsten Tages ist, daß ein Feuer ausbricht und die Menschen nach Westen verdrängt.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 1368)

8. 9. 10. Drei große Bodensenkungen

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinem Hadith folgendermaßen:

“Vor dem Jüngsten Tag werden drei Senkungen auftreten; eine im Osten, eine im Westen und eine auf der arabischen Halbinsel.” (Muslim)

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) teilte uns im einzeln mit, daß die Zeichen für den Jüngsten Tag nacheinander auftreten und was die Menschen an jenen Tagen erwartet.

Von Newwas bin Sem’an (einer der edlen Gefährten des Gesandten Allahs -r.a.-) wird folgendes überliefert:

“Der Gesandte Allahs (s.a.s.) sprach an einem Morgen von ‘Dadschal’ und stellte ausdrücklich klar, was für ein großes Übel er ist, so daß wir beinahe glaubten, er wäre in der Gegend Nahl. Wir entfernten uns von der Gegenwart des edlen Gesandten Allahs (s.a.s.) und kamen dann wieder zurück. Er bemerkte unsere Traurigkeit und Betrübnis und fragte: ‘Was habt ihr?’ Wir sagten: ‘O der Gesandte Allahs, Du sprachst heute Morgen von Dadschal, verachtetest ihn und sagtest, was für ein großes Übel und Unheil er sei, so daß wir schon glaubten, er wäre in der Gegend Nahl.’

Daraufhin sprach er:

‘Was ich für euch befürchte, sind andere als Dadschal. Falls er in meiner Anwesenheit auftauchen sollte, könnte ich ihn allein besiegen. Falls er jedoch in meiner Abwesenheit erscheint, so muß sich jeder selbst verteidigen und vor seinem Unheil Schutz suchen. Allah der Allhöchste wird ohnehin jeden Muslim vor seinem Unheil beschützen.

‘Dadschal’ ist ein äußerst lockighaariger Junge mit einem Auge, das heraushängt. Ich gleiche ihn etwa ‘Abdul-uzza’ dem Sohn Katans. Wer Dadschal begegnen sollte, soll die ersten Verse der Sure Kehf rezitieren.

Dadschal wird an einem Ort zwischen Damaskus und dem Irak auftauchen, rechts und links Unheil stiften. O die ihr Gläubigen (jene, die diese Zeit erleben), bleibt beharrlich in eurer Religion!’

Wir sagten: ‘O der Gesandte Allahs! Wielange wird Dadschal auf der Erde bleiben?’

Er sprach: ‘Dadschal wird auf der Erde vierzig Tage bleiben. Ein Tag wird so lang sein wie ein Jahr, ein Tag so lang wie einen Monat, ein Tag so lang wie eine Woche und die restlichen Tage werden wie eure Tage.’

Wir fragten wieder:

‘O der Gesandte Allahs! Genügt eintägiges Gebet an dem Tag, der so lang ist wie ein Jahr?’

Der Gesandte Allahs (s.a.s.) sprach:

‘Nein, ihr schätzt und bestimmt danach die Gebetszeiten.’

Wir sagten: ‘O der Gesandte Allahs! Wie schnell wird er auf der Erde sein?’

Und er sprach:

‘Er wird so schnell sein wie die Wolke vor dem Wind. Er kommt zu einer Gemeinde, fordert sie auf, zu glauben, er sei ihr ‘Rabb’ (Schöpfer). Und sie glauben an ihn und folgen ihm. Daraufhin befiehlt Dadschal dem Himmel, regnen zu lassen, und es regnet. Er befiehlt der Erde, es wachsen Weiden und Wiesen. Und die Tiere kehren von Weideland außergewöhnlich gemästet und milchgebend zurück.

Dann kommt ‘Dadschal’ zu einer anderen Gemeinde, fordert auch sie auf, zu glauben, so daß er ihr ‘Rabb’ (Schöpfer) sei. Aber sie weisen seine Aufforderung ab und beharren auf dem richtigen Glauben. Daraufhin verläßt er sie. Über diese Gemeinde fällt kein Tropfen Regen mehr, die Weiden trocknen aus und von ihrem Hab und Gut bleibt nichts mehr in ihren Händen.

Er kommt an einem Trümmerfeld vorbei und befiehlt ihm: ‘Gib deine Schätze heraus’, und sogleich kommen die Schätze heraus und folgen ihm, wie die Bienen ihrer Königin folgen.

Und dann fordert er einen Jungen in der Blüte seiner Jugend auf, an ihn zu glauben. Weil der Junge es ablehnt, trennt er ihn mit einem Schwertschlag in zwei Teile ab, und dann fordert er ihn wieder auf. Daraufhin lacht der Junge mit einem fröhlichen Gesicht.

Während er in diesem Zustand steht, schickt Allah der Allhöchste den Messias, den Sohn der Maryam herab. Isa (a.s.), eingehüllt in zwei gefärbten Paradiesgewänder und seine Hände auf den Flügeln von zwei Engeln, steigt hinab auf das weiße Minarett östlich von Damaskus.

Senkt er seinen Kopf, so schwitzt er blitzsauber, als wenn er aus dem Badehaus käme. Hebt er seinen Kopf empor, so fallen von seinen Haaren Tropfen aus ‘Nur’ (göttliches Licht) herab, leuchtend wie die Perlen. Ein Ungläubiger, der seinen Atem riecht, stirbt bestimmt. Dieser Atem breitet sich auf eine Sichtweite aus. Isa (a.s.) macht sich auf die Suche nach dem ‘Dadschal’. Schließlich holt er ihn vor dem Lüdd-Tor ein und tötet ihn. Dann kommt eine Gemeinde, die Allah der Allhöchste vor Dadschals Unheil beschützt hat, zu Isa (a.s.). Isa (a.s.) reibt ihnen die Gesichter und teilt ihre Rangstufen im Paradies mit. Zur dieser Zeit offenbart Allah der Allhöchste Isa (a.s.) folgendes:

‘Ich habe eine Gemeinde hervorgebracht, die dir gehorcht. Niemand vermag sie zu töten. So beschütze Meine jenen Diener im Sinaigebirge!’”

Allah der Erhaben Wahrhaftige läßt Gog und Magog frei. Sie werden von allen Höhen herbeieilen. Die erste Schar wird an den Taberiye-See kommen und das ganze Wasser austrinken. Dann werden die anderen an diesem See vorbeikommen und sagen: ‘Früher einmal hätte es doch hier viel Wasser gegeben.’ Und dann werden sie in den Beyt-i Makdis-Berg marschieren. Da werden sie sagen: ‘Wir haben alle auf der Erde getötet, jetzt wollen wir die, die im Himmel sind, auch töten.’ und sie werden ihre Pfeile in den Himmel abschießen. Allah der Allhöchste wird ihnen ihre Pfeile mit Blut gefärbt zurückrichten. Isa (a.s.) und seine Gefährten werden im Sinai-Gebirge eingeschlossen sein. Die Umstände aufgrund des Eingeschlossenseins werden derart schwer werden, daß in jenen Tagen der Kopf eines Ochsen für jeden von ihnen mehr wert sein wird als euer heutiger hundert Dinar.

Daraufhin werden der Prophet Allahs Isa (a.s.) und seine Gefährten zu Allah beten, auf daß Er sie vor ihrem (Gog und Magog) Unheil beschütze. Allah der Allhöchste bringt Würmchen über die Nacken der Scharen Gogs und Magogs. Am nächsten Morgen gehen sie alle durch die Allmacht Allahs zugrunde, wie der Tod eines einzigen Menschen. Dann kommen Isa (a.s.) und seine Gefährten aus dem Sinai-Gebirge herunter. Sie finden auf der Erde keinen handbreit freien Ort von ihren (Gog und Magog) stinkenden Leichen.

Und wieder beten Isa (a.s.) und seine Gefährten zu Allah, und Allah der Erhaben Wahrhaftige schickt Vögel so groß wie der Hals eines Kamels. Sie schnappen die Leichen und werfen dort hin, wo Allah es will. Dann läßt Allah der Erhaben Wahrhaftige sehr viel Regen fallen, sodaß weder ein Haus noch ein Zelt von diesem Niederschlag gerettet wird. Dieser Regen wäscht ganze Erde aus, macht alles blitz-blank sauber und die Erde wird ganz mit Grün bedeckt. Und es wird der Erde befohlen: ‘Laß deine Früchte wachsen, gib Segen wie vorher!’ Eine Gemeinde an jenem Tag, wie sie einen einzigen Granatapfel ißt und damit satt wird, ruht sich auch im Schatten dessen Schale aus. Auch die Milch der Kamele, der Kühe, der Schafe und der Ziegen, die ins Weideland geschickt werden, ist voller Segen, so daß die Milch eines Milchkamels eine große Gemeinde, die einer Milchkuh einen Stamm und die eines Schafs die nahen Verwandten sättigt. Während dieses bequemen Lebens in Wohlstand schickt Allah der Erhaben Wahrhaftige einen angenehmen Wind, der die Gläubigen dahinrafft. Die übrig gebliebenen Menschen sind die übelsten Menschen. Sie fahren einander an die Kehle. Sie verkehren wie die Esel in der Öffentlichkeit. Und der Jüngste Tag bricht über sie herein.” (Muslim)

Die Erscheinung von Mahdi dem Erhabenen ist auch ein Zeichen für den Jüngsten Tag:

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in seinen Ahadith folgendermaßen:

“Selbst wenn nur noch ein Tag für das Hereinbrechen des Jüngsten Tages bleibt, wird Allah der Allhöchste diesen Tag verlängern und jemanden, der aus meiner Familie stammt, schicken. Sein Name wird sein wie mein Name, und der Name seines Vaters wird sein wie der Name meines Vaters. Er wird die Erde, die durch Unterdrückung und Gewalt gequält wird, mit Wohlsein und Gerechtigkeit füllen.” (Abu Dawud, Tirmizi)

“Mahdi ist von den Kindern meiner Tochter Fatima und von meinem ‘Ehl-i beyt’ (Angehörige des Hauses).” (Abu Dawud: 4284)

“Mahdi ist von mir. Seine Stirn ist breit, seine Nase schmal und lang und die Mitte etwas höher. Er herrscht sieben Jahre. Er befreit die Erde von Unterdrückung und Qual und füllt sie mit Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit.” (Abu Dawud: 4285)

“Jene Person praktiziert unter den Menschen die Sunna des Propheten (s.a.s.). Der Islam setzt sich mit seinen ganzen Fundamenten auf der Erde durch. Er (Mahdi) lebt sieben Jahre und dann stirbt er. Die Muslime verrichten über ihn das Gebet.” (Abu Dawud: 4286)

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht über weitere Zeichen des Jüngsten Tages wie folgt:

“Zählt sechs Zeichen, die sich ereignen, bevor der Jüngste Tag hereinbricht:

1. Mein Tod.

2. Die Eroberung von Quds (Jerusalem).

3. Verfall der Menschen durch eine Krankheit, die der Schafspest ähnelt.

4. Überfluß an Hab und Gut. Wenn einem hundert Goldstücke gegeben wird, und dieser zürnt, weil er es gering ansieht und damit nicht zufrieden ist.

5. Die Ausweitung eines Unfriedens, der ohne Ausnahme in jedem arabischen Haus herrschen wird.

6. Daß zwischen euch und der gelben Rasse ein Friedensabkommen geschlossen wird, daß sie diesen Frieden brechen und mit achtzig Bannern, in jeder davon sind zwölftausend Soldaten, zu euch kommen und euch angreifen.” (Buhari Tedschrid-i sarih: 1313)

“Die Abnahme des Wissens und die Zunahme der Unwissenheit, die öffentliche Veranstaltung der Prostitution, die übermäßige Anzahl der Frauen und die Verringerung der Männer, so daß für fünfzig Frauen ein Mann zusteht, sind von den Zeichen der Stunde zum Jüngsten Tag.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 72)

“Daß das Wissen verschwindet und Unwissenheit herrscht, daß verschiedene alkoholischen Getränke zu sich genommen werden und der Ehebruch (die Unzucht) öffentlich begangen wird, sind gewiß von den Zeichen des Jüngsten Tages.” (Buhari. Tedschrid-i sarih: 71)

“Wenn das Staatsvermögen zum Nutzen des bestimmten Kreises verwendet wird; wenn das anvertraute Gut, der Gelegenheitskauf und Zakah (Pflichtabgabe: mindestens 2.5 Prozent des Jahreseinkommens bzw. des Besitzes) als Zwang angesehen werden und das Wissen für einen anderen Zweck als für die Religion erlernt wird; wenn der Mensch seiner Frau gehorcht und gegen seine Mutter aufsässig wird; wenn er seinen Freund nähert aber seinen Vater von sich weist; wenn in den Moscheen Unruhe entsteht und ein Frevler Oberhaupt des Stammes wird, ein elender Wicht Führer der Nation wird; wenn jemandem nur deshalb Ehre erwiesen wird, weil man seine Tyrannei fürchtet; wenn überall singende Frauen, Musikinstrumente sich verbreiten, Weine getrunken werden und die Nachkommen dieser Gemeinde die Vorhergehenden verfluchen; dann sollen sie auf Zeichen wie, einen rotglühenden Wind, Erdbeben, Versenkungen im Boden, Umwandlungen, warten, die nacheinander folgen, wie eine Kette, deren Faden abgerissen ist und ihre Glieder aus Stein einander folgen.” (Tirmizi)

“Über die Menschen wird so eine Zeit kommen, in der ihre Anstrengungen nur noch ihre Mägen, ihre Ehre wird ihr Vermögen, ihre Gebetsrichtung ihre Frauen statt nach Mekka, ihre Religionen ihre Drachmen und Dinare sein. Sie sind die Übelsten der Geschöpfe und sie haben bei Allah keinen Anteil an dem, was Gutes betrifft.” (Deylemi)

“Über die Menschen wird so eine Zeit kommen, in der vom Islam nur noch der Name und vom Qur’an nur noch die äußere Form bleiben wird. Die Gebetshäuser werden nach außen gut verziert sein, jedoch ihr Inneres ist von der Rechtleitung entbehrt.

