DIE BRUDERSCHAFT

MUHAMMEDS (FRIEDE SEI AUF IHM)
MIT
ISA (JESUS) (FRIEDE SEI AUF IHM)

 

Nach der Darlegung im edlen Qur’an war jeder Prophet verpflichtet, auch den letzten Propheten Muhammed (a.s.) anzukündigen und zu bestätigen, so wie er selbst den vorhergehenden Propheten zu bestätigen verpflichtet war.

In den zu ihnen gesandten Büchern wurde das Prophetentum Muhammeds (a.s.) offen dargelegt.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Dies steht ganz gewiß auch in den Büchern der Früheren.” (Schuara: 196)

Allah der Allhöchste berichtete all Seinen Gesandten von Muhammed (a.s.) und seinen Eigenschaften. Er nahm von ihnen den Bund entgegen dafür, daß sie ihm glauben und seiner Religion helfen werden, wenn sie seine glückselige Lebzeit erreichen sollten. Und jene Gesandten kündigten Muhammed (a.s.) ihren Gemeinden an und nahmen ihnen das Versprechen dafür ab, daß sie ihm doch sofort glauben und seiner Religion helfen werden, wenn sie die glückselige Lebzeit des letzten Propheten erleben sollten.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und da nahm Allah von den Propheten den Bund entgegen. Er sprach: ‘Bei Meiner Allgewalt! Ich habe euch das Buch und die Weisheit gegeben. Ein Prophet wird kommen, der das Buch und die Weisheit, die ihr habt, bestätigt. Ihr werdet ihm unbedingt glauben und ihm helfen. Habt ihr das anerkannt? Und habt ihr Meine Verpflichtung unter dieser Bedingung angenommen?’ Und sie sprachen: ‘Wir haben es anerkannt.’ Allah sprach: ‘So bezeugt es, und Ich bin mit euch ein Zeuge unter den Zeugen.’” (Al-i Imran: 81)

Der würdige Name Muhammeds (a.s.) und seine Eigenschaften standen in der Thora sowie im Evangelium.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und dies sind jene, die jenem Gesandten, jenem Propheten folgen, der des Lesens und Schreibens unkundig ist; dort in der Thora und im Evangelium finden sie über ihn geschrieben.” (A’raf: 157)

Die Juden in der Thora, die Christen im Evangelium bekamen die Eigenschaften des letzten Propheten zu wissen und erhofften sein Kommen. Jede Generation erzählte dies ihren Nachkommen und ermahnte sie, wenn er kommt, ihm zu glauben. Aus diesem Grund warteten beide Völker gespannt auf das Kommen dieses Propheten. Als sie dann erfuhren, daß der erwartete Prophet unter den Arabern als eine verwaiste Person gesandt wurde, verleugneten sie nur aus rassistischer Auffassung. Daß er tatsächlich der erwartete Prophet war, wußten sie, wie sie ihre eigenen Söhne kannten und hofften auf sein Kommen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Diejenigen, denen Wir das Buch gegeben haben, kennen es, wie sie ihre eigenen Söhne kennen. Und dennoch verbergen einige von ihnen die Wahrheit, wo sie sie doch kennen.” (Baqara: 146)

Es wird im edlen Qur’an berichtet, daß die jüdischen Wissenschaftler in der Thora, die christlichen Wissenschaftler im Evangelium recht viele Worte verbargen und die Verse ganz abschafften, welche das Erscheinen des letzten Propheten Muhammed (a.s.) verkündeten.

Die in der Thora über Isa (a.s.) verkündete frohe Botschaft wurde mit seiner Berufung verwirklicht. Isa (a.s.) bestätigte die von der Thora über die Entsendung von Muhammed (a.s.) überbrachte frohe Botschaft, kündigte ihn an und stellte ausdrücklich klar, daß er selbst sein Vorgänger ist. Dies war von Isa (a.s.) eine seiner Pflichten als Gesandter.

Isa (a.s.), letzter der Propheten Kinder Israels, hatte die bis zu seiner Zeit geltende und die Religion bzw. den Glauben betreffende Lebensweise aufgefrischt, seinen Nachfolger Muhammed (a.s.) öffentlich mit seinem Namen angekündigt, die Auffassungen auf den letzten der Gesandten Muhammed (a.s.) richten lassen und bevor er zum Himmel erhöht wurde, der Menschheit die größte Botschaft wie folgt verkündet:

“O ihr Kinder Israels! Wahrlich, ich bin ein Gesandter Allahs bei euch, der Bestätiger der Thora, die vor mir gekommen ist, und Bringer der frohen Botschaft eines Gesandten, der nach mir kommen wird. Sein Name wird Ahmed sein.” (Saf: 6)

So wie Isa (a.s.) Muhammed (a.s.) ankündigte, verkündete auch Muhammed (a.s.), daß Isa (a.s.) vom Himmel herabkommen wird und erzählte, was er tun wird und ermahnte die Gläubigen, ihm zu folgen.

Muhammed (a.s.) spricht in einem seiner ‘Ahadith’ (Dies sind Berichte über Aussprüche, Taten, Eigenschaften und stillschweigende Billigungen des Propheten Muhammed (a.s.):

“Ich bin derjenige unter den Menschen, der Isa, dem Sohn der Maryam (Maria) im Diesseits und auch im Jenseits am nächsten steht. Alle Propheten sind Brüder wie die Kinder eines Vaters, die von seinen verschiedenen Frauen geboren sind. Doch ihre Religion ist eine.” (Buhari Tedschrid-i Sarih: 1403)

Isa (a.s.) ist nicht gestorben, sondern zum Himmel erhöht worden. Mit seinem Leib lebt er im Himmel. Wenn die Zwietracht ‘Dadschals’ (Ein Mensch, der vor dem Jüngsten Tag auftauchen wird; er wird sich zum Gott erheben und die Menschen irreführen) bösartig über die Muslime herrschen wird, wird Isa auf die Erde herabkommen und seine Taten verwirklichen. Dies ist bereits durch die übereinstimmende Überlieferung bekannt, durch ‘Kitab’ (der edle Qur’an), ‘Sunna’ (das vorbildhafte Leben des Propheten Muhammed, das für den Muslim zweite Wissensquelle neben dem edlen Qur’an ist) und ‘Idschma’ (Übereinstimmung der Rechtsgelehrten zu einer bestimmten Frage) erwiesen.

Allah der Allhöchste spricht im edlen Qur’an folgendermaßen:

“Wahrlich, er (Isa) ist ein Erkennungszeichen für das Anbrechen des Jüngsten Tages.” (Zuhruf: 61)

“Jeder unter den Leuten der Schrift wird gewiß vor seinem Tod an Isa glauben. Und er wird am Tage der Auferstehung ein Zeuge von ihnen (ein Zeuge für den Glauben derer, die wahrhaftig glauben) sein.” (Nisa: 159)

Daß Isa (a.s.) in der Zeit kurz vor dem Jüngsten Tag herabkommen wird, berichtet Muhammed (a.s.) in seinen folgenden Ahadith:

“Ich schwöre bei Allah, Der mein Leben in Seiner Allmacht hält! Bald wird Isa, der Sohn der Maryam als gerechter Richter herabkommen, das Kreuz zerbrechen, das Schwein töten, ‘Dschizye’ (Die Steuer, die von den Nichtmuslimen erhoben wird) abschaffen, und die Ware wird so zunehmen, daß es keinen geben wird, der sie annimmt.” (Buhari Tedschrid-i Sarih: 1018)

“Bei Allah! Isa, der Sohn der Maryam wird gewiß als gerechter Richter herabkommen, das Kreuz zerbrechen, das Schwein töten, die Dschizye-Steuer abschaffen. Die jungen weiblichen Kamele werden frei umherlaufen lassen, und keiner wird für sie Interesse haben. Ganz gewiß werden alle Feindschaften, Grollen und Neid verschwinden.

Er (Isa -a.s.-) wird den Menschen Ware anbieten, aber keiner wird sie annehmen.” (Muslim)

“Eine Gemeinde unter meiner Glaubensgemeinschaft wird bis zum Jüngsten Tag für die Wahrheit siegreich kämpfen.

Und dann kommt Isa, der Sohn der Maryam herab. Der Gebieter der Muslime spricht zu ihm: ‘Komm, sei unser Vorbeter bei unserem Gebet!’. Er spricht jedoch: ‘Nein! Aus der Gnade Allahs des Allhöchsten seid ihr Gebieter übereinander.’” (Muslim)

“Wie würde wohl eure Lage sein, zusammen mit eurem Führer, der von euch ist, wenn Isa, der Sohn der Maryam neben euch herabkommt” (Buhari Tedschrid-i Sarih: 1406)

“Eines Nachts in meinem Traum fand ich mich neben der Ka’ba. Da sah ich einen dunkelbraunen Mann, er war der schönste der Dunkelbraunen, die ich gesehen hatte. Er hatte solche Haare über die Ohren, sie waren die schönsten der langen Haare, die ich gesehen hatte. Er kämmte sich die Haare, es tropfte ihm Wasser von den Haaren. Er umkreiste die Ka’ba, wobei er sich auf zwei Personen (oder auf die Schulter von zwei Personen) stützte. Ich fragte: ‘Wer ist das?’ Es wurde gesprochen: ‘Mesih (der Messias), der Sohn der Maryam.’ Dann, plötzlich begegnete ich einem äußerst lockighaarigen Kerl mit schielendem rechten Auge. Es sah so aus, als wäre sein Auge wie eine aus der Dolde herausguckende Traube. Ich fragte: “Wer ist das?’ Es wurde gesprochen: ‘Und er ist Mesih-Dadschal (der falsche Messias)’ (Muslim)

“Dadschal -der Feind Allahs- löst sich auf genau so wie der Salz im Wasser, wenn er Isa sieht.” (Muslim)

Warum berichtete Isa (a.s.) von Muhammed (a.s.)? Weil Allah der Allhöchste die Überlegenheit, die Er keinem zuschrieb, nur ihm (Muhammed -a.s.-) gewährte.

Allah der Erhabene ruft die ganze Menschheit auf und teilt mit, ihnen von Sich einen wahrhaftigen Propheten entsandt zu haben:

“O ihr Menschen! Nun ist die Wahrheit von eurem ‘Rabb’ (Schöpfer) zu euch gekommen.” (Yunus: 108)

Allah der Erhabene, Der ihn mit dem höchsten Ruhm beehrte, spricht auf den edlen Qur’an schwörend, daß er auf dem rechten Weg ist und einen absolut geraden Weg zeigt:

“Yá-Sín! Beim vollkommenen Qur’an! Du bist fürwahr einer der Gesandten, der auf einem geraden Weg ist.” (Yá-Sín: 1-4)

Sein hochwürdiges Wesen ist von Adam (a.s.) an bis zu ihm selbst immer zwischen reine Lenden und Rippen und in die reinen Gebärmütter übertragen worden. All seine Väter und Mütter waren die Anständigsten und die Ehrenhaftesten der Väter und der Mütter jedes Zeitalters. Allah der Erhabene hat sie immer von ‘Schirk’ (Beigesellung; Allah etwas beigesellen), Unglauben und Ehebruch behütet.