Ihre Gelehrten sind die übelsten unter dem Himmelsgewölbe. Zwietracht kam aus ihnen und wird wieder an sie zurückkehren.” (Beyhaki)

“Über die Menschen wird so eine Zeit kommen, in der es niemanden geben wird, der keine Zinsen nimmt; selbst wenn er keine Zinsen nimmt, wird er es nicht verhindern können, daß er davon etwas abbekommt.” (Abu Dawud)

Solange die Menschen mit ihren Gebetshäusern einander nicht prahlen, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Nesai)

“Solange die Menschen um Bau von Häusern nicht miteinander wetteifern, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Buhari)

“Solange an die Führung jeder Nation nicht die Heuchler kommen, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Medschmauz-Zewaid)

“Ein Mensch wird belobt, als ob er eine heldenhafte Person, ein vornehmer Mensch und ein Mensch mit Verstand wäre. In seinem Herzen jedoch ist keine Spur vom Glauben.” (Muslim)

“Solange die Glücklichsten der Menschen nicht die Übelsten bilden, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Tirmizi)

“Solange etwa dreißig verlogene Dadschals, die alle Gesandten Allahs zu sein behaupten, nicht erscheinen, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Tirmizi)

“Vor dem Jüngsten Tag werden gewiß Irreführenden erscheinen.” (Muslim)

“Solange der Euphrat über einem Goldberg nicht versiegt und es nicht aufgedeckt wird, bricht der Jüngste Tag nicht herein. Die Menschen werden darum kämpfen und werden 99 Prozent von ihnen getötet werden. Und jeder von ihnen wird sagen: ‘Vielleicht werde ich doch gerettet’” (Buhari)

“Bei Allah, Der mein Selbst in Seiner Allmacht hält, es wird über die Menschen eine Zeit kommen, der Mörder wird nicht wissen, warum er ermordet hat und der Ermordete wird nicht wissen, warum er ermordet wird.” (Muslim)

“Solange zwei große Gemeinschaften, deren Da’wa (Ruf) gleich sind, nicht kämpfen und zwischen ihnen nicht ein großer Krieg herrscht, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Muslim)

“Siebzigtausend mit Taylesan bekleidete Juden aus Isfahan (Pers. Stadt) werden sich Dadschals Befehlen unterstellen.” (Muslim)

“Solange von der Volksgruppe Kachtan nicht einer erscheint, der mit seiner Gewalt alle Menschen vertreiben wird, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Buhari)

“Solange die Zeit am Segen nicht weniger wird und das Jahr bis auf einen Monat, der Monat auf eine Woche, die Woche auf einen Tag, der Tag auf eine Stunde und die Stunde sich so verkürzt, bis das Heu im Feuer abbrennt, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Buhari)

“Bis jemand an dem Grabmal eines Menschen vorbeikommt und nicht sagt: ‘Wäre ich doch an seiner Stelle gelegen’, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Buhari)

“Erwarte das Hereinbrechen des Jüngsten Tages, wenn eine Angelegenheit dem überlassen wird, der dazu nicht fähig ist.” (Buhari)

“Solange nicht in der Landschaft Hedschas ein Feuer ausbricht, das die Hälse der Kamele in Basra beleuchtet, bricht der Jüngste Tag nicht herein.” (Buhari)

 

 

DIE PHASEN DES JENSEITIGEN LEBENS

Grab-Leben (Berzah-Welt)

Dies ist die Zeit nach dem Tod bis zum Tag der Auferstehung, eine Übergangswelt, die sich zwischen dem Diesseits und Jenseits befindet. Die mit dem Tod dem Körper entzogene Seele geht in die ‘Berzah-Welt’ über. Dort lebt sie je nach ihrer Tat entweder gemütlich oder sie wird bestraft.

Wenn der Mensch, nach dem Tod, bestattet wird, so kommen zwei Engel zu ihm, die ‘Münker’ und ‘Nekir’ heißen und fragen: ‘Wer ist dein Schöpfer? Was ist deine Religion? Wer ist dein Prophet?’. Die Gläubigen antworten auf diese Fragen richtig, und das Paradies wird ihnen verkündigt, ihre Gräber werden verbreitert. Das Grab wird für sie zu einem Garten der Paradiesgärten. Bis zum Tage der Auferstehung leben sie in einem glücklichen Zustand weiter. Die Ungläubigen und Heuchler jedoch können keine Antwort geben, die Hölle wird ihnen verkündigt. Ihre Gräber verengen sich unerbittlich. Von der Hölle wird ein Fenster geöffnet. Die brütende Hitze der Hölle erfüllt das Grab. Das Grab wird für sie zu einer Grube der Höllengruben. Diese Qual dauert bis zu dem Tag, an dem sie aus ihren Gräbern erweckt werden.

Unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) spricht in einem Hadith folgendermaßen:

“Die Strafe im Grab ist wahr. Jemand, der es nicht anerkennt, wird im Grab bestraft.” (Buhari)

Der erste und der zweite ‘Sur’ (Posaune)

Wenn Allah der Allhöchste die Lebensdauer der Welt beenden will, so befiehlt Er Israfil (a.s.), in den ‘Sur’ (die Posaune) hineinzustoßen.

Im edlen Vers heißt es wie folgt:

“Die Angelegenheit der Stunde des Jüngsten Tages ist nur einen Augenblick entfernt, oder sie ist noch näher. Gewiß, Allah hat Macht über alle Dinge.” (Nahl: 77)

Plötzlich entsteht ein schreckliches Getöse. Auf der Erde und im Himmel bleibt kein Lebendiger, alle sterben. Die Ordnung der Erden und der Himmel wird zerstört. Die Sterne werden ausgelöscht. Dann erweckt Allah der Allhöchste Israfil (a.s.) wieder zum Leben und befiehlt ihm, zum zweiten Male in den ‘Sur’ zu stoßen. Die bereits Verstorbenen werden alle auf ein Mal wieder zum Leben erweckt und in die göttliche Gegenwart geführt, um ihre Rechenschaft abzulegen.

Allah der Allhöchste spricht im edlen Qur’an wie folgt:

“Weiß der Mensch denn nicht, daß eine Zeit kommen wird, wo der Inhalt der Gräber herausgerissen wird und das herausgeholt wird, was in den Herzen ist?” (Adiyat: 9-10)

 

Machscher (Der Versammlungsort der am Jüngsten Tag Auferstandenen)

Alle Menschen und ‘Dschinn’ (aus rauchloser Feuerflamme erschaffene Lebewesen), die von Prophet Adam bis zum Anbrechen des Jüngsten Tages gelebt haben, kommen aus ihren Gräbern und eilen zum ‘Machscher’ hervor und versammeln sich vor Allah dem Allhöchsten.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Bei deinem ‘Rabb’ (Schöpfer). Wir werden sie ganz gewiß am Jüngsten Gericht versammeln, und auch die Satane.” (Maryam: 68)

“An jenem Tage stehen die Menschen vor dem ‘Rabb’ (Schöpfer) der Welten.” (Mutaffifin: 6)

“Wessen ist das Königreich heute? Es ist Allahs, des Einzigen, des Allbezwingenden.” (Mu’min: 16)

‘Machscher’ ist ein weißes vollkommen ebenes und grenzenloses Gebiet, das keine Aus- und Einbuchtungen hat, auf dem sich keine Stelle befindet, wo man sich verstecken könnte. Es ist überall gleich.

Dieses ebene Gebiet wird nicht wie die heutige Erdoberfläche sein. Die Ähnlichkeit besteht nur zwischen den Namen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“An jenem Tag wird die Erde in eine andere Erde verwandelt, und auch die Himmel werden in andere Himmel verwandelt.” (Ibrahim: 48)

Zum ‘Machscher’ kommen einige Menschen auf Reittieren, einige zu Fuß und manch einige kriechend. Die Menschen werden an jenem Tag barfuß, vollkommen nackt und unbeschnitten auferweckt. Niemand interessiert sich für den Zustand eines anderen. Jeder kümmert sich um sich selbst. In Verwirrung und Niedergeschlagenheit warten sie auf die Ablegung ihrer Rechenschaft und ihr Urteil.

Die jenseitige Sonne wird bis auf eine Meile nahe gebracht. Alle geraten je nach ihrem Ungehorsam in Schweiß. Darin versenken manche bis zum Fußknöchel, manche bis zur Kniescheibe und manche bis zur Kehle. Ihre Hitze wird so, daß sie schmelzen könnte. Wegen des Andrangs treten sie aufeinander. Auf Grund des Raummangels wellen sie sich wie das stürmische Meer. Und ihre inneren Unruhen erreichen den Höhepunkt. Bei diesen unbeschreiblich schrecklichen Ereignissen begreifen sie, daß die Welt eine vorübergehende Erscheinung war.

‘Machscher’ wird für die Leugner unerträglich sein, für die Gläubigen dagegen unverhältnismäßig schön, gemütlich, und so kurz, daß ein Ritualgebet nur aus zwei ‘Ra’ka’ verrichtet werden könnte.

Während die Ungläubigen, Heuchler, Ausschweifenden und Unterdrücker, die auf der Welt in Unwissenheit und auf Irrwege geraten sind, im Entbehren und Bereuen heulen, werden die Gläubigen als glückliche ehrenvolle Gäste vor Allah den Erhabenen eintreten.

Im edlen Qur’an heißt es:

“An jenem Tage versammeln Wir die Allahsfürchtigen vor dem Allerbarmer als Gäste.” (Maryam: 85)

“Sollten Wir etwa jene, die sich Allah hingaben, wie die Schuldigen behandeln?” (Qalam: 35)

“An jenem Tage werden manche Gesichter strahlend sein, sie sind heiter und freudig.” (Abasa: 38-39)

“Was jene anbelangt, deren Gesichter weiß sind; sie sind in Gnade Allahs.” (Al-i Imran: 107)

Am ‘Machscher’ gibt es Quellen, die jedem der Propheten gewährt sind. Diejenigen unter der Glaubensgemeinschaft jedes Propheten, die das Paradies verdient haben, werden daraus Wasser trinken und sich erfrischen, und auf ewig unter keinem Durst und Hunger leiden.

Die Quelle unseres Gebieters, des Gesandten Allahs (s.a.s.) ist größer als die Quellen unserer anderen Gebieter, der Propheten. Und seine Glaubensgemeinschaft ruht sich im Schatten des ‘Arsh’ (das Größte, was Allah der Allhöchste erschaffen hat) unter dem Sandschack ‘Liva-i Hamd’ (die Fahne des Propheten Muhammed (s.a.s.), unter der sich seine Glaubensgemeinschaft am Jüngsten Tag versammeln wird).

Für jeden nach seiner Rangstufe bei Allah wird es eine lange oder kurze Wartezeit geben. Wenn dieses Warten unerträglich wird, bemühen sie sich, einen Fürbitter aufzusuchen, damit das göttliche Gerichtsverfahren eröffnet wird. Auch wenn sie sich der Reihe nach an Adem, Nuh, Musa, Isa - Friede sei auf ihnen allen - wenden, bringt jeder von ihnen eine Entschuldigung vor und erklärt, daß er keine Fürbitte einlegen könne:

Sie sprechen folgendermaßen:

‘Mein ‘Rabb’ (Schöpfer), der Erhaben Allmächtige ist heute sehr streng und unnahbar, so daß Er Sich weder bis heute derart erzürnt hat noch danach so sehr erzürnen wird.’

Schließlich kommen sie zu Muhammed (a.s.), der für die Welten als Segen und Gnade entsandt wurde, und erbitten ihn, auf daß er für sie Fürbitter sein möge.

Allah der Allhöchste teilt uns mit, daß ihre diese Wünsche von ihrer Verwirrung herrühren und sie mit ihrer Bereuung nicht aufrichtig sind:

“Nein, das, was sie ehemals zu verflehen pflegten, ist ihnen nun klar geworden und deshalb reden sie so. Doch wenn sie auch zurückgebracht würden, kehrten sie ganz gewiß bald zu dem ihnen Verbotenen zurück. Und sie sind gewiß Lügner.” (An’am: 28)

Unser ‘Rabb’ (Schöpfer), der Barmherzigste der Barmherzigen, der Gesegnete und der Allhöchst Erhabene spricht, um Seine Diener vor der schmerzlichen Strafe jenes Tages zu bewahren und zu warnen, im edlen Qur’an wie folgt:

“Den Menschen ist die Zeit ihrer Abrechnung nahe gerückt, doch sie befinden sich immer noch in Achtlosigkeit.” (Anbiya: 1)

“O Muhammed! Sprich zu Meinen Dienern, die gläubig sind, auf daß sie das Gebet verrichten und von dem, was Wir ihnen gegeben haben, im Verborgenen und öffentlich spenden, bevor ein Tag kommt, an dem es weder Handel noch Freundschaft geben wird.” (Ibrahim: 31)

“O ihr Menschen! Fürchtet euren ‘Rabb’ (Schöpfer) und fürchtet den Tag, da kein Vater für seinen Sohn, kein Sohn für seinen Vater Buße leisten kann. Wahrlich, Allahs Verheißung ist wahr. Diesseitiges Leben soll euch nicht verführen. Der irreführende Satan soll euch vom richtigen Weg nicht abwenden, indem er auf Allahs Vergebung vertrauen läßt.” (Loqman: 33)

“Fürchtet den Tag, an dem keiner für einen anderen bürgen kann und von keinem weder Fürsprache noch Lösegeld angenommen wird und keinem geholfen wird.” (Baqara: 48)

“Nemmt die Aufforderung eures ‘Rabb’ an, bevor ein Tag kommt, den niemand gegen Allah verwehren kann. An jenem Tag gibt es für euch keine Zuflucht noch irgend eine Möglichkeit zu leugnen.” (Schura: 47)

“Wehe an jenem Tage den Leugnenden!” (Murselat: 15)

“An jenem Tage wird Allah Seinen Propheten und jene, die mit ihnen sind, nicht entehren und nicht zuschandenmachen.” (Tahrim: 8)

Und er kommt unter ‘Arsh’ des Allerbarmers und wirft sich vor Allah dem Allhöchsten, dem Erhaben Allmächtigen, nieder. Er bittet inständig, auf daß das jenseitige Verfahren eröffnet werde. Sein Bittgebet und seine Fürbitte werden angenommen und die Abrechnung beginnt.

Dieses Vorrecht, das unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) erhält, wird ‘Makam-i Mahmud’ (die größte der heiligen Stätte, die nur Muhammed -a.s.- erhält) genannt und diese Fürbitte ‘Schefaat-i Uzma’ (die größte Fürsprache, die nur Muhammed -a.s.- einlegen kann)

 

Austeilung der Hefte der Taten

Die auf der Welt von den Engeln ‘Kiramen Katibin’ (die edlen Schreiber) geschriebenen Hefte der Taten werden vor der Abrechnung ausgeteilt.

So heißt es im edlen Qur’an:

“Und wenn Schriften weithin aufgerollt werden.” (Takwir: 10)

Diese Hefte werden einigen Menschen von rechts und einigen links oder hinter ihrem Rücken gegeben.

Die, die es von rechts bekommen, werden ‘Ashab-i Yemin’ genannt. Das sind diejenigen, die das Paradies verdient haben und deren Abrechnungen leicht gehalten werden. Ihre Freuden sind unaufhörlich.

Im edlen Qur’an heißt es:

“An jenem Tage werdet ihr vorstellig sein und nichts Verborgenes von euch bleibt verborgen. Er, dem sein Buch in die Rechte gegeben wird, spricht: ‘Wohlan, lest mein Buch. Wahrlich, ich habe damit gerechnet, daß ich meiner Rechenschaft begegnen werde’” (Haqqa: 18-20)

“Diejenigen, denen die Hefte in die Rechte gegeben werden... Wie glücklich sind jene Menschen, denen die Hefte in die Rechte gegeben werden!” (Waqia: 8)

Und die, die ihre Bücher von links oder hinter ihrem Rücken bekommen, werden ‘Ashab-i Schimal’ genannt. Das sind diejenigen, die sehr hart zur Rechenschaft gezogen werden und die in die Hölle abgeführt werden.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Was aber den anbelangt, dem sein Buch in die Linke gegeben wird, so spricht er: ‘O wäre mir mein Buch doch nicht gegeben worden. Hätte ich doch nie erfahren, was meine Rechenschaft ist. O hätte doch dies ein Ende gemacht. Mein Besitz hat mir nichts genützt. Meine Macht ist von mir gegangen.’” (Haqqa: 25-29)

“Und diejenigen, denen die Hefte in die Linke gegeben werden... Wie unglücklich sind diejenigen, denen die Hefte in die Linke gegeben werden!” (Waqia: 9)

“Was aber den anbelangt, dem sein Heft hinter seinem Rücken gegeben wird, so schreit er: ‘Ich bin zugrunde gegangen!’” (Inschiqaq: 10-11)

“Da dachte er, er würde nie auferstehen und zu seinem ‘Rabb’ (Schöpfer) zurückkehren.” (Inschiqaq: 14)

Ihm wird gesprochen:

“Lies dein Buch! Heute genügst du als Rechner gegen dich.” (Isra: 14)

Diejenigen, die ihre Hefte lesen, sehen, daß alles, was sie im irdischen Leben getan haben, bis zum kleinsten Detail aufgezeichnet worden ist

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wenn das Buch ihnen vorgelegt wird, siehst du die Schuldigen in Ängsten wegen dem, was darin ist. Sie sprechen: ‘O wehe uns! Was für ein Buch ist das! Es läßt nichts aus, ob klein oder groß, sondern hält alles aufgezeichnet.’ Sie finden all das, was sie getan haben, gegenwärtig. Dein ‘Rabb’ (Schöpfer) tut keinem Unrecht.” (Kehf: 49)

“Alles, was die Menschen getan haben, kleine und große, Zeile für Zeile niedergeschrieben.” (Qamar: 52-53)

Die Abrechnung

Vor der Abrechnung erscheint ‘Nur’ (göttliches Licht) des ‘Arsh’.