In seinem folgenden Hadith spricht er:

“Ich bin aus bester aller aufeinander folgenden Generationen der Menschheit entsandt worden, so daß es bis zu der Generation, in der ich mich befinde, weitergekommen ist.” (Buhari)

Da jeder der Propheten für ein Volk, einige Stadtbevölkerungen oder eine Gemeinde und in einem bestimmten Zeitabschnitt entsandt wurde, war deren Prophetentum nur für ihre eigenen Völker bestimmt. Jedoch Muhammed (s.a.s.) wurde für die ganze Menschheit berufen und wurde das Erbarmen für die Welten. Alle Menschen, die bis zum Jüngsten Tag kommen werden, befinden sich in seinem Führungsfeld. Er ist der Gebieter der Zeit und des Raumes.

Im edlen Qur’an heißt es:

“O Gesandter! Wir haben dich nur als Bringer froher Botschaft und Warner für die ganze Menschheit entsandt. Jedoch die meisten Menschen wissen es nicht.” (Saba: 28)

Da die reinen Seelen anderer Propheten aus seinem ‘Nur’ (göttliches Licht) geschaffen wurden, waren sie das Erbarmen nur für die Völker, für die sie berufen waren. Er ist jedoch das Erbarmen selbst.

Er hat den folgenden göttlichen Auftrag erlangt:

“O Gesandter! Wir entsandten dich nur als Erbarmen für alle Welten.” (Anbiya: 107)

Sein Dasein ist das größte Erbarmen für alle Geschöpfe. Er ist eine Inkarnationserscheinung des göttlichen Erbarmens. Es ist sicherlich möglich, daß dies alles Allah der Erhabene in einem Menschen vereinigt.

Für diejenigen, die sein Erbarmen-Sein bestätigen und seiner Glaubensgemeinschaft angehören, werden alle sichtbaren und verborgenen Pforten des Erbarmens geöffnet. Jene, die an diesem Erbarmen ihren Anteil haben, erlangen die Glückseligkeit und das Wohlergehen sowohl im Diesseits als auch im Jenseits, und sie werden von jeglichen üblen Taten und Bedrängnissen gerettet.

Mit seiner Berufung ist das Prophetentum und die Gesandtschaft beendet, auf diese Weise ist der Islam zur letzten und ewigen Religion geworden. Ein Ende finden oder die Aufhebung der islamischen Religion ist undenkbar. Unverfälscht wird sie in Originalfassung weiter existieren. ‘Nur’ (göttliche Lichter) des Prophetentums und der Gesandtschaft werden bis zum Jüngsten Tag bestehenbleiben. Er hat ein einzigartiges Buch verkündet, daß die Menschheit kein anderes mehr benötigt. Es ist entsandt worden um die Glückseligkeit und das Wohlergehen aller Menschen bis zum Jüngsten Gericht zu gewährleisten.

So wie er ein für die ganze Menschheit entsandter Prophet ist, ist er auch ein Prophet, der für ‘Dschinn’ (aus rauchlosem Feuer geschaffene Lebewesen) entsandt wurde. So wie die Menschen die Gebote des edlen Qur’an zu befolgen verpflichtet sind, sind auch die ‘Dschinn’ verpflichtet. So wie er ‘Ashab’ (die Gefährten des Propheten Muhammed -a.s.-) von den Menschen hatte, hatte er auch von den ‘Dschinn’.

Muhammed (a.s.) ist die größte Gabe Allahs des Allhöchsten für die Menschheit. Äußerliche und innerliche, sichtbare und verborgene, wissenschaftliche und praktische, diesseitige und jenseitige... Überlegenheiten und Erhabenheiten sind sämtlich in ihm vereinigt.

Er hat die Ehre und Achtung der Menschen von allen möglichen materiellen und geistigen Unanständigkeiten und unmoralischen Taten; die verdunkelten Seelen und die versteinerten Herzen von jeglichem Schmutz des Unglauben und ‘Schirk’ befreit und erlöst.

Und so wird dies bis zum Jüngsten Tag andauern.

Diejenigen, die nicht seiner Glaubensgemeinschaft angehören, können das beschriebene Glück nicht erlangen.

Diejenigen, die ihm folgen und sich auf seinem Weg befinden, erreichen das Wesensphänomen Allahs des Allhöchsten. Indem sie in seinen Bahnen wandeln, erlangen sie die Rangstufe der Ergebenheit, die allen Rängen überlegen ist.

Hinsichtlich der moralischen Reife hat die göttliche Allmacht keinen Menschen wie ihn erschaffen.

Allah der Allhöchste hat alles, was die Güte, Schönheit, Überlegenheit betrifft, ihm huldvoll gewährt.

Alle moralischen Schönheiten der Vergangenheit und auch der Zukunft haben sich ohne Ausnahme in ihm angesammelt. Diese Schönheiten sind auch nicht zwischen ihm und anderen geteilt. Wäre es so gewesen, so wäre ein Teil in ihm geblieben und der Rest anderen gegeben.

Jedoch sind die Schönheiten gänzlich in ihm vorhanden. Niemand hat das gleiche und ähnliche von seinen schönen Eigenschaften.

Für jedes Stadium des menschlichen Lebens ist er ein außerordentliches Vorbild.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Wahrlich, der Gesandte Allahs ist ein schönes Vorbild für euch, fürdiejenigen, die auf Allah und den Letzten Tag hoffen und Allahs häufig gedenken.” (Ahzab: 21)

In schöpferischer und moralischer Hinsicht war er der Schönste und Vollkommenste aller Menschen. Jedes seiner Körperglieder war vollkommen und harmonisch. Sein Körperbau war besonders schön, über mittelgroß, mäßig und von schöner Form. Dennoch sah er immer größer aus als diejenigen, die sich neben ihm befanden.

Sein gesegneter Teint war nicht weiß und auch nicht dunkelbraun, sondern von einem ins Rosarot spielend leuchtendem und kristallklarem Weißen. Leuchtend strahlte das ‘Nur’ (göttliches Licht) in seinem Gesicht. Das ‘Nur’ in seinem Innern strahlte an seinem Körper, sogar der Schatten seines leuchtenden Körpers war nicht sichtbar.

Ihn hat keiner beschreiben können.

Diejenigen, welche die hocherhabenen Eigenschaften jenes ‘Nur’ sahen und es beschreiben wollten, gestanden, einen Seinesähnlichen weder vor ihm noch nach ihm gesehen oder gekannt zu haben.

Sein hochwürdiges Herz, das die Quelle der göttlichen Geheimnisse und des ‘Nur’ von göttlichen Erscheinungsphänomen ist, war von jedem Ding außer dem Wesen Allahs des Allhöchsten gereinigt worden.

Obwohl er sich äußerlich mit seinen nächsten Angehörigen und anderen Gefährten unterhielte und sich mit ihnen anfreundete, war sein hocherhabenes Herz kein Augenblick von dem Gedenken und der Ehrfurcht Allahs entfernt.

Aischa (die Tochter des Abu Bakr und eine der Frauen des Propheten, die zahlreiche Ahadith überliefert hat) -Allah möge mit ihr zufrieden sein- sprach:

“Der Gesandte Allahs (a.s.) gedachte Allahs zu jeder Zeit.” (Tirmizi)

Er schloß mit Allah der Erhabene so einen Freundschaftsbund, daß er beim Danken für die Gunsten und Gaben, beim Erdulden in Schwierigkeiten, beim Gehorchen und Sichunterwerfen der Gebote und Verbote die erhabene Freundschaft des Wahrhaftigen nicht beeinträchtigte. Es gelang ihm der Dank und die Lobpreisung, die keiner erlangen wird.

Innerlich war er für Allah der Erhabenen eingenommen. Seine äußerlichen und innerlichen, größten und kleinsten, diesseitigen und jenseitigen Wünsche hatte er dem Allgerechten überlassen und hatte außer von Ihm sonst von keinem etwas angefordert oder gewünscht.

Er ist ein ‘Nur’ des rechten Weges zu Allah dem Erhabenen. Das Ziel, das zu Allah führt, wird auf seinem Weg erreicht, er ist die Brücke zur Wahrheit. Allah der Erhabene nahm ihn zum Anlaß, um Seine Diener zum rechten Weg zu führen.

Nachdem er sich zum ewigen Leben begeben hat, wird das ‘Nur’ des Prophetentums und der Gesandtschaft bis zum Jüngsten Tag weiter leuchten; die Menschen werden mit jenem ‘Nur’ erleuchtet, mit jenem ‘Nur’ werden sie zum wahren Glauben kommen.

Er ist der einzige, an den sich seine Glaubensgemeinschaft bei allen wichtigen Angelegenheiten zu wenden hat, ohne andere Religionen und andere Bücher zu benötigen. Mit seinem Buch (der edle Qur’an) und seiner ‘Schari’a’ (das Recht, das auf der Offenbarung Allahs beruht) besitzt er die erforderlichen Kenntnisse.

Und im Jenseits wird er mit seiner Fürsprache ein Vermittler für die Befreiung von den Strafen und für die Erlangung hoher Rangstufen. Allah der Erhabene wird die Sünden seiner Glaubensgemeinschaft auf Grund seiner Verehrung und Fürbitte vergeben. Die für die Paradiesbewohner bestimmten unzähligen Gunsten und Gaben werden durch seine Vermittlung gewährt.

Das größte Glück, der höchste Rang und der größte Verdienst für die Menschen ist, seinen Weg zu gehen, seine hocherhabene ethische Grundhaltung zu praktizieren.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sind es nicht diejenigen, die an diesen Propheten glauben, ihn verehren und stärken, ihm helfen und dem ‘Nur’ (göttliches Licht) folgen, das mit ihm hinabgesandt wurde? Das sind doch diejenigen, die die Erlösung und die Glückseligkeit erlangen.” (A’raf: 157)

Es ist unerläßlich für den Glauben Allahs des Erhabenen und seines Gesandten, sich anständig zu benehmen und Dinge zu vermeiden, die ihn verletzen könnten. Wie er zu seiner Lebzeit verehrt werden sollte, so sollte er auch nach seinem Tod verehrt werden. Jeder Zeit ist die Ehrenpflicht zu bewahren.

Allah der Erhabene hat ihn zum Freund gewählt, seinen Namen mit Seinem Namen erwähnt, seine Zufriedenheit mit Seiner Zufriedenheit gleichgestellt. Den Glauben an ihn hat Er zu einer der zwei Säulen von ‘Tauhid’ (die Lehre der Einheit und Einzigkeit Allahs) gemacht. Nach “Lailahe illallah” (Es gibt keinen Gott außer Allah) brachte Er den Titel “Muhammedun Rasulullah” (Muhammed ist der Gesandte Allahs) an. Er stellte ausdrücklich klar, daß keiner zu den Muslimen zählt, der an ihn nicht glaubt. Durch ihn ließ Er jene, die auf Irrweg gerieten, den rechten Weg finden.