Im edlen Qur’an heißt es:

“‘Machscher’ (der Versammlungsort) wird im ‘Nur’ deines ‘Rabb’ (Schöpfer) erstrahlen.” (Zumar: 69)

Dann weiß jeder, daß Allah der Allhöchste beginnen wird, zur Rechenschaft zu ziehen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Bei deinem ‘Rabb’ (Schöpfer)! Wir werden sie sicherlich alle zur Rechenschaft ziehen, um dessentwillen, was sie zu tun pflegten.” (Hidschr: 92-93)

“Wahrlich, Wir werden jene fragen, zu denen die Gesandten geschickt wurden. Und fragen werden Wir auch die Gesandten.

Dann werden Wir ihnen bis in alle Einzelheiten berichten, was sie getan haben. Denn Wir waren ja niemals abwesend.” (A’raf: 6-7)

Zu allererst werden die Propheten herbeigebracht und werden gefragt, ob sie ihre Gesandtschaft verkündet haben oder nicht.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Am Tage, an dem Allah die Gesandten versammelt und spricht: ‘Welche Antwort empfingt ihr?’ sagen sie: ‘Wir haben kein Wissen, Du allein bist der Allwisser des Verborgenen.’” (Ma’ide:109)

Die Gesandten legen über ihre Verkündungen Rechenschaft ab und die Ergebnisse werden vor den Zeugen bekanntgegeben.

Wenn die am ‘Machscher’ versammelten Menschen dieses gegen die Propheten ausgeführte Verfahren sehen, so verstärken sich die Ängste der Ungehorsamen und Schuldigen noch mehr. Dann werden alle einzeln zur Rechenschaft gezogen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Jeder von ihnen wird am Tage der Auferstehung zur Gegenwart Allahs kommen.” (Maryam: 95)

Von jedem wird Rechenschaft verlangt über alles, was sie getan haben, klein und groß, verborgen und offen, wertvoll und wertlos.

Nach dem Hadith werden die folgenden fünf Fragen an jenem Tag jedem gestellt:

1. Wo und auf welcher Weise er sein Leben vollendet hat,

2. Wie er seine Jugend verbracht hat,

3. Woher er seinen Besitz verdient hat,

4. Wofür er seinen Verdienst ausgegeben hat,

5. Ob er nach seinem Wissen gehandelt hat oder nicht. (Tirmizi)

Die erste Tat des Menschen, über die er am Jüngsten Gericht zur Rechenschaft gezogen wird, ist ‘Salah’ (das Ritualgebet). Der, der über ‘Salah’ seine Rechenschaft erfolgreich ablegt, gibt auf die anderen Fragen schnelle Antwort.

Allah der Erhaben Wahrhaftige zieht Seine Diener einzeln zur Rechenschaft, diese Abrechnung wird blitzschnell durchgeführt. Einen zur Rechenschaft zu ziehen, verhindert nicht, daß ein anderer seine Rechenschaft ablegt. Allah der Allhöchste ist ‘Seri-ül hisab’ (schnell im Abrechnen).

Im edlen Qur’an heißt es:

“Allah ist schnell im Abrechnen.” (Mu’min: 17)

Manche Leute wünschen sich, anstatt daß sie vor Allah hintreten und sich bloßstellen, schnellstens in die Hölle abgeführt zu werden.

Während jener Abrechnung werden außer den Heften der Taten, die von den Engeln niedergeschrieben worden sind, die sämtlichen Körperglieder derjenigen, die zu leugnen pflegten, gegen sie im einzeln das bezeugen, was sie getan haben.

Im edlen Qur’an heißt es:

“An dem Tage werden ihre Zungen, ihre Hände und ihre Füße gegen sie das bezeugen, was sie getan haben.” (Nur: 24)

“Ihr pflegtet eure Sünden nicht so zu verbergen, daß eure Augen und eure Ohren und eure Haut nicht Zeugnis gegen euch ablegen könnten. Vielmehr meintet ihr, Allah wüßte nicht viel von dem, was ihr zu tun pflegtet.” (Fussilet: 22)

Die Frevler, die die Schwere der Situation sehen, beschuldigen sich gegenseitig wie zum Beispiel mit folgenden Worten: ‘Du bist schuld daran!’

Im edlen Qur’an heißt es:

“Könntest du nur sehen, wie sich die Frevler wechselseitig die Schuld zuweisen, wenn sie vor ihren ‘Rabb’ (Schöpfer) gestellt werden! Diejenigen, die unterdrückt waren, sprechen zu denen, die hochmütig waren: ‘Wärt ihr nicht gewesen, wären wir ganz gewiß Gläubige geworden.’ Jene, die hochmütig waren, sprechen zu denen, die unterdrückt waren: ‘Waren wir es etwa, die euch vom rechten Weg abhielten, nach dem er zu euch gekommen war? Nein, ihr selbst wart die Schuldigen.’

Und jene, die unterdrückt waren, sprechen zu denen, die hochmütig waren: ‘Nein! Bei Nacht und Tag verleitetet ihr uns. Ihr befahlt uns, nicht an Allah zu glauben und Ihm Götter zur Seite zu setzen.’ In ihren Innern sind sie von Reue erfüllt, wenn sie die Strafe sehen. Sie leiden sehr dafür, was sie getan haben.” (Saba: 31-33)

“Sie meinten, sie würden nicht zur Rechenschaft gezogen werden.” (Naba: 27)

Jeder wird mit seinem Führer vorgeladen, dem er in seinem Zeitalter gefolgt hat.

Im edlen Qur’an heißt es:

“An jenem Tage, da werden Wir jedes von den Völkern mit seinem Führer vorladen.” (Isra: 71)

Und in einem Hadith heißt es:

“Am Tage der Auferstehung versammeln sich die Menschen. Unser ‘Rabb’ (Schöpfer) spricht: ‘Wer immer was angebetet hat, der soll ihm folgen.’ Doch, manche folgen der Sonne, manche dem Mond und manche den einflußreichen Personen.” (Buhari)

Wohin ihr Führer geführt wird, dorthin werden sie auch mitgehen. Sie sind wie auf der Welt auch im Jenseits zusammen. Die Guten werden zusammen mit den Guten im Paradies sein, und die Bösen mit den Bösen in der Hölle.

Mizan (die Waage der Gerechtigkeit am Jüngsten Gericht)

Die Menschen kommen an ‘Mizan’, um die in ihren Heften geschriebenen guten und bösen Taten wiegen zu lassen. Dort werden jedem Ding sein Wert, jedem Werk sein Preis, jeder guten Tat ihr Gewicht und jeder bösen Tat ihr Grad bemessen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“An jenem Tage kommen die Menschen gruppenweise (zum göttlichen Rat) hervor, damit ihnen ihre Werke gezeigt werden.” (Zilzal: 6)

‘Mizan’ ist die Waage, die Allah der Allhöchste am ‘Machscher’ aufstellen wird, damit die Taten gewogen werden.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wir werden Gerechtigkeitswaagen für den Tag der Auferstehung aufstellen. Keinem wird in irgendeiner Weise Unrecht getan. Und wäre ein gutes Werk das Gewicht eines Senfkorns, würden Wir es hervorbringen. Und Wir genügen als Rechner.” (Anbiya: 47)

‘Mizan’ ist eine sichtbare Waage mit zwei Schalen. Sie ist so empfindlich, daß sich ihre Schalen sogar mit einem Staubkörnchen nicht mehr Gleichgewicht halten. Die rechte Schale, in welche die guten Taten eingesetzt werden, ist glänzend und aus ‘Nur’ (göttliches Licht). Die linke Schale, in welche die bösen Taten eingesetzt werden, ist dunkel.

Und dann wird das göttliche Gericht gebildet. In diesem Moment klopfen die Herzen, der Verstand wird völlig verwirrt. Jeder meint, als würde nur er zur Rechenschaft gezogen. Jedem wird seine Tat mit dieser Wage abgewogen, sei es Gutes, sei es Böses. Die guten Taten bleiben nicht unbelohnt und die bösen Taten nicht unbestraft.

Nach dem Auswiegen bekommen diejenigen Recht, deren gute Taten schwer sind, ins Paradies einzugehen, diejenigen aber, deren böse Taten schwer sind, werden in die Hölle abgeführt, um ihre Strafen zu verbüßen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Das wahrhaftige Wägen ist am Jüngsten Tag. Es sind diejenigen, deren Waagschalen dann schwer sind, die gerettet werden.

Diejenigen, deren Waagschalen aber leicht sind, sind jene, die sich selbst Unrecht getan haben, weil sie sich gegen Unsere Zeichen vergingen.” (A’raf: 8-9)

“Dann wird der, dessen Waage schwer ist, im angenehmen Leben sein; dem aber, dessen Waage leicht ist, wird die Hawiya (ein glühendes Feuer) sein Endziel sein.” (Qaria: 6-9)

“Wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Gutes tut, der wird seine Belohnung dann sehen. Und wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Böses tut, der wird seine Strafe dann sehen.” (Zilzal: 7-8)

Von der Gefahr ‘Mizans’ werden nur diejenigen gerettet, die sich auf der Welt selbst zur Rechenschaft gezogen haben; die ihre Gefühle und Gedanken, ihre Worte und Haltungen, ihre Taten auf die Waage islamischer Bestimmungen gestellt haben und deren Reue angenommen worden sind.

Diejenigen, deren Taten gewogen werden sollen, sind es, die guten und bösen Taten verwechselt haben, das heißt, die Taten deren, die sowohl Gutes als auch Böses getan haben, werden gewogen.

Diejenigen, die ihr Buch in die Rechte bekommen, werden mit einer leichten Abrechnung gerettet.

Der edle Gesandte Allahs (s.a.s.) sprach: “‘Am Tage der Auferstehung werden jene, die bis in alle Einzelheiten zur Rechenschaft gezogen werden, bestraft.’ Als dann unsere Mutter, Aischa (die Frau des Propheten) -Allah möge mit ihr zufrieden sein- fragte: ‘O Gesandter Allahs! Spricht Allah der Erhabene nicht? Wer sein Buch in die Rechte bekommt, der wird nur leicht zur Rechenschaft gezogen’ (Inschikak: 7-8), erwiderte er: ‘Es ist keine Abrechnung, sondern nur eine Vorstellung. Andernfalls, wem die Abrechnung bis in alle Einzelheiten geprüft wird, der wird bestraft.’” (Buhari)

Für die Ungläubigen gibt es kein Wiegen. Denn ihre Lage und ihr Ziel, wohin sie gelangen werden, sind bereits fest.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Das sind jene, welche die Zeichen ihres ‘Rabb’ (Schöpfer) und die Begegnung mit Ihm leugnen. Darum sind ihre Werke nichtig.

Doch, am Tage der Auferstehung messen Wir ihnen kein Gewicht bei.

Ihre Strafe ist doch die Hölle.” (Kehf: 105-106)

“Es wird den Ungläubigen nicht gestattet, zu widersprechen, noch werden ihre Entschuldigungen angenommen.” (Nahl: 84)

Und die Wahrhaftigen, die nie ungehorsam waren und die ‘Schuhada’ (Märtyrer: Jene, die auf dem Wege Allahs getötet werden) werden ins Paradies eingehen, ohne ‘Mizan’ und Abrechnung zu begegnen.

Auf ‘Mizan’ ist ‘Schahada’ (das Glaubensbekenntnis) die Schwerste der guten Taten.

Wenn Allah der Allhöchste will, macht Er eine winzig gute Tat zu einem Riesengroßen und rettet Seinen Diener.

Diejenigen, die Unrecht getan haben und die unterdrückt worden sind, werden konfrontiert.

Wer stirbt, ohne daß er den Rechtsinhabern ihre Rechte zurückgegeben hat, den umringen seine Gegner und fordern ihre Rechte.

Auch die Tiere fordern ihre Rechte voneinander und von den Menschen, die ihnen Unrecht getan haben.

Nachdem Allah der Erhabene die Abrechnung über die Tierrechte und Tiere durchgeführt hat, spricht Er zu ihnen (Tiere): ‘Seid zu Erde!’ Und sie werden zu Erde. Die Ungläubigen, die das sehen, werden sagen: ‘O wären wir doch auch zu Erde!’

Wenn die Entscheidung der göttlichen Gerechtigkeit vor ‘Mahkeme-i Kubra’ (das höchste Gericht) vollständig vorgetragen wird, spricht Allah der Allhöchste:

“O ihr Schuldigen, sondert euch heute ab.” (Yá-sín: 59)

Und die Abführung in die Hölle beginnt. Doch dieser Augenblick ist der Augenblick, in dem die Reuen, Ängste, Schreie und Klagen bis an den Himmel reichen. Der Moment, in dem man um die Fürsprache flehen wird, ist dieser Moment.

Schefaat (Fürsprache, Fürbitte)

Für die sündigen Gläubigen, deren böse Werke mehr als ihre guten Werke sind und die deshalb in die Hölle einzugehen verdient haben, werden die Propheten, Wahrhaftigen, Gelehrten, Schuhada (Märtyrer) und Rechtschaffenen mit der Erlaubnis Allahs des Allhöchsten Fürsprache einlegen.

Wen Er zur Fürsprache ermächtigt, nur der könnte Fürsprache einlegen. Und sie legen Fürsprache ein für ihre eigenen Familien, Verwandten, Freunde. Keiner außer mit Seiner Erlaubnis kann Fürsprache einlegen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Alle Fürsprache gehört Allah.” (Zumar: 44)

“Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit Seiner Erlaubnis?” (Baqara: 255)

“An jenem Tage wird keinem Fürsprache etwas nützen außer jenem, dem der Allerbarmer dazu die Erlaubnis gibt und dessen Wort Ihm wohlgefällig ist.” (Ta-ha: 109)

Derjenige, der am ‘Machscher’ die größte Fürsprache einlegen wird, auf daß das göttliche Gerichtsverfahren sogleich eröffnet würde, ist Muhammed -Friede sei auf ihm-, der edle Gesandte Allahs des Erhabenen. Seine diese ‘Schefaat-i Uzma’ (größte Fürsprache) umfasst am ‘Machscher’ alle Menschen und ‘Dschinn’.