Dem Gesandten Allahs (a.s.) zu folgen, sich auf seinem Wege zu befinden, ihn zu lieben, mehr als alles, was man besitzt, sogar mehr als das eigene Leben, ist sowohl der Beweis und das Zeichen für Allahs Liebe als auch der Grund dafür von Allah geliebt zu werden. Er veranlaßt den Menschen die Liebe Allahs zu erlangen. Einer, der ihn liebt, liebt zugleich Allah den Erhabenen, denn er ist der Vermittler für die Liebe Allah`s. Der Freund des Freundes ist auch Freund.

Wer ihn liebt, der lebt in der Tat. Und wer ihm folgt, der wird im Diesseits und auch im Jenseits von der Strafe gesichert. Er erreicht die Glückseligkeit beider Welten, nähert sich zum erhabenen Wesen des Allgerechten und erlangt das Nähe-Sein, gelangt an die Wahrheit.

Weil er der Geliebte Allahs des Erhabenen ist, erlangen diejenigen, die auf seinem Wege sind und in seinen Bahnen wandeln, den Rang der Liebe Allahs. Denn, wenn jemand die ethische Haltung seines Geliebten an einem anderen sieht, so liebt er ihn auch.

Wer ein Gläubiger und ‘Muwahhid’ (der an die Einzigkeit Allahs glaubt) sein möchte, aber seine Gesandtschaft nicht bestätigt, dem wird keine gute Tat angenommen, noch kann er ins Paradies eingehen.

Er wird die Menschen bis zum Jüngsten Tag von ‘Schirk’ und Unglauben, von Ungehorsam und Übertreten Allahs Gebote, von Unwissenheit und Irrweg befreien, und wird die Welt durch das ‘Nur’ der Rechtleitung beleuchten.

Allah der Erhabene hat Seinen Allmächtigen Beistand Seinem Propheten Muhammed (a.s.) niemals entzogen. Wo Sein ‘Nur’ war, dort war Sein Allmächtiger Beistand. Wen Er beruft, dem leistet Er Seinen Allmächtigen Beistand.

Die durch die ‘Ewliya’ (Allahs Freunde) geschehenen Wundertaten zählen auch als Wunder von Muhammed (a.s.). Denn jene Wundertaten sind ihnen gewährt worden, als eine Belohnung dafür, daß sie Muhammed (a.s.) folgten.

Allah der Erhabene machte seine gesegnete Person zu einer Verkörperung der Rechtleitung, zu einem Vorbild und einem Führer. Sein gesegneter Körper ist ‘Nur’ von Kopf bis Fuß.

Im edlen Qur’an spricht Er:

“O Prophet! Wir haben dich als einen Zeugen, als Bringer froher Botschaft, als Warner, mit Seiner Erlaubnis als einen Ausrufer zu Allah und als eine lichtspendene Leuchte entsandt.” (Ahzab: 45-46)

Und aus diesem Grund sind sein würdiger Körper, seine Seele, seine Worte, sein Herz, seine Ethik und seine Taten, sein Wissen und seine Verstand eine Quelle des ‘Nur’.

Allah der Erhabene machte ihn ruhmreicher als alles und seine Persönlichkeit zum Erhabenen, gab ihm Vorrang über jeden und jedes Ding. Er ist ruhmreicher als alle und als die, die zu begehren sind. Unter den Geschöpfen gibt es nichts Seinesgleichen und Seinesähnlichen. Mit irgendetwas und irgendjemandem kann er weder gemessen noch gleichgestellt werden. In seinem erhabenen Ruf ist er einzig.

So wie er von Adam (a.s.) bis zu seiner Zeit der würdigste der Geschöpfe war, ist er auch bis zum Tag der Auferstehung der Überlegenste aller Geschöpfe.

Durch das Eingehen seines gesegneten Körpers ins Jenseits hat sich an seinem ‘Nur’ nichts verringert. Sein Geist und sein ‘Nur’ werden bis zum Jüngsten Tag bestehenbleiben, die Menschen werden durch jenes ‘Nur’ den rechten Weg finden.

Der Schlüssel zur göttlichen Eroberungen, der göttlichen Segen und Gnaden liegt in seiner Hand. Er ist es, der uns mit himmlischen Schlüsseln die Türen des verborgenen Wissens aufschließt. Die Gunsten und Gaben des Wahrhaftigen und die Geheimnisse des von Allah mitgeteilten Wissens werden durch ihn verteilt. Die Erhabenheit der Rangstufen von den Propheten, den Engeln, Allahs Freunden... wurde dank jenem ‘Nur’ erlangt. Alle sind von ihm abhängig.

Die vollkommenen Eigenschaften aller Geschöpfe sind in seiner vollkommensten Persönlichkeit vereinigt.

Er ist der einzige Anlaß, um alle äußerlichen und innerlichen Qualitäten und Schönheiten zu erlangen, alle Hindernisse zu überwinden, jede Schwierigkeit zu erleichtern.

Niemand kann die Gunst und Gabe, das Erbarmen und die Barmherzigkeit Allahs erlangen; es sei denn ausschließlich durch jenes ‘Nur’, durch das Folgen jenes ‘Nur’. Sei es für Diesseits, sei es für Jenseits, sei es sichtbar, sei es verborgen...

Alle Wege außer seinem sind gesperrt.

Durch sein Zufluchtsuchen hebt Allah der Erhabene von Seinen Dienern die unerträglichen Zustände, Diesseits und Jenseits betreffenden Betrübnisse und Traurigkeiten auf.

Außerdem, wenn die dem Leid verfallenen Menschen bei seiner hocherhabenen Stelle rufen; wenn sie ihn aufgrund ihrer schwierigen Lage zum Anlaß nehmen, nimmt Allah der Erhabene zu seiner Verehrung ihre Bittgebete und Erflehungen an; befreit sie von den Bedrängnissen und den Traurigkeiten.

Allah der Erhabene machte Muhammed (a.s.) zum würdigsten der Menschen, und seine Glaubensgemeinschaft zur besten der Glaubensgemeinschaften.

Diese überlegene Glaubensgemeinschaft ist besser als alle anderen, weil der hochherzige Prophet, dem sie folgen, der beste aller Propheten ist.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Die Würdigkeit steht Allah zu, dem Propheten Allahs und all den Glaubenden.” (Münafiqun: 8)

Die Würdigkeit wurde ihm persönlich verliehen. Jedoch seiner Glaubensgemeinschaft wurde sie zugeschrieben, weil sie ihm folgen und sich auf seinem Wege befinden.

Sowohl die Gefährten des Gesandten Allahs, denen das Paradies bereits im Diesseits verkündet wurde, als auch die Muslime in den späteren Zeitaltern folgten und folgen ihm mit einer tiefen Liebe im Herzen.

Im folgenden Hadith heißt es:

“Nach mir werden einige Menschen kommen, von denen sich jeder einzelne seinen Besitz und sein eigenes Leben zum Opfer zu bringen sehnlichst wünscht, um mich sehen zu können.” (Dschamius-sagir)

Sein hochwürdiger Name ziert immerwieder seit jener Zeit die Zungen von Milliarden der Menschen; die Religion, die er verkündet hat, beherrscht die reinen Seelen.

Allah der Erhabene kündigt an, Er Selbst werde die Handlungen und die Zustände derer, die an Muhammed (a.s.) offenbarten Wahrheiten glauben, verbessern, sie aus den Finsternissen ans Licht führen und ihre Herzen beruhigen; und werde zwischen Seele und Körper, Materie und Sinn; Diesseits und Jenseits eine unabreißbare Verbindung herstellen:

“Er hat euch einen Propheten herniedergesandt, welcher euch die deutlichen Zeichen Allahs vorträgt, auf daß er jene, die glauben und gute Werke tun, aus den Finsternissen ans Licht führe.” (Talaq: 11)

Im Laufe der Geschichte war der Zustand der Muslime, die in ihrem Glauben standhaft blieben, so wie zuvor beschrieben, und dieser Zustand wird auch so bleiben.

 

 

ISA (JESUS)
-FRIEDE SEI AUF IHM-

DAS HAUS ‘IMRAN (AL-I IMRAN)

Allah der Erhabene hat Seine Diener, die Er unter den verschiedenen Generationen von Adam (a.s.) an mit der Aufgabe der Gesandtschaft und des Prophetentums betraut hat, auserwählt und deren Rangstufen mit den Überlegenheiten und Verdiensten, die Er ihnen aus der Barmherzigkeit gewährt hat, erhaben gemacht.

Darüber, daß sich Menschen unter den vergangenen Völkern befanden, die wahrhaftig Allah den Erhabenen liebten und Allah der Erhabene sie liebte und unter ihnen Er Propheten, Wahrhaftige, Rechtschaffene hervorbrachte, wird im edlen Qur’an wie folgt dargelegt:

“Wahrlich, Allah erwählte Adem (Adam), Nuh (Noah), das Haus Ibrahim (Abraham) und das Haus Imran vor allen Welten, ein Geschlecht, von dem einer aus dem andern stammt. Doch Allah ist Allhörend und Allwissend.” (Al-i Imran: 33-34)

Adem (Adam -a.s.-) und Nuh (Noah -a.s.-) sind im edlen Vers als je eine Person erwähnt; jedoch das Haus Ibrahim (Abraham) und das Haus Imran sind als je ein Haus erwähnt.

Im edlen Vers wird außerdem dargelegt, daß die Propheten aus dem Geschlecht sind, von dem einer aus dem andern stammt. Obwohl alle Menschen der Abstammung nach von Adam (a.s.) und Nuh (Noah -a.s.-) kommen, werden die von Allah erwählten und geliebten Menschen in einem Geschlecht vereinigt.

Obwohl nach der Sintflut aus dem Geschlecht Nuh (Noah -a.s.-) recht viele Propheten entsandt wurden, entwickelte sich mit der Zeit unter den auf die verschiedenen Gebiete verteilten Generationen der Götzendienst. Allah der Erhabene entsandte Ibrahim (Abraham -a.s.-), den Er unter Seinen auserwählten Dienern zum Freund wählte, und ihm folgten wiederum als Propheten; seine Söhne Ismail (Ismael -a.s.-), Ishak (Isaak -a.s.-), sein Enkel Ya’qub (Jakob -a.s.-) und die anderen Enkel.