Es gibt noch eine Fürsprache, die nur unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) besitzt, so daß manche Gläubigen durch diese Fürsprache ins Paradies eingehen, ohne jedoch zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Und einigen Gläubigen werden ihre Rangstufen im Paradies durch die Fürsprache erhöht.

Und manche werden durch die Fürsprache von der Strafe gerettet und gehen ins Paradies ein, obwohl sie auf Grund der Vielheit ihrer bösen Werke das Feuer verdient haben.

Und manche, anstatt daß sie gemäß ihren Sünden verbrannt werden sollten, werden durch die Fürsprache aus der Hölle herausgeholt und gehen ins Paradies ein, ohne jedoch ihre ganze Strafe zu verbüßen.

In einem Hadith heißt es:

“Jeder Prophet hatte einen Wunsch von Allah dem Allhöchsten. Er hat ihn geäußert und sein dieser Wunsch wurde bei Allah angenommen. Jedoch ich behielt meinen Wunsch für mich, auf daß ich am Jüngsten Tag für meine Glaubensgemeinschaft Fürsprache einlege.” (Buhari)

An jenem Tage werden das Erbarmen und die Barmherzigkeit Allahs des Allhöchsten viel mehr und umfangreicher als alle Fürsprache sein. Er wird Sich so sehr erbarmen, wie keiner sich vorstellen kann.

Im edlen Qur’an spricht Er wie folgt:

“Mein Erbarmen umfaßt alle Dinge.” (A’raf: 156)

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreicher des Universums -Allahs Segen und Friede Auf ihm - spricht in einem Hadith folgendermaßen:

“Allah der Allhöchste hat hundert Barmherzigkeiten. Von diesen Barmherzigkeiten hat Er nur eine den ‘Dschinn’, Menschen, Tieren und Insekten zugeteilt. Doch, auf Grund dieser Barmherzigkeit beschützen sie sich einander und erbarmen sie sich übereinander.

Infolge dieser einen Barmherzigkeit zittert ein wildes Tier um seinen Jungen. Allah der Allhöchste hat seine neunundneunzig Barmherzigkeiten für den Jüngsten Tag gelassen, auf daß Er Sich über Seine Diener erbarme.” (Buhari)

S›rat (die Brücke zum Paradies,

die jeder überschreiten muß)

Und eine der schrecklichen Phase des Jüngsten Tages ist das Überschreiten der Brücke zum Paradies. An jenem Tage werden die Menschen nach all diesen Bedrängnissen zum ‘Sirat’ hingeführt.

‘Sirat’ ist eine über der Hölle gebaute Brücke, die jeder überschreiten muß, und ein Weg, der zum Paradies führt. Ein Ende dieser Brücke ist dort, wo die Rechenschaften abgelegt werden und das andere vor dem Tor des Paradieses.

Alle Menschen müssen ‘Sirat’ überschreiten.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Keiner ist unter euch, der nicht an der Hölle vorbeikommt. Das ist eine von deinem ‘Rabb’ (Schöpfer) beschlossene Fügung.” (Maryam: 71)

Der Grund für dieses Vorbeikommen ist, der Weg geht dort vorbei. Wer ins Paradies eingehen wird, wird dort vorbeikommen, und wer in die Hölle gelangen wird, wird dort hineingehen.

Die Breite und Länge von ‘Sirat’, das Vorbeikommen der Menschen und ihre Geschwindigkeit sind nach den Taten, die sie auf der Welt vollbracht haben, bestimmt.

Diejenigen, die im Diesseits auf dem rechten Weg waren, und sich von der Wahrheit und Aufrichtigkeit nicht abwenden ließen, überschreiten ‘Sirat’ mühelos. ‘Sirat’ überschreiten manche blitzschnell, manche wie der Wind, manche wie das Pferd edelster Rasse, manche wie der Vogel, manche so schnell, wie der Mensch rennt und manche stolpernd und alle werden gerettet.

Dieses Überschreiten werden diejenigen unter den Gläubigen, die bei Allah im höchsten Rang stehen, nicht merken. Ihr ‘Nur’ (göttliches Licht) wird so strahlen, als ob dies das Feuer der Hölle beinahe auslöschen würde.

Während des Überschreitens von ‘Sirat’ wird es nur den Propheten erlaubt, zu reden. Jeder Prophet führt seine Glaubensgemeinschaft und wiederholt beim Passieren des ‘Sirat’ das Bittgebet: ‘O Allah, geleite uns sicher! O Allah, geleite uns sicher!..’

Den ‘Sirat’ werden als erstes unser Gebieter, der erhaben Ruhmreicher des Universums, Muhammed (s.a.s.) und seine Glaubensgemeinschaft überschreiten, und dann werden unsere anderen Gebieter, die Gesandten Allahs - Friede sei auf ihnen allen - und ihre Glaubensgemeinschaften überschreiten.

Aber denjenigen, die vom rechten Weg abkamen, werden ihre Lasten aufgrund ihrer Sünden schwerer. Die Gläubigen, welche die Strafe verdient haben und die Ungläubigen können ‘Sirat’ nicht überschreiten. ‘Sirat’ wird für die Gläubigen ganz breit und kurz, für die Ungehorsamen jedoch dünner als ein Haar und schärfer als ein Schwert. Doch mit dem ersten Schritt rutschen sie ab und fallen massenweise in die Hölle hinab.

Die Flammen und Funken der Hölle schlagen hoch bis über den ‘Sirat’. Und die Höllenwärter schlagen Haken in die Kinnlade der Ungläubigen und werfen sie in die Hölle.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Dann erretten wir die Allahsfürchtigen, die Frevler aber belassen wir darin auf den Knien.” (Maryam: 72)

Die Hölle (das Feuer)

Die Hölle ist ein Ort schrecklicher Qualen, der für diejenigen vorbereitet ist, die im Diesseits ihr Leben in Unglauben, Ungehorsamsein, Sünden und Abirren verbracht haben.

Wie die Wege zum Paradies für diejenigen geebnet werden, die mit ihren Glauben und guten Taten den Lohn Allahs verdient haben, so werden die Pforten der Hölle für diejenigen geöffnet, die mit ihren Unglauben und bösen Taten Sünden begangen haben und die dafür bestraft werden sollen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Die Ungläubigen werden in Scharen zur Hölle getrieben. Wenn sie dort hinkommen, öffnen sich die Pforten der Hölle. Ihre Wärter sprechen zu ihnen: ‘Sind keine Gesandten aus eurer Mitte zu euch gekommen, um euch die Zeichen eures ‘Rabb’ (Schöpfer) vorzutragen und euch vor dem Eintreffen dieses euren Tages zu warnen?’ Sie sprechen: ‘Ja!’ Jedoch das Strafurteil ist in Gerechtigkeit gegen die Ungläubigen fällig geworden.

Es wird ihnen gesprochen: ‘Geht denn ein in die Pforten der Hölle und bleibt darin auf ewig!’ Und übel ist die Wohnstatt der Hochmütigen.’” (Zumar: 71-72)

“Den Ungläubigen, deren Augen vor Unserer Mahnung verhüllt waren und die nicht einmal vor Wut hören konnten, stellen Wir an jenem Tage die Hölle in deutlicher Weise vor Augen.” (Kehf: 100-101)

“Die Schuldigen sehen das Feuer und ahnen, daß sie hineinstürzen werden, aber sie werden kein Entrinnen daraus finden.” (Kehf: 53)

“Wenn du nur sehen könntest, wie sie vor das Feuer gestellt werden und dann sprechen: ‘Ach, würden wir doch zurückgebracht! Wir würden dann die Zeichen unseres ‘Rabb’ (Schöpfer) nicht als Lüge erklären, und wir würden zu den Gläubigen zählen.’” (An’am: 27)

“An jenem Tage ruft sich der Mensch ins Gedächtnis all das zurück, was er erstrebt hat. Die Hölle wird für jeden so aufgedeckt, daß er sehen wird.” (Nazi’at: 35-36)

“Dieser Höllenbrand, wenn sie ihn aus der Ferne wahrnehmen, hören sie, wie er grollt und laut aufheult.” (Furqan: 12)

“Jenes Feuer wirft Funken empor, daß jeder so gleich dem Palast ist; sie sind so, als wären sie Kamele von hellgelber Farbe.” (Murselat: 32-33)

“Wir treiben die Schuldigen wie eine Herde zur Hölle.” (Maryam: 86)

“An jenem Tage werden die Feinde Allahs versammelt und zur Hölle getrieben. Sie sind alle zusammen.” (Fussilet: 19)

“Du siehst sie der Strafe ausgesetzt, gedemütigt, voller Schmach und mit verstohlenem Blick schauend.” (Schura: 45)

“An jenem Tage werden sie nach und nach ins Höllenfeuer gestoßen.” (Tur: 13)

“Sie und diejenigen, die abgeirrt sind, werden kopfüber hineingestürzt. Und Iblis Scharen allesamt.” (Schuara: 94-95)

Die Hölle ist in sieben Schichten übereinander, jede Schicht hat ein separates Tor. Die Höllenbewohner werden dort nach ihrem Unglauben und Ungehorsamsein bestraft. Je tiefer es hinuntergeht, umso mehr nimmt das Feuer an Heftigkeit zu.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Die Hölle ist ihnen allen der verheißene Ort. Sieben Tore hat sie. Jedem Tor ist ein Teil von ihnen zugewiesen.” (Hidschr: 43-44)

“Die Heuchler befinden sich auf dem untersten Grund der Hölle.” (Nisa: 145)

Die erste Schicht ist die oberste. Dorthin kommen diejenige Muslime, die neben ihrem Glauben auch große Sünden begangen und Menschenrechte verletzt haben und dann gestorben sind, ohne daß sie sich mit Rechtinhabern gegenseitig verziehen und sich reumütig von ihren Sünden abgewandt haben.

Jene, die dort ihre Strafen gemäß ihren Sünden verbüßt haben, werden herausgeholt und ins Paradies aufgenommen.

Und wenn der letzte Muslim herausgeholt wird, bleibt diese Schicht völlig leer, und die Höllentore werden auf ewig verschloßen.

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreicher des Universums, Muhammed (s.a.s.) spricht in einem seiner Ahadith folgendermaßen:

“Demjenigen, der in der Hölle am leichtesten bestraft werden soll, werden zwei glühende Kohlen in die Vertiefungen seiner Fußsohlen eingesetzt, mit deren Wirkung sein Gehirn wie ein Topf aus Kupfer kochen wird.” (Buhari)

Und die anderen Schichten werden mit den folgenden Namen bezeichnet: Leza, Hutame, Sair, Sakar, Dschahim und Hawiye.

Vor jedem Tor der Hölle befinden sich äußerst grausam, stark und kräftig und unzählige Höllenwärter, die erbarmungslos sind. Jene, die die Hölle verdient haben, werden mit Beleidigungen, Drohungen und solchen Schlägen, die die Berge zerschmettern würden, zum Feuer getrieben. Ihnen werden die Hände und Füße gefesselt, sie werden in siebzig Ellen lange Ketten gelegt und in die Hölle abgeführt.

Wenn alle Feuerbewohner in die Hölle gelangen, fragt Allah der Allhöchste die Hölle: ‘Bist du angefüllt?’ Und die Hölle erwidert: ‘Gibt es nicht mehr?’ (Kaf: 30)

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wahrlich, Ich werde die Hölle mit den ‘Dschinn’ und den Menschen insgesamt füllen.” (Hud: 119)

“Wahrlich, die Guten sind in der Wonne und die Bösen in der Hölle.” (Infitar: 13-14)

“Doch! Wer sich übles erworben hat und in seiner Sündhaftigkeit eingefangen hält -diese sind Bewohner der Hölle.” (Baqara: 81)

“Die Gesichter derjenigen, die Schlechtes vollbrachten, werden in die Hölle gestürzt.” (Naml: 90)

“Sie sind es, die den Irrtum für die Rechtleitung erkauft haben und die Strafe für die Vergebung. Wie können sie dem Feuer gegenüber standhaft sein!” (Baqara: 175)

“Wer Allah und Seinem Gesandten den Gehorsam versagt und Seine Schranken übertritt, den führt Er in die Hölle, da er ewig bleiben muß.” (Nisa: 14)

“Die Hölle haben Wir zu einem Gefängnis für die Ungläubigen gemacht.” (Isra: 8)

“Wahrlich, die Hölle ist ein Hinterhalt für die Widerspenstigen. Sie ist ihre Heimstätte.” (Naba: 21-22)

“Wir vergessen sie nun an diesem Tage, wie sie die Begegnung an diesem ihrem Tage vergaßen und wie sie Unsere Zeichen zu leugnen pflegten.” (A’raf: 51)

“Sie haben Allah vergessen, und so hat Allah sie vergessen.” (Tauba: 67)

“Den Ungläubigen und Frevlern vergibt Allah nicht.” (Nisa: 169)

“Jene, deren Waagschalen leicht sind, sind die, die sich selbst verloren haben, sie bleiben in der Hölle auf ewig.

Das Feuer bestreicht ihre Gesichter. Und ihre Zähne werden sie in ihm fletschen.

‘Waret ihr nicht diejenigen, denen Meine Zeichen vorgetragen wurden und die sie verwarfen?’

Sie sprechen: ‘O Unser ‘Rabb’ (Schöpfer), unsere Unseligkeit überkam uns, wir waren ein irrendes Volk.

Unser ‘Rabb’ (Schöpfer), führe uns aus ihr heraus. Wenn wir zur Sünde zurückkehren, dann tun wir wahrlich uns selbst Unrecht.’

Und Allah spricht so: ‘Hinab mit euch darein, und redet nicht mit Mir!’

Es gab eine Anzahl unter Meinen Dienern, die zu sprechen pflegten: ‘O Unser ‘Rabb’ (Schöpfer)! Wir haben geglaubt, vergib uns darum und erbarme Dich über uns, denn Du bist der beste Erbarmer.’

Ihr aber habt sie mit Spott behandelt, so sehr, daß sie euch Meine Ermahnung und zu gedenken Meines vergessen ließen. Und ihr lachtet sie immer aus.

Für ihre Standhaftigkeit habe ich sie heute belohnt. Wahrlich, sie sind es, die den Sieg erreicht haben.” (Mu’minun: 103-111)

“Diejenigen, denen ihr Buch in die Linke gegeben wurde... Das sind doch die Unseligen.

Sie sind inmitten von glühenden Winden und siedendem Wasser. Sie befinden sich im Schatten eines schwarzen Rauches, der weder kühl noch erfrischend ist.

Denn, vor diesem Schicksal wurden sie in der Tat mit Wohlleben verwöhnt. Und sie verharrten in großer Sünde. Und sie pflegten zu sprechen: ‘Wie? Wenn wir tot sind und zu Staub und Gebeinen geworden sind, dann sollen wir wirklich auferweckt werden, und unsere Vorväter auch?’” (Waqia: 41-48)

“Wenn du dich wunderst, so ist ihre Rede wunderlich: ‘Wie? Wenn wir zu Erde geworden sind, dann sollen wir neu erschaffen werden?’ Doch diese sind es, die ihrem ‘Rabb’ (Schöpfer) den Glauben versagen. Und diese sind es, die Fesseln um ihren Hals haben, und sie sind die Bewohner der Hölle, darin werden sie auf ewig bleiben.” (Rad: 5)

“Ihr habt eure guten Dinge im irdischen Leben aufgezehrt, und ihr hattet Genuß daran. Heute nun sollt ihr mit der Strafe mit Schmach belohnt werden, weil ihr ohne jegliches Recht auf der Erde hochmütig waret und weil ihr vom rechten Weg abgeirrt waret.” (Ahqaf: 20)

“Das ist der Tag der Entscheidung, den ihr für gelogen hieltet.” (Saffat: 21)

“Als ihr zum Glauben aufgerufen wurdet, verharrtet ihr im Unglauben.” (Mu’min: 10)

“Wahrlich, denjenigen, die Unsere Zeichen für Lüge erklären und sich mit Hochmut von ihnen abwenden, werden die Pforten des Himmels nicht geöffnet, noch gehen sie ins Paradies ein, ehe denn ein Kamel durch ein Nadelöhr geht. Und so bestrafen Wir die Schuldigen.” (A’raf: 40)

“Und so haben Wir sie für ihre Undankbarkeit bestraft. Bestrafen Wir so einen anderen als den Undankbaren?” (Saba: 17)

“An dem Tage, da ihre Gesichter zum Feuer gewendet werden, da sprechen sie: ‘O wenn wir doch Allah gehorcht hätten; und hätten wir doch auch dem Gesandten gehorcht!’” (Ahzab: 66)

“Hätten wir nur zugehört oder Verstand gehabt, wären wir nicht unter den Bewohnern des flammenden Feuers gewesen.” (Mulk: 10)

“Jene, die im Feuer sind, sprechen zu den Wärtern der Hölle: ‘Bittet euren ‘Rabb’ (Schöpfer), daß Er uns wenigstens einen Tag von der Strafe erlasse.’” (Mu’min: 49)

“‘O Wärter der Hölle, laß deinen ‘Rabb’ (Schöpfer) ja ein Ende mit uns machen!’ Malik (Wärter) spricht: ‘Ihr müßt so bleiben.’” (Zuhruf: 77)

“Die Bewohner der Hölle rufen den Bewohnern des Paradieses zu: ‘Gießt etwas Wasser über uns aus oder etwas von dem, was Allah euch gegeben hat.’ Und sie sprechen: ‘Fürwahr, Allah hat diese den Ungläubigen verwehrt.’” (A’raf: 50)

“Die Bewohner des Paradieses rufen den Bewohnern der Hölle zu: ‘Seht, wir haben als Wahrheit vorgefunden, was unser ‘Rabb’ (Schöpfer) uns verhieß. Habt ihr auch als Wahrheit vorgefunden, was euer ‘Rabb’ (Schöpfer) euch verhieß?’ Jene sprechen: ‘Ja’

Dann kündigt ein Ausrufer unter ihnen an: ‘Der Fluch Allahs sei über den Missetätern.’” (A’raf: 44)

“Und sie sprechen: ‘Was ist mit uns geschehen, daß wir nicht die Leute sehen, die wir zu den Bösen zu zählen pflegten? Wir verspotteten sie. Oder lassen sie sich jetzt nicht mehr blicken?’ Wahrlich, das ist in der Tat ein Redestreit der Bewohner der Hölle untereinander. Das wird gewiß stattfinden.” (Sad: 62-64)

“An jenem Tage nützt den Frevlern ihre Ausrede nicht. Sie werden verflucht.” (Mu’min: 52)

“Diese sind es fürwahr, die zugrunde gegangen sind.” (Anfal: 37)

“Ihre ganzen Werke sind nichtig geworden.” (Tauba: 17)

“Die Ungläubigen werden zuweilen wünschen, sie wären Muslime.” (Hidschr: 2)

In der endlos tiefen Hölle gibt es Bestrafung jeder Art, die sich kein Mensch nicht einmal in der Phantasie vorstellen könnte.

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreicher des Universums, Muhammed - Allahs Segen und Friede auf ihm spricht in seinem Hadith wie folgt:

“Hätte ein Gläubiger die Strafe und Qual Allahs des Allhöchsten und deren Anzahl gewußt, so hätte keiner Sein Paradies erhofft. Und hätte ein Ungläubiger gewußt, wie sehr Sich Allah erbarmt, so hätte kein einziger auf Sein Paradies die Hoffnung aufgegeben.” (Muslim)

Die Höllenbewohner versinken im Feuermeer. Was sie essen, ist Feuer, was sie trinken, ist Feuer, was sie anhaben, ist Feuer, ihre Liegestatt ist Feuer. Das Feuer ist dort als Strafquelle überall.

Das Höllenfeuer ist siebzigfach dichter als das irdische. Dieses flammende und dichte Feuer absorbiert jegliches Licht. Selbst diejenigen, die in der obersten Schicht der Hölle Qualen erleiden, würden, wenn sie ein Feuer finden wie das irdische, dieses freiwillig aushalten, damit sie von den Qualen, die sie ausstehen, erlöst werden. Sie alle würden dorthin strömen, um Erleichterung zu verspüren.

Alles, was den Menschen belästigen, quälen, erdrücken wird, ist dort vorhanden.

Sie krümmen sich hilflos in den Feuerwellen, widerlichen Gerüchen, Jammer-Geschreien, unter den wilden Tieren; in den Teer-Hemden; unter den Schlägen der Eisenkeulen, Peitschen, Ringen und Ketten.

Allah der Allhöchste läßt ihre Körper groß und breit wachsen, um sie schwere Strafe kosten zu lassen. Damit sie Strafe ohne Ende kosten, wechselt Er ihr Fleisch und ihre Häute durch ein neues.

Von ihren verbrannten Körpern verbreiten sich unerträgliche Gerüche, so daß sie sich wechselseitig verfluchen.

Dort gibt es Bäume des Zakkum. Diese Bäume aus Feuer wachsen und vermehren sich, um sie zu quälen, doch nicht etwa sie zu ernähren. Je mehr sie von ihnen essen, umso mehr Hunger leiden sie.

Sooft sie wegen der Hitze der Strafe große Schmerzen ausstehen, werden ihnen Blut, Eiter und kochendes Wasser zu trinken gegeben. Und dann erbrechen sie alles, was sie getrunken haben.

In ihre Körper werden Nägel aus Feuer eingeschlagen. Mit Scheren aus Feuer werden ihre Lippen geschnitten. Obwohl sie nicht sterben, legen die Höllenwärter sie in die Särge aus Feuer.

In der Hölle gibt es aus Feuer unzählige Berge, Täler, Flüsse, Gräben, Gruben, Gefängnisse und Öfen. Die Strafe des einen ist viel schlimmer als die der anderen.

Und es gibt Tiere, die dem Menschen noch mehr als Feuer Qualen zufügen werden. Sie werden aufgehetzt auf die Höllenbewohner losgelassen. Krebse, die so groß wie die Maultiere sind, Schlangen und Skorpionen von der Größe der Kamele lassen sie niemals in Ruhe. Nagend an ihren Augenliedern, Lippen und empfindlichsten Körperteilen brummen sie. Ihre Gifte führen furchtbare Schmerzen herbei.

Die Feuerbewohner werden außerdem noch mit strenger Kälte bestraft.

Sie erleiden solche Strafen, die nacheinander folgen und unvorstellbar sind, daß sie bei den Feuerflammen Schutz suchen und sich an diese klammern, damit sie von ihnen gerettet werden.

Es wird weder Erholung gegeben noch wird eine Ruhepause eingelegt, die Strafen werden nicht erlassen, sei es auch nur einen Augenblick.

Damit die Strafe noch strenger wird, werden ihnen Freude und Vergnügen der Paradiesbewohner gezeigt.

Das qualvollste für sie ist, daß sie das Wohlergehen im Paradies und den Zugang zu Allah dem Allhöchsten entbehren müssen.

Sie beklagen sich bitterlich, sooft sie zurückdenken, daß sie das ewige Leben für ihre gewöhnlichen Vergnügen und flüchtigen Neigungen aufopferten und sie selbst das ganze Unglück verursachten. Während sie einerseits bestraft werden, werden sie andererseits in Entbehren und Bereuen gequält. Stöhnen, Schluchzen und laut durchdringende Schreien reichen bis an den Himmel.

Die Arten und Weisen der Strafe wiederholen sich nicht zufällig. Die Härte der Strafe und Bestrafung ist jedem der Stufe seines Ungehorsamseins und seiner Sünde angemessen. Die Strafe des einen ist nicht gleich der des anderen. Jeder wird dafür bestraft, was er getan hat. Allah der Erhabene fügt niemandem Unrecht zu, sei es auch nur ein Stäubchen.

Allah, der Wahrhaftig Ruhmreiche und Erhabene spricht im edlen Qur’an folgendermaßen:

“Wenn ihre Hände und ihre Hälse zusammen gekettet in den engen Raum des Feuers geworfen werden, dann wünschen sie den Tod. Man spricht ihnen: ‘Wünscht heute nicht nur einmal den Tod sondern wünscht den Tod mehrere Male!’” (Furqan: 13-14)

“Der Tod wird nicht über sie verhängt, so daß sie sterben könnten; noch wird ihnen etwas von ihrer Strafe erleichtert. So entlohnen Wir jeden Undankbaren.” (Fatir: 36)

“Für den, der im Zustand der Sündhaftigkeit zu seinem ‘Rabb’ (Schöpfer) kommt, ist die Hölle bestimmt; darin soll er weder sterben noch leben.” (Ta-ha: 74)

“Zwischen der Hölle und siedend heißem Wasser machen sie die Runde.” (Rahman: 44)

“Sie wollen dem Feuer entrinnen, doch sie können nicht daraus entrinnen.” (Ma’ide: 37)

“Sooft sie daraus entfliehen wollen, werden sie wieder dahin zurückgetrieben.” (Sadschda: 20)

“Über das Feuer sind strenge, gewaltige Engel gesetzt, die Allah nicht ungehorsam sind in dem, was Er ihnen befiehlt.” (Tahrim: 6)

“Für die, die ungläubig sind, werden Kleider aus Feuer zurechtgeschnitten. Siedendes Wasser wird über ihre Köpfe gegossen, wodurch das, was in ihren Bäuchen ist und ihre Haut schmilzt.

Und ihnen sind eiserne Keulen bestimmt.

Sooft sie aus Feuer aus seinem Bedrängnis zu entrinnen streben, werden sie immer wieder dahin zurückgetrieben und ihnen spricht man: ‘Kostet die Strafe des Verbrennens!’” (Hadsch: 19-22)

“Geht hinein, und ob ihr geduldig oder ungeduldig erweist; es ist doch für euch gleich!” (Tur: 16)

“Für sie gibt es aus der Hölle ein Lager, und über sie eine Decke.” (A’raf: 41)

“Ihre Hemden sind aus Teer, und das Feuer bedeckt ihre Gesichter.” (Ibrahim: 50)

“Sooft ihre Haut verbrannt ist, geben Wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe kosten.” (Nisa: 56)

“Bei Uns sind Fesseln und Höllenbrand für sie.

Und es gibt erstickende Speise und schmerzliche Strafe.” (Muzzammil: 12-13)

“Der Baum des Zakkum ist die Speise der Sünder. In ihren Bäuchen brodelt er wie geschmolzenes Metall, wie das Brodeln des kochenden Wassers.” (Duhan: 43-46)

“Der Baum des Zakkum ist ein Baum, der aus dem Grunde der Hölle emporwächst. Seine Früchte scheinen wie Köpfe der Satane zu sein.” (Saffat: 64-65)

“Manche Gesichter sind an jenem Tage niedergeschlagen. Sie mühten sich ab und plagten. Sie gehen in ein heißes Feuer hinein. Sie läßt man aus einer kochendheißen Quelle trinken. Für sie gibt es keine andere Speise außer Dornsträuchern, die weder nähren noch Hunger stillen.” (Gaschiye: 2-8)

“Dann, O ihr Irregegangenen und Leugner! Wahrlich, ihr werdet von Bäumen des Zakkum essen und damit eure Bäuche füllen und darauf vom siedenden Wasser trinken. Und zwar wie die durstigen Kamele werdet ihr trinken.

Am Tage des Gerichtes werden sie doch so bewirtet werden.” (Waqia: 51-56)

“Dort wird er von Eiter getränkt, er versucht ihn hinunterzuschlucken, kann aber nicht hinunterschlucken. Obwohl der Tod von allen Seiten zu ihm kommt, kann er doch nicht sterben. Und hinterher kommt noch eine strenge Strafe.” (Ibrahim: 16-17)

“Wir haben für die Frevler ein Feuer bereitet, dessen dicke Mauern sie umschließen. Und wenn sie aus Durst um Hilfe schreien, so wird ihnen mit Wasser gleich geschmolzenem Metall, das die Gesichter verbrennt, geholfen. Wie schrecklich ist der Trank und wie schlimm ist die Lagerstatt!” (Kehf: 29)

“Sooft ihr Feuer nachläßt, um so stärker fachen Wir die Flamme an.” (Isra: 97)

“Diejenigen haben keinen Anteil am Jenseits. Allah wird Seine Worte an sie nicht richten. Am Tage der Auferstehung wird Er zu ihnen nicht schauen und sie nicht reinigen. Und ihnen ist eine schmerzliche Strafe zuteil.” (Al-i Imran: 77)

“Nein... Sie werden an jenem Tage gewiß keinen Zugang zu ihrem ‘Rabb’ (Schöpfer).” (Mutaffifin: 15)

“Und es gibt Schmerzen gleicher Art und in Vielfalt.” (Sad: 58)

“An jenem Tage kann niemand so strafen wie Allah.” (Fedschr: 25)

“Dies ist eine Strafe, so daß sie dem entspricht, was sie getan haben.” (Naba: 26)

Die Anführer des Unglauben, welche ihre Verfolger irreführten, werden an jenem Tage in die Hölle hinabgeführt zusammen mit denjenigen, die ihnen folgten, worauf sie stolz waren.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wenn die Führer des Unglauben die Strafe sehen, entfernen sich beschleunigst von jenen, die ihnen gefolgt sind, während ihnen die Bindungen abgeschnitten sind.

Diejenigen, die ihnen gefolgt sind, sprechen: ‘O, wenn wir zurückkehren könnten, so würden wir uns von ihnen entfernen, wie sie sich von uns entfernt haben.’

So zeigt ihnen Allah ihre Taten als gramvolle Reue. Und sie werden aus der Hölle nicht herauskommen.” (Baqara: 166-167)

“Den Führern der Ungläubigen wird gesprochen: ‘Hier sind jene, die euch folgten und mit euch gegen die Wahrheit Widerstand entgegensetzten. Kein Willkommen sei ihnen! Sie sollen sich kein Bißchen ausruhen! Denn sie werden ins Feuer hineingestürzt werden.’

Diejenigen, die befolgt haben, sprechen zu denjenigen, die befolgt sind: ‘Nein, kein Willkommen sei euch denn! Ihr sollt euch kein Bißchen ausruhen! Ihr seid es, die uns dies bereitet haben. Welch schlimmer Ort ist das!’” (Sad: 59- 60)

“Und sie beschuldigen sich gegenseitig. Sie sprechen zu ihren Führern: ‘Wahrlich, ihr pflegtet von rechts zu uns zu kommen, ihr spieltet den Unschuldigen.’ Jene sprechen: ‘Nein, ihr wart selbst keine Gläubigen. Und wir hatten keine Macht über euch; ihr aber wart ein gewalttätiges Volk. Nun hat sich das Wort unseres ‘Rabb’ (Schöpfer) gegen uns erfüllt. Wir werden gewiß unsere Strafe kosten. Und Wir verführten euch, weil wir selbst Irrende waren.’