Das Haus Imran stammt aus dem Geschlecht Ja’qub (Jakob -a.s.-), der Sohn von Ishak (Isaak -a.s.-), dessen Vater Ibrahim (Abraham -a.s.-) ist. Der Beiname von Ya’qub (Jakob -a.s.-) ist Israel. Und Isa (a.s.) ist der letzte der Propheten der Kinder Israels. Mit der Berufung Muhammeds (a.s.), der aus dem Geschlecht Ismails (Ismael -a.s.-) der erste Sohn von Ibrahim (Abraham -a.s.-) stammt, ist das Prophetentum jedoch vollendet.

Sowohl das Haus Ibrahim (Abraham) als auch das Haus Imran, beide sind ein einziges Geschlecht, von dem einer aus dem andern stammt.

 

IMRAN UND HANNE

Imran, der Vater Maryams (Maria), war einer der Angesehenen und der Gelehrten Kinder Israels. Der Prophet Zekeriyya (Zacharias -a.s.-) und Imran waren mit zwei Schwestern verheiratet. Hanne, die Frau Imrans wurde älter, bekam jedoch kein Kind wie ihre Schwester, die Frau von Zacharias (a.s.). Eines Tages sah sie einen Vogel, der sein Vögelchen fütterte. In diesem Augenblick wünschte sie sich sehr, aus den einer Frau innewohnenden Gefühlen, einen Knaben zu haben. Sie suchte Zuflucht bei Allah dem Erhabenen und rief Ihn an in Demut mit aufrichtigem Gedanken, Er möge ihr ein Kind schenken.

Allah der Erhabene nahm ihr Bittgebet an. Als Hanne merkte, daß sie schwanger war, freute sich sehr. Gegenüber dieser großen Gnade gelobte sie als Dank das zu erwartende Kind zu Diensten von ‘Beyt-i Makdis’ (Tempel in Jerusalem) zu geben.

Und sie rief so an:

“O Mein Schöpfer! Ich gelobe es nur Dir (zu dienen), was in meinem Schoße ist, zu eigen; so nimm es von mir an. Wahrlich, allein bist Du es, Der Allhörende und Allwissende ist.” (Al-i Imran: 35)

Würde ein Kind zu der Zeit gelobend geschenkt werden, so würde es dem Tempel dienen und würde diesen Dienst ununterbrochen bis zur Pubertät versehen. Nach dem Erreichen der Pubertät würde es vom Dienst befreit werden. Wollte es, so könnte es entweder bis zum Tod dort bleiben oder weggehen. Diese Gelobens-Gewohnheit gab es für die Mädchen überhaupt nicht.

Als Hanne mit Maryam schwanger war und das zu erwartende Kind dem Tempel gelobte, geriet ihr Mann Imran in Aufregung. Er sprach: ‘Warum hast du gelobt, ohne zu wissen, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird? Wie kannst du dein Gelübde erfüllen, wenn es ein Mädchen wird?’ Und nach einiger Zeit starb er.

Und dann kam der Tag, an dem Hanne die Annahme ihres Gelübdes von Allah dem Erhabenen erhoffte, aber sie brachte im Gegensatz zu ihrer Hoffnung ein Mädchen zur Welt.

Darüber heißt es im edlen Qur’an:

“Und als sie es geboren hatte, und Allah wußte wohl, was sie geboren hatte, sprach sie: ‘O Mein Schöpfer! Ich habe es als Mädchen geboren, denn der Knabe ist nicht wie das Mädchen. Und ich habe sie Maryam genannt. Ich möchte, daß sie und ihre Nachkommen bei Dir Zuflucht nehmen vor dem gesteinigten Satan.’ (Al-i Imran: 36)

Allah der Erhabene hat dieses Bittgebet angenommen, und hat sowohl ihre Tochter als auch ihren von ihrer Tochter geborenen Enkel von Übel und Hinterlist des Satans beschützt.

In einem Hadith heißt es:

“Der Satan berührt jeden Nachkommen Adams an dem Tag, an dem er zur Welt kommt. Nur bei Maryam und ihrem Sohn Isa war es nicht so, der Satan berührte sie nicht.” (Buhari-Muslim)

 

MARYAM (MARIA)

Maryam bedeutet auf Hebräisch eine Frau, die sich voll und ganz der Anbetung widmet. Nun, ihre Mutter hatte sie ja gelobt, auf daß sie nur Allah anbete und sich auf Allahs Weg anstrenge.

Nachdem Maryam als eine Waise zur Welt gekommen war, wurde sie von ihrer Mutter zum ‘Beyt-i Makdis’ hingebracht und dort den Gelehrten der Kinder Israels vorgestellt. Da diese die Tochter von ihrem für die Opfer-Angelegenheiten zuständigen Oberhaupt Imran war, wollten alle sie unter ihren Schutz stellen. Darüber konnten sie sich nicht einigen. Zekeriyya (Zacharias -Friede sei auf ihm-) war der Prophet jenes Zeitalters und einer der Schutzherren des Tempels. Er sprach: ‘Da ihre Tante mit mir verheiratet ist, halte ich es für angebracht, sie unter meinen Schutz zu stellen.’ Alle, die sich dort befanden, hatten Interesse für Maryam und sagten: ‘Am besten losen wir unter uns.’ Jeder von ihnen nahm sein mit Thora beschriftetes Losröhrchen mit, und dann gingen sie ans Ufer eines Baches. Jeder warf sein Röhrchen ins Wasser. Nur das Röhrchen von Zekeriyya (a.s.) tauchte auf, die Röhrchen der anderen sanken in die Tiefe.

Zekeriyya (a.s.), den das Los bestimmte, verbürgte sich für die Pflege Maryams.

Als Hinweis auf diesen Punkt heißt es im edlen Qur’an:

“O Gesandter! Dies sind von den Verkündungen der Verborgenen, die Wir dir offenbarten.

Denn du warst nicht bei ihnen, als sie ihre Losröhrchen warfen, wer von ihnen Maryam pflegen sollte. Und du warst nicht bei ihnen, als sie miteinander stritten.” (Al-i Imran: 44)

Zekeriyya (a.s.) übernahm die Pflege Maryams und übergab sie seiner Gemahlin. Binnen kurzem starb Hanne, und Maryam wuchs im Schoß ihrer Tante auf. Als Maryam so alt war, daß sie sich allein durchbringen konnte, ließ Zekeriyya (a.s.) für sie im Tempel ein Zimmer erbauen, wo sie sich aufhalten sollte. In dieses ‘Mihrab’ (die Nische) genannte Zimmer konnte man durch eine Leiter hinaufsteigen, und keiner außer ihr durfte hinauf.

Maryam betete dort Tag und Nacht und erfüllte ihre Pflicht für den Dienst des Tempels. In der Obhut Zekeriyya (a.s.) wurde sie in kurzer Zeit reif; in der Handlung und der Gottesfurcht und der ethischen Grundhaltung wurde sie ein Vorbild.

So hatte Hannes Bittgebet gute Annahme gefunden.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und Ihr Schöpfer belohnte sie mit einer schönen Annahme und ließ sie heranwachsen wie eine schöne Pflanze in der Obhut Zacharias.” (Al-i Imran: 37)

Sooft Zekeriyya (a.s.) zu Maryam in den Tempel hinein trat, fand er Früchte verschiedener Art bei ihr, die er selbst nicht brachte und die in diesem Gebiet zu der Zeit nicht wuchsen.

Dies wird im edlen Qur’an wie folgt dargelegt:

“Sooft Zacharias zu Maryam in den Tempel hineintrat, fand er Früchte verschiedene Art bei ihr. Er sprach: ‘O Maryam, woher kommt dir dies zu?’ Und sie sprach: ‘Es ist von Allah!’ Denn, Allah versorgt unbegrenzt, wen Er will.” (Al-i Imran: 37)

 

DIE VON ENGELN ÜBERBRACHTE
FROHE BOTSCHAFT

Maryam hatte Allah den Erhabenen innig so geliebt, daß die Engel sie anzusprechen und ihr frohe Botschaften zu überbringen begannen:

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und da sprachen die Engel:

‘O Maryam! Allah hat dich auserwählt, gereinigt und erwählt vor den Frauen der Welten.

O Maryam! Sei vor deinem Schöpfer voller Andacht und wirf dich nieder und beuge dich mit den Sich-Beugenden.’” (Al-i Imran: 42-43)

“Da sprachen die Engel:

O Maryam! Allah verkündet dir ein Wort von Ihm, sein Name ist Mesih (der Messias), Isa, der Sohn der Maryam. Im Diesseits und auch im Jenseits ist er angesehen und einer von denen, die Allah nahestehen.

Zu den Menschen wird er in der Wiege und auch als Erwachsener reden, und er wird einer der Rechtschaffenen sein.” (Al-i Imran: 45-46)

Und Muhammed (a.s.) sprach in seinem folgenden würdigen Hadith, hindeutend auf die Überlegenheit Maryams:

“Maryam, die Tochter Imrans war zu ihrer Zeit die Beste der Frauen, Hadidsha (die Frau des Propheten Muhammed (a.s.) ist zu dieser Zeit die Beste der Frauen.” (Buhari)

 

DIE ERSCHEINUNG VON ‘DSCHEBRAIL’
(GABRIEL) -FRIEDE SEI AUF IHM-

Maryam war in einem Privatzimmer von ‘Beyt-i Makdis’ (Tempel in Jerusalem) und in der Obhut Zekeriyya (a.s.) herangewachsen. Keiner außer ihm betrat ihr Zimmer. Trotzdem hielt sie ihre Tür stets geschlossen. Sie hatte sich voll und ganz der Anbetung so gewidmet, daß es zu der Zeit nicht einen ihresgleichen gab. In diesem Zustand sandte Allah der Erhabene ‘Dschebrail’ (Gabriel -a.s.-) zu ihr.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Mein Gesandter! Und erwähne im Buch Maryam. Sie zog sich doch von ihrer Familie nach einem östlichen Ort zurück und versteckte sich vor ihr.

Da sandten Wir Unseren Geist (Dschebrail) zu ihr, und er erschien ihr in Gestalt eines vollkommenen Menschen.

Maryam sprach: ‘Ich nehme meine Zuflucht vor dir bei Allah, dem Allerbarmer. (Laß ab von mir), wenn du Allah fürchtest.’

Dschebrail sprach: ‘Ich bin nur ein Gesandter deines Schöpfers. Er hat mich zu dir geschickt, auf daß ich dir einen reinen Sohn beschere.’

Maryam sprach: ‘Wie soll mir ein Kind geboren werden, wo mich doch kein Mann je berührt hat und ich auch nicht unkeusch gewesen bin?’

Dschebrail sprach: ‘So ist es. Dein Schöpfer aber spricht: Es ist Mir ein Leichtes. Und Wir machen ihn zu einem Wunderzeichen für die Menschen und zu Unserer Barmherzigkeit. Dies ist eine beschlossene Sache.’” (Maryam: 16-21)

“Allah schafft ebenso, was Er will. Wenn Er etwas beschlossen hat, spricht Er nur zu ihm ‘Sei!’ und es ist.