An jenem Tage also sind sie alle Teilhaber an der Strafe.” (Saffat: 27- 32)

“Und sie versammeln sich allesamt vor Allah. Dann sprechen die Schwachen zu den Hochmütigen: ‘Wahrlich, wir folgten euch, wir waren eure Gefolgsleute. Könnt ihr uns also etwas von der Strafe Allahs abnehmen und uns in Schutz nehmen?’

Und ihre Führer sprechen als Antwort: ‘Was können wir dagegen tun. Hätte Allah uns rechtgeleitet und den rechten Weg gewiesen, so hätten wir euch den Weg gewiesen. Es ist gleich für uns, ob wir Ungeduld zeigen oder geduldig bleiben, es gibt für uns kein Entrinnen.’” (Ibrahim: 21)

“Die Ungläubigen werden sprechen:

‘O unser ‘Rabb’ (Schöpfer)! Zeige uns jene der ‘Dschinn’ und der Menschen, die uns irreführten, damit wir sie mit unseren Füßen treten, so daß sie zu den Niedrigsten gehören.’” (Fussilet: 29)

“O unser ‘Rabb’ (Schöpfer)! Wer immer uns dies bereitete - füge ihm die doppelte Strafe im Feuer hinzu.” (Sad: 61)

“O unser ‘Rabb’ (Schöpfer)! Wir gehorchten unseren Häuptern und unseren Großen, und sie führten uns irre.

O unser ‘Rabb’ (Schöpfer)! Gib ihnen zweifache Strafe. Verfluche sie mit einem gewaltigen Fluch.” (Ahzab: 67-68)

“An jenem Tage werden sie weder von dort herausgebracht, noch werden ihre Entschuldigungen anerkannt.” (Dschasiye: 35)

“Koste nun! Du meintest doch, der Erhabene, der Würdige zu sein.” (Duhan: 49)

Und in einem edlen Vers wird von dem Streit zwischen dem Höllenbewohner und dem Satan berichtet:

“Wenn die Sache entschieden worden ist und göttliche Beschlüsse vollstreckt worden sind, dann spricht Satan: ‘Wahrlich, Allah hatte euch das wahre Wort gesprochen und ein wahres Versprechen gegeben. Ich hatte euch auch etwas versprochen aber dann es nicht gehalten. Eigentlich hatte ich keine Macht über euch. Ich rief euch nur und ihr gehorchtet mir gleich. Also tadelt nicht mich, sondern tadelt euch selber. Ich kann euch nicht retten, noch könnt ihr mich retten! Ich hatte es schon von mir gewiesen, daß ihr mich Allah zur Seite stelltet.’

Den Frevlern wird wahrlich eine schmerzliche Strafe zuteil sein.” (Ibrahim: 22)

Unser Allah spricht, um Seine Diener am Tage jene Strafe vor der Strenge zu warnen.

“Fürchtet das Feuer, das für die Ungläubigen vorbereitet ist. Gehorcht Allah und Seinem Gesandten, damit man sich auch über euch erbarmen möge.” (Al-i Imran: 131-132)

“Allah fügt den Menschen gewiß kein Bißchen Unrecht zu, die Menschen aber begehen Unrecht gegen sich selbst.” (Yunus: 44)

 

Das Paradies

Das Paradies ist ein Vergnügungsort, ein Belohnungsort, den Allah der Erhabene Seinen gläubigen Dienern dafür verheißen hat, daß sie sich auf der Welt vor den Verbotenen und Sünden hüteten, und daß sie glaubten und gute Werke taten.

Nachdem die Brücke ‘Sirat’ (die Brücke zum Paradies, die jeder überschreiten muß) überschritten worden ist, werden die Gläubigen in Scharen zum Paradies geführt. Und wenn sie dort ankommen, werden die Pforten geöffnet, und die Wärter sprechen zu ihnen folgendermaßen:

“Friede sei auf euch, seid willkommen! Geht dort ein, um darin ewig zu weilen.” (Zumar: 73)

“Das ist doch das Paradies, das euch für jeden verheißen wurde, der reumütig war und sich in acht nahm, der den Allerbarmer im Geheimen fürchtete und mit reuigem Herzen zu ihm kam. Geht dahin in Frieden ein!” (Qaf: 32-34)

“Allah führt sie ins Paradies, das Er ihnen (auf der Welt) zu erkennen gegeben hat.” (Muhammed -Friede sei auf ihm-: 6)

“O Meine Diener! Keine Furcht bedrückt euch an diesem Tage, noch werdet ihr traurig sein.” (Zuhruf: 68)

Zu allererst geht Muhammed (a.s.), der edle Gesandte Allahs ins Paradies ein. ‘Ridwan’, der Vorgesetzte der Paradieswärter erhebt sich, öffnet die Pforte und spricht: ‘Vor dir habe ich diese Pforte für niemanden geöffnet, und vor niemanden habe ich mich zuvor erhoben.’

Da jedem Gläubigen beim Sterben und im Grab seine Wohnstatt im Paradies gezeigt wird, findet er, sobald er ins Paradies eingeht, seine Wohnstatt mühelos.

Die Größe des Paradieses ist gleich der Größe der Erde und dem Himmel. Dort herrscht keine Nacht und kein Tag, es ist immerwährend hell. Es ist weder schweißtreibend warm, noch Frieren hervorrufend kalt, es ist stets schattig. Von allen Seiten weht ein ‘Misk’ (Moschus) duftender Wind.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Das eigentliche Leben ist die Wohnstatt des Jenseits.” (Ankabut: 64)

“An jenem Tage sind die Wohnstatt und der Ruheplatz der Paradiesbewohner recht schön.” (Furqan: 24)

“Diejenigen, von denen Wir die guten Werke angenommen haben, die sie getan haben, und deren üble Werke Wir übergangen sind, gehören zu den Bewohnern des Paradieses.” (Ahkaf: 16)

“Sie sind dort mit jenen zusammen, die von ihren Eltern und ihren Frauen und ihren Nachkommen rechtschaffen sind.” (Ra’d: 23)

“Diejenigen, die glauben und diejenigen, die ihnen im Glauben von ihren Nachkommen folgen, vereinen Wir.” (Tur: 21)

“Im Paradies, in dem sie ewig verweilen werden, haben sie alles, was immer sie begehren.” (Furqan: 16)

“Von dort wollen sie nirgendwohin weggehen.” (Kehf: 108)

“Sie hören sogar nicht den leisesten Laut der Hölle.” (Anbiya: 102)

“Der größte Schrecken betrübt sie nicht im geringsten.” (Anbiya: 103)

“Die Allahsfürchtigen sind im Paradies mit Wohltaten. Sie erfreuen sich der Gaben, die ihr ‘Rabb’ (Schöpfer) ihnen beschert hat. Und ihr ‘Rabb ‘ (Schöpfer) hat sie vor der Pein der Hölle bewahrt.” (Tur: 17-18)

“Diejenigen, die beim Gutestun Vordersten sind, werden auch im Jenseits die Vordersten sein. Das sind doch die, die Allah am nächsten gebracht sind. Sie sind in den Naim-Gärten. Das sind eine große Schar der Früheren und einige der Späteren.” (Waqia: 10-14)

“Wer vom Feuer ferngehalten und ins Paradies geführt ist, der ist doch gerettet.” (Al-i Imran: 185)

“Sie wenden sich fragend aneinander:

‘Wahrlich, früher auf der Welt bei unseren Angehörigen waren wir in Ängsten. Doch Allah ist uns Gnädig gewesen und hat uns vor der Pein des Verbrennens bewahrt. Wir pflegten vormals zu ihm zu beten. Fürwahr, Er ist der Gütige, der Barmherzige.’” (Tur: 25-28)

“Alles Lob gebührt Allah, Der Seine Verheißung an uns erfüllt hat und das Paradies uns zum Erbe gegeben hat. Wir wohnen im Paradies, wo immer es uns gefällt. Wie schön ist also der Lohn derer, die sich um Allahs willen bemüht haben.” (Zumar: 74)

“Alles Lob gebührt Allah, Der die Traurigkeit von uns genommen hat. Unser ‘Rabb’ (Schöpfer) ist fürwahr Allverzeihend, Allgütige. Uns machte Er durch Seine Huld in der Wohnstatt des Paradieses auf ewig ansässig.” (Fatir: 34-35)

Das Eingehen der Menschen ins Paradies ist nicht wegen ihrer guten Taten sondern aus der Barmherzigkeit Allahs. Der erste Grund für das Eingehen ins Paradies ist der Glaube, und die guten Taten führen zum Innehaben eines Ranges im Paradies.

Die Wohltaten des Paradieses übertreffen alles, was wir gehört, gelesen und auch uns vorgestellt haben. Sie gleichen den Wohltaten der Welt nicht im geringsten. Die Ähnlichkeit besteht nur bei den Namen.

In einem ‘Hadith-i Qudsi’ heißt es:

“Für Meine rechtschaffenen Diener habe Ich im Paradies solche Wohltaten vorbereitet, die kein Auge sah, kein Ohr hörte, und auch kein Mensch dachte.” (Buhari)

Das Paradies und die Hölle sind gegenwärtig vorhanden. Den Ort, wo sie sich befinden, kennt allein Allah der Allhöchste.

In den Gesichtern der Paradiesbewohner strahlen die Fröhlichkeit und die Glückseligkeit. Zwischen ihnen herrscht weder irgendein Konflikt noch irgendeine Feindschaft. Sie kennen keine Notlage und keine Betrübnis. Dort haben sie weder Angst noch werden sie traurig. Arbeiten, Müdigkeit, Überdruß und Leidwerden, Schlafen, Älterwerden, Krankwerden und Sterben gibt es nicht mehr. Nachdem man nun einmal dorthin eingetreten ist, gibt es auch kein Herauskommen.

Jener Ort ist eine Ruhestatt. Jeder Zeit existiert ein ganz neues Leben sowie eine ganz frische Schönheit und ein völlig anderer Anblick.

Nach dem edlen Qur’an und den Ahadith ist das Paradies mit folgenden Namen benannt worden:

Firdaus, Adn, Me’wa, Naim, Huld, Dar’ul-Karar, Dar’us-Salam, Illiyyin. Diese Namen sind die Namen, die jeweils für die verschiedenen Paradiesgärten gegeben sind. In jedem Garten sind weiterhin recht viele Rangstellen und Rangstufen vorhanden.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Denen, die als Gläubige zu ihrem ‘Rabb’ (Schöpfer) kommen und gute Taten vollbracht haben, sind die Höchsten Rangstufen zuteil.” (Ta-ha: 75)

Unter den Gärten fließen die Flüsse. Das Paradies hat vier Flüsse, deren Quellen im ‘Firdaus-Garten’ entspringen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Darin sind Flüsse von Wasser, das nicht faulig wird und Flüsse von Milch, deren Geschmack sich nicht ändert und Flüsse von Wein, der ein Genuß für die Trinkenden ist und Flüsse von geläutertem Honig.” (Muhammed -Friede sei auf ihm-: 15)

“Denen werden Gärten zuteil sein, die die Flüsse durcheilen und in denen sie ewig bleiben.” (Al-i Imran: 198)

Diese Flüsse fließen an jedem Ort und jedem Palast des Paradieses vorbei, sie fließen auch aufwärts, und auch wenn sie sehr groß sind, lassen sie jeden, der es will, vorbeigehen. Wer sich wünscht, dem fließen sie auch hinterher. Sie fließen nicht so wie die irdischen Flüsse in einer Vertiefung, in einem bestimmten Kanal dahin.

Im Paradies sprudeln außerdem Quellen und Brunnen heraus.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Ihnen werden von einer ganz weißen Quelle vollgegossene Becher, die keinen Kopfschmerzen verursachen, keinen Rausch erzeugen und wohlschmeckend für die Trinkenden sind, zu trinken gereicht.” (Saffat: 45-47)

“Trinkgefäße aus Silber und Pokale aus Kristall lassen sich unter ihnen die Runde machen. Doch ihre Kristalle glänzen wie Silber, sie haben ihren Umfang nach Maß bemessen. Es wird ihnen dort ein Becher zu trinken gereicht, dem Ingwer beigemischt ist. Jene Quelle wird Süßwasser, Selsebil genannt.” (Insan: 15-18)

“‘Ebrar’ (die Rechtschaffenen, die Gerechten) trinken aus einem Becher, dem ‘Kafur’ (Kampfer) beigemischt ist. Er wird gespeist aus einer Quelle, von der die gläubigen Diener Allahs trinken, und die sie gemäß ihren Wünschen hervorsprudeln lassen.” (Insan: 5-6)

“Und sie trinken aus einem versiegelten reinen Trank, der einen ‘Misk’ (Moschus) duftenden Geruch hinterläßt. Um dies mögen die Bestrebenden wetteifern, um dies mögen die Begehrenden wetteifern.

Sein Gemisch ist aus Tesnim. Es ist eine Quelle, aus der nur Mukarreb, die Allah nahe sind, trinken.” (Mutaffifin: 25-28)

“Die Allahsfürchtigen sind an einer Stätte der Sicherheit, in Gärten und an den Quellen.” (Duhan: 51-52)

Die Speise der Paradiesbewohner sind Frucht, Manna, Honig, Milch, Vogelfleisch und ähnliches.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sooft sie eine Frucht daraus bekommen, sagen sie: ‘Das ist doch das, was wir schon früher auf der Welt zu essen bekamen.’ Doch dies wird ihnen gereicht, als Ähnliches dem, was sie gesagt haben.” (Baqara: 25)

Die Paradieswohltaten sind hinsichtlich des Namen und der Form mit den irdischen Wohltaten verglichen, damit sie beschrieben und geschildert werden können. In Wirklichkeit jedoch sind sie in bester Form durch göttliche Hand vorbereitet. Sie sind leicht und unbeschwerlich, vermindern sich nicht und erschöpfen sich nicht, und sie haben keinen Teil zum Wegwerfen. Sie haben keine Rückstände, ihr Geschmack ändert sich andauernd, verdauungsleicht; die, die zu kochen sind, kommen als gekocht, sie sind ohne Anstrengung zu haben. Es ist so viel, wie jeder sich wünscht. Man empfindet keine Besorgnis, in Not zu geraten; an der Stelle, wo eine Frucht abgepflückt ist, zeigt sich sogleich eine neue in gleicher Form. Es wird gegessen und getrunken, nicht weil es Essens und Trinkens bedarf, sondern um nur Freude zu empfinden.

Die Paradiesbewohner, obwohl sie essen und trinken, verrichten keine Notdurft. Das, was sie gegessen haben, wird durch leicht ‘Misk’ (Moschus) duftendes Aufstoßen und Schwitzen ausgeschieden. Ausspucken und Naseputzen gibt es nicht.