Und Er wird ihn das Buch lehren und die Weisheit und die Thora und das Evangelium. Er wird ihn zu den Propheten berufen für die Kinder Israels.” (Al-i Imran: 47-49)

‘Dschebrail’ (a.s.) erzählte ihr die Wahrheit, um ihre Angst zu beseitigen und ihr Herz zu beruhigen. Und dann hauchte er es an ihrem Kragen ein und entfernte sich von ihr. Maryam empfing zu diesem Augenblick Isa (a.s.).

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und Maryam, die Tochter Imrans, die ihre Keuschheit bewahrte, ist auch ein Beispiel. Wir hatten in sie von Unserem Geist eingehaucht. Und sie hatte die Worte und die Bücher ihres Schöpfers bestätigt. Sie war eine der Uns aufrichtig Gehorchenden.” (Tahrim: 12)

“Und erwähne auch Maryam, die ihre Keuschheit bewahrte. Wir hauchten ihr von Unserem Geist ein und machten sie und ihren Sohn zu einem Zeichen für die Welten.” (Anbiya: 91)

 

SCHWANGERE MARYAM

Darüber verging eine Zeitlang, sie fing an die Schwangerschaftszeichen zu erkennen. Daraufhin zog sie sich vom Tempel an einen entlegenen Ort zurück.

Die Schwangerschaft, die Geburt und die anderen Geschehnisse während dieser Zeit werden im edlen Qur’an wie folgt dargelegt:

“Und so empfing sie ihn und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück.

Die Wehen der Geburt treiben sie zum Stamm einer Dattelpalme (sich anzulehnen). Sie sprach: ‘O wäre ich doch zuvor gestorben und wäre ganz und gar vergessen!’

Da wurde ihr von unten her zugerufen: ‘Sei nicht traurig! Dein Schöpfer hat unter dir ein Bächlein fließen lassen. Schüttele den Stamm der Palme in deine Richtung, so sollen Datteln auf dich herabfallen.

So iß und trink und sei frohen Mutes!

Wenn du einen Menschen siehst, dann sprich: Ich habe Allah, dem Allerbarmer zu fasten gelobt, darum werde ich heute mit keinem Menschen reden.’” (Maryam: 22-26)

Wie in den edlen Versen dargelegt worden ist, verbrachte Maryam ihre Tage in Besorgnis und Bedrängnis, oft wünschte sie sich den Tod. Was sollte aus ihr werden, wenn sie mit einem Kind auf dem Schoß gesehen würde? Wie sollte sie sich den Anschuldigungen und den Verleumdungen gegenüber äußern? Während sie in diesen Gedanken an einem entlegenen Ort die Geburt des Kindes erwartete, kam die Gnade Allah’s des Erhabenen zu Hilfe. Es wurde ihr gesprochen, sie solle nicht traurig sein, Allah der Erhabene werde ihre Pflege übernehmen, es werden frische Datteln auf sie herabfallen, wenn sie den Stamm der Dattelpalme über sich schüttele, sie möge von ihnen mit Appetit verzehren und von dem Bächlein, das Er unter ihr fließen lassen wird, trinken, und sie solle frohen Mutes sein. Außerdem wurde ihr noch empfohlen, keine Antwort zu geben, wenn sie jemandem begegnet, der sie wegen ihrer unehelichen Schwangerschaft anschuldigt; doch nur zu sagen: ‘Ich habe Allah gelobt, heute mit keinem Menschen zu reden.’ All dies waren die Belohnung für ihre Verehrung ihrem Schöpfer gegenüber.

 

DAS WUNDER DER GEBURT

Und dann, als es soweit war, gebar Maryam ein Kind.

Über diese Wundergeburt spricht Allah der Erhabene im edlen Qur’an:

“Wahrlich, die Geburt von Jesus ohne Vater ist vor Allah gleich Adam. Allah erschuf Adam aus Erde, alsdann sprach Er zu ihm: ‘Sei’ und da war er.” (Al-i Imran: 59)

Einige Zeit später nach der Geburt kehrte sie mit dem Kind zu ihrem Volk zurück. Diese Situation übte auf sie eine Schockwirkung aus. Als sie Maryam, die unter den Leuten als eine Jungfrau ohne Mann bekannt war, plötzlich mit einem Kind auf ihrem Schoß ihnen gegenüber stehen sahen, waren sie völlig verdattert. Sie fingen an, gegen sie böse Gedanken zu hegen, sie zu beleidigen und zu tadeln.

Wie käme das vor? Ihr Vater Imran war einer der Angesehenen; sie stammte von dem Geschlecht, von dem auch Aaron (a.s.) stammte. Es gab niemanden, der nicht wüßte, daß sie Tag und Nacht betete und ihre Pflichten im Tempel vorbildlich erfüllte. Sie jedoch schwieg, zeigte auf das im Säuglingsalter stehende Kind und wollte, daß sie mit ihm reden.

Und dieses Geschehnis wird im edlen Qur’an kurz und treffend mitgeteilt:

“Und dann brachte sie das Kind auf dem Arm zu den Ihren.

Sie sprachen:

‘O Maryam! Du hast tatsächlich etwas Unerhörtes getan.

O Schwester Haruns (Aarons)! Dein Vater war kein Bösewicht, noch war deine Mutter unkeusch.’” (Maryam: 27-28)

“Daraufhin zeigte sie auf das Kind. Sie sprachen: ‘Wie sollen wir mit einem Kind in der Wiege reden.’ (Maryam: 29)

“Das Kind sprach dann:

‘Ich bin ein Diener Allahs. Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht.

Er hat mich zu einem Gesegneten gemacht, wo ich auch sein möge. Er befahl mir das Gebet zu verrichten und ‘Zakah’ (die Pflichtabgabe) abzugeben, solange ich lebe. Er hat mich gegen meine Mutter ehrerbietig und nicht gewalttätig und unselig gemacht.

Und Friede war auf mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und Friede sei auf mir an dem Tage, wenn ich sterbe, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde.’” (Maryam: 30-33)

Als Isa (a.s.) diese Worte sagte, war er ein paar Tage alter Säugling. Und er sprach nicht mehr bis zum Sprechalter seiner Gleichaltrigen.

Die Kinder Israels meinten, Maryam hätte Ehebruch begangen und wollten deshalb sie steinigen. Als sie dann das Kind in der Wiege sprechen sahen, ließen sie sie frei.

Allah der Erhabene berichtete von Isa (a.s.) und machte sowohl ihn als auch seine Mutter Maryam zu einem Wunder für die Menschen und zu einem festen Beweis für Seine Allmacht:

“Wir machten den Sohn der Maryam und seine Mutter zu einem Zeichen.

Ihnen beiden gewährten Wir einen hochgelegenen und zum Unterkommen geeigneten Ort mit einem fließendem Quell.” (Mu’minun: 50)

Der Grund, weshalb sie an den im edlen Vers beschriebenen Ort gingen, war der Zwang von einigen damaligen Gewalttätern. Auf göttliches Zeichen hin wanderten sie an jenen gesegneten Ort aus. Zu der Zeit war Isa (a.s.) noch ein kleines Kind. Seine Kindheit verbrachte er in Weisheit und Gnadengabe, unter dem Schutz Allah’s des Erhabenen.

 

DIE AUFFORDERUNG
ZUM WAHREN GLAUBEN

Als Isa (a.s.) im Alter der Dreißiger war, kam die Offenbarung. Er wurde zum Propheten berufen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und Wir haben ja Nuh (Noah) und Ibrahim (Abraham) entsandt, das Prophetentum und auch die Schrift unter ihren Nachkommen verbreitet.

Einige von ihnen sind auf dem rechten Weg, doch viele von ihnen sind vom rechten Weg abgekommen.” (Hadid: 26)

“Und dann haben Wir Unsere Gesandten hintereinander ihren Spuren folgen lassen. Und auch Isa, den Sohn der Maryam, haben Wir unter ihnen gesandt und ihm das Evangelium gegeben. Und Wir haben in die Herzen derer, die ihm gefolgt haben, Güte und Barmherzigkeit gelegt.” (Hadid: 27)

“Und Wir ließen ihren Spuren Isa, den Sohn der Maryam, folgen; als Bestätiger dessen, was vor ihm in der Thora war.

Und Wir gaben ihm das Evangelium, das rechtleitend und beleuchtend ist und das die Thora vor ihm bestätigt und als Ermahnung und Rechtleitung für die Gottesfürchtigen.” (Ma’ide: 46)

Er stellte sich und seine Gesandtschaft den Kindern Israels wie folgt vor:

“Ich bin zu euch mit einem Zeichen von eurem Schöpfer gekommen. Ich erschaffe für euch aus Ton die Gestalt eines Vogels und hauche in sie, und sie wird mit Allahs Erlaubnis gleich ein Vogel. Und ich heile ebenfalls mit Allahs Erlaubnis den Blinden und den Aussätzigen und mache die Toten lebendig. Außerdem verkünde ich euch, was ihr in euern Häusern eßt und speichert. Wahrlich, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid.

Als Bestätiger der Thora, die vor mir war, und um euch einen Teil von dem zu erlauben, was euch verboten war, bin ich zu euch entsandt worden. Ich habe euch ein Zeichen von eurem Schöpfer gebracht. So fürchtet Allah und gehorcht mir. Allah ist mein ‘Rabb’ (Schöpfer) und auch euer ‘Rabb’ (Schöpfer). Dient Ihm! Dies ist doch der gerade Weg.” (Al-i Imran: 49-51)

Isa (a.s.) erfüllte seine Aufforderungspflicht unter dem jüdischen Volk. Die Kinder Israels änderten die Bestimmungen der an Musa (Moses) übermittelten göttlichen Religion, verfälschten die Thora. Sie kamen vom rechten Weg ab, den die Propheten zeigten. Sie entfernten sich auch vom moralischen Leben, leugneten den Tag der Auferstehung, die Abrechnung und die Strafe. Sie folgten ihren körperlichen Gelüsten und gaben sich den Vergnügungen und Begierden hin.

Daraufhin berief Allah der Erhabene Isa (a.s.), zum Propheten, auf daß er die erst später der Religion hinzugefügten abergläubischen Erzählungen und Vorstellungen abschaffe und sie zum rechten Wege bekehre.

Isa (a.s.) begann, ihnen die Gebote und Verbote Allahs des Erhabenen zu übermitteln und sie die Bestimmungen der Religion zu lehren. Ein Teil dieser Bestimmungen war von dem wieder zu erlauben, was ihnen aufgrund ihres Ungehorsams verboten war.

Er forderte sie auf, ihm zu gehorchen, berichtete von Allah, erinnerte sie an den Jüngsten Tag, an die Abrechnung, an die Strafe und bemühte sich, sie von Verirrungen zu retten.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und als Isa die klaren Beweise erbrachte, sagte er:

‘Ich habe euch die Weisheit gebracht. Und ich bin gekommen, um euch etwas von dem zu verdeutlichen, worüber ihr uneinig seid. So fürchtet Allah und gehorcht mir.

Wahrlich, Allah ist doch mein Schöpfer und euer Schöpfer. So dient Ihm. Das ist der rechte Weg.’” (Zuhruf: 63-64)

Aber die Juden glaubten nicht, erkannten diese Aufforderung nicht an. Sie versuchten gegenüber Isa (a.s.) die von ihnen verfälschte Thora zu verteidigen.

 

DIE WUNDER

Die Kinder Israels verlangten von Isa (Jesus) -Friede sei auf ihm- Wunder für seine Gesandtschaft, um ihn in eine schwierige Lage zu bringen. Allah der Erhabene hat Seinem Diener und Gesandten Isa (a.s.) klare und große Wunder zugeschrieben, um seine Gesandtschaft und sein Prophetentum zu bestätigen und zu bekräftigen.

Er machte die Toten lebendig, indem er ihnen zurief oder sie berührte.

Er hat vor den Augen der Juden mit Erlaubnis und Willen Allah’s vier Toten ins Leben zurückgerufen. Einer von ihnen war sein Freund, der vor drei Tagen starb. Sie gingen zusammen zu seiner Grabstätte. Als er sagte: ‘Kum biiznillah, stehe auf mit Erlaubnis Allahs!’ sah man vor den Augen derartiger Menschenmenge, daß das Grab sich öffnete und er die Erde über sich ausschüttelnd aufstand. Ein anderer wurde beim Tragen zum Grab durch Isas (a.s.) Zuflucht-Suchen bei Allah zum Leben erweckt. Er fing an zu sprechen. Und der dritte war jemand, der vor einem Tag starb. Nachdem sie ins Leben auferweckt worden waren, lebten diese Menschen noch einige Zeit.

Die Juden waren immer noch nicht zufriedengestellt. Über diesen Menschen, die vor ihren Augen zum Leben erweckt wurden, sagten sie: ‘Vielleicht waren sie doch nicht gestorben; wer kann das wissen, daß du sie zum Leben erweckt hast?’ Sie verlangten von ihm, daß er jemanden, der vor Jahrhunderten gestorben war, zum Beispiel Nuhs (Noahs -a.s.-) Sohn ‘Sam’ ins Leben zurückzurufen. Mit Erlaubnis Allahs rief er auch ihn ins Leben zurück. Nachdem er das Prophetentum Isas (a.s.) bezeugt hatte, starb er wieder.

Ein anderes Wunder Isas (a.s.) war, daß er aus Ton eine Vogelgestalt bildete und in sie hauchte, wodurch sie mit Erlaubnis Allahs zu einem wirklichen Vogel wurde.

Zu der Zeit war die Medizin ziemlich fortgeschritten. Allah der Erhabene hatte Isa (a.s.) hierzu große Wunder zugeschrieben.

Zum Beispiel, als er mit der Hand über die Augen eines Blindgeborenen strich, fing dieser an mit Erlaubnis Allahs zu sehen. Als er mit seiner Hand einen von Aussatz befallenen Menschen berührte, wurde dieser mit Erlaubnis Allahs geheilt. Obwohl die Medizin derartige Fortschritte erzielte, waren die derzeitigen Ärzte nicht imstande, so etwas zu schaffen.

Isa (a.s.) verkündete außer diesen Zeichen alles, was die Juden in ihren Häusern aßen, tranken und speicherten.

Er wanderte durch recht viele Ortschaften, wobei er diese Wunder wirkte. Obwohl die Juden all diese Ereignisse mit offenen Augen sahen, leugneten sie es und meinten: ‘Das ist eine offenkundige Zauberei, und dieser Mann ist ein Zauberer.’

Über diese Wunder wird im edlen Qur’an wie folgt berichtet:

“Wenn Allah an dem Tage, an dem Er die Propheten versammelt und spricht: ‘Welche Antwort empfingt ihr?’, werden sie sagen: ‘Wir haben kein Wissen, wahrlich, Du allein bist der Allwisser der Verborgenen!’

Dann wird Allah so sagen:

‘O Isa, der Sohn der Maryam! Gedenke Meiner Gnade gegen dich und gegen deine Mutter! Dich hatte Ich mit dem heiligen Geist gestärkt. Sowohl in der Wiege als auch im Mannesalter sprachst du zu den Menschen. Ich hatte dich die Schrift, die Weisheit, die Thora und das Evangelium gelehrt.

Mit Meiner Erlaubnis bildetest du aus Ton ein Objekt, das wie ein Vogel aussah und hauchtest du ihm dann ein, und mit Meiner Erlaubnis wurde es gleich zu einem wirklichen Vogel.

Mit Meiner Erlaubnis heiltest du den Blindgeborenen und den Aussätzigen.

Die Toten erwecktest du mit Meiner Erlaubnis zum Leben.

Und als du zu den Kindern Israels mit klaren Beweisen kamst, hatten die Leugner unter ihnen gesprochen: ‘Das ist eine offenkundige Zauberei.’ Und Ich hatte sie ja von dir abgehalten.’” (Ma’ide: 109-110)

 

HAWARI (DIE JÜNGER JESU)

Isa (Jesus) -Friede sei auf ihm- hatte etwa zwölf Hawari genannte Schüler und nahe Freunde. Hawari bedeutet aufrichtiger Freund und Helfer. Diese waren diejenigen Gläubigen, die an Isa (a.s.) zu seiner Lebzeit glaubten und ihm die Treue hielten, wie die Gefährten des Gesandten Muhammed (a.s.).

Die Kinder Israels fingen an, außer daß sie nicht glaubten, in ihrem Unglauben eigensinig zu beharren. Die Hawari jedoch machten ihren Glauben mutig offenkundig und folgten Isa (a.s.).

Allah der Erhabene hat sie im edlen Qur’an erwähnt und den kommenden Generationen lobend angekündigt:

“Als Isa ihren Unglauben wahrnahm, sprach er: ‘Wer ist mein Helfer auf dem Weg Allahs?’ Die Hawari sprachen: ‘Wir sind Allah’s Helfer, wir glauben an Allah, bezeuge, daß wir Muslime sind!’” (Al-i Imran: 52)

Und die Hawari gestanden ihren aufrichtigen Glauben Allah dem Erhabenen wie folgt:

“O unser ‘Rabb’ (Schöpfer)! Wir haben geglaubt an das, was Du herabgesandt hast und sind dem Propheten gefolgt. Führe uns unter den Bezeugenden auf!” (Al-i Imran: 53)

Dieser Glaube und diese Wünsche der Hawari waren in Wirklichkeit die Folgen einer Eingebung Allah’s des Erhabenen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Ich hatte den Hawari eingegeben: ‘Glaubt an Mich und an Meinen Gesandten!’ Und sie hatten gesprochen: ‘Wir haben geglaubt, sei Zeuge, daß wir Muslime sind!’(Ma’ide: 111)

Allah der Erhabene spricht zu der Glaubensgemeinschaft Muhammeds und führt die Hawari infolge ihrer diesen Überlegenheit und Vorzüglichkeit ihnen als Beispiel an:

“O die ihr glaubt! Seid Helfer Allahs!

Wie Isa, der Sohn der Maryam, den Hawari ja auch sprach:

‘Wer sind meine Helfer auf dem Weg zu Allah?’ Und die Hawari sprachen: ‘Wir sind Helfer Allahs.’ (Saf: 14)

Die Hawari waren zuvor hohe Stellung besitzende, adlige und reiche Leute. Nachdem sie Isa (a.s.) gefolgt hatten, fingen sie an, auf seine Ermahnung, von dem zu leben, was sie verdienten. Nachdem Isa (a.s.) zum Himmel erhöht worden war, waren diese diejenigen, die sein Testament aufbewahrten und es praktizierten. Viele von ihnen wurden mit der Zeit einzeln zum ‘Schahid’ (Märtyrer) gemacht.

 

DER WUNDERTISCH

Allah der Erhabene, während Er in Seinem edlen Qur’an Isa (Jesus) -Friede sei auf ihm- und seiner Mutter gewährte Gnadengaben darlegte, berichtete auch von den dem Volk Isas (a.s.) gewährten Gnadengaben:

“Die Hawari sprachen: ‘O Isa, der Sohn der Maryam! Ist dein ‘Rabb’ (Schöpfer) imstande, uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herabzusenden?’ Er sprach: ‘Fürchtet Allah, wenn ihr Gläubige seid!’

Sie sprachen:

‘Wir wollen davon essen, und unsere Herzen sollen beruhigt sein, und wir wollen wissen, daß du in Wahrheit zu uns gesprochen hast, und wollen selbst dafür Zeugnis ablegen.’

Isa, der Sohn der Maryam, sprach:

‘O Allah! Unser ‘Rabb’ (Schöpfer)! Sende uns einen Tisch mit Speise vom Himmel herab, daß er ein Fest für uns sei, für die Ersten von uns und für die Letzten von uns, und ein Zeichen (Wunder) von Dir.

Versorge uns, denn Du bist der beste Versorger!’

Und Allah sprach:

‘Ich werde ihn (den Tisch) zu euch bestimmt niedersenden. Wer von euch aber danach ungläubig wird, über den werde Ich eine Strafe verhängen, mit welcher Ich keinen anderen auf den Welten bestraft habe.’” (Ma’ide: 112-115)

 

DIE ÜBERBRINGER DER BOTSCHAFT

Isa (a.s.) schickte in seiner Lebzeit hin und wieder in verschiedene Länder Überbringer von seinen Hawari, um seine Religion zu verkünden.

Wie in der würdigen Sure ‘Yá-Sín’ dargelegt worden ist, hatte er zwei von seinen Hawari geschickt, um das Volk von Antakya zu ‘Tauhid’ (Einheit und Einzigkeit Allahs) aufzufordern. Als das Volk dort Gewalt anzuwenden und zu verspotten begann, schickte er ihnen hinterher noch einen Hawari.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Da schickten Wir zwei Überbringer zu ihnen, und sie wurden von Ihnen für Lügner gehalten. Und Wir stärkten sie doch durch einen dritten. Sie sprachen: ‘Wahrlich, wir wurden zu euch entsandt.’” (Yá-Sín: 14)

Man beachte, sie wurden dem Schein nach von Isa (a.s.) geschickt. Jedoch Allah der Erhabene spricht: ‘Wir haben entsandt.’

Die Bewohner von Antakya wiesen die Überbringer der Botschaft ab, planten sogar sie zu töten. Ein Gläubiger namens ‘Habib-i Nedschar’ kam vom entferntesten Ende der Stadt angelaufen und hielt sein Volk an, diesen Botschaftern zu folgen. Er erteilte ihnen Rat:

“O meine Leute, folgt diesen Gesandten! Folgt denen, die keinen Lohn von euch fordern, sie sind auf dem rechten Weg.