Im Paradies sind zu finden Bäume mit und ohne Früchte, Weinreben, Palmen und beste Nahrungsmittel, die jeder Zeit wachsen und für die kein Eßverbot besteht.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Dies sind Unsere Versorgungen, sie werden sich gewiß nie erschöpfen.” (Sad: 54)

“Sie sind unter dornlosen Kirschbäumen, gebüschelten Bananen, ausgebreiteten Schatten; bei fließendem Wasser und vielen Früchten, die weder zu Ende gehen noch für verboten erklärt werden; auf Ruhekissen, die erhöht sind.” (Waqia: 28-34)

“Dem, der sich vor der Gegenwart seines ‘Rabb’ (Schöpfer) fürchtet, werden zwei Gärten zuteil sein. In beiden Gärten wachsen vielerlei Bäume. Und in beiden fließen zwei Quellen. Doch in beiden gibt es jegliche Fruchtart in Paaren.” (Rahman: 46-48-50-52)

“Und außer diesen beiden gibt es noch zwei andere Gärten. Sie sind dunkelgrün. Darin gibt es zwei unaufhörlich hervorsprudelnde Quellen. In beiden Gärten sind verschiedene Früchte und Dattelpalmen und Granatäpfel.” (Rahman: 62-64-66-68)

“Die Schatten der Fruchtbäume sind dicht über ihnen gebüschelt und ihre Früchte sind so geneigt, daß sie leicht zu erreichen sind.” (Insan: 14)

“Wir versorgen sie reichlich mit Früchten und Fleisch, wie sie es nur wünschen mögen.” (Tur: 22)

“Ihnen wird so gesprochen: ‘Eßt und laßt es euch wohl bekommen für das, was ihr in den vergangenen Tagen geleistet habt!’” (Haqqa: 24)

“Eine frohe Botschaft! Heute gehören euch die Gärten, durch die Bäche fließen und in denen ihr auf ewig weilen werdet.” (Hadid: 12)

“Die Engel treten zu ihnen aus jeglichem Tor und sprechen: ‘Friede sei mit euch, da ihr standhaft waret. Seht, wie herrlich diese Wohnstatt als Folge des irdischen Lebens ist!” (Ra’d: 23-24)

Dort gibt es Hochgebäude, von Gärten umschlossene Paläste. Einige von diesen Palästen sind aus Gold und Silber und manch einige aus Perle und Rubin.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wohin du dort auch schauen magst, so erblickst du eine Wohltat und ein großes Reich.” (Insan: 20)

“Sie ruhen dort auf Kissen, deren Überzüge aus starkem und glänzendem Atlas sind.” (Rahman: 54)

“Sie ruhen auf grünen Kissen und wunderschön bestickten Betten.” (Rahman: 76)

“Es gibt wunderschön, ausgebreitete, weichhaarige Teppiche.” (Gaschiye: 16)

“Darin ist alles, was ihre Herzen begehren und was ihren Augen gefällt.” (Zuhruf: 71)

“Auf Thronen, die mit Gold und Edelsteinen durchwoben sind, lehnen sie einander gegenüber.” (Waqia: 15-16)

“Wir nehmen hinweg, was an Groll in den Herzen der Bewohner des Paradieses sein mag. Und dann sitzen sie brüderlich auf Thronen einander gegenüber.” (Hidschr: 47)

“Für sie lassen Wir Schüsseln aus Gold und Becher unter ihnen kreisen.” (Zuhruf 71)

“Sie werden bewirtet.” (Saffat: 42)

“Dort hören sie weder Geschwätz noch Lüge.” (Naba: 35)

“Dort hören sie kein Geschwätz, das Sünde erzeugt, nur das Wort ‘Salam’ (Frieden), Erwiderung auf ‘Salam’” (Waqia: 25-26)

“Ihr Ruf dort heißt: ‘Sübhaneke’llahümme!’ (Wir preisen Dich, O unser Allah!). Und ihre Segenswünsche unter sich heißt: ‘Salam’(Frieden) Ihr Ruf endet dann mit: ‘Elhamdülillahi Rabbil Alemin’ (Alles Lob gebührt Allah, der ‘Rabb’ (Schöpfer) der Welten!)” (Yunus: 10)

Die Paradiesbewohner tragen grüne Kleidungen aus ‘sundus’ (dicke Seide), ‘istebrak’ (feine Seide), ‘harir’ (normal Seide), und es gibt weiterhin Kleidungen verschiedener Farben. Die Farbe der einer gleicht nicht der Farbe anderer. Sie werden niemals abgenutzt.

Und sie tragen Schmuck wie Armbänder, Ringe aus Gold, Perle und Silber.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sie tragen Gewänder aus feiner und dicker grüner Seide. Und sie sind mit silbernen Spangen geschmückt.” (Insan: 21)

“Darin tragen sie Armspangen aus Gold und Perlen und ihre Gewänder sind aus Seide.” (Hadsch: 23)

Die Gläubigen werden über all diese Wohltaten die Glückseligkeit erreichen, Allah den Allhöchsten über den Raum erhaben zuweilen zu erblicken. Sooft sie diese Glückseligkeit erreichen, werden sie alle anderen Wohltaten und Vergnügen vergessen.

In einem Hadith heißt es:

“Ihr werdet euren ‘Rabb’ (Schöpfer) so klar erblicken, wie ihr diesen Mond erblickt.” (Buhari)

Alle (Männer und Frauen) gehen jeden Freitag auf die Einladung Allahs des Allhöchsten bei Seiner erhabenen Gegenwart zu Besuch. Der Vorhang aus ‘Nur’ (göttliches Licht) hebt sich, und sie erblicken Allah den Erhaben Wahrhaftigen so klar wie den Vollmond. Sie kehren dann zu ihren Palästen zurück mit noch mehr verschönerten Gesichtern. Ihre Gatten bzw. Gattinnen empfangen sie in Freude.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Es gibt doch solche Gesichter, die an jenem Tage strahlend sind, die zu ihrem ‘Rabb’ (Schöpfer) schauen.” (Qiyame: 22-23)

Damit die Gläubigen um das Paradies und die guten Werke wetteifern mögen, spricht Allah der Allhöchste folgendermaßen:

“O ihr Menschen! Wetteifert denn miteinander um die Vergebung eures ‘Rabb’ (Schöpfer) und um das Paradies, das für jene bereitet ist, die an Allah und Seinen Gesandten glauben, und dessen Größe gleich der des Himmels und der Erde ist.” (Hadid: 21)

Der zuletzt ins Paradies eingeht:

Überlieferung von Abu Hurayra (r.a.):

“Einmal fragten die Leute unseren Gebieter, den edlen Gesandten Allahs (s.a.s.):

‘O der Gesandte Allahs, werden wir am Jüngsten Tag unseren ‘Rabb’ (Schöpfer) sehen?’

Der Gesandte Allahs -Friede sei auf ihm- entgegnete:

‘Habt ihr Zweifel daran, daß ihr in einer wolkenlosen Vollmondnacht den Mond sehen könnt?’

Sie sagten:

‘Nein, o Gesandter Allahs’

Er fragte wiederum:

‘Bezweifelt ihr, daß ihr an einem wolkenlosen Tag die Sonne seht?’

Auf ihre Antwort:

‘Nein, o Gesandter Allahs’

Sprach er wie folgt:

Fürwahr. ihr werdet euren ‘Rabb’ (Schöpfer) genauso sehen.

Am Jüngsten Gericht versammeln alle Menschen. Unser ‘Rabb’ (Schöpfer) spricht: ‘Jeder soll sich dem anschließen, dem er göttliche Verehrung erwiesen hat.’ Manche Menschen schließen sich doch der Sonne an, andere dem Mond oder den verschiedensten Götzen. Schließlich bleiben diese Gemeinde und die Heuchler unter ihnen übrig.

Allah der Allhöchste erscheint ihnen in einem anderen Aussehen und spricht: ‘Ich bin euer ‘Rabb’ (Schöpfer)!’ Sie entgegnen: ‘Wir werden hier bleiben, bis unser ‘Rabb’ (Schöpfer) zu uns kommt! Wenn Er zu uns kommt, so erkennen wir Ihn.’

Allah der Erhaben Allmächtige erscheint ihnen diesmal in einem Aussehen, in dem sie Ihn erkennen und spricht: “Ich bin euer ‘Rabb’ (Schöpfer)!” Und sie sagen: “Ja, Du bist unser ‘Rabb’ (Schöpfer)!” Und Allah der Allhöchste ruft sie zu Sich.

‘Sirat’ (die Brücke) wird über den Abgrund der Hölle gelegt. Ich werde der erste sein, der mit seiner Glaubensgemeinschaft diese Brücke überqueren darf. An diesem Tag kann keiner außer den Propheten reden. Ihr Bittruf an jenem Tag besteht nur aus dem Worte: ‘O Allah, rette uns! O Allah, erlöse uns! ‘

In der Hölle sind spitze Haken, die den Stacheln des Sa’dan (ein Wüstenstrauch, dessen Früchte spitze Stacheln haben) ähneln. Habt ihr euch diese Stacheln einmal angeschaut? Wirklich, die Haken in der Hölle sind den Stacheln des Sa’dan vergleichbar. Allerdings, allein Allah kennt ihre Ausmaße. Diese spitzen Haken durchbohren die Menschen entsprechend ihren bösen Taten und ziehen sie in die Hölle. Manche gehen mit ihren Sünden zugrunde, und manche werden, nachdem sie wie Senf zermalmt worden sind, gerettet.

Schließlich gibt Allah der Allhöchste den Engeln Befehl, diejenigen von den Höllenbewohnern, die Ihn angebetet haben und über die Er Sich erbarmen wollte, aus der Hölle zu holen. Und die Engel führen diesen Befehl aus. Sie erkennen die Gläubigen an den Spuren, die die Niederwerfungen auf ihren Körpern hinterlassen haben. Denn Allah der Allhöchste hat es dem Feuer verboten, die Körperteile, die zur Niederwerfungen dienen, zu verzehren. Infolgedessen frißt das Feuer den Menschen ihren gesamten Leib auf, mit Ausnahme jener Körperpartien, wo die Niederwerfungen ihre Spuren hinterlassen haben. Sie werden aus der Hölle geholt, verbrannt und geschwärzt. Dann aber wird das Wasser des Lebens über sie gegossen. Sie wachsen und gedeihen so schnell, wie der Samen eines gemeinen Basilienkrautes am Gießbach wächst. Und dann schließt Allah die Aburteilung unter Seinen Dienern ab.

Aber zwischen dem Paradies und der Hölle bleibt einer übrig, dessen Gesicht dem Feuer zugewandt ist. Er ist der letzte aus der Hölle, der ins Paradies eingeht.

Er ruft: ‘O ‘Rabb’ (Schöpfer)! Wende mein Gesicht von diesem Höllenfeuer ab! Sein Gestank vergiftet mich, seine lodernden Flammen verbrennen mich.’ Fortwährend ruft er zu Allah und bittet Ihn.

Allah der Allhöchste spricht:

‘Wenn dir dieser Wunsch erfüllt wird, wirst du dann nicht eine andere Bitte vorbringen?’

Und er sagt:

‘Bei Deiner Allmacht! Ich bringe keine andere Bitte mehr vor.’

Nachdem er sein festes Versprechen gegeben hat, wie Allah es wollte, wendet Er sein Gesicht vom Höllenfeuer zum Paradies.

Da er all die Schönheiten des Paradieses sieht, schweigt er, solange Allah es will. Schließlich sagt er: ‘O ‘Rabb’ (Schöpfer), laß mich zum Tor des Paradieses gehen!’

Allah der Allhöchste spricht:

‘Hattest du nicht fest versprochen, keine weitere Bitte mehr vorzubringen?’

Und er spricht:

‘O ‘Rabb’ (Schöpfer), laß mich nicht das elendste Deiner Geschöpfe sein!’

Allah der Allhöchste spricht:

‘Wirst du um nichts mehr bitten, wenn dir auch dieser Wunsch erfüllt wird?’

Nachdem er folgendermaßen fest versprochen hat - ‘Nein, bei Deiner Allmacht! Bestimmt werde ich Dich um nichts mehr bitten!’ -, wird ihm die Erlaubnis gegeben, zum Paradiesestor zu gehen.

Er betrachtet die Herrlichkeiten des Paradieses, die Schönheiten und das Grüne und Freuden des Lebens dort. Er schämt sich wiederum und schweigt, solange es Allah will. Dann sagt er: ‘O ‘Rabb’ (Schöpfer), laß mich doch ins Paradies eingehen!’

Allah der Allhöchste spricht:

‘Wehe dir, o Menschenskind! Wie treulos du doch bist! Hattest du nicht fest versprochen, keine weitere Bitte mehr vorzubringen?’

Jener sagt:

‘O ‘Rabb’ (Schöpfer), laß mich nicht das elendste Deiner Geschöpfe sein!’

Allah der Allhöchste liebt diesen Zustand und lacht, erlaubt ihm, ins Paradies einzutreten. Er spricht: ‘Hast du einen Wunsch?’ Und er äußert seine Wünsche. Wenn diese Wünsche erfüllt werden, macht Allah der Allhöchste ihn auf weitere Genüsse aufmerksam: ‘Wünsche dir doch auch dieses und jenes!’

Als schließlich wirklich all seine Wünsche erfüllt sind, spricht Allah der Allhöchste zu ihm: ‘Das alles ist für dich, und noch einmal so viel!’

In der Überlieferung von Abu Sa’id al Hudri (r.a.) steht auch folgender Satz: ‘Dies alles ist für dich und noch zehnmal so viel!’” (Buhari)

 

DER GLAUBE AN DIE GÖTTLICHE FÜGUNG UND VORSEHUNG

Glauben an die göttliche Fügung und Vorsehung bedeutet der Glaube daran, daß alles - Gutes und Böses, gut und schlecht, bitter und süß, Nutzen und Schaden, Gewinne und Verluste - mit dem Ratschluß, dem Plan, dem Willen und der Erschaffung Allahs des Allhöchsten geschieht.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wir haben alle Dinge nach einem Ratschluß erschaffen.” (Qamar: 49)

“Er ist ‘Rabb’ (Schöpfer), Der geschaffen und gestaltet hat. Der alles bestimmt (geplant) und den rechten Weg gezeigt hat.” (A’la: 2-3)

Die göttliche Vorsehung und der göttliche Ratschluß bedeuten, etwas nach einem bestimmten Maß zustande zu bringen, zu planen und zu bestimmen. Weiterhin besagt es Festlegung, Maß, Anzahl, Verfügung und Beschluß.

Nach Islam; daß Allah der Allhöchste von Ewigkeit zu Ewigkeit den Ort und die Zeit aller Dinge, die erschaffen worden sind und die erschaffen werden sollen, alles bis in die kleinsten Einzelheiten mit Seinem ewigen allumfassenden Wissen kennt und bestimmt, bedeutet ‘Qadr’ (die göttliche Vorsehung).

Und daß Allah der Allhöchste die Dinge, die Er in Urewigkeit gewollt und geplant hat, zu der vorherbestimmten Zeit ins Dasein ruft, wie sie in ‘Lewh-i Mahfuz’ (für den Jüngsten Tag aufbewahrte Tafel der göttlichen Beschlüsse, vorbestimmter Wille Allahs) verzeichnet worden sind, bedeutet ‘Kaza’ (die göttliche Fügung).

Im edlen Qur’an heißt es:

“Es geschieht kein Unheil auf der Erde oder an euch, das nicht in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es ins Dasein rufen. Fürwahr, das ist für Allah ein Leichtes.