Warum sollte ich nicht Dem dienen, Der mich erschaffen hat? Ihr werdet auch zu Ihm zurückgebracht. Soll ich etwa andere außer Ihm zu Göttern nehmen! Wenn Allah, der Allerbarmer mir ein Leid zufügen will, so nützt die Fürbitte jener Götzen mir nichts, noch können sie mich retten. Dann wäre ich wahrlich in einem offenkundigen Irrtum.

Fürwahr, ich glaube an Allah, Der auch euer ‘Rabb’ (Schöpfer) ist. Also hört mich an.” (Yá-Sín: 20-25)

Als ‘Habib-i Nedschar’ diese Worte aussprach, griff das Volk ihn an. Sie bewarfen ihn mit Steinen, traten ihn mit Füßen. Er starb, wobei er jedoch immer wieder zu Allah rief: ‘O Allah! Laß mein Volk den rechten Weg finden.’

Als er zum Märtyrer gemacht wurde, da verkündete Allah der Erhabene - ihm das Paradies, indem Er zu ihm sprach: ‘Gehe ins Paradies ein!’ Er sah den Lohn im Paradies und wünschte, daß auch sein Volk diesen Zustand wüßte und sprach wie folgt:

“O wenn doch meine Leute wüßten, daß mein ‘Rabb’ (Schöpfer) mir vergeben und mich zu einem der Geehrten gemacht hat!” (Yá-Sín: 26-27)

Allah der Erhabene erzürnte sich auf jenes Volk, welches die Botschafter für Lügner hielt und Seinen Freund tötete. Ein Schrei von ‘Dschebrail’ (Gabriel -a.s.-) genügte für ihr Zugrundegehen.

Im edlen Qur’an heißt es:

“Und Wir sandten nach ihm gegen sein Volk kein Heer vom Himmel herab, noch pflegten Wir eins zu senden.

Es war nur ein einziger Schrei, und sie lagen reglos da.” (Yá-Sín: 28-29)

 

DIE ERHÖHUNG IN
GÖTTLICHE GEGENWART

Die Kinder Israels lebten schmachbedeckt unter der Sklaverei der Römer. Obwohl sie recht viele klaren Wunder von Isa (Jesus) -Friede sei auf ihm- sahen, nahmen sie seine Aufforderung nicht an. Denn sie erwarteten einen rettenden Messias (der Gesalbte; im edlen Qur’an genannter Beiname des Propheten Isa). Sie glaubten, daß dieser Messias eine kämpferische Person sein wird, die die Juden von der Sklaverei anderer Nationen befreien und ihnen die Weltherrschaft ermöglichen wird. Sie hielten Isa (a.s.) für sehr gutmütig und barmherzig, glaubten deshalb nicht, daß er der Messias ist, und versuchten die Menschen vom Anhören seiner Aufforderung abzuhalten. Jedoch war jeder Versuch von ihnen ohne Ergebnis. Sie beschloßen auch Isa (a.s.) wie Johannes (a.s.) zu töten, geschweige denn ihm zu folgen.

Sie beauftragten einen von ihnen als Scheingläubigen, und schickten ihn zu den Hawari. Sie wollten erfahren, wo und wann sich die Hawari versammeln und wollten sie überfallen.

Allah der Erhabene ließ sie gemäß dem edlen Vers in die selbstgestellte Falle hereinfallen und machte ihren Plan zunichte:

“Doch der böse Plan fängt nur seine Urheber ein.” (Fatir: 43)

“Sie (die Juden) stellten heimlich eine Falle auf. Und Allah stellte dagegen eine Falle auf. Allah ist der Mächtigste beim Erwidern gegen die Falle Aufsteller.” (Al-i Imran: 54)

Allah der Erhabene offenbarte diese Situation Seinem Diener und Gesandten:

“Damals sprach Allah so: ’O Isa! Ich werde dich verscheiden lassen und werde dich zu Mir erhöhen und werde dich von den Ungläubigen befreien und werde die dir Folgenden über die Ungläubigen setzen bis zum Tag der Auferstehung. Als dann werdet ihr zu Mir wiederkehren.

Doch dann werde Ich zwischen euch richten über das, worüber ihr uneins seid.

Was aber diejenigen anbelangt, die leugnen und die ungläubig sind, so werde Ich sie schwer im Diesseits und auch im Jenseits bestrafen; und sie werden keine Helfer finden.’” (Al-i Imran: 55-56)

Allah der Allhöchste erhob Isa (a.s.) zum Himmel wie Idris (a.s.). Er erlaubte es ihnen nicht. Sie fingen und kreuzigten den als Spion beauftragten Heuchler, der ihnen Isa zu sein schien.

Allah der Allhöchste, Der die Verborgenheiten in den Himmeln und in der Erde kennt, und weiß, was geschehen ist und was geschehen wird, spricht in Seinem edlen Qur’an mit einer festen Erklärung :

“Und wegen ihres Unglaubens und wegen ihrer Behauptung, die sie gegen Maryam mit einer enormen Lüge vorbrachten und wegen ihrer Rede ‘Wir haben den Messias, den Sohn der Maryam, den Gesandten Allahs getötet.’

Doch tötenen sie ihn nicht und kreuzigten sie ihn nicht, sondern dies wurde ihnen nur vorgetäuscht. Und jene, die über ihn uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber. Sie haben keine Kenntis davon, sondern folgen nur einer Vermutung. Und sie haben ihn mit Gewißheit nicht getötet.

Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben, Allah ist Allmächtig, Allweise.” (Nisa: 156-158)

 

DAS CHRISTENTUM UND
DER TRINITÄTSGLAUBE

Nachdem Isa (a.s.) zum Himmel erhöht worden war, bemühten sich die Hawari auf das Testament Isas (a.s.) seine Religion zu verbreiten. Die Zahl der Gläubigen nahm beträchtlich zu. Aber, wie die Kinder Israel’s kamen auch die Christen vom rechten Weg ab, gerieten in Zwist.

Die Juden sagten über Isa (a.s.), er sei ein außereheliches Kind, und nahmen seine Geburt ohne Vater zum Vorwand und erdichteten Lüge. Einige von Christen sagten über ihn ‘Gott’, einige verrannten sich in die Idee ‘Der Sohn Gottes’, und eine andere Gruppe meinte ‘Einer von Drei.’

Die Wahrheit ist so, wie der edle Qur’an berichtet. Allah der Allhöchste weist die übertriebenen Auffassungen der Leute der Schrift (Christen und Juden) zurück, die auf unwahren Erklärungen und Glauben über Isa (a.s.) beharren und legt dar, daß sowohl Isa als auch die Allah nahestehenden Engel niemals verschmähen werden, Diener Allahs zu sein und Ihn anzubeten:

“O Leute der Schrift! Übertreibt nicht in eurem Glauben. Sagt von Allah nur die Wahrheit. Der Messias, Isa, Sohn der Maryam, ist der Gesandte Allahs, Sein Wort, das Er Maryam entboten hat und von Seinem Geist.

Glaubt an Allah und Seinen Gesandten, und sagt nicht ‘Drei’. Lasset davon ab, das ist besser für euch. Allah ist nur ein einziger Gott. Er ist erhaben darüber, Kind zu zeugen. Sein ist alles, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Als Anwalt genügt Allah.

Doch der Messias und auch die zu Allah nahegebrachten Mukarreb-Engel verschmähen es niemals, Diener Allah’s zu sein.

Und wer es verschmäht, Ihn anzubeten und sich dazu zu erhaben fühlt, soll wissen, Er wird sie alle zu Sich versammeln.” (Nisa: 171-172)

In einem anderen Vers heißt es:

“Er ist nur ein Diener, dem Wir Gnade erwiesen haben und den Wir zu einem Beispiel für die Kinder Israel’s gemacht haben.” (Zuhruf: 59)

Isa (a.s.) ist ein Mensch, ein von Allah entsandter Prophet, um den Menschen den rechten Weg zu zeigen. Und die Aufgabe seiner Gesandtschaft besteht darin, die Menschen zur Einzigkeit Allahs und nur Ihm zu dienen aufzufordern.

Daß die Christen ihm und seiner Mutter Göttlichkeit zuschreiben, widerlegt Allah der Allhöchste mit einem klaren Beweis.

Im edlen Qur’an spricht Er wie folgt:

“Der Messias, der Sohn der Maryam, ist nur ein Gesandter. Gewiß sind sehr viele Gesandte vor ihm dahingegangen. Und seine Mutter war eine wahrheitsliebende Frau. Beide aßen Speise. Siehe, wie Wir die Zeichen für sie erklären? Und siehe, wie sie sich abwenden?” (Ma’ide: 75)

Darlegungen darüber, daß Allah der Allhöchste über Kinder Zeugen erhaben ist, werden im edlen Qur’an immer wieder hervorgehoben:

“Sie sagten: ‘Allah hat Sich ein Kind zugesellt.’ Gewiß nicht! Gepriesen sei Er!. Sein ist alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist. Alles ist Ihm untertan.” (Baqara: 116)

“Sie sagten: ‘Allah hat Sich ein Kind zugesellt.’ Es liegt Ihm fern. Gepriesen sei Er! Ihm gehört alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist. Ihr habt keinen Beweis dafür, daß Er zu sich ein Kind genommen hat. Spricht ihr von Allah etwas, was ihr nicht wißt?

Sprich: ‘Jene, die eine Lüge gegen Allah erdichten, finden keine Erlösung.’ (Yunus: 68-69)

“Siehe, wie sie Lügen gegen Allah erdichten. Das allein genügt als offenkundige Sünde.” (Nisa: 50)

“Er ist es, Dessen das Königreich der Himmel und der Erde ist. Er hat Sich kein Kind zugesellt. Er hat keinen Partner in Seinem Königreich. Er hat jegliches Ding erschaffen und ihm das rechte Maß gegeben und sein Schicksal vorherbestimmt.” (Furqan: 2)

“Die Juden sagten: ‘Uzeyr (Esra) sei Allahs Sohn’. Und die Nazarener (die Christen) sagten: ‘Der Messias (Isa) sei Allahs Sohn’. Das sind Worte aus ihren Mündern. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem ungläubig waren. Allahs Fluch über sie! Wie erdichten sie doch eine Lüge?” (Tauba: 30)

Wegen diesen Lügen sind sie dem göttlichen Zorn Allahs des Erhabenen ausgesetzt worden:

“Sie sprachen: ‘Der Allerbarmer hat sich ein Kind beigesellt’. Wahrhaftig, ihr habt da etwas sehr Ungeheuerliches vorgebracht.

Weil sie Allah, dem Allerbarmer ein Kind zugeschrieben haben, wären beinahe die Himmel zerrissen und wäre die Erde auseinandergeborsten und wären Berge in Trümmern zusammengestürzt.

Es geziemt jedoch Allah, dem Allerbarmer nicht, Sich ein Kind beizugesellen.” (Maryam: 88-92)

Isa (a.s.) hielt es für nötig, diejenigen zu erinnern, die ihm andere Eigenschaften zuschreiben wollten, außer daß er ein Mensch ist. Er sprach:

“Ich bin nur ein Diener Allahs.” (Maryam: 30)

Zu den Menschen sprach er nicht: ‘Vergöttert mich!’

Vielmehr sprach er:

“Wahrlich, Allah ist mein Schöpfer und auch euer Schöpfer. So dient Ihm. Doch, das ist der gerade Weg.” (Maryam: 36)

Allah der Allhöchste teilt mit, daß der Trinitätsglaube, der die ‘Tauhid-Lehre’ (Die Lehre der Einzigkeit Allahs) von Grund auf zugrunde richtet, ein schmerzliches Ende zur Folge haben wird. Jene, die zwei Götter außer Allah zur Seite stellen, werden am Tage der Auferstehung zusammen mit Isa (a.s.) in die göttliche Gegenwart hintreten, und über die, die gegen Allah und Seinen Gesandten Lüge erdichtet haben, wird angemessene Strafe verhängt.

Das Gespräch, das am Tage der Auferstehung zwischen Allah dem Allhöchsten und Isa (a.s.) zustande kommen wird, ist im edlen Qur’an wie folgt dargelegt:

“Allah hatte gesprochen: ‘O Isa, Sohn der Maryam! Hast du zu den Menschen gesprochen:’ Nehmt mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah’?’

Er sprach so:

Gewiß nicht! Gepriesen seist Du. Es geziemt mir nicht, unwares Wort zu sagen. Hätte ich es gesagt, so würdest Du es sicherlich wissen. Du weißt, was in mir ist, aber ich weiß nicht, was Du in Deinem Wesen hegst. Du allein bist es, Der die Verborgenen weiß.

Ich sprach zu ihnen nur das, was Du mich geheißen hattest: ‘Betet Allah an, Der mein Schöpfer und euer Schöpfer ist’.

Und ich war ihr Zeuge, solange ich unter ihnen weilte. Seitdem Du hast mich verscheiden lassen, bist allein Du ihr Wächter gewesen. Du bist der Zeuge aller Dinge.

Wenn Du sie strafst, sind sie fürwahr Deine Diener. Wenn Du ihnen verzeihst, bist Du wahrlich der Allmächtige, der Allweise.’ (Ma’ide: 116-118)

So wie die Juden damals den mit Allah dem Allhöchsten geschlossenen Bund gebrochen haben, haben auch die Christen ihr Bündnis gebrochen; und deshalb sind Haß und Feindschaft unter ihnen bis zum Tage der Auferstehung erregt worden.

Als Muhammed (a.s.) zum Gesandten Allahs berufen wurde, enthüllte er den Leuten von der Schrift vieles von dem, was sie verborgen hatten. Jedoch die Juden und Christen hielten sich für Söhne und Geliebte Allahs, lehnten deshalb seine Aufforderung ab.

Darüber heißt es im edlen Qur’an:

“Auch mit denen, die sagen: ‘Wir sind Nazarener (Christen)’, schlossen Wir einen Bund. Auch diese haben dann einen Teil von dem vergessen, woran sie gemahnt wurden. Darum erregten Wir Haß und Feindschaft unter ihnen bis zum Tage der Auferstehung.

Bald wird Allah sie wissen lassen, was sie getan haben.” (Ma’ide: 14)

“O Leute der Schrift! Unser Gesandter ist nunmehr zu euch gekommen. Er enthüllt euch vieles, was ihr von der Schrift geheimzuhalten pflegtet, und übte gegen vieles Nachsicht.

Wahrlich, zu euch sind ein ‘Nur’ (göttliches Licht) von Allah und ein klares Buch gekommen.” (Ma’ide: 15)

“Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: ‘Allah ist der Messias, der Sohn der Maryam.’

Sprich: ‘Wer vermochte wohl etwas gegen Allah, wenn Er den Messias, den Sohn der Maryam, seine Mutter und jene, die allesamt auf der Erde sind, vernichten will?

Allah’s ist das Königreich der Himmel und der Erde und dessen, was zwischen beiden ist. Er erschaft, was Er will. Allah hat Macht über alle Dinge.’” (Ma’ide: 117)

“Die Juden und die Nazarener sagten: ‘Wir sind die Söhne Allahs und Seine Lieblinge.’

Sprich: ‘Warum straft Er euch dann für eure Sünden? Nein! Auch ihr seid Menschen von denen, die Er erschaffen hat.

Er vergibt, wem Er will, Er straft wen Er will. Und Allah’s ist das Königreich der Himmel und der Erde und dessen, was zwischen beiden ist, und zu Ihm ist die Rückkehr.’” (Ma’ide: 18)

Die Lage der Leute der Schrift, die sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen haben, welche sich mit ihrer Aussage ‘Isa sei Sohn Allahs’ nicht begnügten und es zu weit trieben und zu sagen pflegten: ‘Der Messias, der Sohn der Maryam, ist der Herr’, wird im edlen Qur’an wie folgt dargelegt:

“Sie haben sich nicht Allah sondern ihre Schriftgelehrten und ihre Mönche und den Messias, den Sohn der Maryam, zu Herren genommen. Und doch war ihnen geboten worden, allein den einzigen Gott (Allah) anzubeten.

Es gibt keinen Gott außer Allah. Er ist erhaben über das, was sie Ihm zur Seite stellen.” (Tauba: 31)

Sie folgten diesem Gebot nicht; sie übertrieben es und gingen irre und gerieten in Polytheismus.

Jedoch war ihnen mit dem Munde Isa (a.s.) so gesprochen worden:

“O die Kinder Israels! Betet Allah an, Der mein Schöpfer und auch euer Schöpfer ist.

Wer Allah Götter zur Seite stellt, dem verwehrt Allah das Paradies. Seine Herberge wird das Feuer sein, und die Frevler haben keine Helfer.” (Ma’ide: 72)

Die Bedeutung von dem edlen Vers: “Sie haben sich nicht Allah sondern die Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen.” hatte unser Gebieter, der Gesandte Allahs (s.a.s.) selbst wie folgt erläutert:

Adiy bin Hatim, der vordem ‘Nazarener’ (Christ) war, kam mit einem silbernen Kreuz am Hals nach Medina, um Kenntnisse über Islam zu erwerben. Er stellte an Muhammed (a.s.) einige Fragen, um seine Zweifel zu beseitigen. Er sprach: ‘Dieser Vers bezichtigt uns, als ob wir uns unsere Schriftgelehrten und Mönche zu Herren nähmen. Wir jedoch nehmen sie uns nicht zu Herren. Was bedeutet das?’

Als Muhammed (a.s.) fragte: ‘Sie erklärten für verboten, was erlaubt war und erklärten für erlaubt, was verboten war. Erkanntet ihr dies ebenso nicht an?’, bestätigte Adiy: ‘Ja, so ist es.’ Daraufhin sprach Muhammed (a.s.): ‘Das bedeutet doch, daß ihr sie euch zu Herren nehmt.” (Ibn-i Kesir)

Folglich deutet dieser Hadith darauf hin, daß diejenigen, die das Buch Allahs beiseitelassen und das Erlaubte für verboten und das Verbotene für erlaubt erklären, ihre Gelüste als Gott und Herrn betrachten und diejenigen, die ihnen gehorchen und folgen, sie zu Herren nehmen. Auch wenn sie sagen ‘Wir sind Gläubige’, ist diese Behauptung offenkundig nicht glaubhaft.

An die Bücher namens Thora und Evangelium, die in dieser Reihe zu Moses (a.s.) und zu Isa (a.s.) offenbart worden sind, zu glauben, gehört zu den Glaubensartikeln des Islam. Diese Bücher, je eine Quelle des ‘Nur’ und des rechten Weges zu ihren offenbarten Zeiten, wurden jahrhundertelang Richtschnur für die Menschheit.

Jedoch wurden die Originalfassungen dieser Bücher mit der Zeit verfälscht und durch die Menschen von ihrer ursprünglichen Bedeutung entfernt. Mit der Offenbarung des Evangeliums ist die Gültigkeit der Thora, und mit der Offenbarung des edlen Qur’an ist die Gültigkeit des Evangeliums aufgehoben worden.

Allah der Allhöchste legt dar, daß Er den edlen Qur’an unverfälscht hüten wird.

Der Islam ist die Religion der ‘Tauhid’ (die Lehre der Einzigkeit Allahs). Die Leute von der Schrift haben sich jedoch von der ‘Tauhid’ Lehre getrennt und sind von dem Weg Allahs abgekommen. Damit sie aus diesem Sumpf herauskommen können, hat Allah der Allhöchste Seinen Gesandten beauftragt, sie zur ‘Tauhid’ aufzufordern:

“Sprich: ‘O die Leute von der Schrift! Kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen euch und uns, so daß wir nichts außer Allah anbeten und nichts neben Ihn stellen und daß nicht die einen von uns die anderen vergöttern außer Allah.’

Und wenn sie sich doch abwenden, so sprecht: Bezeugt, daß wir Muslime sind.’” (Al-i Imran: 64)

“Wenn die Leute der Schrift geglaubt hätten und gottesfürchtig gewesen wären, hätten Wir gewiß ihre Übel von ihnen hinweggenommen und hätten Wir sie gewiß in die Gärten der Wonne geführt.” (Ma’ide: 65)

 

DIE DEM ISLAM NAHE SIND

Einer der zwei hartnäckigsten Gegner der Gläubigen sind die Juden und der andere die ‘Muschrik’ (die Polytheisten, die Allah etwas beigesellen).

Im edlen Qur’an heißt es:

“Sicherlich findest du, daß unter den Menschen die Juden und die Götzendiener die erbittertsten Gegner der Glaubenden sind.” (Ma’ide: 82)

Wie im edlen Qur’an dargelegt worden ist, haben sich die Juden und die Götzendiener vom Glauben weit entfernt und sind in Abwege geraten. Sie sind überaus irdischem Leben zugewandt und eigennützig. Sie sind hartherzig, unbarmherzig, Unruhe und Zwietracht zu stiften geneigt, und dem Allgerechten gegenüber sehr arrogant.

Der edle Qur’an bezeichnet die Christen mäßiger als die Juden. Der Islam verwirft, daß die Christen Isa (a.s.) Göttlichkeit zuschreiben, ihre Behaubtung, Isa (a.s.) sei gekreuzigt worden, und ihren Trinitätsglauben. Jedoch erklärt er, daß das Christentum hinsichtlich der Liebe die Religion ist, die dem Islam am nächsten steht:

“Und du findest zweifellos, daß die, welche sagen: ‘Wir sind Nazarener’, den Gläubigen am freundlichsten gegenüberstehen. Denn es gibt unter ihnen Priester und Mönche, die nicht hochmütig sind.” (Ma’ide: 82)


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