Es ist, auf daß ihr euch nicht deswegen betrüben möget, was euch entging, noch euch deswegen freuen und prahlen möget, was Er euch gegeben hat.” (Hadid: 22-23)

“Alles ist von Allah.” (Nisa: 78)

Allah der Allhöchste ist ‘Allwissend’, Er weiß alles. Er wußte in Seinem urewigen Wissen, was der Mensch auf der Welt alles tun wird, was er alles sagen wird, und kannte all seine Leistungen wie auch seine Wohnstatt im Jenseits. So hatte Er doch vorherbestimmt. Weil Er wußte, hatte Er dargelegt. Denn, nichts ist außerhalb Seines Wissens. So ist das Universum und auch der Mensch. Alles ist verfilmt und aufgespult, aufbewahrt in einer Kassette. Angesichts Seines anfangs- und endlosen Wissens gibt es keinen Unterschied zwischen einem Stäubchen und dem Universum.

Wie Er im edlen Qur’an spricht:

“Wir haben jedem Menschen seine Taten auf der Welt an den Nacken geheftet.” (Isra: 13), ‘verfilmte’ Er dem Menschen all seine irdischen Taten und spulte sie auf. Alles hat Er in ‘Lewh-i Mahfuz’ dargelegt. Nach und nach, gemäß jenem ‘Film’ verwirklichen sich die Taten des Menschen.

Der Zweck, wozu Er uns auf die Welt geschickt hat, ist der, daß auch wir es wissen sollen. Doch nicht etwa der, daß Er es erfahren wollte.

Im edlen Qur’an spricht Er:

“Er kennt alles, was vor ihnen ist und was hinter ihnen ist; das Wissen Seiner Diener kann es jedoch nicht umfassen.” (Ta-ha: 110)

“Er, Der den Tod erschaffen hat und das Leben, auf daß Er euch prüfe, wer von euch die besseren Taten verrichte.” (Mulk: 2)

Wir, die Menschen werden gewiß den Prüfungen unterzogen werden. Recht vielen Entbehrungen werden wir ausgesetzt sein. Sodann wird Allah der Erhaben Wahrhaftige im Rahmen der Ergebenheit, die wir zeigen werden, unseren Rang messen und ihn uns verleihen. Er wußte nämlich mit Seinem anfangslosen Wissen alles, was wir tun werden.

An den Ortsanfängen befinden sich Schilder, die jene Orte kennzeichnen. Die gleichen Schilder befinden sich an den Ortsenden auch, allerdings mit einem durchgezogenen roten Strich, der das Ortsende aufweist. In Wirklichkeit jedoch sind diese Schilder zu der gleichen Zeit aufgeschrieben worden. Beim Einfahren sehen wir den Ortsanfang, beim Verlassen jedoch sein Ende. So ähnlich hat Allah der Erhabene unseren Anfang und unser Ende bestimmt, bevor wir ins Dasein gerufen worden sind. Wir als Geschöpfe schreiben jene Schilder auf und bringen sie dort an, wo sie hingehören. Er ist der Schöpfer, Sein Wissen hat doch alles umfaßt.

Hätte Allah der Erhaben Wahrhaftige uns auf diese Welt nicht geschickt, so hätten wir überaus zu Recht Ansprüche und Widersprüche erhoben. Wir hätten gesagt: ‘O Allah, hätte ich als Dein Diener jemals diese Sachen getan?’ Allah der Wahrhaftig Allhöchste und Allheilig Erhabene hat uns geschickt, um zu zeigen: ‘O du Mein Diener, Ich wußte, daß du es tun würdest, und siehe auch du, was du getan hast!.’ Doch nicht etwa, Er hätte nicht gewußt, was wir tun werden.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Hätte Allah etwas Gutes in ihnen erkannt, so hätte Er sie gewiß hören lassen.” (Anfal: 23)

Der Ratschluß Allahs des Erhabenen ist doch der Ratschluß. Ein Mensch hat Ihn derart anzuerkennen.

Es gibt übrigens noch einen göttlichen Ratschluß, den nur Er Selbst kennt. Dieser Ratschluß ist weder in ‘Lewh-i Mahfuz’ noch in dem ‘Film’ des Menschen aufgezeichnet. Dieser gehört allein Ihm. Keiner außer Ihm kann ihn wissen.

Verwunderst du dich etwa darüber? Wüßte Allah der Allhöchste denn nicht jedes Atom der Dinge, deren Schicksal Er dargelegt hat, während sich ein Mensch einen selbst gedrehten Film ansieht und weiß, welche Szene bald danach kommt? Nun, Er ist es ja, Der den ‘Film’ deines Schicksals an dich geheftet hat.

Glaube - Unglaube, Gehorsam - Ungehorsam, Gutes - Böses... Jedes von ihnen ist das, was der Mensch seiner Fähigkeit nach von Allah dem Erhaben Wahrhaftigen zu begehren pflegte. Was er sich wünschte, das wurde ihm gegeben, und der Weg dazu wurde für ihn geebnet.

Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und Erhabene spricht im edlen Qur’an:

“Wer die Ernte des Jenseits begehrt, vermehren Wir seine Ernte. Und wer die Ernte dieser Welt begehrt, ihm geben Wir nur davon. Doch am Jenseits hat er keinen Anteil.” (Schura: 20)

Einer begehrt von Allah dem Erhabenen das Jenseits, den Glauben und den Gehorsam. Und Allah der Erhabene erleichtert ihm diesen Weg und läßt ihn Gutes tun, weil er Gutes begehrt.

Dies wird im edlen Qur’an folgendermaßen erklärt:

“Und denjenigen, die in Unseren Sachen wetteifern, zeigen Wir gewiß unsere Wege.” (Ankabut: 69)

Im Rahmen des Strebens unterstützt Allah der Erhaben Wahrhaftige Seinen Diener, erweitert seine Rechtleitung und leuchtet ihm auf den Weg.

Und dem anderen, da er nur das irdische Leben begehrt, läßt Allah der Erhaben Wahrhaftige dies zuteil werden. Das heißt, Allah ebnet ihm den Weg, nur weil er will, Böses zu tun. Sooft er es begeht, gefällt es ihm, und so erreicht er das Ziel seines Wunsches. Gutes läßt Er dem zuteil werden, der Gutes begehrt, und Böses läßt Er dem zuteil werden, der Böses begehrt.

Der Sinn und Zweck hierzu ist der, daß sie dann folgendes nicht behaupten können, wenn sie im Jenseits zur göttlichen Gegenwart hintreten müssen:

‘O mein ‘Rabb’ (Schöpfer), Du hast uns handeln lassen, wie Du es wolltest, was ist unsere Schuld daran?’

Im edlen Qur’an heißt es:

“Doch, dieses Bezeugenlassen ist so, damit ihr nicht am Tage der Auferstehung sprecht: ‘Siehe, wir wußten nichts davon.’” (A’raf: 172)

Allah der Erhabene, Der Seinen Dienern immer Gutes erweisen will, läßt niemanden mit Gewalt schlechte Taten begehen. Jedem wurde sein Begehr gegeben und jeder fing an, dies zu verwirklichen. Infolgedessen hat ein Diener kein Recht, all die bösen Taten, die er getan hat und die er noch tun wird, zu verdecken und eine Ausrede zu suchen, indem er sagt: ‘Wenn Er will, daß ich mich bessere, werde ich besser, wenn Er aber nicht will, werde ich nicht besser.’ Damit macht er nichts anders, als sich selbst zu belügen. Der Satan überließ sich dem Schicksal und wurde somit ungläubig; Adam (a.s.) suchte bei Allah dem Erhaben Wahrhaftigen Zuflucht. Und Allah der Erhaben Wahrhaftige vergab ihm.

Was dem Menschen zusteht ist folgendermaßen: Er soll wissen, daß er von Allah abhängt, er soll von Ihm begehren, bei Ihm Zuflucht suchen, Ihn inständig bitten, sich demütig Ihm ergeben, für Ihn Tränen vergießen und sich nur Ihm unterwerfen.

Die Propheten -Friede sei auf ihnen allen- verrichteten ihre Gebete, obwohl sie sündenfrei waren. ‘Aschere-i Mubeschere’ (dies sind diejenigen Gefährten des Gesandten Allahs Muhammed (a.s.), denen das Paradies bereits im Diesseits verkündet wurde) - Allah möge mit ihnen allen zufrieden sein - vernachlässigten ihre Gebete doch nicht ein einziges Mal, obwohl ihnen das Paradies verkündet wurde.

Allah der Erhaben Wahrhaftige erschuf den Menschen, der das vollkommenste und edelste der Geschöpfe ist, mit der natürlichen Veranlagung, die besten Taten und Handlungen zu begehen. Ist es also nicht wertlos, sich vom rechten Weg und der Wahrheit zu entfernen und sich um andere Sachen zu bemühen?

In einem Hadith, der von Buhari überliefert wurde, spricht Ali (Vetter und Schwiegersohn des Propheten, er wurde der vierte Kalif der Muslime) (r.a.) wie folgt:

“Wir befanden uns bei einer Bestattung in dem Friedhof des ‘Baki-i Farkad’. Der Gesandte Allahs (s.a.s.) kam zu uns und saß. Und wir setzten uns um ihn. Er hatte einen Stab in der Hand. Er senkte seinen Kopf und fing an, mit dem Stab auf den Boden zu schlagen. Danach sprach er:

‘Ohne daß jemand von euch jedoch ausgenommen worden ist, ist eure Wohnstatt im Paradies und auch in der Hölle verzeichnet worden. Ob er ein Schuldiger oder ein Unschuldiger sein wird, ist bereits bestimmt worden.’

Daraufhin fragte einer von ‘Ashab-i Kiram’ (die edlen Gefährten des Propheten Muhammed):

‘O der Gesandte Allahs, könnten wir also dann nicht die Taten und die Gebete unterlassen und uns nicht auf den Ratschluß Allahs des Erhaben Wahrhaftigen verlassen? Denn, diejenigen von uns, denen die Glückseligkeit zugebilligt ist, führt der göttliche Ratschluß zu den Taten dessen, dem die Glückseligkeit zugebilligt ist, und der geht ins Paradies ein. Ebenfalls führt der göttliche Ratschluß diejenigen von uns, die zum Verbrechen geneigt sind, zu den Taten dessen, der zum Verbrechen geneigt ist, und der wird in die Hölle abgeführt.’

Als Antwort darauf sprach unser Gebieter, der edle Gesandte Allahs (s.a.s.):

‘Tut gute Werke weiter. Denn jedem, wozu er erschaffen ist, ist die Sache leichter gemacht. Jener, dem die Glückseligkeit zugebilligt ist, tut gute Werke. Und jener, der zum Verbrechen geneigt ist, tut böse Werke.’ Und gleich danach trug er folgende edlen Verse vor:

“Und wer sich dem Wahrhaftigen völlig ergibt, sich vor der Sünde hütet, Allah fürchtet und jenen schönsten Glaubenssatz bestätigt, dem wollen Wir es leicht machen, dem wollen Wir zu den guten Taten eine angenehme Lust gewähren.

Wer aber geizt und meint, daß er die Gnade Allahs nicht brauche und jenen schönsten Glaubenssatz leugnet, dem wollen Wir den Weg zur schlimmsten Drangsal leicht machen, dem wollen Wir zu den guten Taten eine fehlende Lust geben.” (Leyl: 5-10)

Wenn der Mensch hinschaut, könnte er sich selbst in diesem Wahrheitsspiegel sehen.

Noch einmal hierüber spricht Allah der Wahrhaftig Ruhmreiche und der Allhöchst Erhabene in Seinem edlen Qur’an folgendermaßen:

“Wer diese vergängliche Welt begehrt, dem bereiten Wir hier schnell das, was Wir wollen - doch dem, der Uns beliebt. Danach bereiten Wir für ihn die Hölle, in die er kommt, doch als ein Verdammter und ein Verstoßener aus Unserem Erbarmen.

Wer aber gläubig ist und das Jenseits begehrt und es beharrlich erstrebt, dem wird gewiß dieser Eifer mit Dank belohnt.

Ihnen allen, die das Irdische begehren und auch die das Jenseits begehren, gewähren Wir die Gabe deines ‘Rabb’ (Schöpfer) hintereinander. Die Huld deines ‘Rabb’ (Schöpfer) ist ja keinem verboten.” (Isra: 18-20)

Dieses Thema ist mit der Auffassung der Sekte ‘Dschebriye’ nicht zu verwechseln. Denn, nach ihrer Auffassung ist der Mensch gezwungen, alle Taten zu begehen, die er begeht. Außer daß er beim Begehen dieser Taten keinen Einfluß hat, besitzt er auch keine Macht und keinen Willen.

In Wirklichkeit jedoch macht Allah der Allhöchste den Menschen in seinem winzigen Willen verantwortlich.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Ihr werdet gewiß zur Rechenschaft gezogen werden für das, was ihr getan habt.” (Nahl: 93)

“Wer gute Werke tut, so tut er es für sich selbst. Und wer Böses tut, so handelt er gegen sich selbst. Dein ‘Rabb’ (Schöpfer) ist niemals ungerecht gegen Seine Diener.” (Fussilet: 46)

Obwohl es so ist, muß man eigentlich zum Thema ‘Qadr’ (göttliche Vorsehung) nicht kommen. Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) empfahl, sich beim Thema ‘Qadr’ nicht zu vertiefen. Das Wesentliche der göttlichen Vorsehung ist ein unerforschliches Geheimnis. Wenn man zu weit geht, führt es zum Atheismus. Der Satan überließ sich dem Schicksal, empfand kein Bedürfnis zur Gnade Allahs und wurde somit ungläubig. Adam (a.s.) suchte das Unrecht bei sich, wandte seinem ‘Rabb’ (Schöpfer) zu, bat Ihn um die Vergebung seiner Sünde. Und Allah der Wahrhaftige Freund vergab es ihm.

Der ‘Rabb’ (Schöpfer) der Welten macht es immer schön. Da dein eigenes Ich häßlich ist, hält es für häßlich, läßt es nicht für schön halten. Alles, was Er macht, ist in Seiner Weisheit verborgen.

Unser Gebieter, der erhaben Ruhmreiche des Universums (s.a.s.) spricht in seinen würdigen Ahadith folgendermaßen:

“Wer mit der göttlichen Fügung und Vorsehung Allahs des Erhaben Wahrhaftigen zufrieden ist, mit dem ist auch Allah der Erhaben Wahrhaftige zufrieden.” (Dschamius-sagir)

“Der Glaube an die göttliche Vorsehung beseitigt die Traurigkeit und Trübsal.” (Dschamius-sagir)

“Alles, was dich an Gutem trifft, kommt von Allah, und alles, was dich an Schlechtem trifft, kommt von dir selbst.” (Nisa: 79)

Wie in diesem edlen Vers dargelegt worden ist, soll der Mensch wissen, daß Gutes von Allah dem Erhabenen ist und Böses von sich selbst. Das ist es, was dem Menschen zusteht.

Wer so handelt, erlangt die Gnade Allahs in den folgenden edlen Versen:

“Sprich: ‘Nichts kann uns treffen außer dem, was Allah uns bestimmt hat. Er ist unser ‘Rabb’ (Schöpfer). Die Gläubigen sollen nur auf Allah vertrauen und sich auf Ihn verlassen.’” (Tauba: 51)

“Es sind diejenigen Diener Allahs, die, wenn sie etwas Schändliches getan oder gegen sich gesündigt haben, Allahs gedenken und für ihre Sünden um Vergebung flehen. Und wer vergibt die Sünden außer Allah? Und diejenigen, die nicht auf dem beharren, was sie wissentlich taten.” (Al-i Imran: 135)


| INHALTSVERZEICHNIS | HOME |